1.000.000.000.000 verbrechen der schamlosigkeit?

seit dem börsengang von spacex vergangenen freitag ist es offiziell: elon musk ist der erste billionär der geschichte. sein vermögen wird auf rund 1.100 milliarden dollar geschätzt. ein historischer moment, jubeln die finanzmärkte. ein triumph von innovation, unternehmergeist und zukunftsvisionen.

doch vielleicht erzählt dieser moment eine ganz andere geschichte.

vielleicht markiert der erste billionär nicht den höhepunkt menschlichen fortschritts, sondern den offenbarungseid einer welt, die ihre prioritäten verloren hat.

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bin ich marxist?

schnappatmung ist das mindeste. panische einordnungen sind auf der tagesordnung, wenn nur irgendwo das „M-wort“ fällt. marxismus! historisch falsche und ganz ungeniert ungebildete verwechslungen von marx, lenin und stalin warnen alarmiert vor dem marxismus, als wäre er es, der marxismus, der abertausende und millionen umgebracht hat.

bin ich ein marxist?

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ist eigenverantwortung das gegenteil von verantwortung?

seit corona – und mit steigenden zahlen immer häufiger – erklingt das schlagwort von der eigenverantwortung. kaum für möglich hätten wir noch bis vor kurzem die zweifelhaften konsequenzen eines so harmlos klingenden wortes gehalten, die „eigenverantwortung“ so mit sich bringt.

wenn regierende dieses wort in den mund nehmen, dann hat das ziemlich oft damit zu tun, dass „der staat“ in diesen oder jenen bereich entweder nicht „hineinregieren“ will oder dies auch nicht kann. da scheint es dann nur logisch, wenn jede*r einzelne in „eigenverantwortung“ wissen muss, was zu tun oder zu unterlassen ist.

in einem neoliberalen gesamtkontext, in dem wir nun einmal stehen, liest sich dieser begriff jedoch schnell als eine fatale aufkündigung von solidarität und gemeinwohl. „eigenverantwortung“ im klassisch liberalen sinn muss zwar nicht zwingend eine entsolidarisierung bedeuten, sie legt aber das hauptaugenmerk auf die individuellen interessenslagen der einzelnen menschen.

im aktuellen diskurs über covid und den zu setzenden massnahmen bzw. die einzuhaltenden verhaltensregeln kollidieren höchstpersönliche interessen mit jenen der allgemeinheit. eine solidarische gesellschaft müsste nicht darüber diskutieren, wer nun geschützt werden soll und wer nicht, es wäre klar, dass alle das gleiche recht auf unversehrtheit und gesundheit haben.

zunehmend schleicht sich nun aber das bild der segregation ein. da sind die aktiven, wirtschaftlich tätigen und produktiven auf der einen seite und die sogenannten „vulnerablen gruppen“ auf der anderen. schnell wird dann das bild vom altersheim bemüht, von dem wir doch alle wüssten, dass dort natürlich besonders schutzbedürftige leben würden und dort müsste man natürlich ganz speziell massnahmen setzen.

aber der alltag, der soll möglichst den verinnerlichten gesetzen von produktivität und gewinnmaximierung folgen. da heisst es dann, dass „gerade jetzt, in schwierigen zeiten, das ankurbeln der wirtschaft unverzichtbar“ sei.

diese schwarzweiss-malerei ist jedoch ein bitteres bild der entsolidarisierung per se. es kündigt die „gesellschaft für alle“ auf und trennt schon mal ganz einfach menschen in funktionierende und nicht (mehr) funktionierende. fast hört man die „eigenverantwortlichen“ sagen, dass das wohl die „eigenverantwortung“ der vulnerablen wäre, wie weit sie ein risiko eingehen wollen oder nicht.

die trennung in wirtschaftlich relevante aktive und schutzbedürftige vulnerable kündigt endgültig jede empathie auf (sofern sie jemals vorhanden war). sie übersieht das recht auf teilhabe aller und die tatsache, dass eine gesellschaft immer für alle verantwortung trägt.

wie bitte? verantwortung? was soll das denn sein. „eigenverantwortung“ ja, aber verantwortung?

