100xniewieder für marko m. feingold

wir überreichen marko m. feingold die gesammelten 100xNIEWIEDER statements im rahmen einer multimedialen, performativen aktion. eintritt frei – eine produktion von literaturhaus salzburg und jennycolombo.com
mehr hier

100xniewieder foto: cristina colombo

marko m. feingold ist 100.
marko m. feingold setzt sich mit unglaublichem engagement für das NIE WIEDER ein, also dafür, dass wir aus den schrecklichen erfahrungen der shoa als gesellschaft lernen und daher das NIE WIEDER sicherstellen.

wir gratulieren von ganzem herzen und mit tiefem respekt marko m. feingold zu seinem 100. geburtstag und wollen ihm gemeinsam mit mindestens 100 anderen menschen unsere aktive stimme schenken:

100xNIEWIEDER ist eine aktion, bei der 100 menschen uns ihr persönliches kurzstatement schenken, in dem sie ihren persönlichen zugang zum NIE WIEDER formulieren. die aktion startet am 28.5.2013 und dauert 100 tage, jeden tag kommt eine aussage zu wort. zum abschluss der aktion werden wir dann die 100 statements gesammelt an marko m. feingold übergeben.

mit der aktion 100xNIEWIEDER wollen wir ein zeichen setzen, dass uns die überlebensgeschichte von marko m. feingold und seine unbändige energie, mit der er sich von der ersten nachkriegsstunde an bis heute für das NIE WIEDER einsetzt, ein auftrag ist, dem wir uns verpflichtet fühlen.

dies kann niemand von uns allein, sondern immer gemeinsam mit anderen. deshalb auch die symbolische verbindung mit 100 menschen, die ihr persönliches NIE WIEDER formulieren.

cristina colombo und bernhard jenny

100xniewiederLOGOSMALL

28.5.2013: matthias cremer

Ein NIE WIEDER sichern wir am besten durch offene Augen und offene Arme.

matthias cremer, pressefotograf
http://derstandard.at/Photoblog

29.5.2013: susanne scholl

ein nie wieder sichern wir am besten, indem wir nicht wegschauen und weghören. indem wir wach bleiben und immer dort laut schreien, wo menschen verfolgt werden und in not geraten.

susanne scholl, freie journalistin und autorin
www.susannescholl.at

30.5.2013: alexander pollak

Ein NIE WIEDER sichern wir am besten durch Offenheit für Kritik und die Fähigkeit zur Selbstkritik.

alexander pollak, sprecher von sos mitmensch
www.sosmitmensch.at

31.5.2013: irene suchy

Ein NIE WIEDER sichern wir nicht; als skeptische By-stander, als immer wieder Nachfragende und Aufschreibende, tragen wir die traurige Gewissheit der Möglichkeit mit uns in die Geschichte.

irene suchy, präsentatorin, dramaturgin und musikwissenschaftlerin
http://www.irenesuchy.org/

1.6.2013: michael genner

NIE WIEDER – das heißt heute in Österreich und Europa, gegen den staatlichen Rassismus zu kämpfen und für die Rechte der Geflüchteten und Eingewanderten einzutreten.

michael genner, asyl in not
http://www.asyl-in-not.org/

2.6.2013: renate burtscher

mein Beitrag zu einem „NIE-WIEDER“ kann nur darin bestehen, genau hinzuschauen, mich nicht mit glatten Antworten der Politik zufrieden zu geben, nachzufragen, wo immer ich kann, mich mit-verantwortlich fuehlen, wo immer ich kann und NIE sage: da kann man eh nix machen.

renate burtscher
ö1-moderatorin und musikvermittlerin aus leidenschaft

3.6.2013: paul gulda

Die Geschichte meiner Familie macht den Gedanken NIE WIEDER für mich zur Selbstverständlichkeit. Als Musiker muss ich hinhören, auch in die scheinbar ferne Vergangenheit – und auf das Heute aktiv reagieren, meine Stimme hörbar machen.

paul gulda
pianist und musikpädagoge

4.6.2013: corinna milborn

NIE WIEDER: Dazu haben wir die Pflicht, niemals einen Unterschied zu machen zwischen Menschen verschiedener Herkunft. Niemals Kategorien zuzulassen, die manchen die Existenzberechtigung in diesem Land absprechen. Und immer vehement aufzuschreien, wenn Menschen verhaftet und deportiert werden, nur weil ihre Pässe die falschen Stempel tragen.

corinna milborn, autorin, journalistin und moderatorin
http://www.milborn.net/

5.6.2013: georg breinschmid

Weil manch Nie Wieder geglaubtes vielleicht gerade wieder vor der Tür steht, und manchmal schon leise klopft. Weil Nie Wieder immer wieder passieren kann… und Werte wie Demokratie und Freiheit immer wieder neu erkämpft werden müssen.

georg breinschmid, kontrabassist, komponist und jazz-musiker
http://www.georgbreinschmid.com

6.6.2013: simone pergmann

wie sichere ich ein nie wieder:
indem ich immer wieder meine stimme erhebe, wenn menschen ausgegrenzt, misshandelt und verfolgt werden.

simone pergmann, sängerin
http://simonepergmann.at

7.6.2013: christian schüller

nie wieder sollten wir aufhoeren uns im spiegel der anderen zu erkennen!

christian schueller
seit 1980 als auslandskorrespondent
in den usa, lateinamerika, der sowjetunion und zur zeit in der tuerkei und in iran

8.6.2013: barbara herbst

Ein NIE WIEDER ist ein Auftrag. Für mich, für viele. Manchmal ist es mühevoll, den einfachen Antworten nicht auf den Leim zu gehen. Komplexität bildet aber die Mauer gegen Fremdenhass, gegen Diskriminierungen, gegen Ungerechtigkeiten. Die Bausteine dieser Mauer sind klare Worte und Mut, Mut nicht wegzusehen und gegen den Strom zu schwimmen. Auch wenn die Strömung stark ist.

barbara herbst
journalistin

9.6.2013: robert schindel

Vom Höllenfeuer des Jahrhunderts gehärtet und doch mit dem Humor aus altneuen Zeiten. Mazal tow. Marko für immer!

robert schindel, schriftsteller
http://www.schindel.at

10.6.2013: ed moschitz

ein nie wieder wird es geben, wenn wir stets augen und ohren offen halten und im entscheidenden moment bereit sind das zu tun, worueber wir immer so gerne reden.

ed moschitz, journalist und dokumentarfilmer
http://mamaillegal.com, schauplatz: am rechten rand

11.6.2013: ilse oberhofer

Nie wieder F A S C H I S M U S

10 mal 10 assoziationen

ilse oberhofer, journalistin

12.6.2013: hanno loewy

„Nie wieder“ – ich werde wehmütig wenn ich diese Worte höre. Aus dem absolut Bösen kommt nicht das absolut Gute, auch keine absolute Gewissheit. Das Böse kehrt nicht immer im gleichen Gewand wieder, wir müssen es immer wieder neu erkennen. Markos Gelassenheit und Menschlichkeit ragt in diese Ungewissheit hinein wie eine offene Frage, das ist wertvoller als jedes Bekenntnis.

hanno loewy, jüdisches museum hohenems
http://www.jm-hohenems.at/

13.6.2013: margarete nezbeda

NIE WIEDER: Lernen wir aus den Fehlern der Generationen von gestern zum Schutz der Generationen von morgen! Gehen wir mit offenen Augen durch die Welt: Geschichte wiederholt sich, doch nie 1:1.

margarete nezbeda, fachdidaktikerin
http://www.sprachenlernen-mit-dem-esp.at

14.6.2013: doron rabinovici

NIE WIEDER, bedeutet, gegen all das aufzutreten, was einst bereits zu Auschwitz führte. Nach 1945 wurde die Parole geprägt: „Den Anfängen wehren!“ Die Erfahrung zeigte, wie wichtig es war, sich der Barbarei entgegenzustellen, ehe sie an die Macht gelangt war, denn danach war es bereits zu spät. Deshalb ist es wichtig, gegen Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsleugnung die Stimme zu erheben, sich für jene einzusetzen, die vor Massenmord, Folter und Verfolgung fliehen, um bei uns Zuflucht zu finden. Der Kampf um die Menschenrechte muß lokal und global zugleich geführt werden.

