verhaftungen nach anti-fekter demo

es fällt schwer, einen artikel aus der betroffenheit heraus zu formulieren, wenn es die eigenen söhne sind, die von donnerstag bis samstag im gefängnis sitzen mussten, weil sie gegen die menschenverachtende asylpolitik der aktuellen innenministerin fekter aufgetreten sind.

im zuge der kundgebung letzten donnerstag vor dem vortragssaal, in dem fekter ihre unsensiblen massnahmen propagierte, kam es zu den festnahmen, obwohl die demonstrantInnen völlig friedlich waren.

welche unglaublichen vorgänge dann die nächsten zwei tage ins laufen kamen, wird noch gesondert thema sein müssen. denn es ging offensichtlich darum, aus den beiden verhaftungen ein exempel werden zu lassen.

aber die verhaftungen und deren folgen dürfen uns nicht vom eigentlichen thema ablenken:
es geht um eine politik, die flüchtlinge als kriminelle darstellt, menschen in not als gefahr für unseren wohlstand verleumdet und aus der geschürten angst politischen machtgewinn erzielen will. dagegen ist aufzutreten. davon lassen wir uns nicht abbringen.

je populärer es wird, ausländerInnen, andersgläubige und migrantInnen kalter, politisch motivierter diffamierung auszusetzen, desto mehr ist es unsere pflicht aktiv dagegen aufzustehen.

ORF
http://salzburg.orf.at/stories/416294/
SALZBURGER NACHRICHTEN
http://is.gd/6jYSy
KRONE
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RADIOFABRIK
http://is.gd/6kqJV

festtage und jahreswechsel

ich möchte mich an dieser stelle bei allen leserInnen meines blogs bedanken!
es ist für mich sehr spannend zu sehen, wie sich dieses experiment blog innerhalb eines halben jahres entwickelt hat. mehr als einmal hätte ich am liebsten mein motto für diesen blog auch unter die kommentare geschrieben: we are what we share!

in den kommenden tagen feiern wir und wechseln in ein neues jahr. ich freue mich auf eine wohlige auszeit und viele momente im kreise von familie und freundInnen. in dankbarkeit darüber, dass dies möglich ist wünsche ich euch allen ebenso möglichst viel zeit zur einkehr und bewussten wende in ein neues jahr.

also: schöne feiertage und einen guten start ins zwanzigzehn!

weltfrieden

advent advent
ein kindlein brennt
steigende aktienkurse in frankfurt
erst eins in kabul
ideale auftragslage bei sicherheitsdiensten
dann zwei in kundus
die allianz des friedens wird immer grösser
dann drei in kandahar
playboyhasen entkleiden sich auf dem flugzeugträger
dann vier in den bergen
wir alle – ja wir alle – die demokratische welt ist angegriffen worden
war dein vater ein taliban
dann seid selbst ihr als kindlein dran

advent advent
ihr kindlein brennt
uns wird ganz warm

(2001)

2 oder 3 grad oder wie?

manche hatten grosse erwartungen in den gipfel von kopenhagen. aber aus hopenhagen wurde ein desaster. keine wirklichen ergebnisse, sondern nur mit teurem aufwand erzeugte pr-meldungen für jene, die wir ohnehin jeden tag freihaus geliefert bekommen.

die kritik an diesem gipfel muss hier nicht wiederholt werden. eher will ich mein augenmerk auf kleine zwischentöne legen, auf stimmungen, die mir durch die meldungen hindurch zu dringen scheinen:

die grossen usa und china und die auch noch mitspieldende eu mussten zur kenntnis nehmen, dass zahlreiche vertreterInnen der sogenannten „entwicklungsländer“ ganz und gar nicht in der stimmung waren, sich harte bestimmungen gefallen zu lassen, die von präpotenten mächtigen den abhängig schwachen diktiert werden. vermutlich macht auch da der ton die musik. und das eigene vorangehende beispiel wäre auch nicht schlecht.

also wird es in zukunft nicht nur um die frage gehen, welches ziel wir klimatechnisch haben, ob 1,5 oder 2 oder 3 grad erwärmung nicht überschritten werden sollen, sondern auch wie, in welchem ton, mit welcher umgangsform wir diese ziele erreichen wollen.

vielleicht besteht die chance, grundsätzlich was zu ändern. nicht nur in der ökologie, sondern auch in der philosophie. wann, wenn nicht beim thema klimawandel, könnte uns endlich bewusst werden, dass wir uns alle auf gleicher augenhöhe treffen müssen. eine erfolgreiche ökologie wird immer auch sozial sein müssen. der weg dorthin kann nicht durch einseitige vorgaben von oben, sondern nur aus solidarischem handeln enstehen.