wie wäre die botschaft der regierenden rezipiert worden, wenn sie an die „verantwortung“ ohne dem vorangestellten „eigen“ appelliert hätte?

viele menschen, die aus diversen gründen zu den vulnerablen zählen, sind längst nicht im altersheim. zur risikogruppe gehören menschen wie du und ich in fast allen altersgruppen, die sich nun in eine fatale zwickmühle getrieben sehen:

flächendeckende achtsamkeit mit distanz, nms-maske usw. würde für diese menschen einen relativ risikoarmen umgang im alltag bedeuten, sie wären nicht gezwungen, sich ständig da und dort als risikogruppenmitglied zu outen. lückenlose achtsamkeit wäre die echte ermöglichung von teilhabe für alle.

wenn jedoch kaum die regeln konsequent eingehalten werden, wenn fahrlässig der babyelefant erdrückt wird und die maske wenn überhaupt unter der nase oder gar am kinn getragen wird, dann werden die mitglieder der risikogruppen dazu gezwungen sich ständig zu outen. „ich bitte um verständnis, aber ich bin…“ – ist das wirklich notwendig?

mehrfach kommt es dann in einer runde von menschen, die zusammentreffen zu verständnisvollem nicken, wenn sich eine person als „vulnerabel“ deklariert: „ja, wir verstehen das, kein problem, du kannst die maske natürlich weiter tragen.“ selbst aber denkt dann kaum eine*r, die maske zum schutz der vulnerablen aufzusetzen.

die ignoranz der einen beschränkt den lebensraum der anderen, die verantwortung der einen würde den lebensraum für alle offen halten. es ist erniedrigend, wenn die vulnerablen dazu gezwungen werden, ständig selbst ihren schutz einzufordern und damit zur störung der „eigenverantwortlichen community“ zu werden. klammheimlich denken sicher manche, dass ohne vulnerable die produktivität besser gesichert wäre.

die mechanismen der solidarität oder entsolidarisierung im zusammenhang mit einer pandemie sind verdammt ähnlich jenen abläufen, die aus den bestrebungen für eine inklusive gesellschaft bestens bekannt sind. selbstverständlich will niemand jemanden ausgrenzen, aber wenn es dann um tatsächliche barrierefreiheit geht, dann reden wir plötzlich wieder von kosten und aufwand, den dann „alle“ tragen müssten. die betonierten beispiele der „eigenverantwortung“ von bauherr*innen sind unzählige.

wir haben also vergessen, was solidarität und empathie in der praxis bedeutet. das hat uns der neoliberalismus erfolgreich aberzogen. jetzt denken wir nur mehr an uns selbst. ganz eigenverantwortlich.

ist eigenverantwortung das gegenteil von verantwortung?

dieser beitrag ist in leicht überarbeiteter form am 15.10.2020 auf derStandard.at erschienen

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Bild von Engin Akyurt auf Pixabay

zu kurz. nichts ist gut.

der schein trügt. ja, mag sein, dass die arbeit des bundespräsidenten die situation der form nach „gerettet“ hat. denn immerhin ist das land eben nicht in das „chaos“ gestürzt, das die türkisen herbeireden wollten, als klar war, dass die übergangsregierung von bastis gnaden es wohl nicht lange machen würde.

aber weit verfehlt, wer jetzt glaubt, es wäre „aufgeräumt“.

das land steht in einem sumpf voller korruption und schmierentheater, doch es hat nur wenige stunden gedauert, bis der regie der wahnsinnigen gelungen war, was kaum möglich war:

nicht jene, die land und schätze des landes um der eigenen macht willen verkaufen wollten, sind die täter, sondern jene, die die täter in flagranti filmten oder das material veröffentlichten.

für das storytelling ideal: sowohl schauplatz, vermeintliche herkunft der „bist du deppert, is de schoaf“-oligarchin, als auch die erstveröffentlichenden redaktionen (mit ausnahme des gottseibeiuns florian klenk) kommen aus dem „ausland“. also ist alles eine verschwörung des auslands, in der regie eines juden namens silberstein und schon passt alles in die braune wuchtel, neudeutsch fake news.