Marko M. Feingold ist ein Mensch, ist ein Hundertsassa, der uns Mut macht. Sein Überleben ist ein Triumph über die Massenmörder. Marko Feingold ist nicht verstummt, sondern erzählt uns von dem, was einem die Sprache verschlägt. Ja, mehr noch: Er verlor nicht die Lust am bloßen Dasein und nicht seinen Humor. Er, der Hundertjährige, hat eine hundertmal bessere Erinnerung, als jene Burschenschafter, die selbstvergessen die Geschichte leugnen. Er läßt die Bubenpartien alt aussehen. Er ist uns ein Ansporn, um geistesgegenwärtig zu bleiben und um dem Unrecht die Stirn zu bieten.

doron rabinovici, schriftsteller, essayist und historiker.
http://www.rabinovici.at

15.6.2013: edith friedl

Für mich bedeutet das NIE WIEDER, über den Tellerrand der ’schmalen‘ antifaschistischen Abwehr des Rechtsradikalismus zu schauen und zu erkennen, dass dessen Gift bis in die Mitte der Gesellschaft und Politik einsickert. Faschismus zu bekämpfen, heißt daher, auch den Kapitalismus zu hinterfragen, der letztendlich die Wurzel dieses unbeschreiblich menschenverachtenden Übels ist.
Wird das erkannt, kann auch das NIE WIEDER ein wirklich Effzientes werden.
Danke Marko M. Feingold für Ihr unermüdliches Engagement!.

edith friedl, architektur- und kulturkritikerin

16.6.2013: rochus gratzfeld

NIEwieder. NIE. niewiederFARBENblind. niewieder ohneGEHÖR. niewieder ohneSPRACHE. Niewieder ohneTAT. damit dieUNTATdesGRAUENS niewiederREALITÄTwird. wenngleich ihr braunGRAUENhafter schatten schon wieder. aberNIEwieder.

rochus gratzfeld, honorardozent und freischaffender künstler. salzburg und sarród.

17.6.2013: livia klingl

mit dem nie mehr mehr wieder bin ich aufgewachsen. ob ich aber auch damit meine tage beenden werde, wer weiß. das unmenschliche wechselt nur gewand und opfer.

livia klingl, journalistin und autorin

18.6.2013: hannah lessing

Marco Feingold

Ohne Dich wäre unsere Arbeit unnütz
Jede/r Schüler/in erinnert sich an Dich
An
Deine Worte
Deine Stärke
Dein Mensch sein

Du bist uns allen ein Vorbild

An Güte
An Verständnis
An Humor
Deine Augen strahlen all das aus

Dafür danke ich Dir

Du wunderbarer Mensch
Den ich kennen lernen durfte
Du hast mich so vieles gelehrt
Ohne jemals es für Dich in Anspruch zu nehmen
Aus Deinem Herzen
Aus Deinem Innersten

Weil Du der Jugend eine gute Zukunft geben willst
Gibst Du ihnen alles
Danke

hannah m. lessing
generalsekretärin
nationalfonds der republik österreich für opfer des nationalsozialismus
allgemeiner entschädigungsfonds
und
fonds zur instandsetzung der jüdischen friedhöfe in österreich
http://www.nationalfonds.org

19.6.2013: tomas friedmann

NIE WIEDER wegschauen – für 100 jahre

tomas friedmann, engagierter leser, segler & taenzer in freundschaft
www.literaturhaus-salzburg.at

20.6.2013: cecily corti

Nie wieder – ich möchte so gerne daran glauben! Wieviel Unrecht, wie viel Leid haben wir seither mitansehen müssen? Wieviel Aufrufe und Demonstrationen erlebt? Das nie wieder beginnt im täglichen Miteinander – daran glaube ich.

cecily corti
http://www.vinzirast.at

21.6.2013: florian klenk

Ein ,nie wieder‘ sichern wir, indem wir sand im getriebe sind – und nicht das öl.

florian klenk, chefredakteur
http://www.falter.at

22.6.2013: johannes reiss

So wie die Erinnerung an die Shoa ins kollektive Gedächtnis der Menschen eingegraben ist, muss auch die Maxime „Nie wieder!“ kollektiv getragen sein.
Möglich wird dies aber nur durch eine nicht selektive, sondern umfassend wahrgenommene Erinnerungskultur, die es schafft, mit dem Trauma der überkommenen historischen Erfahrung postiv und lebendig umzugehen und die statt Schlagwörter und leerer Rituale ihren Focus auf das „Wie“ legt.

johannes reiss, österreichisches jüdisches museum in eisenstadt
http://www.ojm.at/

23.6.2013: peter weibel

„Nie wieder“ ist explizit die Negation von Wiederholung, die Angst vor Wiederholung, das Verbot von Wiederholung, die Verfluchung von Wiederholung, das Versprechen der Nicht-Wiederholung.

„Nie wieder“ verrät gleichzeitig und implizit das Wissen, dass es zur Wiederholung kommt, ist also Ausdruck des Kampfes gegen die Wiederholung.

„Nie wieder“ heißt: Ich weiß, das, was ich nicht will, kommt wieder, aber ich bin dagegen.

„Nie wieder“ ist also Ausdruck des unendlichen, sich wiederholenden Widerstands gegen die Wiederholung.

„Nie wieder“ wiederholt sich immer wieder.

peter weibel, künstler. kurator. medientheoretiker
karlsruhe und wien
http://www.peter-weibel.at/

24.6.2013: ludwig laher

Erinnern ist ein Lebensmittel, das nicht allen schmeckt. Aber gesund ist es. Besonders im Hinblick auf die Zukunft. Marko Feingold ist dafür der beste Beweis.

ludwig laher, schriftsteller
http://www.ludwig-laher.com

25.6.2013: isabella mader

Der Mensch wiederholt Fehler. Warum?
Der Therapeut sagt: „Offenbar war‘s nicht schlimm genug, sonst würdest Du handeln.“
Nun, es war schlimm genug.
Gegen etwas zu sein, ist allerdings kein erfolgreiches Konzept.
Um die Zukunft zu gestalten, die wir haben wollen, braucht es kein NIE WIEDER, sondern ein IMMER WIEDER – und zwar täglich das zu praktizieren und zu behüten, was wir in Zukunft haben wollen: GLEICHHEIT der RECHTE und eine Grundhaltung der WERTSCHÄTZUNG. IMMER WIEDER.

isabella mader
http://about.me/othertwice

26.6.2013: armin wolf

Der Zustand der gesamten menschlichen Moral läßt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: We ought to. But we don’t.

(Kurt Tucholsky)

armin wolf, journalist und moderator
http://about.me/arminwolf

27.6.2013: andrea holz-dahrenstaedt

NIE WIEDER ist nicht nur eine Frage der Vergangenheit, sondern ein aktuelles politisches Thema. Kritische Menschen mit Rückgrat, Zivilcourage und Mitgefühl entwickeln sich am besten dort, wo der Staat Kinder- und Menschenrechte achtet und jede/r! echte Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben hat.

andrea holz-dahrenstaedt, kinder – und jugendanwältin
http://www.kija-sbg.at

28.6.2013: georgia schultze

NIE WIEDER – das heißt wachsam bleiben

georgia schultze, journalistin

29.6.2013: brigitte fuchs

Die Welt ist eine schlechte – aber wir können sie besser machen. Mit Hirn, Herz, Überzeugung und Mut. Wir können nicht nur, wir müssen!!! Damit nie wieder geschehen kann, was geschehen ist!

brigitte fuchs, journalistin

30.6.2013: elisabeth kulman

NIE WIEDER sich selbst verleugnen, NIE WIEDER unecht sein müssen, NIE WIEDER ausgeliefert sein, NIE WIEDER getreten werden. Immer wieder ein RESPEKTVOLLES MITEINANDER auf Augenhöhe, immer wieder WERTSCHÄTZUNG, immer wieder SOLIDARITÄT, immer wieder MENSCHLICHKEIT, immer wieder LIEBE!

elisabeth kulman, mezzo-soprano, contralto
http://www.elisabethkulman.com

1.7.2013: hubert lepka

Nie wieder Krieg! Wenn das nur etwas einfacher wäre. In fiesen Situationen kann es vorkommen, dass nur Gewalt der Gewalt Einhalt gebietet. Ich wünschte mir einen weisen Leviathan, der nie wieder die Grausamkeit an die Macht lässt. Der den Lohn der Grausamkeit glatt enteignet.

hubert lepka, lawine torrèn
http://www.torren.at/

2.7.2013: ursula liebing

NIE WIEDER. Nie wieder? Eine fast schon vermessene Hoffnung angesichts der selbstverständlichen Ausgrenzungen die wir tagtäglich beobachten können, wenn wir offenen Auges durch unseren Alltag gehen, oder die wir erleben müssen, wenn wir zu den anderen gehören. NIE WIEDER braucht die Offenheit, sich be-rühren zu lassen von den alltäglichen Zumutungen, und NIE WIEDER kann nur wirklich werden im unermüdlichen und (all)täglichen Widerstand gegen Ausgrenzung und Rassismus.

