die botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der glaube.

peter sellars und alexander van der bellen sind sich gestern mit helga rabl-stadler einig: die welt kann so nicht weitertun, das system verlangt grundsätzliche veränderung.

Wir müssen dringend die Strukturen des Kapitalismus und des internationalen Bankensystems hinterfragen und eine breit aufgestellte politische und soziale Gerechtigkeit schaffen. (…) Einer der vielleicht wesentlichsten Schritte im Kampf gegen den Klimawandel ist weltweite Bildung und die Stärkung der Position der Frau. Frauen stellen die Mehrheit der Kleinbauern, und es sind Frauen, die weltweit Tag für Tag Entscheidungen über die Nutzung der natürlichen Ressourcen wie Wasser, Lebensmittel und Brennstoffe treffen und die durch verantwortungsvollen Umgang für Nachhaltigkeit sorgen. Frauen sollen gleichgestellt und als Partner auf Augenhöhe die Möglichkeit haben, selbstbestimmt zu entscheiden, ob und wann sie Kinder bekommen. (quelle)

es wäre (zu) einfach, nun die sponsorenliste entgegenzustellen und klingende markennamen wie audi, siemens, rolex, nestlé, swarovski, roche etc. aufzulisten, um die von sellars beschworene hinterfragung der strukturen des kapitalismus in den eigenen festspielgebahrungen – sagen wir – kritisch zu beleuchten.

die situation ist nicht neu: die upperclass hat sich schon immer darin gefallen, sich als „in wirklichkeit viel humaner“ feiern und darstellen zu lassen, als dies allzu kritische stimmen immer wieder auch anklingen lassen. und es mag sein, dass die kritischen stimmen mitunter auch nicht immer den richtigen weg gefunden haben, einen wirklich ernsthaften diskurs zu führen (zu erzwingen?) und damit eine gesamtgesellschaftliche veränderung anzudenken.

die „andere“ seite, also die des kapitals und der systemmacht, weiss sich sehr wohl zu wehren. der globalisierungskritiker jean ziegler wurde schon mal vor acht jahren ausgeladen, weil ihm schnell mal eine nähe zu einem diktator unterstellt wurde, damit den sponsoren keine allzu heftige rede entgegenschlägt.

ist das nun wirklich anders geworden? haben greta thunberg und andere den diskurs so nachhaltig verändert? ist es wirklich mehr als eine schicke attitüde der elite, wenn sie nun peter sellars frenetisch applaudiert?

nimmt die upperclass alexander van der bellen ernst, wenn er die abkehr von nationalismen und populismen fordert und ein offenes und solidarisches europa als einzig möglichen weg beschwört?

peter sellars ist gerade mal ein jahr jünger als ich, aber ich bin geneigt zu sagen: aufgrund meine alters und der zahlreichen lippenbekenntnisse, festtagsreden bis hin zu grabreden ist es leider meine erfahrung, dass sich von dem, was da immer wieder angehimmelt und gepriesen wird, nichts bis gar nichts einstellt. zu abgesichert, zu starr, zu betoniert ist der kapitalismus. die profiteure denken nicht im mindesten daran, sich ihr gewinnspiel abzuschaffen. warum denn. sie fahren bestens damit.

ich möchte peter sellars auch keinen naivling schimpfen, im gegenteil: ich glaube ihm nach seiner flammenden rede jedes wort, ich nehme ihm ab, dass er wirklich für eine neue ära auf dieser einen welt brennt. er wollte keine pseudorede halten, sondern meint das gesagte wirklich so.

mit wohligem schaudern oder vielleicht nicht einmal das werden die systemerhaltenden das spektakel geniessen. längst gehört es zum understatement, so zu tun, als wären wir alle in ein und der selben welt.

spaltung, entsolidarisierung, nationalismus, grenzen und mauern, bankenrettung statt menschenrettung, ertrinken und verhungern lassen statt augenhöhe für alle – das alles funktioniert als geschäftsmodell viel zu perfekt, als dass es sich hinterfragen lassen müsste.

peter sellars weiss genau, wer vor ihm in der felsenreitschule sitzt:

Unsere Generation war die Generation der Imperien und der Konsumgesellschaft. (quelle)

und er sagt weiter:

Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Generation von engagierten, schöpferischen, fürsorgenden jungen Menschen willkommen zu heißen. (quelle)

möge er recht behalten.

vor einer woche standen wir noch mitten in den slums von nairobi. mit diesen bildern im kopf kann ich angesichts der festspielrede nur mit goethe antworten:

die botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der glaube.

