määh.

Alauda_arvensis_2wikipediacreativcommons

sie hat sich verlindnert. die monika. sehr gut. war ja höchste zeit.

aber: das was sie sich zu schulden kommen hat lassen, es ist ein warmes lüftchen aus der hinteren körperöffnung einer sperlingsvogles namens lerche.

was die derzeit um ihre macht feilschenden sich an wählerInnenbetrug geleistet haben ist viel bodenloser, viel unverschämter, viel demokratiefeindlicher.

es wäre also an der zeit den damen und herren koalitionärbetrügerInnen klipp und klar zu sagen: habt den anstand und ruft neuwahlen aus.

aber leider scheint die umkehr des sprichworts zu gelten. wer immer wieder lügt wird trotzdem immer wieder gewählt.

unsere trägheit ermöglicht deren macht.
wir geben nur klein laut:
määh.

ps. da sind dann so „heisse“ themen wie die diskussion um den salzburger flughafen ideal für die ablenkung der schäfchen. määh.

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foto wikipedia creative commons

jede abschiebung ist ein verbrechen.

foto: http://khaiatovssollenbleiben.blogspot.co.at

das verbrechen der abschiebung bekommt wieder einmal konkrete gesichter und namen der opfer. die familien khaiatov: rustam und rita mit ihren zwei kindern karina und raim, und natalya mit ihrer tochter milana.

wieder einmal wollen die staatssadistInnen im auftrag eines unrechts ihre lust befriedigen. josef pühringer, direktor der vs neufelden schreibt im protestblog dazu:

Diese negative Entscheidung des Asylgerichtshofes ist in keiner Weise nachvollziehbar oder verständlich. Im Gegenteil, gewinnt man hier den Eindruck, dass aus PRINZIP und völlig unabhängig von Integrationsstatus, Integrationswillen und herzlicher Aufnahme der Familie in der Region/im Ort entschieden worden ist, um offensichtlich einfach MACHT zu demonstrieren…

jede abschiebung ist ein verbrechen. jede deportation wiederholt den wahnsinn der anmassung von machtbesessenen behörden der gierigen und reichen. die kleinen, die schwachen, die kinder. sie alle sind die opfer eines staatlichen wahnsinns jenseits jedes humanitären denkens und handelns. aber das wurde schon lange aufgegeben bzw. an „gutmenschen“ delegiert.

schliesst euch bitte den protesten an (hier: http://khaiatovssollenbleiben.blogspot.co.at), wir müssen den sadistInnen klar machen, dass wir solche verbrechen niemals gutheissen werden.

jede abschiebung ist ein verbrechen.

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foto: http://khaiatovssollenbleiben.blogspot.co.at

rätselhaft? wirklich?

rätselhaft? wirklich?

gestern wurde die dritte welle der beschmutzten stolpersteine (auch hier) bekannt, heute früh schreibt dann christian resch in den salzburger nachrichten zu dem thema unter anderem:

Der bloße Umstand aber, dass eine solche Maßnahme in der Menschenrechtsstadt Salzburg nötig wird, ist ein unfassbares Armutszeugnis. Auch hier wurden Juden gejagt, auch hier brannten die Bücher, vielleicht sogar mehr als anderswo. Nun werden die Namen der Opfer durch Teer und Baustellenfarbe erneut „ausgelöscht“, wie Kulturinitiativen zu Recht feststellen. Dass es noch Menschen gibt, die sich den Terror des Dritten Reichs zurückwünschen, scheint rätselhaft.

rätselhaft? wirklich?
als redakteur der salzburger nachrichten muss christian resch wissen, dass die verherrlichung des nationalsozialismus in salzburg zumindest kein grund für politische distanz ist, sondern das gegenteil. wenn bernd huber als politischer sekretär im büro des vizebürgermeisters preuner sitzt, kann er dort sein weltbild pflegen wie es ihm gefällt. einer, der schon mal vor laufender kamera bei rechtsextremen vorträgen gegendemonstrantInnen mit harten faustschlägen verjagen will und dann auch noch in miltiäruniform für die presse stolz posiert, darf sich von preuners gnaden um den rechten flügel in und ausserhalb der partei kümmern. wen wundern da noch die zynisch flapsigen töne, die preuner gegen bettlerInnen, arme und obdachlose anschlägt? wen wundert es dann, dass in einer solchen stadt rechtsextreme und wiederbetätigende kreise hartnäckig das gedenken an die opfer des naziterrors stören? wen wundert es, wenn verherrlicher wie bernd huber an höchster stelle sitzen?