die „lückenlose aufklärung“ von ibiza klingt immer mehr nach „wer hat die kameras hingestellt“ oder „wer hat das verbreitet“ und nicht mehr nach „wie konnte strache derartiges überhaupt sagen, wie konnte er wasser, presse und demokratie unseres landes in eine illegale „will haben“ stellen?“

noch ein täter bleibt ungestraft: sebastian k. ist genau jener, der es zu verantworten hat, dass die schwülheissen wodka-rauch-gespräche nicht die phantasie von möchtegern-machthabern war, sebastian k. himself hat dafür gesorgt, dass der h c als vizekanzler in voller peinlichkeit getroffen wurde. erst dadurch wurde aus dem politskandal eine regierungskrise.

aber eben dieser sebastian k. erdreistet sich doch glatt, zu drohen: unser weg hat erst begonnen.

der messias für alljene, die immer noch an einen anständigen nationalismus, an einen sauberen rassismus und eine elegante ausländerfeindlichkeit glauben wollen, findet zustimmung. sehr viel zustimmung.

der messias wird glauben machen wollen, dass er mindestens so grausam mit den „eindringlingen“ umgehen kann wie kickl und co., mindestens so schnell deportieren lässt, um der xenophoben lust zu fröhnen, wie die braunblauen.

der messias braucht die liederbuch singenden, schlagenden schmissbrüder und hitler-sehnsucht-habenden nicht mehr, denn er kann allein alles, was notwendig ist, um dem dunklen schatten auf österreichs seele zu gefallen.

es wird ein riesen stück arbeit sein, diese märchen vom lieblingsschwiegersohn zu entlarven. es wird ein noch grösseres stück arbeit sein, dem nlp-bot sebastian k. argumentativ beizukommen.

das grösste stück arbeit wäre es, den wähler*innen klar zu machen, dass jede „feindlichkeit“ anderen gegenüber zwar kurzfristig verlockend sein mag, aber sich letztlich dann gegen uns alle dreht. dafür wird die zeit bis herbst aber viel zu kurz sein.

zu kurz. nichts ist gut.

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dieser beitrag wurde in ähnlicher form am 23.8.2019 auf DERSTANDARD.at veröffentlicht.
bild: kremlin.ru cc by remixed by bernhard jenny cc by

frieden sieht anders aus.

friedensbewegung? war da mal was? es gab sie einmal. aber wo ist sie hin? vielleicht hat sie die bewegung aufgegeben, der frieden ist dann irgendwo geblieben. nur nicht im hier und jetzt.

friedensbewegung? ist das eine nostalgie? erinnerung an die märsche, an die demos, an die menschenketten? schon ein fall für den geschichtsunterricht? spurlos im hier und jetzt.

friedensbewegung? eine naive veranstaltung der hippies von damals? make love not war. bilder aus einer anderen welt. sicher nicht im hier und jetzt.

schaffen die kriegstreiber*innen, aufrüster*innen, truppenkommandant*innen, verteidigungsexpert*innen die zeitreise zurück in einen neuen kalten krieg?. weil es wiedermal um das geschäft geht, um den profit über leichen, über waffen und über bedrohung. kommt ein neues wettrüsten auf uns zu? werden wir von facebook-algorithmen in die feindbilderflut gezogen um unsere wut dann gegen alles aufzubringen, was uns eigentlich heilig sein sollte?

wo ist heute eine friedensbewegung? weggeschlafen? aufgelöst? verbürgerlicht? normalisiert?

was war es damals für ein aufatmen, das scheinbar umfasende frei werden von zäunen, todeszonen, mauern, atomraketen, roten telefonen, feindbildern? haben wir das vergessen? haben wir es den jungen nicht gesagt?

sie könnten es schaffen, die kriegstreiber*innen. weil sie uns lang genug das hirn zugeschüttet haben. die grossen massen reagieren wie ferngesteuert via facebook, whatsapp und instagram. trump, duterte und bolsonaro surfen gekonnt auf der welle des digitalen hasses. und bestätigen ihre macht durch unmenschlichkeit. diese wird gerne zugelassen, solange genügend menschen glauben, dass die brachialmacht ohnehin nur gegen „die anderen“, also nicht „gegen mich“ wirksam wird. gehts allen anderen schlechter als mir, dann geht es mir gut. so scheint die logik zu sein.