 

__________
quelle der zitate © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2019

foto: @salzburger festspiele | anne zeuner

dieser beitrag ist in leicht abgeänderter form auch auf derstandard.at am 30.7.2019 erschienen.

nairobi ist für uns ein brennpunkt mit folgen.

wir haben eine reise hinter uns. eine für uns selbst überraschend eingetretene. morgen vor zwei wochen erreichte uns ein hilferuf aus vorarlberg.

eine heute 37 jährige somalische frau, die mit 4 jahren in das grösste flüchtlingslager der welt, dadaab in kenia, gekommen war – nachdem sie ihre gesamte familie verloren hatte – und dort aufgewachsen ist und mutter von sechs kinder wurde, ist nach einer einjährigen flucht über libyen – mit allen schrecken, die eine solche flucht für eine frau bedeuten – 2017 nach vorarlberg gekommen. sie wird dort vom verein vindex betreut und arbeitet bereits in sozialen einrichtungen.

vor einiger zeit hat sie einen positiven bescheid und aufenthalt bekommen und seither versuchte sie verzweifelt, ihre sechs kinder und ihren mann im rahmen der familienzusammenführung nach österreich zu holen. das war alles andere als einfach, die fremdenbehörde schenkte den vorgelegten unhcr-geburtsurkunden und der heiratsurkunde keinen glauben. nun konnte die mutterschaft für die sechs kinder über DNA-tests eindeutig belegt werden, daher dürfen die kinder (im alter von 12 bis 4) nun nach österreich kommen, der ehemann und ziehvater der kinder aber vorerst nicht, da die heirat angezweifelt wird.

die mutter konnte ihre kinder nicht selbst abholen. daher hat der betreuende verein vindex dringend freiwillige als begleitung gesucht, der/die bereit ist mit 6 kindern von nairobi nach frankfurt zu fliegen.

cristina und ich sind also vor mehr als einer woche nach nairobi geflogen, haben dort mit ali wajid 5 unvergessliche tage verbringen dürfen und dabei auch den kontakt zu den 6 kindern aufgebaut, damit sie uns schon kennen, wenn sie das erste mal in ihrem leben in ein flugzeug steigen.

was uns im zuge dieser reise begegnet ist, welche erlebnisse wir hatten und was das alles in uns auslöst, das würde hier den rahmen des artikels sprengen. in den kommenden tagen und wochen werden wir versuchen, einzelne aspekte zu beleuchten.

kenia nairobi IMG_9850

soviel sei aber jetzt schon klar gestellt:

ali wajid
das wiedersehen mit ali, die vielen gespräche und unternehmungen, diese fünf tage gemeinsam in nairobi waren ein ganz besonderes geschenk. ali wajid bereitet sich intensiv auf seine rückkehr nach salzburg vor und in der österreichischen botschaft haben wir die notwendigen schritte dorthin definieren können. das alles müssen wir nun step by step erledigen. während der restlichen zeit in kenia, aber auch danach in österreich wird ali weiterhin auf intensive unterstützung von uns allen angewiesen sein!

cristina colombo kenia nairobi IMG_9968.jpg

panairobi
das von der salzburgerin susi kerschbaumer gegründete strassenkinderprojekt panairobi leistet wertvolle arbeit in einem der grössten slums nairobis, in mathare. über dieses projekt berichten wir auch noch genauer in den nächsten tagen und wochen.

die sechs somalischen kinder
als die mutter am frankfurter flughafen ihre kinder nach drei jahren endlich wieder in ihre arme schliessen konnte, waren wir alle von diesem einmaligen moment überwältigt. eva fahlbusch vom verein vindex und ihre helferin wussten in diesem moment wie auch cristina und ich: es ist geglückt, die kinder wieder mit ihrer mutter zu vereinen. die seligen blicke, die strahlenden gesichter werden wir niemals vergessen.

cristina colombo kenia nairobi IMG_9990

die eine welt
stärkere kontraste als jene, die wir in der vergangenen woche in nairobi gesehen haben, sind kaum vorstellbar: idyllisch schöne landschaften und grosszügige weite in faszinierender natur in den vorstadtvierteln, pulsierende grosstadt mit einem unpackbaren – aber auch faszinierendem – verkehrschaos, das taxiffahrer zur anweisung an ausländische fahrgäste „don´t look the traffic“ veranlasst und eine erschütternde armut in den slums, in welchen mehr als 60% der bevölkerung leben. dass das alles mit uns zu tun hat, wollen wir verdrängen, ist aber spätestens dann, wenn du mitten in dem drama stehst, nicht mehr übersehbar.

cristina colombo kenia nairobi IMG_0219.jpg

wir sind erst am sortieren unserer gefühle. und ja, es treibt uns manchmal die tränen in die augen, wenn wir uns an so manche szene nackter armut in den slums erinnern. wir sind dankbar für die gelegenheit, bei der familienzusammenführung von sechs kindern und ihrer mutter einen beitrag leisten zu können. und wir sind froh, ali eine woche lang als feinfühligen begleiter durch nairobi erlebt zu haben.

diese reise verändert uns.
wie, das wissen wir noch nicht.
aber wir haben noch viel aufzuarbeiten.

nairobi ist für uns ein brennpunkt mit folgen.

