eine homoehe gibt es nicht.

rainbowflag bernhard jenny creative commons  by nc

weder schwulenehe noch lesbenehe. es gibt nur eine ehe. eine ehe für alle. und dass das nicht längst so ist, ist eigentlich nicht einzusehen.

es wird wieder einmal herumgegurkt und geeiert. sollen sie dürfen, oder eher nicht? und wenn ja, wann genau? „sie“ – das sind die homosexuellen. was sie dürfen sollen oder auch nicht, ist einmal die ehe im unterschied zur eingetragenen partnerschaft und zum andern das adoptieren. und das ist einfach nicht einzusehen.

es kann kein bisschen menschenrecht geben und kein bisschen adoptieren (zb. nur wenn sie verwandt sind, wie jetzt justizminister wolfgang brandstetter meint).

wer ehe schliessen will, soll ehe schliessen.
wer eingetragene partnerschaft will, soll sie eintragen.*)
wer adoptieren will, soll adoptieren.
(ist ohnehin nicht so einfach, wie manche sich das vorstellen.)

schluss mit dem eiertanz.
her mit der familie für alle.
das trennen der gesellschaft in solche, die dürfen und solche, die nicht dürfen, eventuell dann noch solche, die vielleicht dürfen, ist vorgestrig und echte familienfeindlichkeit.
denn
eine homoehe gibt es nicht.

*) die heteros in österreich nicht schliessen dürfen

schluss mit zukunft.

foto: pommiebastards creative commons (CC BY 2.0)

mitteilung der republik österreich an kinder und jugendliche.

wir können uns eure zukunft nicht mehr leisten.
wir müssen sie kürzen.
bildung kostet.

seid jetzt brav kinder.
nicht schreien oder toben.
ruhig bleiben.

das war der schlimme jörgl.
der hat das geld verspielt.
das geld für eure zukunft.

wie? da sollen auch noch andere dabei verdient haben?
was? ihr wollt das untersucht haben?
wo? im parlament?

nein kinder, so geht das nicht.
ihr müsst das jetzt zur kenntnis nehmen.
wir können uns nur mehr um eliten kümmern.

schluss mit chancen für alle.
schluss mit bildung.
schluss mit zukunft.

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foto: pommiebastards creative commons (CC BY 2.0)

wer kein geld hat, muss mit der würde bezahlen.

sevilla, corrala utopia foto: javi peña

die opfer des verbrechens namens „krise“ sollen gefälligst opfer bleiben. das zeigt sich dramatisch am beispiel von zahlreichen familien, die am sonntag in der südspanischen stadt sevilla zwangsdelogiert wurden. sie hatten ein seit vielen jahren leerstehendes gebäude besetzt, weil sie sonst keine wohnmöglichkeit gehabt hätten und forderten eine menschenwürdige lösung des problems. das projekt „la utopia“ hatte berühmtheit erlangt, nicht zuletzt deshalb, weil die besitzer des besetzten gebäudes eine bank, die IberCaja ist.

„es geht nicht darum, dass wir nicht zahlen wollen, sondern dass wir eine wohnmöglichkeit brauchen, die wir uns auch leisten können.“ so begründen die aktivistInnen ihre forderung. und sie sehen nicht ein, warum viele wohnungen leer stünden, während andere auf der strasse leben sollten.

während die sozialistische landesregierung andalusiens sich für eine verhandlungslösung für die obdachlosen einsetzte, wollte nun offensichtlich der rechtskonservative bürgermeister der stadt sevilla einem eventuellen erfolg der besetzerInnen nach langen verhandlungen und lösungsvorschlägen zuvorkommen und liess das gebäude am sonntag von der zwangsräumen. weinend mussten hauptsächlich frauen und kinder das haus verlassen.

die delogierten sind nun wieder ohne dach über dem kopf. manche von ihnen hatten zuflucht in der berühmten kathedrale von sevilla gesucht, von wo sie der erzbischof von sevilla umgehend von der polizei räumen liess.

andere beschlossen direkt vor dem gebäude der stadtregierung auf offenem platz zu übernachten, zelte und aufblasbare matratzen wurden polizeilich untersagt.

unten ein video aus besseren tagen des projekts „utopia“. auch für jene, die kein spanisch können wird hier sichtbar und spürbar, dass diese menschen einfach nur eines fordern: eine menschliche lösung, eine würdige wohnmöglichkeit.

doch banken, politik und in diesem fall auch noch ein bischof von sevilla sorgen dafür, dass das verbrechen „krise“ die richtigen zur kasse bittet: diejenigen, die nichts mehr haben. eine leerstehende bauruine – die im übrigen von den besetzerInnen selbst mit den notwendigen strom- und wassereinrichtungen ausgestattet wurde – muss als denkmal des turbokapitalismus auch weiterhin leer stehen, während andere kein dach über dem kopf haben. auch nach der zwangsräumung wird das gebäude nicht etwas von anderen genutzt, sondern es wird als leeres gebäude streng bewacht werden.

die logik des verbrechens ist eindeutig:
wer kein geld hat, muss mit der würde bezahlen.

