bilder und texte, die dich durchdringen

wir denken oft, dass wir abgebrüht sind und uns kaum was erschüttern kann. stimmt ja auch. vor bomben und giftgas fliehende, an ufern angespülte ertrunkene kleinkinder, erstickte in kühltransportern… die liste der bilder, die uns für ein paar sekunden zusammenzucken liessen und dann doch wieder verdrängt werden (mussten), ist lang.

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in diesen tagen habe ich nach vermutlich 50 jahren wieder ein „comic“ gelesen. allerdings nicht irgendeins. es ist eine als „graphic novel“ zusammengestellte abfolge von fotoreportagen – „ein Feldtagebuch zweier Reporter, die die EU-Außengrenzen vom afrikanischen Kontinent bis in die Arktis bereisen, um die Ursachen und Auswirkungen der europäischen Identitätskrise zu ergründen.“

in drei jahren erkundeten der fotograf carlos spottorno und der reporter guillermo abril die abgründe, die europa vom rest der welt abschotten sollen. dabei ist die bild- und textsprache des spanischen duos wohl deswegen so eindrucksvoll, weil sie nicht der versuchung erliegen, das schnelle sensationsbild, die wilde schlagzeile zu suchen, sondern nachvollziehbar in das reale geschehen an den jeweiligen zielorten ihrer reisen eintauchen und uns als betrachter*innen, leser*innen mitnehmen.

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umso kräftiger sind die bilder aus der spanischen enklave melilla auf dem afrikanischen kontinent, aus griechenland und bulgarien, von einem italienischen militärschiff der operation „mare nostrum“, aus serbien und kroatien, aus polen, ukraine, estland und schliesslich finnland.

wer dieses buch gelesen hat, wird niemals mehr das wort „eu-aussengrenze“ einfach so aussprechen oder über sich ergehen lassen. viel zu tief sind die eindrücke von lebensgefahr, tod, verzweiflung, auseinandergerissenen familien und dem dumpfen gefühl, dass wohl alles eine himmelschreiende ungerechtigkeit ist.

guillermo abril formuliert es einmal so: „Man spürt, dass irgendetwas in der Welt nicht stimmt, wenn man selber so ohne weiteres die Grenzen überschreiten kann, nur deswegen, weil man zufällig in jenem Teil geboren ist. Während die, die im anderen Teil geboren sind, dies nicht können.“

das literaturhaus salzburg widmet dem buch „la grieta“, das in deutscher sprache unter dem titel „der riss“ erschienen ist, eine hauserfüllende ausstellung.

am donnerstag, 12.4.2018 um 19:30 werde ich im literaturhaus salzburg mit carlos spottorno und guillermo abril persönlich über den werdegang der reportagen, die berührensten augenblicke und die wichtigsten erkenntnisse aus diesen drei jahren am rand der „festung europa“ sprechen. (eintritt frei)

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die vernissage zu dieser ausstellung ist gleichzeitig die eröffnung des festivals „europa der muttersprachen“, welches bis zum 30. juni 2018 im literaturhaus andauert. (mehr dazu hier in diesem programmheft)

manchmal wird es in den schilderungen der beiden entdecker von realen dramen sehr betrüblich, sehr dumpf und düster. machtblöcke und dunkle mächte werden unerträglich spürbar, stellen sich aber – selbstredend – niemals direkt vor die kamera. spitzel tauchen auf, strenge kontrollen werden zum spiessrutenlauf.

ob in den wüsten nordafrikas, in den wogen des grössten friedhofs für geflüchtete menschen, dem mittelmeer, ob an den grenzen zur türkei oder in den wäldern weissrusslands, überall schlummert eine erschütternde übermacht, die individuen, also einzelne menschen einfach so zu zermalmen droht.

gleich am anfang schildern die beiden eindringlich die beengte stimmung in der enklave melilla, die nur wenige quadratkilometer zwischen todeszäunen platz hat. am ende des buches wird klar, dass ganz europa eine enklave ist.

dennoch scheinen carlos spottorno und guillermo abril niemals den glauben an eine chance auf friedliche lösungen und konstruktive entwicklungen verloren zu haben. anders hätten sie wohl auch diese reiseberichte nicht geschafft.

zu eindringlich ist die wirklichkeit.
eine wirklichkeit in text und bildern.
bilder und texte, die dich durchdringen

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das buch „der riss“ ist 2017 im avant-verlag erschienen.

100xNIEWIEDER für marko m. feingold

Layout 1

im rahmen einer feierstunde wurden am dienstag, 28.1.2014 im literaturhaus salzburg 100 statements zum thema nie wieder für marko m. feingold gelesen und dann in form eines grossen bildbandes an den präsidenten der israelitischen kultusgemeinde überreicht.

für diesen abschluss der aktion 100xniewieder hat cristina colombo für jedes statement ein fotoicon gestaltet. alle 100 fotoicons zusammen ergeben dann das abschlussbild der aktion, welches im literaturhaus erstmals präsentiert wird.

wir durften marko feingold ein buch überreichen, das es nur einmal gibt, weil es in der auflage 1 von uns produziert wurde. für alle, die an dieser aktion beteiligt waren und alle anderen, die die statements nachlesen wollen, gibt es hier das buch zum download in der pdf version: 100xNIEWIEDER für marko m. feingold

100xniewieder war eine aktion, die bereits am 28. mai 2013, dem 100. geburtstag von marko m. feingold, begonnen hat. mehr als 100 menschen haben auf einladung von cristina colombo & bernhard jenny ihren persönlichen zugang zum nie wieder formuliert. die erste phase des projekts dauerte 100 tage, jeden tag wurde eine aussage veröffentlicht -> hier die original blogseite der aktion

die zweite phase fand nun mit der performativen lesung 100xniewieder ihren abschluss im literaturhaus salzburg.