rätselhaft? wirklich?

artikel in zusammenhang mit bernd huber

schlimm.

stolpersteine foto personenkomitee

die gezielten schmieraktionen gegen die stolpersteine in salzburg werden fortgesetzt. dieses wochenende wurde nun bereits eine dritte folge an schändungen verzeichnet. das ist alarmierend. denn die botschaft ist klar: das pogromgedenken, das gedenken an die opfer des naziterrors ist im weg. längst ist die einzeltäter-theorie nicht haltbar, auch ein kleines grüppchen wird es kaum sein. solches passiert planvoll und gezielt.

in absehbarer zeit sollen alle 217 stolpersteine versiegelt werden. sie sind zwar dann noch immer nicht unbeschmierbar, aber die folgen können einfacher beseitigt werden, die steine sind dann leichter zu reinigen.

die steine werden also versiegelt.
gut so, aber keine wirkliche beruhigung.
der drang zur wiederbetätigung wird wohl bleiben.
die versiegelung dagegen haben wir noch nicht gefunden.
oder versäumt.

schlimm.

http://www.stolpersteine-salzburg.at

dazu passende artikel

das aussieben ist wieder angesagt.

talente? foto bernhard jenny

der kürzliche vorstoss des salzburger landesschulratspräsidenten johannes plötzeneder in sachen „potenzialanalyse“ (= aufnahmeprüfung in die ahs langform) für 10jährige setzt den ungeist seines vorvorgängers fort. gerhard schäffer, der schon mal „wegen ministerbestellung“ sein büro absperrte, und dann doch dem „segensreichen“ wirken der liesl gehrer weichen musste, hat die förderung von eliten immer schon gerne ganz oben auf seine fahnenstange geheftet. im hintergrund strickt er nach wie vor heftig weiter an der elitetruppenbildung im kader des schwarzen weltbildes mit.

das bildungssystem prägt in hohem mass das bild der gesellschaft. so wie dort plätze an die einen und die anderen zugewiesen werden, so wie dort menschen entweder zu mündigen oder zu hörigen erzogen werden, so wird sich auch die gesellschaft entwickeln.

heute ist gymnasial-kampftag. die langform-gymnasien fürchten um ihre existenz, wenn die „neue mittelschule“ immer populärer wird. abgesehen davon, dass auch diese nichts anderes als ein fader etikettenschwindel ist, so wird sie dennoch für manche als speerstumpfe (spitze würde nicht passen) für die gesamtschule gesehen. eigentlich ist sie das gegenteil.

potentialanalyse ist das vermessen von menschen von innen. (war da mal was?) das militärische denken von schäffer und co: wir müssen so früh wie möglich die richtigen von den falschen filtern, weizen aus dem spreu lösen, die begabten von den unbegabten, die edlen von den unedlen. potentialanlayse teilt jedem und jeder einzelnen „rechtzeitig“ mit, wo der zugewiesene platz im hamsterrad ist, das der elite den strom liefert.

wenn dann heute an den gymnasien ein transparent hängt: „wir fördern talente“ muss gefragt werden: im unterschied zu wem? tun das „neue mittelschulen“ nicht? tun das ahs-oberstufen nicht? tun es berufbildende und berufsschulen nicht? oder ist damit doch gemeint, dass hier in der langform die „talente“ ihren genuinen platz haben sollen, während die spreu sonst wo hingehen soll?

das aussieben ist wieder angesagt.