wie schwul darf ein schüler sein?

ein ahs-lehrer beschwert sich über einen schüler, weil dieser schwul ist. da seine beschwerden weder den schüler noch die welt verändern, landet der schüler zu einer aussprache bei der direktorin der schule. und was ist das ergebnis?

die direktorin fordert doch glatt den schüler auf, er möge doch bitte nicht so sehr schwul sein, sondern vielleicht nur ein bisserl. denn es würde die mitschülerInnen stören, wenn er immer so schwul sei.

so geschehen in einer ahs in salzburg und nicht vor 40 oder 20 jahren, sondern in diesen tagen, also im hier und jetzt.

anscheindend wird niemandem von den agierenden klar, wie unglaublich und menschenverachtend ihr vorgehen ist, wie schlimm dieser umgang für den betroffenen schüler sein muss. die botschaft, dass schwul sein etwas ist, das peinlich sei, eher versteckt gehört oder lieber nicht stattfinden sollte, wird einem jungen menschen – und vielen anderen jugendlichen, die diesen vorgang beobachten müssen – zugemutet. dass es immer wieder zu mobbing und hänseleien kommt, nur weil ein schüler sich als schwul zu erkennen gibt, scheint niemanden zu alarmieren.

das reizwort „menschenrechte“

in den letzten tagen und wochen haben mich die diskussionen rund um den „schweizer entscheid“ gegen minarette, rund um den krieg in afghanistan und um die kreuze in den schulklassen beschäftigt. dazu kamen noch zahlreiche diskussionen über die bedingungen, wie flüchtlinge bei uns leben und im schlimmeren fall abgeschoben werden. da landen auch kinder in schubhaft, unter schwerstem psychischen stress. menschen, deren einziges verbrechen es ist, nicht hier geboren zu sein, werden bei uns schlimm behandelt

selbstverständlich war bei all diesen themen nicht zu erwarten, dass alle einer meinung sind, alle wohlwollend und offen wären. aber die art und weise, der ton in dem mir da öfter zynisch und hart entgegnet wurde, beschäftigt mich sehr. da wird ein um sich greifender ungeist spürbar.

besonders alarmiert mich die weit verbreitete haltung zu den menschenrechten. diese scheinen das höchste luxusgut zu sein, das wir unter umständen den aller bravsten unter uns als belohnung für besondere verdienste zukommen lassen könnten. menschenrechte als rare kostbarkeit, die wir nicht einfach so unter das volk (oder gar darüber hinaus) ausstreuen dürfen.

umgekehrt könnte ich mir vorstellen, dass somanche, die „denen da“ oder „denen dort“ keine menschenrechte angedeihen lassen wollen, mir durchaus zustimmen würden, wenn ich fordern würde, dass „für alle ohne unterschied das gleiche recht ohne wenn und aber in voller härte und konsequenz zu gelten habe“.

also liegt es nicht am „recht“, es liegt am begriff „menschen“. die menschenrechte sind unpopulär, weil viele auch die menschlichkeit damit gemeint wissen. und genau diese menschlichkeit scheinen viele „den anderen“ nicht zu gönnen, als wäre sie unser hab und gut.

jedoch erst dann, wenn wir wirklich annehmen können, dass die menschenrechte für alle, immer und überall und unteilbar, unabwählbar und unverfügbar gelten, wird menschlichkeit möglich.

wer zwischen jenen menschen differenziert, die menschlichkeit verdient hätten und anderen, für die menschenrechte nicht oder nur bedingt gelten sollen, kann sein eigenes handeln nicht mehr als menschlich bezeichnen.

ist geld mit geld vergleichbar?

eigentlich ist es sogar die geplante funktion von geld. nämlich leistungen und waren unterschiedlichster art in eine referenz, in ein bezugssystem zu stellen.

also ist es nur ganz im sinne des geldes, geld mit geld zu vergleichen.

heute heisst eine schlagzeile im spiegel online:

„Vier-Milliarden-Euro-Defizit – Riesiges Krankenkassen-Minus belastet Versicherte“

einer pressemeldung von gestern ist zu entnehmen, dass die banken in der eu

„212 milliarden euro staatshilfen“ bekommen.

wohlgemerkt:

„In der Summe enthalten sind demnach die Vergünstigungen, von denen die Banken in Form verbilligter Gebühren für staatliche Garantien profitierten, nicht aber die Garantien selbst.“

allein die banken in deutschland erhalten so etwa 51 milliarden euro staatshilfen!

da 4 milliarden die fehlen, dort 51 milliarden die ganz schnell vorhanden waren…

nur noch eine frage:
sind solche relationen nicht krank?