100xniewieder will ein deutliches zeichen setzen, dass die überlebensgeschichte von marko m. feingold und seine unbändige energie, mit der er sich von der ersten nachkriegsstunde an bis heute für das nie wieder einsetzt, vielen menschen ein auftrag ist, dem sie sich verpflichtet fühlen. im rahmen der aktion wurden durch 100 tage hindurch täglich ein statement veröffentlicht, über twitter, facebook, google+ und linkedin verbreitet, wodurch 100 kleine wellen der aufmerksamkeit in den sozialen medien ausgelöst wurden.

wir danken allen, die zum gelingen des abends beigetragen haben,

  • allen, die ein statement beigesteuert haben aber auch allen, die uns unterstützt haben,
  • unseren freundInnen (ihr wisst schon, wer da gemeint ist), die uns bei der gestaltung beraten haben,
  • simon schlingplässer, der mit studentInnen der schauspielschule mozarteum über das projekt gesprochen hat
  • agnes kammerer, zeynep bozbay, tim-fabian hoffmann und alexander tröger, die ALLEN 100 statements ihre lebendigen stimmen geliehen haben,
  • martin baumgartner, der mit seinem kontrabass die atmosphäre einfühlsam verdichtet hat,
  • tomas friedmann und seinem team im literaturhaus mit brigitte promberger (ihr seid wunderbar gastfreundlich!)
  • und nicht zuletzt den lieben menschen in der bar, die uns bis spät freundlich versorgt haben und vorher viel vorbereitet haben.
  • foto: 100xniewieder – 10×10 fotoicons – cristina colombo

    bericht der salzburger nachrichten 29.1.2014

    karin portenkirchner (sn) über unsere aktion

    100xniewieder für marko m. feingold

    wir überreichen marko m. feingold die gesammelten 100xNIEWIEDER statements im rahmen einer multimedialen, performativen aktion. eintritt frei – eine produktion von literaturhaus salzburg und jennycolombo.com
    mehr hier

    100xniewieder foto: cristina colombo

    marko m. feingold ist 100.
    marko m. feingold setzt sich mit unglaublichem engagement für das NIE WIEDER ein, also dafür, dass wir aus den schrecklichen erfahrungen der shoa als gesellschaft lernen und daher das NIE WIEDER sicherstellen.

    wir gratulieren von ganzem herzen und mit tiefem respekt marko m. feingold zu seinem 100. geburtstag und wollen ihm gemeinsam mit mindestens 100 anderen menschen unsere aktive stimme schenken:

    100xNIEWIEDER ist eine aktion, bei der 100 menschen uns ihr persönliches kurzstatement schenken, in dem sie ihren persönlichen zugang zum NIE WIEDER formulieren. die aktion startet am 28.5.2013 und dauert 100 tage, jeden tag kommt eine aussage zu wort. zum abschluss der aktion werden wir dann die 100 statements gesammelt an marko m. feingold übergeben.

    mit der aktion 100xNIEWIEDER wollen wir ein zeichen setzen, dass uns die überlebensgeschichte von marko m. feingold und seine unbändige energie, mit der er sich von der ersten nachkriegsstunde an bis heute für das NIE WIEDER einsetzt, ein auftrag ist, dem wir uns verpflichtet fühlen.

    dies kann niemand von uns allein, sondern immer gemeinsam mit anderen. deshalb auch die symbolische verbindung mit 100 menschen, die ihr persönliches NIE WIEDER formulieren.

    cristina colombo und bernhard jenny

    100xniewiederLOGOSMALL

    28.5.2013: matthias cremer

    Ein NIE WIEDER sichern wir am besten durch offene Augen und offene Arme.

    matthias cremer, pressefotograf
    http://derstandard.at/Photoblog

    29.5.2013: susanne scholl

    ein nie wieder sichern wir am besten, indem wir nicht wegschauen und weghören. indem wir wach bleiben und immer dort laut schreien, wo menschen verfolgt werden und in not geraten.

    susanne scholl, freie journalistin und autorin
    www.susannescholl.at

    30.5.2013: alexander pollak

    Ein NIE WIEDER sichern wir am besten durch Offenheit für Kritik und die Fähigkeit zur Selbstkritik.

    alexander pollak, sprecher von sos mitmensch
    www.sosmitmensch.at

    31.5.2013: irene suchy

    Ein NIE WIEDER sichern wir nicht; als skeptische By-stander, als immer wieder Nachfragende und Aufschreibende, tragen wir die traurige Gewissheit der Möglichkeit mit uns in die Geschichte.

    irene suchy, präsentatorin, dramaturgin und musikwissenschaftlerin
    http://www.irenesuchy.org/

    1.6.2013: michael genner

    NIE WIEDER – das heißt heute in Österreich und Europa, gegen den staatlichen Rassismus zu kämpfen und für die Rechte der Geflüchteten und Eingewanderten einzutreten.

    michael genner, asyl in not
    http://www.asyl-in-not.org/

    2.6.2013: renate burtscher

    mein Beitrag zu einem „NIE-WIEDER“ kann nur darin bestehen, genau hinzuschauen, mich nicht mit glatten Antworten der Politik zufrieden zu geben, nachzufragen, wo immer ich kann, mich mit-verantwortlich fuehlen, wo immer ich kann und NIE sage: da kann man eh nix machen.

    renate burtscher
    ö1-moderatorin und musikvermittlerin aus leidenschaft

    3.6.2013: paul gulda

    Die Geschichte meiner Familie macht den Gedanken NIE WIEDER für mich zur Selbstverständlichkeit. Als Musiker muss ich hinhören, auch in die scheinbar ferne Vergangenheit – und auf das Heute aktiv reagieren, meine Stimme hörbar machen.

    paul gulda
    pianist und musikpädagoge

    4.6.2013: corinna milborn

    NIE WIEDER: Dazu haben wir die Pflicht, niemals einen Unterschied zu machen zwischen Menschen verschiedener Herkunft. Niemals Kategorien zuzulassen, die manchen die Existenzberechtigung in diesem Land absprechen. Und immer vehement aufzuschreien, wenn Menschen verhaftet und deportiert werden, nur weil ihre Pässe die falschen Stempel tragen.

    corinna milborn, autorin, journalistin und moderatorin
    http://www.milborn.net/

    5.6.2013: georg breinschmid

    Weil manch Nie Wieder geglaubtes vielleicht gerade wieder vor der Tür steht, und manchmal schon leise klopft. Weil Nie Wieder immer wieder passieren kann… und Werte wie Demokratie und Freiheit immer wieder neu erkämpft werden müssen.

    georg breinschmid, kontrabassist, komponist und jazz-musiker
    http://www.georgbreinschmid.com

    6.6.2013: simone pergmann

    wie sichere ich ein nie wieder:
    indem ich immer wieder meine stimme erhebe, wenn menschen ausgegrenzt, misshandelt und verfolgt werden.