ursula liebing, plattform für menschenrechte salzburg
http://www.menschenrechte-salzburg.at/

3.7.2013: gunther trübswasser

„NIE WIEDER“ ist gelegentlich ein Bekenntnis, das nur allzu leicht über die Lippen geht. In Wahrheit aber ist es ein Auftrag, der sehr viel Mut und Beharrlichkeit erfordert und der nie als erledigt zu betrachten ist. Gemeinsam mit „ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH AN WÜRDE UND RECHTEN GEBOREN“, ist es der Wesenszug unseres Menschseins, unseres menschlich Seins.

gunther trübswasser, vorsitzender sos-menschenrechte
http://www.sos.at

4.7.2013: daniela natascha van ast-zgambo

für ein NIE WIEDER erlaube ich mir keine sekunde unachtsamkeit, die angst vor einem wieder, ist so groß, dass ich sie einfach überwinden muss. dieses NIE WIEDER habe ich erkannt, ist kein zustand, sondern ein prozess, den man täglich, ein leben lang, anstoßen muss. das WIEDER, existiert unabhängig, das NIE ist meine verantwortung als mensch.

daniela natascha van ast-zgambo
pädagogin, energetikerin und politische aktivistin

5.7.2013: renata schmidtkunz

Menschen wie Marko Feingold bewundere ich. Denn sich für ein „Nie wieder!“ einzusetzen bedeutet, immer wieder aufs Neue genau zu analysieren, was in unserer Gesellschaft vor sich geht und gegen jede Form der Menschenverachtung das Wort zu erheben und zur Tat zu schreiten. Denn dass Menschenverachtung nie wieder passieren wird, daran glaube ich nicht.

renata schmidtkunz
journalistin, filmemacherin, moderatorin

6.7.2013: josef p. mautner

Marko Feingold ist für mich mit seiner ganzen Person ein lebendiges Zeichen gegen die Verachtung der menschlichen Würde, die auch hier und heute nicht aufgehört hat, destruktiv wirksam zu sein. Sein und unser aller Engagement macht Kraft und zugleich Ohnmacht der Menschenrechte sichtbar. Denke ich an ihn, so denke ich an die von Hannah Arendt beschriebenen „Aporien der Menschenrechte“ und sage: NIE WIEDER darf ein Mensch sein Recht verlieren, Rechte zu haben – und sie in Anspruch nehmen zu können!

josef p. mautner, menschenrechtsarbeiter
http://www.josefmautner.at

7.7.2013: max rieder

„Nie wieder“ nur statische Gedenk- und Erinnerungstafeln an Wänden, Plätzen und Höfen.
Sondern auch – „Nie wieder“ als dreidimensionale Reflexion, zeitgenössisch – wie beispielsweise die politisch, verhinderte „Lichtskulptur am Residenzplatz“ als Mal zur einzigen österreichischen Bücherverbrennung am Salzburger Residenzplatz.

maxRIEDER
ArchitekturWasserStadtLandschaft&Gestaltungsprozesse
http://maxrieder.at

8.7.2013: brigitte bailer

„Nie wieder“ bleibt Wunsch, Hoffnung und Programm. Menschen wie Marko Feingold haben unendlich viel dafür geleistet. Es liegt nun an uns und den nächsten Generationen, das „Nie wieder“ nie aus den Augen zu verlieren und alles daran zu setzen, das Programm zur Wirklichkeit zu machen.

brigitte bailer
dokumentationsarchiv des österreichischen widerstands
documentation archive of austrian resistance
http://www.doew.at

9.7.2013: editta braun

Schreien, sprechen, rufen, tanzen, spielen. Provozieren, argumentieren. Erinnern, Verbindungen herstellen. Erkennen, diskutieren, aufmerksam machen – share. Nicht schweigen, nicht still sein. Riskieren. We are not alone.
Also für mich: politisches Tanztheater machen und junge Leute beeinflussen versuchen.

editta braun, choreographin
http://www.editta-braun.com

10.7.2013: isolde charim

„Nie wieder“ – das war eine Losung, ein Schwur, ein Appell. Heute kommt es leichter von den Lippen. Die Inbrunst lässt sich nicht aufrechthalten, aber vielleicht das Bewusstsein für Bedrohungen und Gefahren. Dann verkommt „Nie wieder“ nicht zur Phrase.

isolde charim, publizistin

11.7.2013: jacqueline godany

Es gibt leider genug zu lernen aus der Geschichte. Genug, um sich verpflichtet zu fühlen, den Kindern vorzuleben: Nie wieder. Denn die Gefahr besteht immer wieder.

jacqueline godany, fotokünstlerin
http://www.godany.com

12.7.2013: roland haas

NIE WIEDER – der Blick in die Geschichte der Völker und Kulturen macht mich bescheiden vor diesem Ausruf. Der Blick in die Geschichte und Kulturen zeigt mir aber auch: dort, wo Kinder liebevoll, zuwendend, respektvoll und in Freiheit erzogen werden haben sie als Erwachsene mehr Empathie, mehr Anteilnahme, mehr Respekt vor anderem Leben und dem guten Recht anderer und können und wollen damit Zwang, Verachtung und Vernichtung schlecht ertragen.
So kommt für ein NIE WIEDER alles auf diese Grundlagen an.

Sie werden in der allerfrühesten Kindheit gelegt.
Die Kultur der Erziehung von Kindern zeigt, dass genau das oft fehlte – und fehlt. Für den deutschsprachigen Kulturraum hat vordem ein „Schwarzbuch der Pädagogik“ aufgelistet, was man Kindern im sog. Kaiserreich oder auch der Weimarer Republik als Erziehung zugemutet hat, aber auch heute denkt man mit Befremden oder Entsetzen daran, dass Mediziner noch 1950 dran glaubten, kleine Kinder hätten kein Schmerzbewusstsein oder Pädagogen in den sechziger Jahren, dass die normative Erziehung zum Rechtshänder richtig sei.
Politik fängt reell so früh an: mit guter Zuwendung für Kinder, in der Vermeidung von Traumata in diesem Lebensabschnitt. Damit kann die Fähigkeit zur Freiheit und Humanität überhaupt erst als psychische Wahrheit in einem Leben konstituiert werden und in Folge das kraftvolle Eintreten dafür. Das ethische Versagen vieler Akademiker und Kunstliebhaber und Kunstausübender in der NS Zeit zeigt genau das: Schul-Bildung allein und Wissen nutzt hier nichts.
Es ist aber selbst heute wenig zu sehen, dass die Organisation der westlichen Gesellschaftskultur dieser „Grundlagenpolitik und Bildungspolitik“ besonders Rechnung tragen würde. Zumeist muss diese Möglichkeit überhaupt erst erkämpft werden. Sind solche ‚freien’ Menschen überhaupt ein Ziel der praktizierten Familien- und Bildungspolitik?

roland haas
http://www.roland-haas.net

13.7.2013: karl müller

IMMER WIEDER Marko M. Feingolds Skepsis, seine Ironie, sein aufbauendes und Erkenntnis förderndes Feuer, seine Weisheit, seine Verschmitztheit, IMMER WIEDER seine Wachheit und Tatkraft für das NIE WIEDER.

karl müller
http://www.kmueller.sbg.ac.at/

14.7.2013: albert lichtblau

NIE WIEDER Faschismus, nie wieder Genozid – das wäre zu „schön“ gewesen, um wahr zu sein. Fakt ist, dass die Menschen auch vom Bösen gelernt haben. Wir sollten uns da nichts vormachen, das wäre frustrierend. Dieses NIE WIEDER hat vorerst verloren – Ruanda, Kambodscha, der Krieg in Ex-Jugoslawien mit Srebrenica in unserer Nähe usw.

Es scheint immer noch leicht, „ANDERE“ zu hassen, zu gehorchen, mitzutun, kollektive Rache auf Grund von propagierten Feindvorstellungen üben zu wollen. Das alles ist beängstigend, aber fundamental menschlich. Dennoch: Wir müssen darüber reden. Genau dies hat Marko M. Feingold, der dem Schrecken des Holocausts entkam, getan. Sein ihm so wichtiger Bruder wurde ermordet. Marko M. Feingold überlebte, ist nun mehr als 100 Jahre alt. Das sei kein Wunder, sondern Zufall, so Feingold im O-Ton. Dass jemand mit so einem Schicksal so spitzfindig, witzig, provokant sein kann, tut gut. Nicht alle wurden gebrochen, und das gibt Hoffnung.