_______________
fotos: cristina colombo (4), austin waziru (1)
cc by nc

___________________
frühere artikel über ali wajid
_______________________

dass wir ali wajid 5 monate in kenia unterstützen konnten, ist den zahlreichen spenden zu verdanken, den vielen kleinen und den grossen. jede spende hilft. danke!

deshalb bitten wir wieder um spenden auf das konto

spendenkonto HILFE FÜR ALI

AT21 5500 0111 0002 7228

 

aufruf spenden ali wajid neu

blosse „verwaltung“ hat für manche schlimmste folgen.

auf meinen offenen brief an bundeskanzlerin dr. brigitte bierlein habe ich antwort erhalten. immerhin. aber. letztlich ist das schreiben einer hofrätin im namen der bundeskanzlerin eine absage an konkretes politisches handeln.

am beginn sehr höflich:

Im Namen von Bundeskanzlerin Dr. Brigitte Bierlein danken wir für Ihre Stellungnahme, die wir mit Interesse gelesen haben. Wir möchten unsere Wertschätzung für Ihr humanitäres Engagement aussprechen.

doch dann:

Hinsichtlich Ihrer Ausführungen ersuchen wir um Verständnis, dass jene Stellen, denen die Entscheidungen in asyl- und fremdenrechtlichen Angelegenheiten obliegen, nicht dem direkten Zugriff der Frau Bundeskanzlerin unterliegen. In diesem Bereich besteht eine umfassende Vollzugskompetenz des Bundesministeriums für Inneres und von dessen nachgeordneten Organisationseinheiten sowie eine Entscheidungs- bzw. Prüfungskompetenz der Gerichtshöfe des öffentlichen Rechts, die entsprechend ihrer verfassungsmäßigen Rolle als unabhängige und weisungsfreie Gerichte entscheiden.

die gerichtshofpräsidentin bierlein als oberste richterin hatte also eine politischere position in sachen abschiebungen von lehrlingen, als nun die bundeskanzlerin bierlein. im august des vorjahrs bezog sie in einem beruf, der selten politische positionierungen erlaubt, klar stellung. im juli 2019 lässt sie als bundeskanzlerin eine zurückhaltende position ausrichten und verweist an das innenministerium, wie wenn dieses nicht in ihre gesamtzuständigkeit als regierungschefin fallen würde.

damit mag sie typisch österreichisch agieren, nur nicht anecken, nur nicht kante zeigen, alles im „bisserl“ und „schaumamal“ verschwimmen zu lassen.

die betroffenen, die nach wie vor von ihren lehrplätzen, aus ihrer ausbildung oder ihren unterkünften geholt werden und nicht selten in lebensgefährliche länder deportiert werden, haben von derartiger unklarheit nichts.

wenn die regierung bierlein den ernst der lage nicht erkennen will oder kann, dann ist das dramatisch. ja, diese regierung hat sich wohltuend von den hetzerein und spaltereien in türkisblau und braun abgehoben. aber die lebensgefährlichen grausamkeiten nicht zu stoppen und weiterhin auf zerstörung mühsam aufgebauter existenzen zu setzen, nur halt ohne propagandagetöse, ist nicht minder destruktiv.

die verwaltende fortschreibung der destruktion ist jeden tag, jede woche, jedes monat zu lang. hier einfach „durchzutauchen“ ist zwar möglich, aber nicht akzeptabel. die zukunft unserer gesellschaft wird nicht grösser, wenn wir sie anderen wegnehmen. wir schaden uns selbst und anderen.

blosse „verwaltung“ hat für manche schlimmste folgen.

 

__________________

foto: © BKA/Andy Wenzel

offener brief an bundeskanzlerin bierlein

sehr geehrte frau bundeskanzlerin dr. brigitte bierlein!

die derzeitige politische situation in unserem land ist mehr als ein blosses interregnum der vernunft. es ist ein zeitfenster, das eine politisch verantwortliche arbeit einer „regierung nach der hetze“ ermöglicht. diese regierung kann zeigen, dass spaltung und verunglimpfung nicht zum werkzeug einer verantwortungsvollen politik gehören.

für ihre arbeit in diesem sinne bin ich ihnen dankbar!

erlauben sie mir ein brennendes thema vorzubringen:

ali wajid aus pakistan war asylwerber und lehrling in salzburg. er sorgte selbst für sein einkommen und sollte dennoch vor mehr als einem jahr abgeschoben werden. auslöser waren bilder von ihm in der presse, die ihn an seinem arbeitsplatz zeigten. wohlmeinende journalist*innen berichteten damals, dass aus den verhandlungen zur bildung der neuen landesregierung in salzburg durchgesickert war, landeshauptmann wilfried haslauer hätte sich gegen die abschiebung von lehrlingen positioniert. das war für herbert kickl der anlass, die sichtbare symbolfigur ali wajid abschieben zu lassen.

ali wajid hat ein monat „gelindere mittel“ (mai 2018), sieben monate kirchenasyl (juli 18 bis jänner 19) und inzwischen schon wieder mehr als fünf monate in nairobi, kenia (seit februar 19) hinter sich. er hofft immer noch auf einen positiven ausgang, der sich nun in form eines studienplatzes in salzburg auftun kann.