    simone pergmann, sängerin
    http://simonepergmann.at

    7.6.2013: christian schüller

    nie wieder sollten wir aufhoeren uns im spiegel der anderen zu erkennen!

    christian schueller
    seit 1980 als auslandskorrespondent
    in den usa, lateinamerika, der sowjetunion und zur zeit in der tuerkei und in iran

    8.6.2013: barbara herbst

    Ein NIE WIEDER ist ein Auftrag. Für mich, für viele. Manchmal ist es mühevoll, den einfachen Antworten nicht auf den Leim zu gehen. Komplexität bildet aber die Mauer gegen Fremdenhass, gegen Diskriminierungen, gegen Ungerechtigkeiten. Die Bausteine dieser Mauer sind klare Worte und Mut, Mut nicht wegzusehen und gegen den Strom zu schwimmen. Auch wenn die Strömung stark ist.

    barbara herbst
    journalistin

    9.6.2013: robert schindel

    Vom Höllenfeuer des Jahrhunderts gehärtet und doch mit dem Humor aus altneuen Zeiten. Mazal tow. Marko für immer!

    robert schindel, schriftsteller
    http://www.schindel.at

    10.6.2013: ed moschitz

    ein nie wieder wird es geben, wenn wir stets augen und ohren offen halten und im entscheidenden moment bereit sind das zu tun, worueber wir immer so gerne reden.

    ed moschitz, journalist und dokumentarfilmer
    http://mamaillegal.com, schauplatz: am rechten rand

    11.6.2013: ilse oberhofer

    Nie wieder F A S C H I S M U S

    10 mal 10 assoziationen

    ilse oberhofer, journalistin

    12.6.2013: hanno loewy

    „Nie wieder“ – ich werde wehmütig wenn ich diese Worte höre. Aus dem absolut Bösen kommt nicht das absolut Gute, auch keine absolute Gewissheit. Das Böse kehrt nicht immer im gleichen Gewand wieder, wir müssen es immer wieder neu erkennen. Markos Gelassenheit und Menschlichkeit ragt in diese Ungewissheit hinein wie eine offene Frage, das ist wertvoller als jedes Bekenntnis.

    hanno loewy, jüdisches museum hohenems
    http://www.jm-hohenems.at/

    13.6.2013: margarete nezbeda

    NIE WIEDER: Lernen wir aus den Fehlern der Generationen von gestern zum Schutz der Generationen von morgen! Gehen wir mit offenen Augen durch die Welt: Geschichte wiederholt sich, doch nie 1:1.

    margarete nezbeda, fachdidaktikerin
    http://www.sprachenlernen-mit-dem-esp.at

    14.6.2013: doron rabinovici

    NIE WIEDER, bedeutet, gegen all das aufzutreten, was einst bereits zu Auschwitz führte. Nach 1945 wurde die Parole geprägt: „Den Anfängen wehren!“ Die Erfahrung zeigte, wie wichtig es war, sich der Barbarei entgegenzustellen, ehe sie an die Macht gelangt war, denn danach war es bereits zu spät. Deshalb ist es wichtig, gegen Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsleugnung die Stimme zu erheben, sich für jene einzusetzen, die vor Massenmord, Folter und Verfolgung fliehen, um bei uns Zuflucht zu finden. Der Kampf um die Menschenrechte muß lokal und global zugleich geführt werden.

    Marko M. Feingold ist ein Mensch, ist ein Hundertsassa, der uns Mut macht. Sein Überleben ist ein Triumph über die Massenmörder. Marko Feingold ist nicht verstummt, sondern erzählt uns von dem, was einem die Sprache verschlägt. Ja, mehr noch: Er verlor nicht die Lust am bloßen Dasein und nicht seinen Humor. Er, der Hundertjährige, hat eine hundertmal bessere Erinnerung, als jene Burschenschafter, die selbstvergessen die Geschichte leugnen. Er läßt die Bubenpartien alt aussehen. Er ist uns ein Ansporn, um geistesgegenwärtig zu bleiben und um dem Unrecht die Stirn zu bieten.

    doron rabinovici, schriftsteller, essayist und historiker.
    http://www.rabinovici.at

    15.6.2013: edith friedl

    Für mich bedeutet das NIE WIEDER, über den Tellerrand der ’schmalen‘ antifaschistischen Abwehr des Rechtsradikalismus zu schauen und zu erkennen, dass dessen Gift bis in die Mitte der Gesellschaft und Politik einsickert. Faschismus zu bekämpfen, heißt daher, auch den Kapitalismus zu hinterfragen, der letztendlich die Wurzel dieses unbeschreiblich menschenverachtenden Übels ist.
    Wird das erkannt, kann auch das NIE WIEDER ein wirklich Effzientes werden.
    Danke Marko M. Feingold für Ihr unermüdliches Engagement!.

    edith friedl, architektur- und kulturkritikerin

    16.6.2013: rochus gratzfeld

    NIEwieder. NIE. niewiederFARBENblind. niewieder ohneGEHÖR. niewieder ohneSPRACHE. Niewieder ohneTAT. damit dieUNTATdesGRAUENS niewiederREALITÄTwird. wenngleich ihr braunGRAUENhafter schatten schon wieder. aberNIEwieder.

    rochus gratzfeld, honorardozent und freischaffender künstler. salzburg und sarród.

    17.6.2013: livia klingl

    mit dem nie mehr mehr wieder bin ich aufgewachsen. ob ich aber auch damit meine tage beenden werde, wer weiß. das unmenschliche wechselt nur gewand und opfer.

    livia klingl, journalistin und autorin

    18.6.2013: hannah lessing

    Marco Feingold

    Ohne Dich wäre unsere Arbeit unnütz
    Jede/r Schüler/in erinnert sich an Dich
    An
    Deine Worte
    Deine Stärke
    Dein Mensch sein

    Du bist uns allen ein Vorbild

    An Güte
    An Verständnis
    An Humor
    Deine Augen strahlen all das aus

    Dafür danke ich Dir

    Du wunderbarer Mensch
    Den ich kennen lernen durfte
    Du hast mich so vieles gelehrt
    Ohne jemals es für Dich in Anspruch zu nehmen
    Aus Deinem Herzen
    Aus Deinem Innersten