Wenn es darum ging, etwas gegen die Mauer des Schweigens zu tun, war Marko M. Feingold eine wichtige Stütze in der Provinz, ein lebendes Zeugnis dafür, dass all diejenigen, die nichts gewusst haben wollten, die angeblich nirgends dabei waren, die nicht nachdenken wollten und gleichsam schreiend mit ihrem „es sei schon genug darüber geredet worden“ schwiegen, nicht recht hatten.

So absurd dies klingen mag, aber auch dafür steht Marko M. Feingold: Wir sollten NIE VERGESSEN, wer die Täter und Täterinnen waren und was sie zu diesen machte. Ohne sie hätte es die Opfer nicht gegeben. Es ist klar: Besonders die Opfer sollten wir NIE VERGESSEN, auch wenn sie oft nur in den Erzählungen der Überlebenden, wie derjenigen von Marko M. Feingold fortleben.

Darüber nachzudenken hilft beim Nachdenken über die Gegenwart: Es gibt genug zu tun bis ein NIE WIEDER Realität werden kann!

albert lichtblau
zentrum für jüdische kulturgeschichte, universität salzburg

15.7.2013: cornelius obonya

„Nie wieder!“ … muss und soll es heißen, im Namen aller, die durch Antisemitismus umkamen. Danke Marko Feingold, für ihr Leben im Dienst der Menschen

cornelius obonya, schauspieler
http://www.corneliusobonya.com/

16.7.2013: rosa gitta martl

Immer wieder warst du bei unseren Gedenkveranstaltungen im Sammellager Maxglan oder Mauthausen und hast mit uns gemeinsam den Opfern des NS-Regimes gedacht.
In Zukunft soll es NIE WIEDER geschehen, dass du bei einem Mahnmal stehen musst, weil Menschen aus der Geschichte NICHTS gelernt haben, das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

rosa gitta martl, gründerin des verein ketani für sinti und roma
http://www.sinti-roma.at

17.7.2013: nicole sevik

NIE WIEDER bedeutet für mich, keine Einteilung mehr der Menschen in Ober- und Untermenschen, keine Kollektivschuld, kein Wegschauen bei Ungerechtigkeiten.
NIE WIEDER Antisemitismus.
NIE WIEDER Antiziganismus.
NIE WIEDER Rassismus.
Vielen herzlichen Dank für Ihren Mut, Ihr Engagement und Ihre Ausdauer.
But bacht ti sastaphen – Viel Glück und Gesundheit.

nicole sevik, generalsekretärin des verein ketani für sinti und roma
http://www.sinti-roma.at

18.7.2013: wojciech czaja

Drohnenangriff auf Pakistan. Schusswechsel in Damaskus. Bombenanschlag in der indischen Metropole Mumbai. Mann auf offener Straße massakriert. Erneut Foltervorfälle in Abu Ghraib. In Tel Aviv fliegt Bus in die Luft. Bürgerkrieg in Somalia. Entführung in Somalia. Enthauptung in Afghanistan. Erneut US-Soldat von Taliban enthauptet. Selbstverbrennung in Tunesien. Selbstverbrennung in Tibet. Flugzeug fliegt in Hochhaus. War on terror. Guantánamo wird nicht geschlossen. Russische Journalistin vor der Wohnungstür erschossen. Österreicher in Sana’a entführt. Irak droht mit Rückschlag. Bombenanschlag auf philippinischen Reisebus. Der Fall Lucona. Der Fall Omofuma. Von chinesischem Künstler fehlt jede Spur. Autobombe in Kabul. Pussy Riot hinter Gittern. Frau in öffentlichem Bus mit Metallstange vergewaltigt. Öffentliche Steinigung, Frau tot. Homosexueller Bub an Autokran gehängt. Tränengasangriff im Gezi-Park. Nordkorea droht mit Atomkrieg. Geheimdienst droht Ex-Mitarbeiter mit Todesstrafe. Erneut Schusswechsel zwischen Israel und Palästina. Pater vergreift sich an Bub, Kirche schweigt. Kampf zwischen Schiiten und Sunniten geht weiter. Apartheid. DDR-Todesstreifen. Iran/Irak. Golfkrieg. Mahmoud Ahmadinejad. Nicolae Ceaușescu. Hosni Mubarak. Alexander Lukaschenko. Muammar al-Gaddafi. Kim Jong-un. Massenvergewaltigung am Tahrir-Platz. Kein Ende im Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea. 14-Jähriger in Gefängniszelle vergewaltigt. Schon wieder. Türkische Polizei attackiert Demonstranten auf Taksim. Noch immer. Mann fällt auf U-Bahn-Gleis, alle schauen weg. Nie wieder was?

wojciech czaja
architekturjournalist, der standard

19.7.2013: alexandra tichy

NIE WIEDER: wir können es versuchen, indem wir aufmerksam hinschauen und hinhören und uns einsetzen mit Wort und Tat wenn Menschen, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexuellen Orientierung Unrecht geschieht! Diese Haltung unseren Kindern und Enkelkindern vorleben, die sie hoffentlich weitertragen!

alexandra tichy
schauspielerin

20.7.2013: guido güntert

NIE WIEDER heißt gleichzeitig IMMER WIEDER. IMMER WIEDER sich bewusst machen welche zerstörerischen kräfte tagtäglich auf dieser welt wirken und gegen diese tätig werden. IMMER WIEDER auf kleine diskriminierungen, die tagtäglich geschehen, aufmerksam sein und diesen mutig entgegen treten. IMMER WIEDER sich dessen bewusst sein, dass nur die vielfalt ein gedeihliches miteinander hervorbringt. IMMER WIEDER mensch sein! IMMER WIEDER – jeden tag!

guido güntert
geschäftsführer, lebenshilfe salzburg
http://www.lebenshilfe-salzburg.at

21.7.2013: sonja sitter

NIE WIEDER ist zweifellos von immenser Wichtigkeit, ja, kaum etwas ist so wichtig wie das. NIE WIEDER kommt leicht von den Lippen, NIE WIEDER ist relativ leicht GESAGT, NIE WIEDER ist aber oft recht schwer GETAN. NIE WIEDER braucht vor allem viel MUT. Ich muss aufbegehren, wenn die Roma aus dem öffentlichen Gebäude vertrieben werden in dem ich arbeite, ich muss mich einmischen wenn auf der Straße ein Afrikaner grundlos beschimpft wird, ich muss das Migrantenkind in der Straßenbahn vor dem Rassisten in Schutz nehmen. Der Mut zu den HANDLUNGEN des NIE WIEDER ist vermutlich wichtiger als all die gesagten Worte, denn die Opfer des SO-WIE-DAMALS lesen diese unsere Worte wahrscheinlich nie.

sonja sitter

22.7.2013: johannes wahala

NIE WIEDER in dem wir jede Form der Phobie und der Verachtung des Anderen couragiert benennen und öffentlich machen und uns einsetzen für eine Gesellschaft der Vielfalt, die auf Akzeptanz, Respekt und Gleichwertigkeit beruht.

johannes wahala, psychotherapeut, sexualtherapeut, coach
http://www.wahala.at

23.7.2013: claus tröger

Nie wieder heißt nicht nochmals von vorne beginnen.
Nie wieder verlangt, Geschichte ernst nehmen.
Nie wieder bedeutet Einsicht und Demut.
Nie wieder stellt die Frage nach einer bestimmenden Vergangenheit.
Nie wieder muss Zukunft ermöglichen.
NIE WIEDER sich des MENSCH SEINS SCHÄMEN.
Nie wieder Blut aus dem Gedächtnis waschen.
Nie wieder verleugnen wollen, dass man Teil der Geschichte ist.
NIE WIEDER: NIE WIEDER!
Immer wieder der freie Blick.

claus tröger, regisseur

24.7.2013: mercedes echerer

Zu allererst möchte ich Ihnen, lieber Marco Feingold zum Geburtstag herzlich gratulieren und
mich bedanke für Ihren unermüdlichen Einsatz – ein Leben lang!!!!
NIE WIEDER:
Wir schütteln den Kopf über jene die wegschauen, statt hinzuschauen…
Wir sind sprachlos über jene die schweigen, statt ihre Stimme zu erheben….
Wir sind entsetzt über jene, die unverbesserlich ihre apodiktischen Ansichten verteidigen….
….. anstatt mit ihnen zu reden.
Dialog mit den „Blinden“, mit den „Schweigenden“, mit den „Unverbesserlichen“.
Das ist mühsam, aber so versteh ich meinen Auftrag zum NIE WIEDER.