die dramatische geschichte der verfolgung eines einzelnen jungen menschen zeigt, welche unmenschlichen und verletzenden auswirkungen eine hetzpolitik und verfolgung junger, bestintegrierter menschen hat.

sie haben vergangenes jahr deutliche worte gegen die abschiebung von lehrlingen gefunden und haben heuer für ihre regierung den anspruch formuliert, immer dann aktiv zu werden, wenn schaden vom land abgewendet werden muss.

die verfolgung von lehrlingen und schüler*innen, von bestintegrierten einzelpersonen oder familien fügt uns allen schaden zu.

unsere zukunft wird nicht grösser, wenn wir sie anderen wegnehmen.

ich bitte sie daher, abschiebungen zu stoppen, insbesondere von lehrlingen und schüler*innen und bereits gut integrierten menschen.

weiters bitte ich sie, jede abschiebung in länder, in denen keine sicherheit herrscht zu stoppen. länder wie afghanistan u.a. sind unter keinen umständen als sichere drittländer zu bezeichnen, abschiebungen dort hin bedeuten konkrete lebensgefahr.

was das bedeutet, für die betroffenen, aber auch für die helfer*innen, musste ich im jänner am eigenen leib spüren. fünf tage lang haben meine frau und ich praktisch nicht geschlafen, weltweit mussten wir eventuelle möglichkeiten sondieren. das messer der bedrohung im rücken war spürbar und erschüttert uns bis heute.

herbert kickl veranlasste die verhaftung am 31.5.2018. durch verhandlungen ist es mir gelungen, „gelindere mittel“ zu erreichen, ali wajid musste sich alle 48 stunden bei der polizei melden. dann folgte am 1.7.2018 die aufforderung sich in schwechat einzufinden. seit 3.juli 2018 bis 24.jänner 2019 war dann ali wajid im kirchenasyl in der erzabtei st.peter, das ihm erzbischof lackner und erzabt korbinian birnbacher angeboten hatten.

am 24.1.2019 wurde dann ali wajid entgegen den zusagen des BFA und entgegen der bescheidlage bei einem polizeitermin festgenommen und in schubhaft nach wien verbracht.

inoffiziell wurde uns eine „galgenfrist“ angeboten, innerhalb der wir eine „freiwillige“ ausreise in ein sicheres drittland organisieren mussten, um die tatsächlich lebensgefährliche abschiebung nach pakistan im letzten moment zu verhindern.

am 31.1.2019 ist ali wajid mit dem flüchtlingspfarrer alois dürlinger nach kenia ausgereist, wo er nun inzwischen schon mehr als 5 monate mit unterstützung von zahlreichen spender*innen in nairobi lebt und seine hoffnungen auf die erlangung einer studienberechtigung in salzburg setzt. unter den unterstützer*innen ist auch die ehemalige landesrätin doraja eberle.

inzwischen liegen alle erforderliche papiere zur erlangung eines studienplatzes in der österreichischen botschaft in islamabad. wir hoffen auf zeitnahe beglaubigung der dokumente, damit ali wajid im herbst mit seinem studium PPÖ (philosophie, politikwissenschaft, ökonomie) in salzburg beginnen kann.

ich GLAUBE an eine gesellschaft ohne hetze!
ich HOFFE auf eine gesellschaft der vernunft und solidarität!
ich werde es LIEBEN, wenn ALI WAJID das symbolische gesicht für diese neue gesellschaft wird!

bitte, ermöglichen sie die öffnung von wegen hin zu einer „gesellschaft nach der hetze“ und stoppen sie die verfolgungen und abschiebungen!

mit besorgten grüssen

bernhard jenny

_________
foto: Manfred Werner – Tsuicc by sa

___________________
frühere artikel über ali wajid
_______________________

dass wir ali wajid 5 monate in kenia unterstützen konnten, ist den zahlreichen spenden zu verdanken, den vielen kleinen und den grossen. jede spende hilft. danke!

deshalb bitten wir wieder um spenden auf das konto

spendenkonto HILFE FÜR ALI

AT21 5500 0111 0002 7228

 

aufruf spenden ali wajid neu

heute genau vor 1 jahr: ali wajid wird aus dem kirchenasyl geholt

der 6.7.2018 wird mir immer in erinnerung bleiben:

mein mobiltelefon läutet. erzabt korbinian birnbacher klingt alarmiert, er hätte schon seit längerer zeit versucht mich zu erreichen, aber ich wäre nicht erreichbar gewesen. (zufall?) die polizei stünde in der pforte und bestehe darauf, ali mitzunehmen.

es ist der letzte schultag, verregnet, entsprechendes verkehrchaos. dennoch erreiche ich relativ schnell das kloster st.peter, nicht ohne auf dem weg über facebook einen aufruf zu starten, dass wir möglichst viele solidarische menschen beim kloster brauchen. auch die presse wird über mittelspersonen informiert.

als ich in der pforte eintreffe sind dort erzabt korbinian und drei polizisten und eine polizistin der „schengenfahndung“. es ist jene einheit, die wie das BFA dem innenminister direkt unterstellt ist, die beamt*innen agieren unabhängig von der salzburger (bundes-)polizei.