    Weil Du der Jugend eine gute Zukunft geben willst
    Gibst Du ihnen alles
    Danke

    hannah m. lessing
    generalsekretärin
    nationalfonds der republik österreich für opfer des nationalsozialismus
    allgemeiner entschädigungsfonds
    und
    fonds zur instandsetzung der jüdischen friedhöfe in österreich
    http://www.nationalfonds.org

    19.6.2013: tomas friedmann

    NIE WIEDER wegschauen – für 100 jahre

    tomas friedmann, engagierter leser, segler & taenzer in freundschaft
    www.literaturhaus-salzburg.at

    20.6.2013: cecily corti

    Nie wieder – ich möchte so gerne daran glauben! Wieviel Unrecht, wie viel Leid haben wir seither mitansehen müssen? Wieviel Aufrufe und Demonstrationen erlebt? Das nie wieder beginnt im täglichen Miteinander – daran glaube ich.

    cecily corti
    http://www.vinzirast.at

    21.6.2013: florian klenk

    Ein ,nie wieder‘ sichern wir, indem wir sand im getriebe sind – und nicht das öl.

    florian klenk, chefredakteur
    http://www.falter.at

    22.6.2013: johannes reiss

    So wie die Erinnerung an die Shoa ins kollektive Gedächtnis der Menschen eingegraben ist, muss auch die Maxime „Nie wieder!“ kollektiv getragen sein.
    Möglich wird dies aber nur durch eine nicht selektive, sondern umfassend wahrgenommene Erinnerungskultur, die es schafft, mit dem Trauma der überkommenen historischen Erfahrung postiv und lebendig umzugehen und die statt Schlagwörter und leerer Rituale ihren Focus auf das „Wie“ legt.

    johannes reiss, österreichisches jüdisches museum in eisenstadt
    http://www.ojm.at/

    23.6.2013: peter weibel

    „Nie wieder“ ist explizit die Negation von Wiederholung, die Angst vor Wiederholung, das Verbot von Wiederholung, die Verfluchung von Wiederholung, das Versprechen der Nicht-Wiederholung.

    „Nie wieder“ verrät gleichzeitig und implizit das Wissen, dass es zur Wiederholung kommt, ist also Ausdruck des Kampfes gegen die Wiederholung.

    „Nie wieder“ heißt: Ich weiß, das, was ich nicht will, kommt wieder, aber ich bin dagegen.

    „Nie wieder“ ist also Ausdruck des unendlichen, sich wiederholenden Widerstands gegen die Wiederholung.

    „Nie wieder“ wiederholt sich immer wieder.

    peter weibel, künstler. kurator. medientheoretiker
    karlsruhe und wien
    http://www.peter-weibel.at/

    24.6.2013: ludwig laher

    Erinnern ist ein Lebensmittel, das nicht allen schmeckt. Aber gesund ist es. Besonders im Hinblick auf die Zukunft. Marko Feingold ist dafür der beste Beweis.

    ludwig laher, schriftsteller
    http://www.ludwig-laher.com

    25.6.2013: isabella mader

    Der Mensch wiederholt Fehler. Warum?
    Der Therapeut sagt: „Offenbar war‘s nicht schlimm genug, sonst würdest Du handeln.“
    Nun, es war schlimm genug.
    Gegen etwas zu sein, ist allerdings kein erfolgreiches Konzept.
    Um die Zukunft zu gestalten, die wir haben wollen, braucht es kein NIE WIEDER, sondern ein IMMER WIEDER – und zwar täglich das zu praktizieren und zu behüten, was wir in Zukunft haben wollen: GLEICHHEIT der RECHTE und eine Grundhaltung der WERTSCHÄTZUNG. IMMER WIEDER.

    isabella mader
    http://about.me/othertwice

    26.6.2013: armin wolf

    Der Zustand der gesamten menschlichen Moral läßt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: We ought to. But we don’t.

    (Kurt Tucholsky)

    armin wolf, journalist und moderator
    http://about.me/arminwolf

    27.6.2013: andrea holz-dahrenstaedt

    NIE WIEDER ist nicht nur eine Frage der Vergangenheit, sondern ein aktuelles politisches Thema. Kritische Menschen mit Rückgrat, Zivilcourage und Mitgefühl entwickeln sich am besten dort, wo der Staat Kinder- und Menschenrechte achtet und jede/r! echte Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben hat.

    andrea holz-dahrenstaedt, kinder – und jugendanwältin
    http://www.kija-sbg.at

    28.6.2013: georgia schultze

    NIE WIEDER – das heißt wachsam bleiben

    georgia schultze, journalistin

    29.6.2013: brigitte fuchs

    Die Welt ist eine schlechte – aber wir können sie besser machen. Mit Hirn, Herz, Überzeugung und Mut. Wir können nicht nur, wir müssen!!! Damit nie wieder geschehen kann, was geschehen ist!

    brigitte fuchs, journalistin

    30.6.2013: elisabeth kulman

    NIE WIEDER sich selbst verleugnen, NIE WIEDER unecht sein müssen, NIE WIEDER ausgeliefert sein, NIE WIEDER getreten werden. Immer wieder ein RESPEKTVOLLES MITEINANDER auf Augenhöhe, immer wieder WERTSCHÄTZUNG, immer wieder SOLIDARITÄT, immer wieder MENSCHLICHKEIT, immer wieder LIEBE!

    elisabeth kulman, mezzo-soprano, contralto
    http://www.elisabethkulman.com

    1.7.2013: hubert lepka

    Nie wieder Krieg! Wenn das nur etwas einfacher wäre. In fiesen Situationen kann es vorkommen, dass nur Gewalt der Gewalt Einhalt gebietet. Ich wünschte mir einen weisen Leviathan, der nie wieder die Grausamkeit an die Macht lässt. Der den Lohn der Grausamkeit glatt enteignet.

    hubert lepka, lawine torrèn
    http://www.torren.at/

    2.7.2013: ursula liebing

    NIE WIEDER. Nie wieder? Eine fast schon vermessene Hoffnung angesichts der selbstverständlichen Ausgrenzungen die wir tagtäglich beobachten können, wenn wir offenen Auges durch unseren Alltag gehen, oder die wir erleben müssen, wenn wir zu den anderen gehören. NIE WIEDER braucht die Offenheit, sich be-rühren zu lassen von den alltäglichen Zumutungen, und NIE WIEDER kann nur wirklich werden im unermüdlichen und (all)täglichen Widerstand gegen Ausgrenzung und Rassismus.