mercedes echerer, schauspielerin
www.eu-xxl.at
www.die2-online.com

25.7.2013: susanne plietzsch

Nie wieder, das ist wirklich leicht gesagt. Wie soll das gehen? Gewalt beginnt doch mit der Erfahrung von Verachtung, Geringschätzung, Ignoranz. Mit der Erfahrung, dass ich keinen mehr erreichen kann, mit grausamem Alleinsein. Mit der Chancenlosigkeit jeden Selbstbewusstseins. Aber wenn es gelingt, das aufzudecken, nach und nach die eigene Wahrheit und die eigene Geschichte zu finden – dann wird Gewalt unnötig. Manchmal ein langer, aber immer ein lohnender Weg.

susanne plietzsch, zentrum für jüdische kulturgeschichte, universität salzburg
http://bereschitrabba.hypotheses.org/

26.7.2013: friederike c. raderer

100 Jahre Leben
so viele Momente herzzerreißender Schönheit
unzählige Tage abgrundtiefen Leides
und dann doch wieder
Momente des Glücks
die Ahnung vom Paradies
gibt Gewissheit, dass
das Böse nicht siegt

100 Jahre Leben
ein Ansporn, die
Zumutung der Existenz zu ertragen.

Mein tief empfundener Dank für Ihr Vorbild!

friederike c. raderer, autorin, journalistin
http://www.fcraderer.com

27.7.2013: günter felbermayer

Antisemitische Witze am Wirtshaustisch, ausländerfeindliche Ressentiments, ausgrenzender Sprachgebrauch im Alltag: Es fängt mit sogenannten Kleinigkeiten an, die einen klaren Widerspruch mit NIE WIEDER benötigen.

günter felbermayer, journalist
http://eminenz.biz

28.7.2013: michael chalupka

„Nie wieder“ möge es Sonderrechte geben für die Abgesonderten und Ausgesonderten und ein Recht für die Rechthaber und Berechtigten, die sich das Recht herausnehmen und Menschen entrechten im Namen des Rechts. Sondern „das Recht möge fließen wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ (Amos 5,24) – für alle.

michael chalupka. diakonie österreich
http://www.diakonie.at

29.7.2013: beate mitterhuber

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Mahatma Gandhi

Das NIE WIEDER beginnt bei jeder/jedem Einzelnen. Es ist der Respekt, wie wir Menschen, uns fremden Kulturen, Religionen und Lebensphilosophien begegnen. Es ist die Offenheit, mit welcher wir vorurteilsfrei und interessiert auf andere zugehen. Es ist der Mut, mit dem wir gegen jegliche Form der Diskriminierung, (sozialen) Benachteiligung, des Mobbing und des Alltagsfaschismus eintreten.

beate mitterhuber
http://www.mitterhuber.at/

30.7.2013: marwan abado

Die Rechtfertigung „Wir haben es nicht gewusst“ darf NIE WIEDER als Argument für das Schweigen gegen Unrecht verwendet werden. Möge uns diese Herausforderung gelingen.

marwan abado
http://marwan-abado.net

31.7.2013: sonja schiff

NIE WIEDER heißt für mich die Stimme zu erheben, sobald Menschen als „Last“ oder „Kostenfaktor“ bezeichnet und zu Sündenböcken für politisches Unvermögen gestempelt werden. NIE WIEDER heißt für mich Widerspruch einzulegen, sobald Menschen ein Leben in Würde nur im Tausch für Produktivität und Leistung zugesprochen wird.

NIE WIEDER heißt für mich, dass jeder Mensch das Recht hat auf ein Leben in Würde:
Menschen auf der Flucht, Menschen mit Beeinträchtigungen, demente und pflegebedürftige Menschen, Andersdenkende, Andersglaubende, Andersliebende, Anderslebende.
JEDERMENSCH.

sonja schiff, gerontologin und altenpflegeexpertin
http://www.careconsulting.at

1.8.2013: peter haas

NIE WIEDER sagt sich so leicht – und dann kommen Nuancen, kleinmütiges Relativieren.
Ermutigt durch Menschen wie Marko Feingold wage ich ein klares NIE WIEDER und hoffe, dass es NIE WIEDER Zeiten geben wird in denen wir uns keine Nuancen erlauben dürfen.

Ivor Cutler: JUST A NUANCE
A man brought up on simple sounds and easy thoughts woke one night with a nuance in his brain. Unable to deal with it, he spoke it to a business associate with whome he was sharing the room and who dabbled in semantics for a hobby. Are you ill or something. Harry? he muttdered, switching on the light. Let me fetch you a glass of water. It’s all right. Just a nuance, whispered Harry. Go back to sleep. I’ll be all right in the morning.

peter haas, künstler und lehrer
http://www.salzburger-kunstverein.at

2.8.2013: gabriele rupnik

„Nie wieder sichern – wir dadurch, dass wir Erinnerungen wach halten, erkennen in welchen Verkleidungen uns Rassismus, Xenophobie und Hass alltäglich begegnet, hinsehen nicht wegsehen, reden nicht schweigen und Menschlichkeit und Toleranz täglich leben. Stereotype sollten nicht unsere Meinung beeinflussen. Ungerechtigkeit, Intoleranz und unmenschliches Handeln sofort ansprechen! Den Diskurs lebendig halten, Brücken bauen und versuchen Herzen zu öffnen.

gabriele rupnik, unternehmensberaterin und mediatorin
http://www.crossculturalmind.com/

3.8.2013: leo fellinger

NIE WIEDER bedeutet immer wieder hinsehen, sich immer erinnern, immer wieder in den Spiegel zu schauen, und immer und immer wieder jeder Benachteiligung und Diskriminierung mit einem klaren NEIN entgegenzutreten.

leo fellinger
http://www.leofellinger.at

4.8.2013: matthias erler

Nie wieder darf ein Menschenleben so wertlos sein!

matthias erler
moderator

5.8.2013: kurt palm

Der Nie-Wieder-Gedanke ist mir suspekt, weil er in seinem Absolutheitsanspruch etwas einfordert, was letztendlich nicht umsetzbar ist. Aus diesem Grunde stimme ich ungern in einen Chor ein, der den Nie-wieder-Gedanken doch ein bisschen überstrapaziert.

kurt palm, autor und regisseur
http://www.palmfiction.net

6.8.2013: christiane sauer

Alles Gute zum Geburtstag, sehr geehrter Herr Feingold!

Nie mehr möchte ich aus dem Blick verlieren,

  • dass die Saat der Gewalt breit in unserem individuellen und gesellschaftlichen Bewusstsein Wurzeln geschlagen hat
  • dass die Idee einer homogenen Gesellschaft immer Ausgrenzung schafft und praktischerweise Sündenböcke für die „Eingegrenzten“ bereithält
  • dass noch lange nach dem nationalsozialistischen Terror eine Ideologie vom perfekten Menschen und der perfekten Familie Kinder in Erziehungsheime brachte, wo sie erzogen und angepasst werden sollten, und ErzieherInnen ihre Menschenverachtung an ihnen ausleben konnten.
  • dass es auch heute Willkür, Vertuschung und Unrecht in vielen Formen gibt, gegen die wir auftreten müssen.
  • christiane sauer
    ombudsfrau gegen missbrauch und gewalt
    http://www.ombudsstellen.at

    7.8.2013: bernhard panhofer

    Es ist eine besondere Freude, Marko M. Feingold auf diese Weise nahe zu sein, mögen seine 100 Jahre alles unvorstellbare Grauen überstrahlen und ganz lang leuchten!

    nie wieder was: das kalte herz
    nie wieder wo: brüllverein
    nie wieder wie: blindlings
    nie wieder wer: ahnungslose
    nie wieder warum: uns zuliebe

    bernhard panhofer
    arzt für allgemeinmedizin, psychotherapeut

    8.8.2013: ursula dumnoi

    NIE WIEDER ist unser Ziel, das erreicht werden kann wenn wir weitergehen und immer mehr mit uns gehen, es immer mehr werden auch wenn uns manche aufhalten wollen! WIR gehen WEITER weiter und weiter und eines Tages wird es kein WIEDER mehr geben !!!

    ursula dumnoi
    verein schmetterling

    9.8.2013: gerhard greiner

    Nie wieder der Unmenschlichkeit und dem Hass Macht geben!

    gerhard greiner
    schauspieler, regisseur

    10.8.2013: edgar klein

    1991 in NYC – ich war damals vor Ort für eine wissenschaftlich-historische Videoproduktion verantwortlich – bei einem Interview mit Mimi Grossberg – sie hatte damals den Nachlass von Stefan Zweig im Original in ihrer Wohnung zur Aufarbeitung – sie wurde gefragt von Albert Lichtblau – „Mimi – warum hast du keine Kinder?“ Die Antwort war unter Tränen „Sie hätten sie doch wieder umgebracht“ – nach diesem Satz war ich dann sehr traurig und konnte vieles von dieser Dimension des Unglaublichen nachvollziehen.

    edgar klein

    11.8.2013: joachim bergauer

    Nie wieder, die eigene Wut auf andere richten. Nie wieder daran an der eigenen Ohnmacht und Unzulänglichkeit zerbrechen. Nie wieder nach dem geforderten Ja, ja sagen.

    joachim bergauer
    http://www.bergauer.cc

    12.8.2013: dagmar schindler

    NIE WIEDER, das Erbe unserer Eltern und Großeltern, angenommen haben dieses Erbe nur noch wenige,
    Christian Broda meinte dazu: Rassismus ist der neue Faschismus
    diese „faschistischen“ Auswüchse erleben wir täglich!