ich erfahre von einem freundlichen beamten, dass es „nur darum geht, dass ali wajid zu einer einvernahme ins BFA kommen soll“, es gehe sicher nicht um eine schubhaft. ich misstraue dem natürlich. nach mehreren telefonaten mit dem rechtsanwalt, büro des landeshauptmanns und beratung mit erzabt korbinian erhalten wir – also der erzabt und ich – die verbindliche zusage aus dem BFA, dass ali wajid das büro des BFA wieder als „freier mann“ verlassen könne. erzabt korbinian und ich beschliessen, dieser zusage zu vertrauen.

wir vereinbaren mit den beamten eine ruhige und unaufgeregte vorgangsweise. auch wenn die beamt*innen ursprünglich ali wajid am liebsten direkt im innenbereich des klosters aufsuchen und von dort mitnehmen wollten, war es wohl die entschiedenheit des erzabts, die uns vereinbaren liess: ich gehe allein in den innenbereich des klosters, treffe mich dort mit ali, erkläre ihm in ruhe die situation und berichte ihm von der uns gegebenen garantie. dann kann ich gemeinsam mit ihm mit der polizei mitfahren.

ein weiterer vereinbarungspunkt: ali wajid ist psychisch ohnehin schon in einem ausnahmezustand, daher ist es wichtig, friedlich und unaufgeregt den vorgang abzuwickeln.

wir bekommen dazu eine zugage. die beamtin meinte „selbstverständlich alles in ruhe“.

ich gehe also in den innenbereich des klosters und begebe mich zur unterkunft von ali. er hat natürlich längst mitbekommen, dass es einen einsatz der polizei gibt und ist sehr verängstigt, was ich verstehe.

erst als ich ihm versichere, dass ich wirklich allein bin, öffnet er mir die türe. ich setze mich zu ihm und erkläre ihm die ausverhandelte situation. ich verspreche ihm, nicht von seiner seite zu weichen und berichte ihm, dass ein ruhiger ablauf versprochen wurde.

wir begeben uns also gemeinsam in die pforte, wo die beamt*innen und erzabt korbinian warten. inzwischen ist auch eine journalistin in der pforte eingetroffen. kaum betritt ali den raum bewegt sich plötzlich jener beamte, der bis dahin wortlos im hintergrund gestanden war, schnellen schrittes auf ali zu, greift seinen körper von oben bis unten ab und schreit ihn dann in absolut übertriebener lautstärke an: „sie sind festgenommen! verstehen sie das?“

erzabt korbinian und ich verstehen die welt nicht, hatten wir doch gerade ruhiges vorgehen vereinbart! „was soll das?“ brach es aus uns beiden zeitgleich heraus und die bis dahin freundliche polizistin meinte nur, das wäre „alles routine“.

„wieso festnahme?“ „das ist nur, damit er auf der fahrt versichert ist.“ polizeifremde personen seien auf einer fahrt im polizeiauto nur dann versichert, wenn sie festgenommen wären.

es war offensichtlich, dass ali durch diese grobe vorgangsweise geschockt war. das war ja auch wohl das ziel des beamten.

die anwesende jounalistin fotografiert die perlustrierung, daraufhin wird sie umgehend von mehreren beamten angeschrien, sie solle das gefälligst unterlassen und die gemachten bilder wieder löschen. ob sie dem folge leistete, ist nicht überliefert.

ich teile den beamt*innen mit, dass ich als vertrauensperson mitfahre. mir wurde erklärt, dass das nicht ginge und ich selbst sehen solle, wie ich ins BFA komme, aber dann erklären sie sich doch noch bereit, mich mitzunehmen, aber im zweiten auto. ich verlange neuerlich die garantie, dass die fahrt zum büro des BFA an der staatsgrenze gemeinsam stattfinden müsse und bitte keine plötzlichen umleitungen die beiden fahrzeuge trennen dürften. das sichert man mir zu.

wir verlassen also das klostergebäude und gehen in den öffentlichen innenhof, wo die polzeiautos stehen. dort stehen einige aktivist*innen und journalist*innen von zeitung und fernsehen. das macht die beamt*innen sichtlich wütend, einer ruft mir zu „ist das ihr dank dafür, dass wir mit ihnen überhaupt verhandeln?“ er läuft auf die wartenden zu uns belehrt sie, dass keine bilder des einsatzes an die öffentlichkeit gelangen dürften. (was so nicht stimmt. aber das wissen die journalist*innen ohnehin und machen in den aufnahmen die gesichter der beamt*innen unkenntlich, ohne aber auf den bericht selbst zu verzichten.)

ali muss in den ersten zivilwagen der schengenfahndung steigen, ich muss in den zweiten, ein beamter (jener der die „festnahme“ gebrüllt hatte) fährt, ein anderer nimmt neben mir auf der rückbank platz. als wir an den kameras der presse vorbei den klosterhof verlassen schimpft nocheinmal der beamte „ist das der dank? sie mobiliseren da presse und öffentlichkeit? ist das wirklich ihr dank?“ (da ich nicht festgenommen war, war ich auf dieser fahrt unversichert?)

