die seltsame jubiläumsfeier „40 jahre ARGEkultur“

gestern, am 21.4.2021 fand die veranstaltung DON´T TELL ME – SHOW in der ARGEkultur statt. es war dies die jubiläumsveranstaltung „40 jahre ARGEkultur“. eine etwas ungewöhnliche situation, in der wir da gefeiert haben…

hier meine begrüssungsworte im namen des gesamten vorstands der ARGEkultur

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eine sichtbare antwort auf das unsichtbare

wie geht seuche, wie geht pest? so könnte ein teaser-text zur ankündigung einer spannenden theaterproduktion in der ARGEkultur lauten. wie geht seuche, wie geht pest? was passiert, wenn ausnahmezustand, bedrohung und höchst unterschiedlicher umgang mit der gefahr plötzlich den alltag in geiselhaft nehmen?

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eine unbedachte KZ-aussage mit potential?

die rektorin des mozarteum salzburg, elisabeth gutjahr, berichtet in einem gespräch mit reinhard kriechbaum von drehpunktkultur.at über die lage der studierenden und lehrenden in zeiten von corona und einer neuerlichen schliessung des präsenzunterrichts nach diversen clustern im hause.

vielleicht wollte sie nur die kraft beschreiben, die schöpferischem tun und kreativen prozessen innewohnt. vielleicht hat sie sich tatsächlich nichts dabei gedacht, einen zumindest unglücklichen kontext herzustellen. möglich.

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so viel kultur muss sein. hoffentlich.

der tätigkeitsbericht der ARGEkultur für 2019 ist fertig. vermutlich hat nicht einmal harald welzer geahnt, wie sehr die headline „bye bye welt wie wir sie kannten“ nun in diesen tagen aktuell sein würde. jedenfalls tut es gut, sich die veranstaltungen des vergangenen jahres nochmal vor augen zu halten! hier das vorwort des vorstands zum rückblick und viel spass beim blättern (download unten)

von albert einstein gibt es viele zitate – ein kaum bekanntes ist dieses: „wenn eine idee am anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine hoffnung für sie.“

was das mit der ARGEkultur zu tun hat? wir sehen einsteins gedanken als inspiration für unseren programmatischen, humanistischen und interdisziplinären auftrag, kulturen aller art wertzuschätzen, zuzulassen und zu pflegen. von der eigentlich selbstverständlichen förderung des demokratischen verständnisses eben ganz und gar nicht zu schweigen.

von dieser hohen latte inspiriert, haben wir mit einem phantastischen team unter der leitung von daniela gmachl und sebastian linz 2019 dementsprechend auf neue, aber natürlich auch bewährte art unsere bühnen und räume bespielt und vielen ambitionierten und interessierten menschen tag für tag möglichkeiten geboten, sich musikalisch, tänzerisch, dramaturgisch, satirisch, literarisch, grenzübergreifend und zukunftsorientiert zu präsentieren, beziehungsweise diese ideen und darbietungen zu genießen.

ein highlight der veranstaltungsreihe fempowa rund um den weltfrauentag (8.3.) war auf einladung des vorstands der abend (netz-)gewalt und widerstand. drei frauen – neben der nationalratsabgeordneten sigrid maurer die aktivistinnen jolanda spiess-hegglin (schweiz) und anne roth (deutschland) – berichteten von ihren digitalen wie analogen erfahrungen mit gewalt und sexismus und stellten praktische beispiele des widerstands und des empowerments vor.

neben vielen anderen institutionen und initiativen hat die ARGEkultur die erklärung die vielen unterzeichnet, eine kampagne mit dem ziel gemeinsam mit zahlreichen weiteren kulturinstitutionen, kulturakteur*innen und verbände klare zeichen gegen rassismus und diskriminierung und für eine gerechte, offene und solidarische gesellschaft zu setzen. (die vollständige liste der unterzeichner*innen auf dievielen.at)

inhaltliche positionierung und strategische planung sind für die ARGEkultur ein unverzichtbares dauerthema: eine sich laufend wandelnde gesellschaftliche gemengelage braucht stets eine aktuelle und bewusste standortbestimmung, sowie gemeinsame zielvorstellungen. dabei wollen wir auch die gemeinschaft der hausnutzer*innen fördern und sichtbar machen.

in diesem und im kommenden jahr gibt es gelegenheit, mit blick auf die herkunft und wurzeln der ARGEkultur visionen für die nächsten jahrzehnte zu entwickeln: 2020 feiern wir 15 jahre ARGEkultur im neuen haus, 2021 werden wir 40 jahre ARGEkultur entsprechend begehen. wie sieht eine ARGEkultur in 15 oder in 40 jahren aus?