    ursula liebing, plattform für menschenrechte salzburg
    http://www.menschenrechte-salzburg.at/

    3.7.2013: gunther trübswasser

    „NIE WIEDER“ ist gelegentlich ein Bekenntnis, das nur allzu leicht über die Lippen geht. In Wahrheit aber ist es ein Auftrag, der sehr viel Mut und Beharrlichkeit erfordert und der nie als erledigt zu betrachten ist. Gemeinsam mit „ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH AN WÜRDE UND RECHTEN GEBOREN“, ist es der Wesenszug unseres Menschseins, unseres menschlich Seins.

    gunther trübswasser, vorsitzender sos-menschenrechte
    http://www.sos.at

    4.7.2013: daniela natascha van ast-zgambo

    für ein NIE WIEDER erlaube ich mir keine sekunde unachtsamkeit, die angst vor einem wieder, ist so groß, dass ich sie einfach überwinden muss. dieses NIE WIEDER habe ich erkannt, ist kein zustand, sondern ein prozess, den man täglich, ein leben lang, anstoßen muss. das WIEDER, existiert unabhängig, das NIE ist meine verantwortung als mensch.

    daniela natascha van ast-zgambo
    pädagogin, energetikerin und politische aktivistin

    5.7.2013: renata schmidtkunz

    Menschen wie Marko Feingold bewundere ich. Denn sich für ein „Nie wieder!“ einzusetzen bedeutet, immer wieder aufs Neue genau zu analysieren, was in unserer Gesellschaft vor sich geht und gegen jede Form der Menschenverachtung das Wort zu erheben und zur Tat zu schreiten. Denn dass Menschenverachtung nie wieder passieren wird, daran glaube ich nicht.

    renata schmidtkunz
    journalistin, filmemacherin, moderatorin

    6.7.2013: josef p. mautner

    Marko Feingold ist für mich mit seiner ganzen Person ein lebendiges Zeichen gegen die Verachtung der menschlichen Würde, die auch hier und heute nicht aufgehört hat, destruktiv wirksam zu sein. Sein und unser aller Engagement macht Kraft und zugleich Ohnmacht der Menschenrechte sichtbar. Denke ich an ihn, so denke ich an die von Hannah Arendt beschriebenen „Aporien der Menschenrechte“ und sage: NIE WIEDER darf ein Mensch sein Recht verlieren, Rechte zu haben – und sie in Anspruch nehmen zu können!

    josef p. mautner, menschenrechtsarbeiter
    http://www.josefmautner.at

    7.7.2013: max rieder

    „Nie wieder“ nur statische Gedenk- und Erinnerungstafeln an Wänden, Plätzen und Höfen.
    Sondern auch – „Nie wieder“ als dreidimensionale Reflexion, zeitgenössisch – wie beispielsweise die politisch, verhinderte „Lichtskulptur am Residenzplatz“ als Mal zur einzigen österreichischen Bücherverbrennung am Salzburger Residenzplatz.

    maxRIEDER
    ArchitekturWasserStadtLandschaft&Gestaltungsprozesse
    http://maxrieder.at

    8.7.2013: brigitte bailer

    „Nie wieder“ bleibt Wunsch, Hoffnung und Programm. Menschen wie Marko Feingold haben unendlich viel dafür geleistet. Es liegt nun an uns und den nächsten Generationen, das „Nie wieder“ nie aus den Augen zu verlieren und alles daran zu setzen, das Programm zur Wirklichkeit zu machen.

    brigitte bailer
    dokumentationsarchiv des österreichischen widerstands
    documentation archive of austrian resistance
    http://www.doew.at

    9.7.2013: editta braun

    Schreien, sprechen, rufen, tanzen, spielen. Provozieren, argumentieren. Erinnern, Verbindungen herstellen. Erkennen, diskutieren, aufmerksam machen – share. Nicht schweigen, nicht still sein. Riskieren. We are not alone.
    Also für mich: politisches Tanztheater machen und junge Leute beeinflussen versuchen.

    editta braun, choreographin
    http://www.editta-braun.com

    10.7.2013: isolde charim

    „Nie wieder“ – das war eine Losung, ein Schwur, ein Appell. Heute kommt es leichter von den Lippen. Die Inbrunst lässt sich nicht aufrechthalten, aber vielleicht das Bewusstsein für Bedrohungen und Gefahren. Dann verkommt „Nie wieder“ nicht zur Phrase.

    isolde charim, publizistin

    11.7.2013: jacqueline godany

    Es gibt leider genug zu lernen aus der Geschichte. Genug, um sich verpflichtet zu fühlen, den Kindern vorzuleben: Nie wieder. Denn die Gefahr besteht immer wieder.

    jacqueline godany, fotokünstlerin
    http://www.godany.com

    12.7.2013: roland haas

    NIE WIEDER – der Blick in die Geschichte der Völker und Kulturen macht mich bescheiden vor diesem Ausruf. Der Blick in die Geschichte und Kulturen zeigt mir aber auch: dort, wo Kinder liebevoll, zuwendend, respektvoll und in Freiheit erzogen werden haben sie als Erwachsene mehr Empathie, mehr Anteilnahme, mehr Respekt vor anderem Leben und dem guten Recht anderer und können und wollen damit Zwang, Verachtung und Vernichtung schlecht ertragen.
    So kommt für ein NIE WIEDER alles auf diese Grundlagen an.

    Sie werden in der allerfrühesten Kindheit gelegt.
    Die Kultur der Erziehung von Kindern zeigt, dass genau das oft fehlte – und fehlt. Für den deutschsprachigen Kulturraum hat vordem ein „Schwarzbuch der Pädagogik“ aufgelistet, was man Kindern im sog. Kaiserreich oder auch der Weimarer Republik als Erziehung zugemutet hat, aber auch heute denkt man mit Befremden oder Entsetzen daran, dass Mediziner noch 1950 dran glaubten, kleine Kinder hätten kein Schmerzbewusstsein oder Pädagogen in den sechziger Jahren, dass die normative Erziehung zum Rechtshänder richtig sei.
    Politik fängt reell so früh an: mit guter Zuwendung für Kinder, in der Vermeidung von Traumata in diesem Lebensabschnitt. Damit kann die Fähigkeit zur Freiheit und Humanität überhaupt erst als psychische Wahrheit in einem Leben konstituiert werden und in Folge das kraftvolle Eintreten dafür. Das ethische Versagen vieler Akademiker und Kunstliebhaber und Kunstausübender in der NS Zeit zeigt genau das: Schul-Bildung allein und Wissen nutzt hier nichts.
    Es ist aber selbst heute wenig zu sehen, dass die Organisation der westlichen Gesellschaftskultur dieser „Grundlagenpolitik und Bildungspolitik“ besonders Rechnung tragen würde. Zumeist muss diese Möglichkeit überhaupt erst erkämpft werden. Sind solche ‚freien’ Menschen überhaupt ein Ziel der praktizierten Familien- und Bildungspolitik?