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seite des projekts corrala de vecinas la utopia

foto: javi peña @javi_garrapata

jetzt brennen schon die zufälle!

foto: lebastian cc by-nc-sa/2.0/

eine stadt wird ihren vizebürgermeister nicht los. trotz dessen hetzkampagne gegen arme und notreisende. trotz dessen räumtrupps. trotz dessen rechtsaussen büroleiters.
alles nur zufall.
alles nur zufall.
alles wirklich nur zufall.

eine stadt wird die nazischmierereien nicht los. trotz der ermittlungen. trotz deutlicher proteste.
alles nur zufall.
alles nur zufall.
alles wirklich nur zufall.

eine stadt muss zur kenntnis nehmen: die lager von notreisenden unter brücken werden angezündet. der vizebürgermeister glaubt die schuldigen zu kennen. da würde jemand „selbstjustiz“ wagen.
alles nur zufall.
alles nur zufall.
alles wirklich nur zufall.

jetzt brennen schon die zufälle!

orf bericht zu brandstiftung
orf bericht zu stolpersteineschmieraktion

weiterführendes zu preuner
weiterführendes zu stolpersteinen
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foto: lebastian cc by-nc-sa/2.0/

eine menschenrechtsstadt verträgt keinen preuner.

harry preuner by bernhard jenny

friede. freude. eierkuchen. lachende gesichter. neue und alte. aber genau da liegt das problem.

salzburg – so haben wir in diesen tagen erfahren – hat ab ende des monats eine neue stadtregierung. vieles ist beim alten geblieben, manches ist neo, aber alle konnten sie schon in die kameras lächeln. zufrieden. über ein no-na-arbeitsprogramm, von dem wir nicht nur wissen, dass vieles nicht drin steht, sondern auch, dass vieles drin steht, ohne unbedingt konkret folgen haben zu müssen. bisnäs äs juschl.

aber: einer hat zwar unverhältnismässig viel verloren, an stimmen, an vertrauen, an zustimmung. seine hetzkampagne gegen die armen wurde – danke! – nicht belohnt, sondern abgestraft. harald „harry“ preuner hat sich aber niemals von seiner hetze distanziert, hat sich auch nicht für die übergriffe der stadt auf notreisende entschuldigt, sondern diese auch noch gerechtfertigt. und: der rechtsaussen büroleiter bernd huber ist noch immer an seiner einflussreichen stelle. das kleinlaute statement hubers nach der aufkommenden kritik, er würde keine statements mehr in der kriegsnostalgikerzeitung schreiben, obwohl er deren redakteur bleibt, ist längst vergessen.

aber der politische alltag kehrt wieder ein. aus offener kritik oder zumindest zustimmung für kritische positionen wird bei den „mitbewerberInnen“ dann wieder ein „das ist deren angelegenheit“. so nach dem motto: wen sich die schwarzen ins vizebürgermeisteramt wählen und wen sie als büroleiter beschäftigen wäre deren bier. und ob eine amtshaftungsklage oder sonst konsequenzen passieren sollten, schau ma mal.

kann das wirklich sein?

kann es sein, dass wir nun zur tagesordnung zurückkehren, wissend, welche hetze preuner plakatieren liess, welche jagd auf notreisende er öffentlichkeitswirksam veranstaltete, um ganz aussen am rechten rand stimmen zu fischen?

kann es sein, dass wir zur tagesordnung übergehen, wissend, dass ein rechtsaussen büroleiter nun anscheinend für viele weitere jahre sein höchst fragwürdiges gedankengut in seinen politischen anweisungen und statements umsetzen darf?

konkretes beispiel: mehr als 100 menschen leben in der festspielstadt salzburg auf der strasse. eine der reichsten städte der welt, die sich gerne „kulturstadt“ nennt, macht sich so zur „menschenabfallstadt“. politisch für eine lösung der menschenunwürdigen situation zuständig ist das amt für öffentliche ordnung, welches – erraten! – preuner und huber unterstellt ist. welchen politischen willen haben wohl die beiden? werden sie die rechte dieser menschen achten? wieviel dürfen wir nach ihren bisherigen aktionen gegen notreisende oder gegen sexarbeiterInnen erwarten?