    Daher heute mehr den je!! NIE WIEDER… umgelegt auf 2013 muss es heißen, nie wieder menschenrechtsverachtende Asylbescheide, nie wieder Abschiebungen zurück zu den Verfolgern, nie wieder Verharmlosung von Verhetzungen,

    NIE WIEDER die Menschlichkeit vergessen!

    dagmar schindler
    menschenrechtsaktivistin

    13.8.2013: heinz schoibl

    NIE WIEDER bedeutet für mich (Geburtsjahr 1951):

    • die Erinnerung an die Jahre im Schatten des Schweigens
    • den Deckmantel des Nicht-Wissens, der über das Grauen des Nationalsozialismus gebreitet wurde
    • die Camouflage des „wir haben von nichts gewusst“
    • die Kritik an der amerikanischen Besatzungsmacht, weil diese dem Kommunismus zur Herrschaft über große Teile Europas verholfen hat
    • … … …

    NIE WIEDER erinnert mich auch an die ersten Brüche und Risse, die vereinzelt Licht in das Dunkel des NIE DAGEWESENEN brachten, wie etwa

    • das Gerücht, das sich (klammheimlich versteht sich) in der Runde der Mitschüler verbreitete, wonach unser Klassenlehrer in der Hauptschule im Rahmen der Entnazifizierung mit einem Berufsverbot belegt worden war (tatsächlich wurden wir aber nie aufgeklärt, warum es zu diesem Berufsverbot gekommen war und mit welcher Begründung dieses Verbot wieder aufgehoben wurde!)
    • eher zufällige Lektüre von Büchern wie „Ansichten eines Clowns“, „Draußen vor der Tür“ oder „Die Blechtrommel“
    • sowie – last but not least – viele Gespräche mit älteren FreundInnen und teilweise auch mit ZeitzeugInnen, die es mir letztlich ermöglichten, nicht nur hinzuschauen sondern auch aktiv das Gespräch, z.B. mit meinem Vater, einzufordern, dem es bis zu seinem Tod nicht möglich war, offen über seine Zeit im Nazi-Regime zu reden.

    NIE WIEDER bedeutet für mich, unter anderem in Erinnerung an meinen Vater (als Opfer wie Mit-Täter), die ständige Aufforderung, aufzupassen, wach zu sein, den Anfängen zu wehren und – vor allem – nicht zuzulassen, dass (wieder) ungerade für gerade verkauft wird. Für den Beitrag, den Marko Feingold dazu in seinem langen Leben und hoffentlich noch weiterhin leistet, möchte ich mich an dieser Stelle herzlichst bedanken.

    heinz schoibl
    http://helixaustria.com

    14.8.2013: irene brickner

    Die große Unsicherheit beim NIE WIEDER ist die Frage, ob wir erkennen, wann es beginnt, WIEDER zu sein. Ich meine, dass es Grundvoraussetzungen für Faschismus und Fremdenhass gibt, die nach 1945 in den europäischen Gesellschaften unverändert weiterbestanden haben. Das ist sehr gefährlich. Derzeit äußert sich das etwa in dem erschreckend weit, auch in „bürgerlichen“ Kreisen, verbreiteten Hass auf Roma, dem letzten alten Volk des Kontinents.

    irene brickner, journalistin und autorin

    15.8.2013: arno fischbacher

    Seine Stimme in der Öffentlichkeit zu erheben, um seine Meinung kundzutun, gehört zu den wichtigsten Grundrechten des Menschen. Gesagtes will aber auch gehört werden. Ich ermuntere oft dazu, auch leise Stimmen zu hören – auf dass NIE WIEDER das allzulaut Geschriene das Wichtige, Leise übertöne.

    arno fischbacher, stimmcoach, rhetoriktrainer, speaker und autor
    http://www.arno-fischbacher.com/

    16.8.2013: niko alm

    Was nicht hinterfragt werden darf, was als absolute Wahrheit immunisiert wird, was Kritik und Evidenz mit unbeweisbarer Behauptung mundtot machen will, stellt sich gegen das NIE WIEDER. Die Bemühungen diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen werden nie aufhören.

    niko alm, unternehmer
    http://www.alm.at/

    17.8.2013: daniela krammer

    Vergiss nie: der andere ist MENSCH.

    daniela krammer
    http://www.saxophone-affairs.at

    18.8.2013: erika pircher

    Vergiss nie: der andere ist MENSCH.Vom Alltagsverstand zum Widerstand. Es braucht Zivilcourage, um alltäglich hinzuschauen, sich aktiv einzusetzen – für Gerechtigkeit, Gleichheit, Vielfalt und Freiheit. Meine Mittel bestehen im Aufzeigen und Bearbeiten, in der Aktivierung von Ressourcen und dem Entwickeln und Stärken von Widerständigkeit – dies als ein Beitrag für ein NIE WIEDER

    erika pircher, organisations- und unternehmensentwicklerin und coach
    http://www.consalis.at

    19.8.2013: vladimir vertlib

    Die Erinnerung als kundige Wegbegleiterin durchs Leben; das Leben als Metapher für die Möglichkeit des scheinbar Unmöglichen. Das ist es, was Marko Feingold für mich verkörpert.
    NIE WIEDER ist ein hoher Anspruch. Man muss sich aber daran orientieren, dafür kämpfen, um irgendwann zumindest das Wort SELTENER aussprechen zu können…

    vladimir vertlib, schriftsteller
    http://vladimirvertlib.at/

    20.8.2013: elisabeth grammel

    NIE WIEDER nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen: IMMER zuhören, mutig sein, aufstehen, widersprechen und handeln. NIE WIEDER gleichgültig, kritiklos, unbeteiligt am rand stehen: IMMER mitfühlen, kritisch sein, sich einmischen. IMMER daran denken, dass ALLE menschen gleich sind in ihrem bedürfnis nach respekt, akzeptanz, würde und liebe. danke, MARKO FEINGOLD, dass sie da sind, uns lehren und stützen, nicht müde werden, uns ein gutes beispiel zu sein!

    elisabeth grammel
    lehrende an der pädagogischen hochschule salzburg

    21.8.2013: christine czuma

    NIE WIEDER ist jetzt.
    Karl Kraus konnte noch, sarkastisch, schreiben: „Mir fällt zu Hitler nichts ein.“
    Wir, heute jetzt, müssen eine Sprache finden zu solchen, die Andere hassen, zu rassistischen Populisten, zu autoritären Führern.
    Ich vertraue auf gemeinsame Phantasie und das Finden einer Sprache von Hundert und mehr.!

    christine czuma
    http://www.friedensbuero.at/

    22.8.2013: sabina hank

    „Der Weg ist weit und fern die Rast und Müdigkeit hat dich erfasst. Du willst die Augen schliessen. Und dennoch schliess die Augen nicht. Dem Sturme blick ins Angesicht- denn Du sollst alles wissen.“ (Jura Soyfer, „Sturmzeit“)

    „NIE WIEDER“- das uns jeden Tag mahnend im Spiegel begegnen soll- in aller Klarheit, in allem Bewusstsein, in aller Demut um das Wissen unserer Geschichte- und im gleichen Atemzug umgekehrt werden soll in ein: JA zu Verantwortung. JA zu Selbstcourage. JA zu bedingungslos gelebter Toleranz. JA zu Vielfalt. JA zu den bunten, feinen, und auch manchmal leisen Zwischentönen. Ein JA zum Hineinhören ins LEBEN.