der andere beamte neben mir klingt freundlicher. „sie müssen verstehen, wir machen nur unsere arbeit, wir machen das, was unsere aufgabe ist, was uns befohlen wird.“ ich entgegne: „ich mach nur das, was ich für richtig und wichtig halte und ich wehre mich gegen abschiebungen – so wie sie ali droht.“ da kann der fahrende beamte nicht mehr, es bricht aus ihm heraus: „ihr werdet schon noch sehen, wohin das führt! wenn ihr das schafft, dass der damit durchkommt, dann werden sich schnell mal die kirchen mit tausenden füllen, die auch nicht abgeschoben werden wollen, und dann? ist es das was ihr wollt?“ ich entgegne: „wenn sich die kirchen mit tausenden schutzsuchenden füllen, dann ist das ein thema, mit dem zuallererst die kirchen umzugehen haben, oder?“ „die wollen aber dann alle dableiben!“ „möglich, dennoch bin ich gegen abschiebungen.“

die polizei beobachtet selbstverständlich genau jede meldung auf facebook und twitter. so auch während dieses einsatzes.

im BFA eingelangt werden ali und ich in einen vernehmungsraum geführt, wo ein fest entschlossener beamter bereits auf uns vorbereitet ist. er hat kamera und stempelkissen bereit und stellt ali drei fragen:
„ich gebe ihnen hier ein formular, das sie auszufüllen haben, es geht um die feststellung ihrer identität und die frage, ob ali oder wajid ihr nachname ist.“ das formular wäre ein antrag auf ersatzreisepapiere gewesen, um die abschiebung zu erleichtern. deshalb sagt ali, dass er das nicht unterzeichnen möchte. dann fragte der beamte: „ich würde gerne ein foto von ihnen machen, sind sie damit einverstanden?“ ali verneinte wieder. „ich habe hier alles vorbereitet um von ihnen fingerabdrücke zu nehmen, sind sie damit einverstanden?“ ali verneint zum dritten mal.

ali wajid hätte jenes formular ausfüllen sollen, das er schon vor wochen vorgelegt bekommen hatte und auf anraten des anwaltes aber nicht mitwirkte. ebenso wollte das amt passfoto und fingerabdrücke um ersatzreisepapiere erstellen zu können, was ali wajid aus gründen auch nicht wollte.

der beamte verlässt beinahe wortlos den raum und gibt uns zu verstehen, dass wir zu warten haben.
nach einiger zeit kommt eine andere BFA-beamtin:
sie belehrt ali, dass die tatsache, dass er nicht nach schwechat gekommen wäre, wie es ihm der bescheid vom 1.7. befohlen hatte, strafbar sei. dafür fasste er auch eine geldstrafe von 100 € aus.

nun wird ihm neuerlich ein bescheid vorgelegt, der ihn wieder auffordert, nach schwechat zu kommen. eine nichtbefolgung würde wieder strafen nach sich ziehen.

die bescheide sind im übrigen alle teilweise falsch, wie schon die vorangehenen, da sie zu teilen in panjabi und anderen teilen in farsi übersetzt sind, letztere sprache kann ali nicht!

die anwesenheit einer dolmetscherin bei der belehrung durch die zweite beamtin wird zu einer farce, denn ali wajid versteht, spricht und schreibt bestens deutsch. dennoch lässt es sich die dolmetscherin nicht nehmen, zu übersetzen. dass ihr dabei ausgerechnet bei der übersetzung der offiziellen frist für das eintreffen in schwechat ein übersetzungsfehler passiert, macht ali wajid ungehalten. ihm fällt der fehler sofort auf, da er den deutschen text von der beamtin natürlich vollinhaltlich versteht. nach protesten von ali muss die dolmetscherin vor der einvernehmenden beamtin eingestehen, dass ihr tatsächlich ein fehler unterlaufen sei.

nicht auszudenken, wie oft derartige mangelhafte bescheide und unrichtige übersetzungen verfahrensrelevant sind und zu abschiebungen führen, aber nur deshalb nicht aufgedeckt werden, weil die betroffenen keine so grosse welle der unterstützung an ihrer seite haben.

nicht unerwähnt soll bleiben: nach der weigerung bei der erlangung von ersatzausreisepapieren mitzuwirken, müssen ali und ich ziemlich lange auf die andere beamtin mit dem neuen bescheid und die dolmetscherin warten.
in dieser zeit geht vor der geschlossenen türe des vernehmungsraumes wohl jene beamtin, die beim einsatz im kloster dabei war, lautstark telefonierend auf und ab, so dass wir es – ob wir wollten oder nicht – teilweise mitanhören müssen. vermutlich spricht die beamtin mit ihrem vorgesetzten im BFA salzburg oder im innenministerium:

„ich hab eh alles probiert, aber dann war auch schon der jenny und die presse da. da ist dann nichts mehr gegangen.“

kurze zeit später kann eine gruppe solidarischer menschen, die im BFA auf den ausgang der einvernahme warten, ali und mich begrüssen. wir kehren gemeinsam ins kloster zurück.

der erste versuch, ali aus dem kirchenasyl zu holen ist gescheitet.
heute genau vor 1 jahr.

