dieses interview muss folgen haben

ein spitzenvertreter einer unregierungspartei droht armin wolf vor laufenden kameras damit, dass das ihm missfallende interview mit unangenehmen fragen folgen haben muss.

auch wenn andreas koller sich verständlicherweise unter der schlagzeile „dieses interview darf keine folgen haben“ vor armin wolf bzw. die journalist*innen im sinne der pressefreiheit und demokratie stellt, so bin ich quasi gegenteiliger meinung:

dieses interview muss folgen haben.

harald v. ist nicht irgendwer, sondern einer der spitzenrepräsentanten jener partei, die unser land mit aller gewalt in das vergangene jahrhundert, zurück hinter den beginn der shoa versetzen möchte.

wenn ein solcher spitzenkandidat für die europawahlen einen journalisten offen bedroht, dann ist das nicht als kommentar hinzunehmen. die drohung ist selbst ein tatbestand, bei der alle seher*innen der zib2 den betreffenden inflagrati erwischt haben.

die konsequenz kann nur sein: harald v. tritt aus allen ämtern zurück oder der unbundeskanzler löst umgehend die koalition auf. nicht dass das erst jetzt fällig wäre, aber die serie wird niemals enden.

vom liederbuch bis zum zwangslager, vom rattengedicht bis zur offenen drohung.

wie lange müssen wir uns die mutwillige demontage unserer gesellschaft gefallen lassen?

dieses interview muss folgen haben.

 

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bild: screenshot orf mediathek / überarbeitet bernhard jenny cc by

leidenschaft begeht keine sünde, nur die kälte.

das bonmot des deutschen dramatikers und lyrikers friedrich hebbel hat es bereits im 19. jahrhundert visionär auf den punkt gebracht: wenn die wärme fehlt, sterben wesentliche teile der kultur der menschheit. denn für uns alle ist doch leicht feststellbar, dass soziale kälte auf dem vormarsch ist. nicht nur, was den umgang mit menschen anderer kulturen betrifft, sondern insgesamt. immerhin wird offensichtlich die solidargemeinschaft eines wohlfahrtsstaates, der in österreich in den vergangenen jahrzehnten ausgebaut wurde, immer stärker infrage gestellt.

was das mit kultur zu tun hat, ist einfach zu erklären: wer, wenn nicht kunst- und kulturschaffende können, ja müssen ihre stimmen erheben, um eine von oben indoktrinierte verkühlung und damit verbundene verrohung der gesellschaft aufzuzeigen und auf jede mögliche art und weise dagegen zu protestieren?

die ARGEkultur gibt diesen ambitionierten menschen seit vielen jahrzehnten tag für tag den rahmen und die möglichkeiten, sich mit ihren ambivalent kritischen umsetzungen musikalisch, tänzerisch, dramaturgisch, satirisch, literarisch, international und zukunftsorientiert auszudrücken und ihre sichtweisen zu präsentieren.

auch 2018 war für uns als größtem, autonomen kulturzentrum westösterreichs ein jahr vielfältiger herausforderungen – sowohl in künstlerischer als auch politischer hinsicht. einen quasi grenzgenialen auftakt bot das dritte alex-mänhardt-memorial zum thema „erwachsenensprache – über ihr verschwinden aus politik und kultur“ mit dem autor und philosophen robert pfaller. da war richtig lust am streitgespräch, weiterdiskutieren und argumentieren in der studioluft. ein toller abend.

ein jahresrückblick ist auch der richtige moment zum danksagen. für unseren neuen künstlerischen geschäftsführer sebastian linz war dies das erste jahr in unserem haus. das bedeutet viel einarbeitung, offenheit, kennenlernen und dennoch klarheit im gestalten und linien ziehen – aus unserer sicht ist dies sebastian linz nicht nur gelungen, sondern wir haben aneinander und miteinander viel neues gelernt und entdecken dürfen! danke!