literatur- und medientage abseits des mainstreams

alternativemedienakademie

krilit und alma eröffnen räume kritischer auseinandersetzungen in zeiten der krise

mitte november finden in wien hintereinander zwei veranstaltungen statt, die beide daran erinnern und vorzeigen, wie wichtig räume für kritische auseinandersetzungen und alternative entwürfe gerade in zeiten anhaltender und sich vertiefender krisen sind. unsere gegenwart ist durch tiefe strukturelle umbrüche, eine immer repressivere durchsetzung neoliberaler maßnahmen, das aufleben faschistischer tendenzen und durch allgegenwärtige überwachung gekennzeichnet. in einem solchen klima bekommen einfache verschwörungstheorien großen zulauf, wird sündenbockpolitik salonfähig und die praxis nüchterner, kritischer auseinandersetzung umso bedeutender. solche praxis wird vom 7. bis zum 17. november 2013 sehr einfach jederfrau und jedermann zugänglich gemacht, bei den kritischen literaturtagen und kurz darauf bei der alternativen medienakademie.

am zweiten november-wochenende beleben die kritischen literaturtage 2013 den raum um den yppenplatz in ottakring. die brunnenpassage ist dabei bereits zum zweiten mal der ort, an dem kleine unabhängige verlage, linke buchhandlungen und alternative zeitschriften ausstellen. lesungen, vorträge und workshops in lokalen rund um den yppenplatz präsentieren kritische editionen die dokumentation sozialer kämpfe und geben einblicke in selbstorganisierte arbeitsweisen, widerständige leben und verdrängte geschichten.

ein wochenende später wir das neue institutsgebäude (nig) der uni wien ort vieler paralleler workshops zu kritischer und alternativer medienarbeit, unterbrochen nur von gemeinsamem volksküchen-essen (vokü) und der begegnung von radiomacher_innen freier radios mit redakteur_innen alternativer zeitschriften, aktivist_innen der zivilgesellschaft, studierenden und interessierten, die sich an diesem wochenende einblicke in feministischen journalismus, mehrsprachige radioarbeit, die analyse neoliberaler metaphern oder techniken und taktiken der kommunikationsguerilla verschaffen.

die bereits länger etablierten kritischen literaturtage (krilit) und die heuer erstmals stattfindende alternative medienakademie (alma) finden dabei nicht nur an aneinanderfolgenden wochenenden statt, sondern arbeiten in der organisation eng zusammen, um gemeinsam einiges an kritischen diskursen und alternativen zugängen zusammenzuführen. der kooperation verdankt sich ein lebendiges programm auch abseits der wochenenden über schlussendlich zehn tage.

den beginn macht am 7. 11. ein abend im republikanischen club – neues österreich mit einem rückblick über diverse schauplätze der letzten jahrzehnte, an denen es um die schaffung oder verteidigung kritischer öffentlickeitsräume ging. am 8. 11. und ersten tag der krilit widmet sich die abendveranstaltung „command and control“ des gesellschaftspolitischen diskussionsforums gedifo den führungsprinzipien in neoliberalen gesellschaften. tags darauf wird vom 1. wiener lesetheater in einer lesung von berichten österreichischer emigrant_innen der novemberpogrome und des anschlusses gedacht.

zwischen den beiden dichten krilit- & alma-wochenenden findet am montag, 11. 11. eine podiumsdiskussion „über das red ma jetzt bitte ned laut und ned im internet“ mit sonja ablinger, der
politikwissenschaftlerin regula stämpfli, dem soziologen felix stalder und dem „data dealer“ wolfi christl dazu statt, wie neoliberalismus, medienwandel, überwachung und big data die bedingungen kritischer öffentlichkeiten verändern. der 13. 11. steht dann unter der überschrift arbeits- und produktionsbedingungen mit einem podium aus vertreter_innen des öffentlich-rechtlichen, des
privaten und des alternativen mediensystems sowie des verlagswesens.