es sind sehr viele menschen, die täglich zum gelingen der ARGEkultur beitragen. das ist nicht selbstverständlich, sondern ergebnis engagierter arbeit. manchmal sichtbar, sehr oft aber auch im hintergrund und kaum beachtet, leistet ein großes team täglich sehr viel, damit unser haus ‚funktioniert‘. dadurch kann die ARGEkultur reibungslose veranstaltungen bieten und sich immer wieder neuen ideen und projekten widmen und dabei eine spürbare – vertraute? – atmosphäre entwickeln. danke!

der vorstand sieht sich gemeinsam mit der kaufmännischen geschäftsführerin, dem künstlerischen geschäftsführer und dem gesamten team gefordert, auch für die zukunft die ARGEkultur als ort der begegnung, des kritischen diskurses und der beheimatung einer offenen gesellschaft zu begreifen. im sinne albert einsteins: wir suchen immer wieder die absurdesten ideen! viel spaß also beim blättern, lesen und staunen.

der vorstand
alice krenn, bernhard jenny, claudia seiser, mark schneider, sabine stadler

ARGEkultur_Jahresbericht_2019_web-1

hier gehts zum direkten download des tätigkeitsberichts 2019

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bild: joe amersdorfer / ARGEkultur

leidenschaft begeht keine sünde, nur die kälte.

das bonmot des deutschen dramatikers und lyrikers friedrich hebbel hat es bereits im 19. jahrhundert visionär auf den punkt gebracht: wenn die wärme fehlt, sterben wesentliche teile der kultur der menschheit. denn für uns alle ist doch leicht feststellbar, dass soziale kälte auf dem vormarsch ist. nicht nur, was den umgang mit menschen anderer kulturen betrifft, sondern insgesamt. immerhin wird offensichtlich die solidargemeinschaft eines wohlfahrtsstaates, der in österreich in den vergangenen jahrzehnten ausgebaut wurde, immer stärker infrage gestellt.

was das mit kultur zu tun hat, ist einfach zu erklären: wer, wenn nicht kunst- und kulturschaffende können, ja müssen ihre stimmen erheben, um eine von oben indoktrinierte verkühlung und damit verbundene verrohung der gesellschaft aufzuzeigen und auf jede mögliche art und weise dagegen zu protestieren?

die ARGEkultur gibt diesen ambitionierten menschen seit vielen jahrzehnten tag für tag den rahmen und die möglichkeiten, sich mit ihren ambivalent kritischen umsetzungen musikalisch, tänzerisch, dramaturgisch, satirisch, literarisch, international und zukunftsorientiert auszudrücken und ihre sichtweisen zu präsentieren.

auch 2018 war für uns als größtem, autonomen kulturzentrum westösterreichs ein jahr vielfältiger herausforderungen – sowohl in künstlerischer als auch politischer hinsicht. einen quasi grenzgenialen auftakt bot das dritte alex-mänhardt-memorial zum thema „erwachsenensprache – über ihr verschwinden aus politik und kultur“ mit dem autor und philosophen robert pfaller. da war richtig lust am streitgespräch, weiterdiskutieren und argumentieren in der studioluft. ein toller abend.

ein jahresrückblick ist auch der richtige moment zum danksagen. für unseren neuen künstlerischen geschäftsführer sebastian linz war dies das erste jahr in unserem haus. das bedeutet viel einarbeitung, offenheit, kennenlernen und dennoch klarheit im gestalten und linien ziehen – aus unserer sicht ist dies sebastian linz nicht nur gelungen, sondern wir haben aneinander und miteinander viel neues gelernt und entdecken dürfen! danke!

daniela gmachl als kaufmännische geschäftsführerin hat wiederum in sehr verantwortlicher und präziser form die gebahrung des hauses geleitet und gesteuert. als kulturbetrieb ist es von überlebenswichtiger bedeutung, wie hoch das vertrauen und wie klar die transparenz gegenüber den fördergeber*innen im lokalen, regionalen und nationalen rahmen gegeben ist. daniela gmachl steht als person genau für diese aufrichtigkeit. danke!

und noch ein grosser dank. er gilt dem team der ARGEkultur, das gerade im jahr der umstellung in der geschäftsführung wirklich sehr verlässlich gute arbeit leistet und aus jobs echte umsetzung von kulturarbeit macht und so tag für tag und monat für monat bis in die späte nacht für einen funktionierenden kulturbetrieb steht. danke, leute!