wir kennen die antwort. und das muss uns alarmieren. auf die nächsten wahlen zu warten ist keine option. die politische erneuerung muss täglich passieren. sogar in salzburg. das wissen sowohl innerhalb als auch ausserhalb der övp viele.

es wäre sicher zuviel erwartet, würden wir uns den einzug einer „politischen moral“ erwarten. aber nach soviel verspieltem porzellan wäre es zumindest angebracht, „anstand“ einzuführen. anstand würde bedeuten, sich nicht kommentarlos mit jenen an einen tisch zu setzen, die die grundsätzlichsten rechte der menschen verraten haben. nicht freundlich in die kamera lächeln, während dieser auch seine hetzerei vergessen machen will. die liste der preunerschen aktionen ist lang: jagd auf menschen in ihren notquartieren, in wäldern, auf den stadtbergen, unter brücken, ja selbst das gewaltsame verjagen von menschen aus einer abbruchruine in lehen wenige schritte vor einer polizeiwachstube durch einen (geduldeten?) schlägertrupp entsprach frappierend der öffentlich formulierten vorgabe preuners, „ihnen den aufenthalt so unangenehm zu gestalten wie möglich.“

preuner ist jedenfalls kein vizebürgermeister für eine kulturstadt. oder gar für eine menschenrechtsstadt. wenn menschen wie abfall behandelt werden, ist das immer auch die folge einer politischen haltung der verantwortlichen. diese verantwortung trifft ALLE, die in der stadtregierung sitzen. jeder tag den preuner mit huber im amt ist, ist hundert tage zuviel.

eine menschenrechtsstadt verträgt keinen preuner.

stumme ratlosigkeit ist keine adäquate reaktion

foto: blue-news.org mixed by bernhard jenny creative commons by-sa/2.0/

da rülpst es wieder hervor, das dritte reich. es ergiesst sich über den tisch, die mikrofone, die telefone und die seiten der medien. digital, analog gedruckt und akustisch. liberal war es und so schön formlos, das dritte reich. es mölzert unaushaltbar.

was passiert? nichts. achselzucken. verstecken. nur nicht stellung beziehen. wiederbetätigung? ja schon. aber er hat es ja relativiert. staatsanwaltschaft? abgemeldet. breite politische reaktion aller parteien? natürlich nicht. die sind mit anderem beschäftigt. beschwichtigung? immer. das „menschenverachtende“ hat er eh nicht gemeint. aber alles andere. gehts noch?

die nazis tanzen uns auf der nase herum. und wir tun nichts. es wird normal. ganz normal. zuerst das eine, dann das andere gut zu finden. „an führer brauch ma wieder,“ schreit einer auf offener strasse und spuckt verächtlich auf den boden. eine „dreckige ausländerhur“ war gerade an ihm vorbeigegangen.

die beschäftigungspolitik des jörg haider hatte noch empörung ausgelöst. mölzers rülpser hingegen dürfen ein paar jahre später ohne grosses aufsehen den öffentlichen raum beschallen. und es stinkt. ganz braun.

stumme ratlosigkeit ist keine adäquate reaktion

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foto: blue-news.org mixed by bernhard jenny creative commons by-sa/2.0/

eine schande diese stichwahl.

wahlwarnung harry preuner by bernhard jenny

eine stimme für harald „harry“ preuner wäre eine stimme für einen politiker, der mit seiner hetze auf notreisende, die er als „bettlerbanden“ beschimpft, dem rassismus und der ausländerfeindlichkeit tür und tor geöffnet hat. nicht als irgendwer, sondern als verantwortlicher vizebürgermeister einer stadt, bei der einem der zusatz „kultur“ schwer von den lippen kommt, angesichts dieser politischen unkultur.

wer menschen, die keinen platz in notschlafstellen bekommen, verfolgt und auch noch ihre schlupflöcher in betonnischen stark befahrener brücken von mitarbeitern des magistrats stürmen lässt, um ihnen das letzte zu nehmen, stiehlt nicht nur persönliches gut, sondern die letzten menschlichen werte. ob es für solches auch eine amtshaftung gibt?

der versuch mit einem zynischen, ausländerfeindlichen wahlkampf und mit verachtenswerten aktionen stimmen zu fangen – eine idee seines rechtsaussen-büroleiters? – darf nicht belohnt werden! deshalb nochmals ausdrücklich diese wahlwarnung: rassismus ist unwählbar. jede stimme am kommenden sonntag für harald „harry“ preuner ist eine zuviel.

eine schande diese stichwahl.

ps. abwahl erspart nicht verantwortung für menschenrechtsverletzung