    sabina hank, jazzmusikerin, komponistin, synästhesistin
    http://www.sabinahank.com

    23.8.2013: ursula spannberger

    Was ich mir wünsche, von anderen erhoffe und von mir selbst verlange ist offenheit und achtung in der auseinandersetzung, gewaltfreie kommunikation auch im streit, auch im stress, auch in bedrängnis der eigenen gefühle, wünsche und bedürfnisse.

    ursula spannberger
    architektin – mediatorin

    24.8.2013: norbert k hund

    Ich möchte auch eine Geschichte erzählen: Als ich 1966 in Salzburg in den Kindergarten kam, zeichnete ich unter dem Einfluss der vielen neuen Eindrücke ein Bild. In der Mitte befand sich ein Fleischwolf, in dessen Trichter wir Kinder von oben hinein geschlürft wurden. Unten kamen auf drei Förderbändern Dosen mit Fleisch, Flaschen mit Blut und Pakete mit Knochen heraus, welche sogleich auf Lastwagen verladen und anschließend ausgeliefert wurden. Zuhause erklärte ich meiner Mutter voller Stolz diese Zeichnung und sagte: „Das ist die Menschenvernichtungsmaschine.“ Sie nahm das Bild wortlos an sich und räumte es in einen Kasten, und auch auf spätere Nachfragen hin hat sie nie mehr etwas darüber gesagt. Ein schreckliches Schweigen!

    Wenn wir heute darüber nachdenken, wie wir die nächsten Generationen erziehen können, wie wir sie insbesonders gegen Gewalt und Grausamkeit schutzimpfen wollen, dann müssen wir uns ein Beispiel an Menschen wie Marko Feingold nehmen. Denn nur wer den Mut hat, auch von seinen abgründigsten Gefühlen wie Angst oder Schmerz freimütig zu erzählen, der vermag in jungen Menschen ihr ohnehin schon vorhandenes Mitgefühl anzuregen – und zu bestärken! Und gerade ein solches Einfühlungsvermögen – ohne Abspaltung der „negativen“ Emotionen – wird es dringend brauchen, wenn wir in Zukunft nicht neuen menschenverachtenden Ideologien auf den Leim gehen sollen. Also, nie wieder Schweigen – auch über das Schreckliche!

    norbert k hund
    jugend-kultur-radio
    http://blog.radiofabrik.at/artarium/

    25.8.2013: ferdinand morawetz

    Wenn ich so an meine Familie denke, habe ich alles was Österreich ausmacht in mir!
    Leider auch Menschen, die alles vergessen wollten und trotzdem nicht verzeihen konnten !
    Andere wieder, die gestorben sind, nur weil Sie nicht die richtige Religion hatten.
    Soldaten, die für Ihr Vaterland gestorben sind und dafür geehrt wurden, obwohl Sie gar nicht kämpfen wollten !

    Leider werden die Menschen nicht klüger und wenn ich mir heute Ägypten – Kairo, so anschaue oder Syrien, dann hat man nichts aus der Vergangenheit daraus gelernt!

    Trotzdem Danke an Herrn Feingold, wenn nur alle Menschen verzeihen könnten, so wie dieser Mann! Der den Mut hatte, in dieser Stadt weiter zu leben.

    Wenn ich die Messingsteine sehe und die Namen lese auf den Gehsteigen, dann leide ich jedesmal. Denn, war dieser Mensch ein Freund oder Freundin von meinem Großvater oder ……..!

    ferdinand morawetz

    26.8.2013: christa hassfurther

    NIE WIEDER soll es vorkommen verschleiernde Worte wie “handeln im humanitätsfreien Raum” für den erbarmungslosen Prozess der Abschiebung zu verwenden. Die Sprache ist der Verräter unseres Handelns. Schreiendem Unrecht einen neutral klingenden Namen zu geben, ist der erste Schritt in die Taktik des Wegschauens und Tabuisierens

    christa hassfurther
    http://www.bodiendsole.at

    27.8.2013: david röthler

    Trotz alltäglicher Betriebsamkeit innehalten, nachdenken, das Mögliche versuchen zu tun. Die eigene Meinung öffentlich vertreten – auch mit Unterstützung der Online-Medien. Wissen und Erfahrung weitergehen. Von anderen lernen. Zusammenhänge erkennen. Vergangenheit erforschen um die Gegenwart besser zu verstehen.

    david röthler
    http://david.roethler.at

    28.8.2013: anneliese rohrer

    NIE hätte ich gedacht, dass im vereinten Europa Antisemitismus, Rassismus und Verharmlosung WIEDER so offen und so unverschämt gelebt werden kann wie jetzt in manchen EU-Mitgliedstaaten. Das NIE WIEDER bekommt bei all den Appellen an Wachsamkeit und Hellhörigkeit einen hohlen Klang, wenn Antisemiten marschieren, Rassisten angreifen und Verharmloser andere lächerlich machen können – ohne jede gesellschaftliche Ächtung oder ohne politische Konsequenzen. Wenn die EU-Institutionen und die Mehrheitsbevölkerung in den einzelnen EU-Staaten sich nicht bald ihrer Verantwortung bewusst werden, kann eines Tages der Ruf WIEDER ungehört verhallen. NIE hätte ich gedacht, dass so bald der Satz „Wehret den Anfängen“ WIEDER so aktuell sein wird.

    anneliese rohrer
    journalistin

    29.8.2013: julya rabinowich

    NIE WIEDER muss auch tatsächlich NIE WIEDER sein, und nicht EVENTUELL NIMMER oder VIELLEICHT EINMAL oder AB UND ZU

    julya rabinowich
    http://www.julya-rabinowich.com/

    30.8.2013: manuela und michel widmer

    NIE WIEDER? – NIE WIEDER! Vielleicht können wir glaubhaft und nachhaltig zu einem gesellschaftlichen Klima beitragen, das im Umgang miteinander geprägt wird von dem Rat des englischen Philosophen und Friedensnobelpreisträger Bertrand Russell, der zu bedenken gibt:

    „Von Liebe bewegt und von Wissen geleitet ist gutes Leben“.

    manuela widmer
    musik- und tanzpädagogin, erziehungswissenschaftlerin, autorin

    michel widmer
    sozialpädagoge, musiker, schauspieler, clown und clowndoktor

    31.8.2013: emilie koller

    Ein NIE WIEDER setzt voraus, dass wir den Täter / die Täterin in uns immer wieder aufspüren und uns auf die Konfrontation einlassen. Erst wenn wir erkennen, dass wir alle auch das WIEDER in uns stecken haben, können wir langsam das NIE WIEDER erringen. Es ist harte Arbeit mit uns selbst.

    emilie koller

    1.9.2013: hildegund amanshauser

    NIE WIEDER heißt für mich für die Freiheit der Kunst einzustehen, für ein gutes Bildungssystem, für Barrierefreiheit und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Marko Feingold zeigt mir, dass es möglich ist.

    hildegund amanshauser
    kunsthistorikerin, direktorin der internationalen sommerakademie für bildende kunst salzburg

    2.9.2013: salome eckinger

    Kann es Krieg und Vernichtung zur Sicherung des Friedens geben? Erscheint absurd. Kann es Kriegstote wert sein, um dem Morden ein Ende zu setzen? Heute?

    Aber andererseits: wir wurden von Naziterror befreit. Viele Bomben waren nötig um das Wahnsinnsregime in die Knie zu zwingen. Wie wäre es ausgegangen, wenn niemand bombardiert, niemand einmarschiert wäre, wissend, dass das viele Menschenleben kosten wird?

