knallt es noch oder denken wir schon?

es muss offenbar ordentlich knallen, damit mensch sich seiner tradition sicher sein kann.

in zell am see wird mit einer kanone geschossen (ORF salzburg bericht). ein englisches ehepaar klagt über gehörschäden. es gibt eine anzeige wegen körperverletzung. und was sagt der schützenobmann? sinngemäß: das lassen wir uns nicht nehmen. na dann.

was genau lassen „wir“ uns nicht nehmen?

das recht, anderen menschen ungefragt in die ohren zu knallen?
die freude am donnernden geräusch von waffen? die begeisterung an uniformen, gewehren, dem marschieren und militärischem auftreten? oder einfach das gute alte gefühl: wir machen das schon immer so, also wird es wohl richtig sein?

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return hub: remigration durch die hintertür

es gibt politische projekte, bei denen man sich fragen muss, ob ihre betreiber:innen eigentlich noch wissen, was menschenrechte bedeuten. die pläne für ein sogenanntes „return hub“ in uganda gehören eindeutig dazu.
österreich, deutschland, die niederlande, dänemark und griechenland verhandeln ernsthaft über ein zentrum, in das menschen gebracht werden könnten, deren asylanträge in europa abgelehnt wurden. bis zu 10.000 menschen sollen dort untergebracht werden können.

ein „return hub“ klingt bürokratisch, technisch, beinahe harmlos. doch vielleicht ist genau das das problem: die sprache macht unsichtbar, was politisch tatsächlich geplant wird.

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1.000.000.000.000 verbrechen der schamlosigkeit?

seit dem börsengang von spacex vergangenen freitag ist es offiziell: elon musk ist der erste billionär der geschichte. sein vermögen wird auf rund 1.100 milliarden dollar geschätzt. ein historischer moment, jubeln die finanzmärkte. ein triumph von innovation, unternehmergeist und zukunftsvisionen.

doch vielleicht erzählt dieser moment eine ganz andere geschichte.

vielleicht markiert der erste billionär nicht den höhepunkt menschlichen fortschritts, sondern den offenbarungseid einer welt, die ihre prioritäten verloren hat.

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10 jahre danach: menschlichkeit ist unsere stärke und chance, damals, heute und morgen.

2015: zehntausende menschen auf der flucht kamen innerhalb weniger monate nach österreich. männer, frauen, kinder – sie flohen vor krieg, terror, verfolgung, zerstörung. und sie fanden hier schutz. die bilder vom wiener westbahnhof und salzburger hauptbahnhof gingen um die welt: freiwillige mit wasserflaschen, obst, kleidung, transparenten. menschen, die nichts anderes taten, als das einzig richtige: helfen. „refugees welcome“ war mehr als ein slogan – es war ein aufbruch in menschlichkeit.

heute, zehn jahre später, reden viele über 2015 nur noch als „krise“, als „flüchtlingsansturm“. doch wenn wir ehrlich hinschauen, sehen wir: die eigentliche krise begann nicht mit der ankunft der menschen. sie begann mit der hetze.

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menschenleben ist menschenleben, terror ist terror, kriegsverbrechen ist kriegsverbrechen

es gibt momente, in denen worte kaum ausreichen, um das leid zu beschreiben, das menschen einander zufügen. die bilder und berichte aus dem gazastreifen sind so ein moment: babys, die zu schwach sind, um zu schreien. eltern, die gras kochen oder schildkröten aus kloaken fischen, um ihre kinder zu ernähren. familien, die von einem teller reis pro tag leben, während nur wenige kilometer entfernt lebensmittel im überfluss weggeworfen werden. „das ist keine krise mehr – das ist der kollaps“, wie die oxfam-mitarbeiterin bushra khalidi sagt. (der standard 17.5.2025)

doch das entscheidende ist: es sind nicht „die palästinenser:innen“, „die israel:innen“ oder „die jüd:innen“, die hier leiden oder sterben. es sind menschen. es sind kinder, mütter, väter, großeltern, menschen mit namen, mit träumen, mit hoffnungen. und jedes einzelne dieser leben ist gleich viel wert. es darf niemals sein, dass das leben eines kindes mehr oder weniger zählt, weil es palästinensische oder jüdische eltern hat oder dass zivilbevölkerung zum sterben verurteilt wird, weil es terrorist:innen oder befehlshaber:innen von armeen so passt.

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die letzte bundesregierung der 2.republik?

vergangene woche wurde nun also eine schwarz-rot-pinke bundesregierung angelobt. es darf durchaus aufgeatmet werden. denn das, was der „volkskanzler“ sich da als konzept in den verhandlungen zurecht gelegt haben soll, kann getrost als „giftschrank“ gesehen werden.

in sehr vielen bereichen des lebens in österreich hätte es ein knallhartes und rasches abwenden von der diversen, liberalen demokratie hin zu einer autokratie gegeben, das wohl bis in grausame einzelheiten das ende der 2.republik bedeutet hätte. ganz wie orban in ungarn hätte kickl österreich auf einen ultrarechten kurs gebracht und wohl kaum einen stein auf dem anderen gelassen.

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schwarmintelligenz? doesn´t exist!

dass donald trump erneut zum präsidenten der vereinigten staaten gewählt wurde, sorgt für erstaunen, unverständnis, verärgerung und verunsicherung. viele beobachter:innen fragen sich nun, was dies über die amerikanische gesellschaft aussagt und welche konsequenzen dieser wahlsieg für europa und die welt haben wird. die tatsache, dass die wähler:innen sich gegen die amtierende vizepräsidentin kamala harris und für den polarisierenden republikaner entschieden haben, zeigt, wie tief die spaltung in den usa verankert ist. dieser wahlausgang wirft nicht nur fragen über die qualität der demokratie und den zustand der schwarmintelligenz auf, sondern hat auch weitreichende implikationen für die internationale gemeinschaft.

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