daniela gmachl als kaufmännische geschäftsführerin hat wiederum in sehr verantwortlicher und präziser form die gebahrung des hauses geleitet und gesteuert. als kulturbetrieb ist es von überlebenswichtiger bedeutung, wie hoch das vertrauen und wie klar die transparenz gegenüber den fördergeber*innen im lokalen, regionalen und nationalen rahmen gegeben ist. daniela gmachl steht als person genau für diese aufrichtigkeit. danke!

und noch ein grosser dank. er gilt dem team der ARGEkultur, das gerade im jahr der umstellung in der geschäftsführung wirklich sehr verlässlich gute arbeit leistet und aus jobs echte umsetzung von kulturarbeit macht und so tag für tag und monat für monat bis in die späte nacht für einen funktionierenden kulturbetrieb steht. danke, leute!

ende des jahres wurde ein neuer vorstand gewählt. wir wollen mit leidenschaft gemeinsam mit der kaufmännischen geschäftsführerin, dem künstlerischen geschäftsführer und dem gesamten team die ARGEkultur als ort der begegnung, des kritischen diskurses und als bezugspunkt einer offenen gesellschaft gestalten. als ort, der menschliche wärme ermöglicht, ausstrahlt und weitergibt.

denn leidenschaft begeht keine sünde, nur die kälte.

der vorstand

alice krenn, bernhard jenny, claudia seiser, mark schneider, sabine stadler

viel spaß also beim blättern, lesen und staunen:

ARGEkultur_Jahresbericht_2018_titel
tätigkeitsbericht ARGEkultur 2018 zum download

 

foto: ARGEkultur / johannes amersdorfer

bundeskanzler martin s.

martin s. ist der neue shootingstar. der coole typ ist stargast in gesprächsvorstellungen (neudeutsch talkshows) auf einem sender eines stierhodensaftpressers. distanziert sich nun der h.c. im witzekanzleramt.at von martin s. oder gibt er zu, dass fast gar kein unterschied zwischen identidioten und sonstigen braunen ist?

der alte shootingstar sebastian k. hat noch grenzen und routen schliessen müssen, um was zu werden, (oder zumindest so tun, als wäre er es gewesen), hat noch von „grausamen bilder“ schwafeln müssen, ohne die es wohl nicht gehen würde.

der neue shootingstar – o wait – heisst das etwas „schiessender held“? – nein der schiessende war in diesem fall der spender von 1500 euro an den ach so unschuldigen martin s.

wenn das so weiter geht, wird demnächst eine neue partei rechts der ultrarechten aufgehen. dann wird deswegen türkis zwar immer noch nicht mitte sein, aber immerhin gäbe es dann zwei noch rechtere parteien.

und die blaubraunen? die wären dann sowas wie die braveren nazis. die, die wenigstens auch noch alte liederbücher verwenden und nicht neu gestylte logos. die die rot weiss rot statt gelb schwarz auftreten.

wer in diesem tagen nicht gelernt hat, wer die identidioten und ihren schiessenden helden sind, hat kein internet und liesst keine zeitungen. populär ist er mit einem schlag, der martin s.

das hin und her, das theater um lockerung beim bundesheer und dann dich wieder nicht, das getue um einen, der angeblich so viel grauslicher als die anderen ist, das könnte in einem drehbuch nicht besser erfunden werden. ist die förderung der identidioten letztlich das ziel des eiertanzes?

wie unverantwortlich sind medien und poster*innen, die einem martin s. immer und immer wieder bühne bieten und fotos von ihm dort und da posten?

aber im servus tv da bleibt der martin s. der star.

lang dauert es nicht mehr:
bundeskanzler martin s.

die rechtsextremen greifen nach der waffenmacht

die recherchen des standard müssen alle alarmieren, die an einen demokratischen staat namens österreich noch glauben.