ende des jahres wurde ein neuer vorstand gewählt. wir wollen mit leidenschaft gemeinsam mit der kaufmännischen geschäftsführerin, dem künstlerischen geschäftsführer und dem gesamten team die ARGEkultur als ort der begegnung, des kritischen diskurses und als bezugspunkt einer offenen gesellschaft gestalten. als ort, der menschliche wärme ermöglicht, ausstrahlt und weitergibt.

denn leidenschaft begeht keine sünde, nur die kälte.

der vorstand

alice krenn, bernhard jenny, claudia seiser, mark schneider, sabine stadler

viel spaß also beim blättern, lesen und staunen:

ARGEkultur_Jahresbericht_2018_titel
tätigkeitsbericht ARGEkultur 2018 zum download

 

foto: ARGEkultur / johannes amersdorfer

keine toleranz für conchita

jetzt sind sie wieder voll. die timelines, die postings, die medienseiten. toleranz. mit conchita. ich bleibe dabei. conchita braucht keine toleranz.

ein mensch tritt so auf, wie sie will und wir sprechen von toleranz?
ein mensch ist hiv-positiv-diagnostiziert. braucht das meine toleranz?

mein nachbar hat ein weisses auto. ich toleriere das? ein freund läuft täglich mindestens 10 km. ich toleriere das? meine tochter ist vegan. ich toleriere das? lydia will keine kinder mehr. ich toleriere das? meine kundin färbt sich die haare neongelb. ich toleriere das? franky trägt grundsätzlich durchlochte kleidung. ich toleriere das?

toleranz. ist dann gefragt, wenn jemand in die nähe meiner persönlichen rechte kommt. wenn ausgelassene polterabendgäste in die u-bahn steigen und ich eigentlich gerade city meditation betreiben wollte. wenn wer sich wünscht, alle sollten jetzt gemeinsam einen kreistanz tanzen, und ich doch mitmache, obwohl ich dazu keine lust habe. wenn der nachbar einen grillanzünder verwendet, den ich bis zu mir her riechen kann und damit mir meinen kaffee versaut.

wer glaubt, bei conchita wurst etwas tolerieren zu müssen, behauptet damit, dass ihr auftritt allein schon den eigenen persönlichen rechten nahe gekommen wäre. und das geht zu weit. das galt bereits 2014 und gilt jetzt 2018 umso mehr.

was allerdings conchita brauchen kann: unterstützung gegen feige erpressungsversuche!

keine toleranz für conchita

 

foto: VIPevent creative commons by sa

kultur ist wir alle

ich kandidiere für den #kulturbeirat.

ein für ganz österreich einzigartiger wahlmodus ermöglicht die offene kandidatur für den kulturbeirat des landes salzburg. allein deshalb war es für mich nur logisch, mich an diesem verfahren zu beteiligen. 79 kandidat*innen sind wählbar, pro fachbereich/sparte wird eine person gewählt. meine kandidatur fällt in die spartenübergreifende „freie liste“.

wichtiger als die frage, wer nun in jeder sparte gewählt wird, finde ich die tatsache, dass sich das land salzburg zu einem partizipativen vorgehen entschlossen hat.
hier nun mein motivationsschreiben, welche ihr auch hier nachlesen könnt.

kultur ist mut.
kultur ist ton.
kultur ist zorn.
kultur ist wort.
kultur ist laut.
kultur ist sinn.
kultur ist kunst.
kultur ist leise.
kultur ist kritik.
kultur ist kampf.
kultur ist humor.
kultur ist risiko.
kultur ist wollen.
kultur ist wagnis.
kultur ist unruhe.
kultur ist hunger.
kultur ist unsinn.
kultur ist stimme.
kultur ist teilhabe.
kultur ist öffnung.
kultur ist inklusion.
kultur ist trennung.
kultur ist bewegung.
kultur ist sehnsucht.
kultur ist beziehung.
kultur ist mitwirkung.
kultur ist experiment.
kultur ist verbindung.
kultur ist aufbegehren.
kultur ist differenzierung.
kultur ist weiterentwicklung.
kultur ist widerstand. solidarität.
kultur ist rückzug. chance. ruhe.
kultur ist genuss. lust. freude. lachen.
kultur ist begreifen. ergreifen. loslassen.
kultur ist unbequem. lästig. frech. ungezogen.
kultur ist gemeinschaft. finden. erfinden. phantasie.
kultur ist hören. sehen. fühlen. schmecken. riechen.
kultur ist grenzen überschreiten, überwinden, auflösen.
kultur ist wir alle

pressemeldung des landes salzburg