diesmal braucht das kanonenfutter nichteinmal mehr aus dem wohnzimmersofa aufzustehen. zwischen chips und rotem bullensaft könnte schon mal ein weltkrieg ausbrechen. bedrohung heisst die grundstimmung. aber das macht die masse nur willfähriger, einfacher steuerbar und für simple feindbilder empfänglich.

was kann frieden? brennt er warm in den kerzen der adventmärkte? hält er stand, auch wenn anschläge passieren? was treibt unfrieden, was treibt frieden an?

ein heilsamer zustand soll er sein der frieden. der ist allerdings nur denkbar, wenn es gerechtigkeit gibt. und gerechtigkeit? ist wohl etwas, das erst dann verwirklicht werden wird, wenn die gesamte weltbevölkerung den artikel 1 der menschenrechte verinnerlicht hat – und danach lebt:

„alle menschen sind frei und gleich an würde und rechten geboren. sie sind mit vernunft und gewissen begabt und sollen einander im geist der geschwisterlichkeit begegnen.“

das setzt einen umbruch voraus, der aus heutiger sicht kaum vorstellbar ist. das weltumspannende system des kapitalismus müsste beendet werden, die externalisierung der schäden, kosten und zerstörung, die unseren reichtum in der festung erst möglich machen, beendet sein.

die kriegslinien und hasslinien, die ausbeutung und zerstörung absichern, verlaufen inzwischen weltweit mitten durch unsere gesellschaften hindurch. während „draussen“ gestorben und untergangen wird, werden „drinnen“ feindbilder abgefeiert. jene, die von den schlimmsten auswirkungen in die flucht getrieben werden, müssen vor den mauern der festung europa ertrinken oder gleich in ihrer heimat draufgehen.

ungerechtigkeit und armut sind nicht nur die folgen, sondern auch die antriebsmotoren unseres kapitalistischen systems, das heissläuft.
frieden sieht anders aus.

 

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dieser blogpost ist ein beitrag zur blogparade #darumfrieden auf einladung des weltfriedensdienst e.v.

foto: vertigogen adapted by bernhard jenny cc licence by nc sa

opposition oder widerstand?

allerorts das bedauern über das fehlen einer opposition. da und dort scheint sie sich mit sich selbst zu beschäftigen, gegen sich selbst zu intrigieren oder gar sich aufzulösen. grosse namen einer reihe durchaus kluger menschen haben mehr oder weniger freiwillig die bühne verlassen (müssen), manche sind wieder mit halbem fuss zurück, aber wirklich echte opposition? wo ist sie?

vielleicht liegt es auch daran, dass es in zeiten, wo rechtsextreme und schmissbrüder höchste ämter im staat innehaben, es längst nicht mehr um opposition gehen kann.

opposition ist das logische gegenstück zu einer regierenden gruppe oder partei – im demokratiepolitischen kontext. also immer dann, wenn der gesellschaftliche diskurs auch wirklich ein solcher ist, ausgewogen und fair.

in zeiten der demokratiezerstörenden aktivitäten mit offenem rassismus, blühendem fremdenhass, aggressiver frauenfeindlichkeit, zerstörerischer aufkündigung aller sozialen sicherheiten und einschränkung von presse- und meinungsfreiheit ist opposition nicht das adäquate mittel.

da ist widerstand angesagt.

klingt leicht, ist aber nicht einfach. opposition oder demokratiepolitische diskurse haben wir erlernt, damit sind wir gross geworden. das macht quasi das wesen unserer politischen entwicklung aus.