wenn trotz eines oberbefehlhabers alexander van der bellen die rechtsextremen recken im bundesheer (und deren gibt es leider viele) nun unverblümt die identidioten umarmen, dann ist wirklich feuer am dach.

was nützt van der bellen als oberbefehlshaber, wenn die rechten recken im bundesheer den identidioten tür und schiessplatz öffnen?

diese regierung arbeitet an einem rechtsnationalen putsch.
das kann unauffällig passieren, wenn zu wenig bürger*innen hinsehen.

wer jetzt nicht alarmiert ist, muss sich die frage stellen lassen, was denn noch passieren muss!

seit heute wissen wir:

die rechtsextremen greifen nach der waffenmacht

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na servus, tv!

es gibt sie. die mediale ausgewogenheit. aber selten.

öfter ist die mediale ausgewogenheit ein billiger vorwand, häufig rechten und extremrechten bühne zu bieten. von martin s. bis götz k.

speziell in redbulligen hangarstudios und anderen privatsendern kommen studiogäste zu wort, die keine meinung vertreten, sondern ganz was anderes. medien, die den rechten bühne bieten, weil sie „ausgewogen“ berichten wollen, übersehen (absichtlich?), dass rassismus oder wiederbetätigung keine meinung ist!

das ist es nur gut, wenn sich menschen wie benjamin opratko nicht als „gegengewicht“ zu einem faschisten einladen lassen.

konsequent weitergedacht hiesse das verständnis von „ausgewogenheit“, wie es servus tv kommuniziert z.b.:

menschen, die andere menschen morden wollen, kann man einladen, wenn andere menschen im studio eingeladen sind, die niemanden morden wollen. das kann mit ausgewogen oder neutral nicht gemeint sein. niemals!

die vorgeschobene mediale ausgewogenheit ist oft keine!

na servus, tv!

 

ps. kapitalgesteuerte medien, die behaupten, dass das, was sie liefern, gerade noch gefehlt hat, sind hinsichtlich ihrer redaktionellen linie mindesten ebenso „ausgewogen“.

 

_______ bild: psychopyko cc licence by nc nd

herbert k. ist ein sicherheitsrisiko weit über österreich hinaus

erinnern wir uns an das schauspiel, das schmierentheater oder die propagandashow des herbert k. in spielfeld 2018?
der titel des „manövers“ war von den identidioten ausgedacht. pro borders.
aber die fpö hat mit den identidioten nichts zu tun.

erinnern wir uns an die rede des herbert k. beim kongress der identidioten „verteidiger europas“ 2016?
die veranstaltung wurde heftigst kritisiert, herbert k. war stolz darauf, dort als redner aufzutreten.
aber die fpö hat mit den identidioten nichts zu tun.

die reihe ginge endlos weiter.

aber:
ist es wirklich jetzt erst durch des terroristen spende an den oberidentidioten bekannt, was in der fpö und bei den identidioten abgeht?
ich kann die aufregung nachvollziehen, nicht aber den zeitpunkt.
eigentlich war alles längst bekannt.

wenn jetzt verantwortliche im ausland zu zweifeln beginnen, ob es sinnvoll ist, sicherheitsrelevante infos an herbert k. zu liefern, dann kann ich nur staunen.

wie lange hat es gebraucht, endlich zu realisieren wes ungeisteskind herbert k. und seine identidioten sind? so manche identidioten und deren enge freund*innen sitzen seit regierungsantritt von sebastian k. in ministeriellen büros und ämtern. selbst in die nähe zur dritten nationalratspräsidentin gehen die identidiotischen verbindungen.

eine verdammt lange leitung.

aber vielleicht kommt jetzt endlich eine relevant grosse gruppe zur erkenntnis, mit wem sich der sebastian k. ins politisch unerträgliche bett gelegt hat.

an alle im in- und ausland:
ja!
herbert k. ist ein sicherheitsrisiko weit über österreich hinaus

foto: michel lucan, cc licence by sa, überarbeitet von bernhard jenny, cc licence by sa