    Ich wünschte mir ein NIE WIEDER. Aber ich fürchte, es bleibt ein frommer Wunsch.

    salome eckinger
    genealogieforscherin

    3.9.2013: cristina colombo

    das NIE WIEDER ist nur durch eine erziehung zu demokratie zu sichern.

    meine aufgabe als lehrerin, junge menschen zu demokratInnen zu erziehen, wird jedoch verhöhnt, wenn ich selbst in einem schulsystem arbeite, das weder lehrerInnen noch schülerInnen demokratie erfahren lässt. solange das so bleibt, ist auch das NIE WIEDER nicht gesichert.

    das leben und engagement von marko m. feingold ermuntert mich täglich – trotz aller widrigkeiten – die friedensarbeit nicht aufzugeben.

    cristina colombo
    sonderpädagogin, creativeARTdirector

    4.9.2013: bernhard jenny

    als wir die aktion 100xniewieder für marko m. feingold starteten, war uns noch nicht bewusst, dass die hundert tage nach dem 100sten geburtstag exakt zu rosh hashana enden. wir nehmen es als glückliche fügung und als wunderschönes symbol:

    marko m. feingolds engagement ist niemals nur zurückgewandt, nur in die vergangenheit blickend, sondern immer einer besseren zukunft gewidmet, einer zukunft, die im bewusstsein über das schreckliche der vergangenheit mut machen soll, ein leben in frieden, demokratie und respektvoller annahme aller menschen zu gestalten.

    dank gilt allen, die hier mitgewirkt und ihre persönlichen gedanken veröffentlicht haben. es war die letzten 100 tage faszinierend, immer wieder neue menschen für dieses projekt zu gewinnen, ihre überlegungen kennenzulernen und die wachsende vielfalt zu beobachten. wir werden eine gelegenheit finden, die vielen verschiedenen wünsche in gesammelter form an marko m. feingold zu überreichen. dazu melden wir uns dann nochmals bei allen, die hier mitgewirkt haben und den leserInnen der aktion.

    mit diesem 100sten eintrag endet vorerst diese aktion, mit der wir nochmals von ganzem herzen marko m. feingold danken und alles gute wünschen.

    shana tova!

    bernhard jenny


    ___________
    mehr über marko m. feingold

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    Über bernhardjenny

    kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

    23 Kommentare

    1. Michaela Sturmayr

      Ein nie wieder sichern wir am Besten in dem wir Kinder zu kritischen, toleranten und weltoffenen Menschen erziehen.

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    2. Franz Reisinger

      Das NIE WIEDER ist noch lange nicht erreicht, wenn wir immer noch in andersdenkenden, andersgläubigen oder anderslebenden Menschen immer nur Feinde sehen.

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    3. Dr. Michaela Hudetz

      Nie wieder Angst und Schrecken verbreiten! Diejenigen, die das tun, sollten sich in Grund und Boden schämen, Kriegs-Herren jeglicher Länder, Kontinente und Ideologien! Gleichberechtigung für alle Menschen!

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    4. Wir HABEN bereits allerorten wieder Anfänge. Nicht nur gegen Juden – gegen alle möglichen und unmöglichen Minderheiten – Hauptsache: irgendwo draufhauen und von sich selbst ablenken. Deswegen heisst für mich persönlich dieses „Nie Wieder“: Immer wieder darauf hinweisen, diskutieren, ansprechen, überzeugen, streiten, aufschreien, gegen-Wände-rennen….

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    5. danke, lieber bernhard jenny, für die tolle idee + verwirklichung + einladung zur teilnahme! lg tomas friedmann

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    6. Gisela Pook, Rentnerin

      Ein NIE WIEDER wird es dann geben, wenn wir gelernt haben, ACHTUNG voreinander zu haben, gleich welcher Herkunft, Religion oder sozialen Schicht. Und wenn diese Achtung in unserem täglichen Leben selbstverständlich geworden ist.

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    7. Kurt Brazda

      Nie wieder bleibt leider ein Schlagwort, solange wir nicht begreifen ,dass jede Form von Verächtlichmachung bereits ein deutliches Zeichen eines kollektiven Zynismus ist, der den Keim des Unheils in sich trägt. Wir müssen den Menschen begegnen nicht so wie sie sind, sondern so wie sie sein sollten. Nur wenn wir Würde vergeben, erhalten wir auch Würde zurück.

      Kurt Brazda, Regisseur

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    8. I am only commenting to make you know what a awesome experience my girl undergone reading through the blog.
      She learned a good number of pieces, with the inclusion of what it’s like to have an incredible giving nature to make many more completely learn about specific specialized topics. You undoubtedly surpassed our own expectations. Thank you for delivering such powerful, healthy, edifying and even unique guidance on your topic to Jane.

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    9. …und immer wieder sind wir alle gefordert „NIE WIEDER“ zu denken, zu sagen, zu tun!
      Martina Berthold, Landesrätin

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    10. Gabriele Güntert

      nie wieder – das beginnt zuallererst bei mir, in meinem herzen, in meinem kopf und heisst: JA zum Hier und Jetzt, zur Gemeinschaft, zum Teilen, zur Nachsicht, zur Geduld und Toleranz, heisst: ein lautes JA zur Liebe zum Menschen, zum Tier und zur Natur

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    11. Höre gerade in ORF 1 noch immer halten 60% der Österreicher Prügeln von Kindern (das sind schwere Schläge und keine Ohrfeige) für ein angemessenes Mittel der Erziehung und nur 30 % wissen, dass es ein Gesetz zum Schutz des Kindes gibt. Das hätte ich nicht für möglich gehalten – aber es passt gut zu meinem Beitrag für NIE WIEDER für Marco Feingold. Roland Haas

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    12. Zu meinem Beitrag gibt es gute praktische Bestätigung und Möglichkeit, auch für Österreich – denn in Canada ( im übrigen eines der positivsten Länder der Integration von Zuwanderern) ist in Schulen ein Programm im Einsatz, das genau dies lehrt: Empathie. Das auf dem sinnvollen Hintergrund neurobiologischer Forschung im Bereich der Spiegelneuronen. Auch drei deutsche Schulen sind bereits ins Programm einbezogen. und

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    13. Lieber Marko Feingold! Habe ganz vergessen, mich bei deiner wunderbaren Frau zu bedanken, …denn hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Ja das ist sie, immer im Hintergrund immer liebenswert. Wie hat sie dich so jung gehalten? und ein fescher Mann bist du auch noch. Beim nächsten Treffen werde ich sie fragen. Alles gute für euch und noch viele, viele glückliche Jahre wünscht euch Rosa Gitta Martl

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    14. Reinhard Vesely

      Nie wieder darf Solches passieren…

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    15. Peter Brazda

      Tiefsten Respekt für Herrn Feingold und herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag – möge Ihr Leben noch weit über die 100 Jahre hinausgehen. Und möge es für alle guten Menschen ein Ansporn sein.
      Niemals vergessen – wehret den Anfängen wann und wo immer sie sich zeigen.

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    16. NIE WIEDER bedeutet für mich die Aufforderung zum IMMER WIEDER: Bewusstsein zu entwickeln, hinschauen und erkennen, wo langsam und alltäglich Diskriminierung, Ausgrenzung wieder salonfähig werden. Sich nicht zurücklehnen und in die Ignoranz verfallen – im Glauben daran, dass „eh alles nicht so schlimm ist und wir ja in einer Demokratie leben“ (und der/die Einzelne ohnehin nichts tun kann). Seine Stimme, Worte, Töne einsetzen,…nicht um anzuklagen, sondern um zu erschüttern und wachzurütteln – den Teil, in dem die Liebe und der Mut wohnen.

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    17. Alois G. Auinger

      NIE WIEDER heißt auch und gerade jetzt, Geld nicht in „Heime“ zu investieren, sondern in „Persönliche Assistenz“, damit alle Menschen mitten unter uns leben können.

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    18. Wolfgang Grammel

      Alles Gute lieber Marko Feingold. „Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganz Welt liebt. Die Erde ist nur EIN Land, und ALLE Menschen sind seine Bürger.“ (Bahá’u’llá) Ein „NIE WIEDER“ bedeutet immer immer wieder Mut zur Zivilcourage!

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    19. Manfred Siebinger

      soviele postings – ich wußte bisher einfach nicht, was ich noch schreiben sollte. doch nun kamen mir diese passenden zeilen unter:

      Berta von Suttner – Kämpferin für den Frieden“ (Brandstätter Verlag, Wien): dichtete einen Spruch Georg von Schönerers, des Führers der „Alldeutschen“ um und den habe ich entlehnt und auch noch ein wenig verändert ☺

      „Warum der Mensch verfolgt, ist einerlei, In der Verfolgung liegt die – sagen wir – die Barbarei“

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    20. Lieber Herr Feingold,
      Bernhard Jenny hatte mich zu dieser Aktion eingeladen, aber da ich Facebook kaum benütze, habe ich seine Nachricht erst jetzt gelesen. Für eine Teilnahme an „100xniewieder“ ist es zu spät, aber dafür freue ich mich Sie am 1. Oktober im Audienzsaal des Unterrichtsministeriums zu treffen. Mit dem von Claudia Schmied angesteckten Orden:-)
      Herzlich Andreas Maislinger

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    21. Pingback: On the inner road : Nachtfahrt Perlentaucher

    22. Hat dies auf Forum Geschichte rebloggt und kommentierte:
      Für Marko M. Feingold

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