 

___________________
frühere artikel über ali wajid
_______________________

dass wir ali wajid 5 monate in kenia unterstützen konnten, ist den zahlreichen spenden zu verdanken, den vielen kleinen und den grossen. jede spende hilft. danke!

deshalb bitten wir wieder um spenden auf das konto

spendenkonto HILFE FÜR ALI

AT21 5500 0111 0002 7228

 

aufruf spenden ali wajid neu

das pressegespräch zu ali wajid zum nachsehen

hier das pressegespräch in voller länge. wir haben pünktlich mit der übertragung begonnen, aber erst bei minute 08:00 beginnt das eigentliche gespräch.

alois dürlinger, flüchtlingspfarrer der erzdiözese salzburg
elisabeth mayer, präsidentin der katholischen aktion salzburg
bernhard jenny, menschenrechtsaktivist

sowie

josef mautner, geschäftsführer katholische aktion salzburg

die schriftlichen statements gibt es hier zum nachlesen.

___________________
frühere artikel über ali wajid
_______________________

dass wir ali wajid 5 monate in kenia unterstützen konnten, ist den zahlreichen spenden zu verdanken, den vielen kleinen und den grossen. jede spende hilft. danke!

deshalb bitten wir wieder um spenden auf das konto

spendenkonto HILFE FÜR ALI

AT21 5500 0111 0002 7228

aufruf spenden ali wajid neu

ali wajid soll das gesicht einer neuen gesellschaft werden

die statements im heutigen pressegespräch

(video in gesamtlänge hier)

STATEMENT BERNHARD JENNY

„Aufhorchen ließ sie mit dem Vorschlag, das Problem der Abschiebung von Lehrlingen gesetzlich zu lösen, aber nicht „auf der Asyl-Schiene“. Wenn das öffentliche Interesse gegeben sei, solle der Gesetzgeber diesen Menschen den Aufenthalt ermöglichen, aber nicht über die Asylgesetze. Erschüttert zeigte sich Bierlein darüber, dass noch immer Menschen im Mittelmeer ertrinken. Dass sie gerettet werden müssten, stehe außer Frage.“
(APA, 25.8.2018)

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein (damals Präsidentin des VGH)

ali wajid hat ein recht auf zukunft

hunderte lehrlinge und schüler*innen,
sowie einzelpersonen und familien haben ein recht auf zukunft.

die österreichische gesellschaft hat ein recht auf zukunft

unsere zukunft wird nicht grösser, indem wir sie anderen wegnehmen.

die hetze ist gescheitert, jetzt muss die vernunft einkehren!

spaltung, hohn und zynismus bis hin zur konkreten lebensbedrohung darf nie wieder zum politischen erfolgsrezept werden.

die sogenannte übergangsregierung ist in der pflicht.

denn, sie hat sich verpflichtet, überall aktiv zu werden, wo schaden abgewendet werden muss.

ich fordere bundeskanzlerin brigitte bierlein auf,
dem rechten wahnsinn ein ende zu setzen,
die verfolgung und gefährdung von bestintegrierten menschen
ein für alle mal zu beenden und
damit dem unsichtbaren kickl im system den platzverweis zu geben.

wer glaubt, über menschenleben demokratisch abstimmen zu müssen,
hat jede mitwirkung in einer adulten demokratie verwirkt.

die frohbotschaft heisst:
es gibt eine gesellschaft nach der hetze!

es gibt menschen mit haltung und würde.

wieviel absurdität in der verfolgung junger, bestintegrierter menschen steckt, erleben wir immer noch am beispiel von ali wajid.

ali wajid ist kein flüchtling mehr,
er ist ein freier mensch, der auf unterstützung angewiesen ist,
weil ihm die selbstversorgung verboten wurde.

ali wajid hat ein recht auf zukunft

ich GLAUBE an eine gesellschaft nach der hetze!

ich HOFFE auf eine gesellschaft der vernunft und solidarität!

ich werde es LIEBEN,
wenn ALI WAJID das symbolische gesicht für diese neue gesellschaft wird!

ali wajid 20190704 2

___________________________

STATEMENT ELISABETH MAYER
PRÄSIDENTIN DER KATHOLISCHEN AKTION SALZBURG

Die Katholische Aktion funktioniert als Lobby für das Ehrenamt und damit für die vielen Helfer*innen, die Schikanen ernten müssen statt Dankbarkeit zu bekommen, dafür, dass sie dem Land in einer herausfordernden Phase mit unglaublichem Engagement geholfen haben.

Ich freue mich, dass mit dem Wort „Kirchenasyl“ das Bewusstsein in der Gesellschaft verändert wird, es ist für mich ein „Signal mit lang anhaltendem Pfeifton“. Der Einsatz für Asylwerbende hat sehr viel mit der Grundhaltung des Christentums zu tun.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie eine Gesellschaft ohne Caritas, Diakonie und Pfarren aussehen würde.