    roland haas
    http://www.roland-haas.net

    13.7.2013: karl müller

    IMMER WIEDER Marko M. Feingolds Skepsis, seine Ironie, sein aufbauendes und Erkenntnis förderndes Feuer, seine Weisheit, seine Verschmitztheit, IMMER WIEDER seine Wachheit und Tatkraft für das NIE WIEDER.

    karl müller
    http://www.kmueller.sbg.ac.at/

    14.7.2013: albert lichtblau

    NIE WIEDER Faschismus, nie wieder Genozid – das wäre zu „schön“ gewesen, um wahr zu sein. Fakt ist, dass die Menschen auch vom Bösen gelernt haben. Wir sollten uns da nichts vormachen, das wäre frustrierend. Dieses NIE WIEDER hat vorerst verloren – Ruanda, Kambodscha, der Krieg in Ex-Jugoslawien mit Srebrenica in unserer Nähe usw.

    Es scheint immer noch leicht, „ANDERE“ zu hassen, zu gehorchen, mitzutun, kollektive Rache auf Grund von propagierten Feindvorstellungen üben zu wollen. Das alles ist beängstigend, aber fundamental menschlich. Dennoch: Wir müssen darüber reden. Genau dies hat Marko M. Feingold, der dem Schrecken des Holocausts entkam, getan. Sein ihm so wichtiger Bruder wurde ermordet. Marko M. Feingold überlebte, ist nun mehr als 100 Jahre alt. Das sei kein Wunder, sondern Zufall, so Feingold im O-Ton. Dass jemand mit so einem Schicksal so spitzfindig, witzig, provokant sein kann, tut gut. Nicht alle wurden gebrochen, und das gibt Hoffnung.

    Wenn es darum ging, etwas gegen die Mauer des Schweigens zu tun, war Marko M. Feingold eine wichtige Stütze in der Provinz, ein lebendes Zeugnis dafür, dass all diejenigen, die nichts gewusst haben wollten, die angeblich nirgends dabei waren, die nicht nachdenken wollten und gleichsam schreiend mit ihrem „es sei schon genug darüber geredet worden“ schwiegen, nicht recht hatten.

    So absurd dies klingen mag, aber auch dafür steht Marko M. Feingold: Wir sollten NIE VERGESSEN, wer die Täter und Täterinnen waren und was sie zu diesen machte. Ohne sie hätte es die Opfer nicht gegeben. Es ist klar: Besonders die Opfer sollten wir NIE VERGESSEN, auch wenn sie oft nur in den Erzählungen der Überlebenden, wie derjenigen von Marko M. Feingold fortleben.

    Darüber nachzudenken hilft beim Nachdenken über die Gegenwart: Es gibt genug zu tun bis ein NIE WIEDER Realität werden kann!

    albert lichtblau
    zentrum für jüdische kulturgeschichte, universität salzburg

    15.7.2013: cornelius obonya

    „Nie wieder!“ … muss und soll es heißen, im Namen aller, die durch Antisemitismus umkamen. Danke Marko Feingold, für ihr Leben im Dienst der Menschen

    cornelius obonya, schauspieler
    http://www.corneliusobonya.com/

    16.7.2013: rosa gitta martl

    Immer wieder warst du bei unseren Gedenkveranstaltungen im Sammellager Maxglan oder Mauthausen und hast mit uns gemeinsam den Opfern des NS-Regimes gedacht.
    In Zukunft soll es NIE WIEDER geschehen, dass du bei einem Mahnmal stehen musst, weil Menschen aus der Geschichte NICHTS gelernt haben, das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

    rosa gitta martl, gründerin des verein ketani für sinti und roma
    http://www.sinti-roma.at

    17.7.2013: nicole sevik

    NIE WIEDER bedeutet für mich, keine Einteilung mehr der Menschen in Ober- und Untermenschen, keine Kollektivschuld, kein Wegschauen bei Ungerechtigkeiten.
    NIE WIEDER Antisemitismus.
    NIE WIEDER Antiziganismus.
    NIE WIEDER Rassismus.
    Vielen herzlichen Dank für Ihren Mut, Ihr Engagement und Ihre Ausdauer.
    But bacht ti sastaphen – Viel Glück und Gesundheit.

    nicole sevik, generalsekretärin des verein ketani für sinti und roma
    http://www.sinti-roma.at

    18.7.2013: wojciech czaja

    Drohnenangriff auf Pakistan. Schusswechsel in Damaskus. Bombenanschlag in der indischen Metropole Mumbai. Mann auf offener Straße massakriert. Erneut Foltervorfälle in Abu Ghraib. In Tel Aviv fliegt Bus in die Luft. Bürgerkrieg in Somalia. Entführung in Somalia. Enthauptung in Afghanistan. Erneut US-Soldat von Taliban enthauptet. Selbstverbrennung in Tunesien. Selbstverbrennung in Tibet. Flugzeug fliegt in Hochhaus. War on terror. Guantánamo wird nicht geschlossen. Russische Journalistin vor der Wohnungstür erschossen. Österreicher in Sana’a entführt. Irak droht mit Rückschlag. Bombenanschlag auf philippinischen Reisebus. Der Fall Lucona. Der Fall Omofuma. Von chinesischem Künstler fehlt jede Spur. Autobombe in Kabul. Pussy Riot hinter Gittern. Frau in öffentlichem Bus mit Metallstange vergewaltigt. Öffentliche Steinigung, Frau tot. Homosexueller Bub an Autokran gehängt. Tränengasangriff im Gezi-Park. Nordkorea droht mit Atomkrieg. Geheimdienst droht Ex-Mitarbeiter mit Todesstrafe. Erneut Schusswechsel zwischen Israel und Palästina. Pater vergreift sich an Bub, Kirche schweigt. Kampf zwischen Schiiten und Sunniten geht weiter. Apartheid. DDR-Todesstreifen. Iran/Irak. Golfkrieg. Mahmoud Ahmadinejad. Nicolae Ceaușescu. Hosni Mubarak. Alexander Lukaschenko. Muammar al-Gaddafi. Kim Jong-un. Massenvergewaltigung am Tahrir-Platz. Kein Ende im Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea. 14-Jähriger in Gefängniszelle vergewaltigt. Schon wieder. Türkische Polizei attackiert Demonstranten auf Taksim. Noch immer. Mann fällt auf U-Bahn-Gleis, alle schauen weg. Nie wieder was?