darüber hinaus befassen sich viele workshops mit den herrschenden bedingungen unserer gegenwärtigen welt, so etwa solche zu datensicherheit und verschlüsseln für journalist_innen und
aktivist_innen, zur rape culture in medien oder zum einsatz von blogs zum aufbau öffentlichen drucks in menschenrechtsfragen. ein workshop namens „verlag 3.0“ widmet sich den umbrüchen in der verlagsbranche.
in einem geht es um die mediale reproduktion von klischees von afrika und afrikaner_innen, in einem anderen um den einsatz von social media für politische gruppen und in einem „laboratoire dérive“ um die analyse der neoliberalen stadt.

die kooperation der kritischen literaturtage mit der alternativen medienakademie erzeugt eine lebendige verbindung zivilgesellschaftlich relevanter stimmen in zeiten der krise. mit kritischen diskussionsveranstaltungen und workshops zu alternativer medienarbeit sorgt die verbindung für offenen wissensaustausch, die weitergabe von handfestem praxis-wissen für unabhängige medienarbeit und für eine weitere vernetzung der zivilgesellschaft. auswahl von veranstaltungen:

do, 7.11. „unser wirken für eine kritische öffentlichkeit“,
kamingespräch im republikanischen club

fr, 8.11. „command and control – führungsprinzipien in neoliberalen
gesellschaften“, podiumsdiskussion im fania live

sa, 9.11. „lesetheater zum novemberpogrom“, weinhaus sittl

so, 10.11. „gesundheit für alle! aber wie?“, diskussion in der
galerie au

mo, 11.11. „über das red‘ ma jetzt bitte ned laut und ned im internet“,
podiumsdiskussion im zigenstall

mi, 13.11. „arbeits- und produktionsbedingungen im mediensystem“,
podiumsdiskussion in der fachbuchhandlung des ögb verlags

fr, 15.11. „datensicherheit und verschlüsseln für aktivist_innen und journalist_innen“,
workshop am institut für politikwissenschaft

sa, 16.11. „demokratische öffentlichkeit in aktion?“, vorträge ebenda

so, 17.11. „der. die. das blog. building public pressure.“, workshop ebenda

infos zur alternativen medienakademie vom 7. bis 17.11.2013:
www.alternative-medien-akademie.at
twitter: @almawien #alma13
facebook: facebook.com/alternativemedienakademie

infos zu den kritischen literaturtagen vom 8. bis 10. 11. 2013:
www.krilit.at
twitter: @krilit13
facebook: facebook.com/krilit

und hier die eigenwerbung in sachen workshop
würde mich freuen, wenn wir uns beim workshop
der. die. das blog. building public pressure.
treffen! bitte anmelden!

wiederbetätigung – 75 jahre nach novemberpogrom

Stolperstein 1 / personenkomitee stolpersteine

wie das personenkomitee stolpersteine in salzburg bekannt gibt, wurden nun in den letzten tagen neuerlich stolpersteine besprüht. dies ist nun eine erneute rechtsextreme schmieraktion, nach einer vorangehenden serie der letzten wochen, bei der nicht nur 31 stolpersteine beschmiert wurden, sondern auch zahlreiche nazi-parolen an wände, schaltkästen und kleidersammelboxen gesprüht wurden.

der in diesem zusammenhang gefasste angeblich geständige täter somit kein einzeltäter, die schmierereien sind eine serie, die auf mehrere täterInnen schliessen lässt und wohl längst noch nicht aufgeklärt ist.

das personenkomitee hat bereits anzeige beim bundesamt für verfassungsschutz erstattet, denn die gezielten beschädigungen von erinnerungssteinen an opfer des nationalsozialismus sind eindeutig ein politischer akt der wiederbetätigung.

es ist mit sicherheit auch kein zufall, dass die neuerlichen schmierereien zu den gedenkfeiern „75 jahre novemberpogrom“ am 9.11. auftauchen. auffällig auch, dass nun ausschliesslich solche steine beschmiert wurden, die an jüdische opfer erinnern.

wer immer solche schmierereien entdeckt ist aufgerufen, diese sowohl beim personenkomitee, der stadt salzburg, als auch den behörden zu melden.

denn es sollte uns alle alarmieren:

wiederbetätigung – 75 jahre nach dem salzburger novemberpogrom.

http://www.stolpersteine-salzburg.at

dazu passende artikel