aber widerstand? den kennen wir aus geschichtsbüchern und filmen, aus berichten von fernen ländern, den hat es in unserer lebenswirklichkeit noch nicht gegeben. zumindest nicht in der nun gefragten form. ein atomkraftwerk oder eine hainburg-au ist längst nicht mit jener herausforderung zu vergleichen wie jene, vor der wir jetzt stehen. jetzt geht es um die gesamtstruktur unserer gesellschaft und um das wertesystem, um menschenrechte, um diversität, um emanzipation und soziale gerechtigkeit in einer ökologisch gefährdeten welt. es geht um nicht weniger, als darum, ob turbokapitalismus ungehindert in eine diktatorische zerstörung der grundordnung und eine spaltung in kleine reiche eliten und grosse arme massen überführen darf. mit der fokusfalle auf die migration sollen wir übersehen, dass uns das eigene leben und das unserer kinder und kindeskinder ganz beiläufig geraubt wird. wir müssen uns bewusst machen, was widerstand wirklich bedeutet. und daraus logische schlüsse ziehen.

wonach schreit die aktuelle lage?
was hat die aktuelle regierung verdient?
opposition oder widerstand?

panamapapers erschreckend? gooooooooooool!

Barcelona vs Raja Club Athletic en Tanger

mag sein. aber nicht wirklich.

sind es wirklich eine #breakingnews, dass treuhänderkanzlein und banken einfach alles geld von a nach b scheffeln, wenn sie nur entsprechend beteiligt sind?

ist es wirklich neu, dass mit genau diesem geld aus menschen-, waffen- und drogenhandel die macht der mächtigen einzementiert und gesichert wird, die dann wiederum menschen-, waffen- und drogenhandel dazu nutzen, um die profite ins endlose zu steigern?

kann es noch irgendjemanden überraschen, dass es nicht nur die „üblichen verdächtigen“ aus der schon offiziell als „kriminell“ bezeichnete szene sind, die da kräftig geld scheffeln, sondern eben auch die „üblichen verdächtigen“ – weil eben nur scheinbar – sauberen?

kann das ausmass der daten, das ausmass des geldes und die weltweite vernetzung uns in staunen versetzen?

gestern war wohl eher das überraschendste, dass sich der ORF in einer solchen aktion mit dem FALTER koordiniert, wohl in der hoffnung, hier den überdrüberhype des aufdeckungsjournalismus landen zu können.

das wars aber auch schon. soundsoviel millionen dokumente, soundsoviel terrabyte daten. so what.

dort oder da wird ein bauernopfer gefunden werden, dort oder da werden vielleicht konsequenzen gezogen. scheinbar.

niemand glaubt, dass durch solche enthüllungen der kapitalismus sein morden beenden wird. bei aller aufdeckung von details. es ist letztlich das „business as usual“, in dem alle mehr oder weniger stecken.

georg schramm zitiert seit jahren in seinen programmen den grossinvestor warren buffet, der den zentralen konflikt unserer zeiten unverblümt als „krieg reich gegen arm“ bezeichnet und dazu sagt: „meine klasse, die klasse der reichen, hat diesen krieg angefangen, und sie wird ihn auch gewinnen.“

wir können uns entsetzt geben und uns ekelnd abwenden. wir können verbote und strafen fordern. die wirklich mächtigen wird es nicht einmal einen lacher entlocken. dazu ist das gesamte system viel zu gut abgesichert. eine welt ohne menschen-, waffen- und drogenhandel wäre eine welt ohne prostitution, krieg, armut und krankheit. von einer solchen welt träumen viele. aber sie wäre eine welt der gleichen chancen und der gleichen nutzen. wenn alle aber gleich viel haben, funktioniert die macht nicht mehr. und die geben jene, die sie haben niemals freiwillig her.

wer noch einen beweis gebraucht hat, wie die schmutzigen geschäfte funktionieren, dass tod und elend an tischen verursacht werden, wo die verhandler in feinstem tuch gekleidet sind und sich niemals ihre eigenen hände schmutzig machen, hat gestern einen solchen beweis bekommen.

wenn daraus aber nicht die notwendigkeit des handelns abgeleitet wird, die unverzichtbarkeit eines systemwechsels, dann wird letztlich alles beim alten bleiben. solange es so bequem ist für uns. spätestens beim 500sten tor von lionel messi ist alles wieder in ordnung. shit happens, aber was solls.

panamapapers erschreckend? gooooooooooool!

 

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foto: pedrito guzman cc licence by sa