    wojciech czaja
    architekturjournalist, der standard

    19.7.2013: alexandra tichy

    NIE WIEDER: wir können es versuchen, indem wir aufmerksam hinschauen und hinhören und uns einsetzen mit Wort und Tat wenn Menschen, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexuellen Orientierung Unrecht geschieht! Diese Haltung unseren Kindern und Enkelkindern vorleben, die sie hoffentlich weitertragen!

    alexandra tichy
    schauspielerin

    20.7.2013: guido güntert

    NIE WIEDER heißt gleichzeitig IMMER WIEDER. IMMER WIEDER sich bewusst machen welche zerstörerischen kräfte tagtäglich auf dieser welt wirken und gegen diese tätig werden. IMMER WIEDER auf kleine diskriminierungen, die tagtäglich geschehen, aufmerksam sein und diesen mutig entgegen treten. IMMER WIEDER sich dessen bewusst sein, dass nur die vielfalt ein gedeihliches miteinander hervorbringt. IMMER WIEDER mensch sein! IMMER WIEDER – jeden tag!

    guido güntert
    geschäftsführer, lebenshilfe salzburg
    http://www.lebenshilfe-salzburg.at

    21.7.2013: sonja sitter

    NIE WIEDER ist zweifellos von immenser Wichtigkeit, ja, kaum etwas ist so wichtig wie das. NIE WIEDER kommt leicht von den Lippen, NIE WIEDER ist relativ leicht GESAGT, NIE WIEDER ist aber oft recht schwer GETAN. NIE WIEDER braucht vor allem viel MUT. Ich muss aufbegehren, wenn die Roma aus dem öffentlichen Gebäude vertrieben werden in dem ich arbeite, ich muss mich einmischen wenn auf der Straße ein Afrikaner grundlos beschimpft wird, ich muss das Migrantenkind in der Straßenbahn vor dem Rassisten in Schutz nehmen. Der Mut zu den HANDLUNGEN des NIE WIEDER ist vermutlich wichtiger als all die gesagten Worte, denn die Opfer des SO-WIE-DAMALS lesen diese unsere Worte wahrscheinlich nie.

    sonja sitter

    22.7.2013: johannes wahala

    NIE WIEDER in dem wir jede Form der Phobie und der Verachtung des Anderen couragiert benennen und öffentlich machen und uns einsetzen für eine Gesellschaft der Vielfalt, die auf Akzeptanz, Respekt und Gleichwertigkeit beruht.

    johannes wahala, psychotherapeut, sexualtherapeut, coach
    http://www.wahala.at

    23.7.2013: claus tröger

    Nie wieder heißt nicht nochmals von vorne beginnen.
    Nie wieder verlangt, Geschichte ernst nehmen.
    Nie wieder bedeutet Einsicht und Demut.
    Nie wieder stellt die Frage nach einer bestimmenden Vergangenheit.
    Nie wieder muss Zukunft ermöglichen.
    NIE WIEDER sich des MENSCH SEINS SCHÄMEN.
    Nie wieder Blut aus dem Gedächtnis waschen.
    Nie wieder verleugnen wollen, dass man Teil der Geschichte ist.
    NIE WIEDER: NIE WIEDER!
    Immer wieder der freie Blick.

    claus tröger, regisseur

    24.7.2013: mercedes echerer

    Zu allererst möchte ich Ihnen, lieber Marco Feingold zum Geburtstag herzlich gratulieren und
    mich bedanke für Ihren unermüdlichen Einsatz – ein Leben lang!!!!
    NIE WIEDER:
    Wir schütteln den Kopf über jene die wegschauen, statt hinzuschauen…
    Wir sind sprachlos über jene die schweigen, statt ihre Stimme zu erheben….
    Wir sind entsetzt über jene, die unverbesserlich ihre apodiktischen Ansichten verteidigen….
    ….. anstatt mit ihnen zu reden.
    Dialog mit den „Blinden“, mit den „Schweigenden“, mit den „Unverbesserlichen“.
    Das ist mühsam, aber so versteh ich meinen Auftrag zum NIE WIEDER.

    mercedes echerer, schauspielerin
    www.eu-xxl.at
    www.die2-online.com

    25.7.2013: susanne plietzsch

    Nie wieder, das ist wirklich leicht gesagt. Wie soll das gehen? Gewalt beginnt doch mit der Erfahrung von Verachtung, Geringschätzung, Ignoranz. Mit der Erfahrung, dass ich keinen mehr erreichen kann, mit grausamem Alleinsein. Mit der Chancenlosigkeit jeden Selbstbewusstseins. Aber wenn es gelingt, das aufzudecken, nach und nach die eigene Wahrheit und die eigene Geschichte zu finden – dann wird Gewalt unnötig. Manchmal ein langer, aber immer ein lohnender Weg.

    susanne plietzsch, zentrum für jüdische kulturgeschichte, universität salzburg
    http://bereschitrabba.hypotheses.org/

    26.7.2013: friederike c. raderer

    100 Jahre Leben
    so viele Momente herzzerreißender Schönheit
    unzählige Tage abgrundtiefen Leides
    und dann doch wieder
    Momente des Glücks
    die Ahnung vom Paradies
    gibt Gewissheit, dass
    das Böse nicht siegt

    100 Jahre Leben
    ein Ansporn, die
    Zumutung der Existenz zu ertragen.

    Mein tief empfundener Dank für Ihr Vorbild!

    friederike c. raderer, autorin, journalistin
    http://www.fcraderer.com

    27.7.2013: günter felbermayer

    Antisemitische Witze am Wirtshaustisch, ausländerfeindliche Ressentiments, ausgrenzender Sprachgebrauch im Alltag: Es fängt mit sogenannten Kleinigkeiten an, die einen klaren Widerspruch mit NIE WIEDER benötigen.