Und ich bin dankbar für Ali, der für Menschen steht, die aus traumatischer Situation heraus neue Chancen ergreifen.

STATEMENT ALOIS DÜRLINGER
FLÜCHTLINGSPFARRER DER ERZDIÖZESE SALZBURG

Über die Einzelfälle hinaus bereitet mir das gesellschaftliche Klima grosse Sorge und der Grundwasserspiegel des noch Tragbaren, der in den vergangenen Jahren spürbar gesunken ist.

In diesem Klima werden auch kostbare Begriffe umgedeutet und beschmutzt, so z.B. das Wort „Willkommen“.

Die Frage, wer mein Nächster sei, wurde von Jesus im Beispiel des barmherzigen Samariters endgültig und verbindlich beantwortet: Wenn er vor mir steht, ist er mein Nächster – auch wenn er aus weiter Ferne kommt.

___________________________

alois dürlinger elisabeth mayer bernhard jenny IMG_3868_bearb

___________________________

7 monate kirchenasyl – 5 monate kenia – und jetzt?

ali wajid hat ein recht auf zukunft

ali wajid konnte sich der für ihn lebensbedrohlichen abschiebung nur durch schutzannahme entziehen. erzbischof lackner und erzabt korbinian birnbacher haben ihm das kirchenasyl am 3.7.2018 angeboten. sieben monate hat das kirchenasyl gehalten – auch gegen mehrfache versuche der „schengenfahndung“ und des BFA, ali aus dem kloster zu holen.

nur mit fiesen tricks (wie z.b. offene lüge dem anwalt gegenüber, missachtung eines gültigen bescheids, aufhebung des bescheids zeitgleich mit festnahme) ist es auf weisung des damaligen innenministers kickl dem BFA gelungen, ali wajid in schubhaft am 24.1.2019 zu verbringen.

inoffiziell wurde eine „galgenfrist“ für eine woche angeboten, innerhalb der wir ein drittland benennen sollten, in welches ali wajid reist. diese (letztlich dann auch noch um zwei tage verkürzte) galgenfrist war ein nervenaufreibendes spiel auf leben und tod. denn wir wussten, wenn ali wajid wirklich – wie ihm sadistische beamte in der schubhaft immer wieder ankündigten – „sowieso abgeschoben“ werden sollte, bedeutet dies für ihn konkrete lebensgefahr.

buchstäblich in letzter minute fiel dann die wahl auf kenia, welches in der kurzen zeit als einzige option übriggeblieben war.

am 31.1. ist ali wajid gemeinsam mit dem salzburger flüchtlingspfarrer alois dürlinger nach nairobi ausgereist, bis zuletzt streng bewacht wie ein schwerverbrecher. am 1.2. traf ali wajid in nairobi ein und ist seither ein freier mann. er ist kein asylwerber und kein flüchtling mehr.

inzwischen sind 5 monate vergangen, die ali wajid dank der grossen unterstützung durch zahlreiche private spender*innen in nairobi leben kann. er suchte sich so schnell wie möglich ein günstiges zimmer in einem studentenwohnhaus.

ideal ist die örtliche und auch menschliche nähe zum strassenkinder-projekt panairobi: die salzburgerin susi kerschbaumer sorgte für unmittelbaren kontakt zu den verantwortlichen in dem von ihr begründeten projekt. dadurch hatte ali in einem völlig fremden land rasch ansprechpartner gefunden und auch die möglichkeit dort und da mitzuhelfen.

ein in nairobi lebender junger unternehmer, hannes eckmayr, nahm von sich aus kontakt zu ali auf, denn er hatte die geschichte in den medien verfolgt. er war es, der ali bei der erlangung eines verlängerten visums mit rat und tat zur seite stand.

ali wajid hat ein recht auf zukunft

nun plant ali ein studium in salzburg, alle erforderlichen papiere sind dazu in der österreichischen botschaft in islamabad vorliegend und sollen nach der beglaubigung nach österreich gesendet werden.

sobald eine studienplatzzusage erteilt ist, wird ali wajid den antrag auf einreise in österreich stellen.

im herbst 2019 soll ali wajid dann in salzburg sein studium antreten können und mit einem studentenvisum im land bleiben können.

er wird auch weiterhin auf unterstützung angewiesen sein, diese unterstützung wäre nicht notwendig geworden, wenn ali seine berufliche laufbahn als lehrling fortsetzen hätte dürfen.

ali wajid hat ein recht auf zukunft

____________________
frühere artikel über ali wajid
_______________________

dass wir ali wajid 5 monate in kenia unterstützen konnten, ist den zahlreichen spenden zu verdanken, den vielen kleinen und den grossen. jede spende hilft. danke!

deshalb bitten wir wieder um spenden auf das konto

spendenkonto HILFE FÜR ALI

AT21 5500 0111 0002 7228

aufruf spenden ali wajid neu