 

machtgeil, machtgeiler, am machtgeilsten

dass sebastian kurz das „geilomobil“ erfunden hat, könnte bereits ein hinweis auf dessen affinität gewesen sein. denn „machtgeilheit“ ist aktuelle politische realität

machtgeil

gelernte österreicher*innen kennen das muster, welches parteien, die jeweilig die macht im dorf, in der stadt, im bundesland oder gar im bund innehaben, bei der besetzung wichtiger posten verfolgen. von der schuldirektion bis zur hochministeriellen abteilungsleitung wiederholt sich (nicht immer) das schauspiel des machtbeweises: logische kandidat*innen an verantwortliche stellen setzen können alle, aber nicht wirklich (oder auch wirklich nicht) geeignete personen zu befördern, das stellt die macht einer partei erst so richtig unter beweis.

wer es schafft, vor versammelten gremien und in aller öffentlichkeit jene zu bevorzugen, die es eigentlich nicht verdient haben, bewirkt nicht nur, dass die so beförderten in ewiger dankbarkeit zu devoten dienenden degenerieren. viele kritische stimmen werden verstummen, wenn offensichtlich wird, dass qualifikation nur ein geflügeltes wort ist, sobald die macht bewiesen werden will.

machtgeiler

mit entsetzen verfolgen bürger*innen unseres landes, wenn sich die aktuelle regierung anschickt, nachweislich unsinniges zu tun. so muss neuerdings ein frauenministerium nicht unbedingt für frauenrechte sein, ein sozialministerium nicht sozial und die pressefreiheit ist neuerdings mehr ein problem, denn eine hohes gut. statistiken will sich der staat lieber gleich selber schreiben und die drei geheimdienste des landes sind ohnehin längst in der reichweite von rechtsextremen.

„wir machen das, weil wir es können.“ so dürfte die gefährliche drohung von norbert hofer, „sie werden sich noch wundern, was alles geht“, nun langsam machtgeiler umgesetzt werden, als viele sich die vorstellen wollten.

am machtgeilsten

nicht mehr rechtfertigbares trotz massivster bedenken vieler anderer einfach umzusetzen, ist wohl die höchste steigerung der machtgeilheit. menschen sehenden auges ertrinken zu lassen, andere menschen, die sich deren rettung verschrieben haben, zu kriminalisieren und vor gericht zu zerren, das ist ultimativ geil. junge menschen, die lernen, arbeiten und für sich selbst sorgen könnten, aus ihren ausbildungsstätten und unterkünften wie schwerverbrecher zu verhaften und in todbringende gebiete zu deportieren, das ist der feuchte traum der xenophoben.

und mit xenophobie war immer schon gut politisches geschäft zu machen. die lust am treten gegen die schwachen zu fördern, die freude am erniedrigen zu fördern und menschen mitten in unserer reichsten gesellschaft das leben „so ungemütlich wie möglich zu machen“, das ist politisch erfolgreich.

da könnten zivilgesellschaftliche dämme brechen, die dem hass und der wut des mobs tür, tor und straßen öffnen. ohne tempolimit.

dumm nur, dass die einen zwar die mächtigen wählen gehen, aber deshalb niemals selbst in die nähe der macht gelangen, während die anderen, die in die möglichkeiten der machtausübung gewählt werden, sich immer weniger um partizipation scheren müssen. macht zementiert macht.

wir können noch lange auf die machtgeil agierenden schimpfen, es wird ohne folgen bleiben. so lange das volk der faszination an dieser geilheit erliegt und die machtgeilsten wählt, selbst wenn sie sich mit offenen extremisten an einen tisch setzen, dreht sich die spirale der steigerung immer schneller, die letztlich auch in den terror führen kann:

machtgeil, machtgeiler, am machtgeilsten.

 

dieser blogpost ist heute auch auf bernhard jenny bloggt | derstandard.at erschienen.