    günter felbermayer, journalist
    http://eminenz.biz

    28.7.2013: michael chalupka

    „Nie wieder“ möge es Sonderrechte geben für die Abgesonderten und Ausgesonderten und ein Recht für die Rechthaber und Berechtigten, die sich das Recht herausnehmen und Menschen entrechten im Namen des Rechts. Sondern „das Recht möge fließen wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ (Amos 5,24) – für alle.

    michael chalupka. diakonie österreich
    http://www.diakonie.at

    29.7.2013: beate mitterhuber

    „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Mahatma Gandhi

    Das NIE WIEDER beginnt bei jeder/jedem Einzelnen. Es ist der Respekt, wie wir Menschen, uns fremden Kulturen, Religionen und Lebensphilosophien begegnen. Es ist die Offenheit, mit welcher wir vorurteilsfrei und interessiert auf andere zugehen. Es ist der Mut, mit dem wir gegen jegliche Form der Diskriminierung, (sozialen) Benachteiligung, des Mobbing und des Alltagsfaschismus eintreten.

    beate mitterhuber
    http://www.mitterhuber.at/

    30.7.2013: marwan abado

    Die Rechtfertigung „Wir haben es nicht gewusst“ darf NIE WIEDER als Argument für das Schweigen gegen Unrecht verwendet werden. Möge uns diese Herausforderung gelingen.

    marwan abado
    http://marwan-abado.net

    31.7.2013: sonja schiff

    NIE WIEDER heißt für mich die Stimme zu erheben, sobald Menschen als „Last“ oder „Kostenfaktor“ bezeichnet und zu Sündenböcken für politisches Unvermögen gestempelt werden. NIE WIEDER heißt für mich Widerspruch einzulegen, sobald Menschen ein Leben in Würde nur im Tausch für Produktivität und Leistung zugesprochen wird.

    NIE WIEDER heißt für mich, dass jeder Mensch das Recht hat auf ein Leben in Würde:
    Menschen auf der Flucht, Menschen mit Beeinträchtigungen, demente und pflegebedürftige Menschen, Andersdenkende, Andersglaubende, Andersliebende, Anderslebende.
    JEDERMENSCH.

    sonja schiff, gerontologin und altenpflegeexpertin
    http://www.careconsulting.at

    1.8.2013: peter haas

    NIE WIEDER sagt sich so leicht – und dann kommen Nuancen, kleinmütiges Relativieren.
    Ermutigt durch Menschen wie Marko Feingold wage ich ein klares NIE WIEDER und hoffe, dass es NIE WIEDER Zeiten geben wird in denen wir uns keine Nuancen erlauben dürfen.

    Ivor Cutler: JUST A NUANCE
    A man brought up on simple sounds and easy thoughts woke one night with a nuance in his brain. Unable to deal with it, he spoke it to a business associate with whome he was sharing the room and who dabbled in semantics for a hobby. Are you ill or something. Harry? he muttdered, switching on the light. Let me fetch you a glass of water. It’s all right. Just a nuance, whispered Harry. Go back to sleep. I’ll be all right in the morning.

    peter haas, künstler und lehrer
    http://www.salzburger-kunstverein.at

    2.8.2013: gabriele rupnik

    „Nie wieder sichern – wir dadurch, dass wir Erinnerungen wach halten, erkennen in welchen Verkleidungen uns Rassismus, Xenophobie und Hass alltäglich begegnet, hinsehen nicht wegsehen, reden nicht schweigen und Menschlichkeit und Toleranz täglich leben. Stereotype sollten nicht unsere Meinung beeinflussen. Ungerechtigkeit, Intoleranz und unmenschliches Handeln sofort ansprechen! Den Diskurs lebendig halten, Brücken bauen und versuchen Herzen zu öffnen.

    gabriele rupnik, unternehmensberaterin und mediatorin
    http://www.crossculturalmind.com/

    3.8.2013: leo fellinger

    NIE WIEDER bedeutet immer wieder hinsehen, sich immer erinnern, immer wieder in den Spiegel zu schauen, und immer und immer wieder jeder Benachteiligung und Diskriminierung mit einem klaren NEIN entgegenzutreten.

    leo fellinger
    http://www.leofellinger.at

    4.8.2013: matthias erler

    Nie wieder darf ein Menschenleben so wertlos sein!

    matthias erler
    moderator

    5.8.2013: kurt palm

    Der Nie-Wieder-Gedanke ist mir suspekt, weil er in seinem Absolutheitsanspruch etwas einfordert, was letztendlich nicht umsetzbar ist. Aus diesem Grunde stimme ich ungern in einen Chor ein, der den Nie-wieder-Gedanken doch ein bisschen überstrapaziert.

    kurt palm, autor und regisseur
    http://www.palmfiction.net

    6.8.2013: christiane sauer

    Alles Gute zum Geburtstag, sehr geehrter Herr Feingold!

    Nie mehr möchte ich aus dem Blick verlieren,

  • dass die Saat der Gewalt breit in unserem individuellen und gesellschaftlichen Bewusstsein Wurzeln geschlagen hat
  • dass die Idee einer homogenen Gesellschaft immer Ausgrenzung schafft und praktischerweise Sündenböcke für die „Eingegrenzten“ bereithält
  • dass noch lange nach dem nationalsozialistischen Terror eine Ideologie vom perfekten Menschen und der perfekten Familie Kinder in Erziehungsheime brachte, wo sie erzogen und angepasst werden sollten, und ErzieherInnen ihre Menschenverachtung an ihnen ausleben konnten.
  • dass es auch heute Willkür, Vertuschung und Unrecht in vielen Formen gibt, gegen die wir auftreten müssen.
  • christiane sauer
    ombudsfrau gegen missbrauch und gewalt
    http://www.ombudsstellen.at

    7.8.2013: bernhard panhofer

    Es ist eine besondere Freude, Marko M. Feingold auf diese Weise nahe zu sein, mögen seine 100 Jahre alles unvorstellbare Grauen überstrahlen und ganz lang leuchten!

    nie wieder was: das kalte herz
    nie wieder wo: brüllverein
    nie wieder wie: blindlings
    nie wieder wer: ahnungslose
    nie wieder warum: uns zuliebe

    bernhard panhofer
    arzt für allgemeinmedizin, psychotherapeut

    8.8.2013: ursula dumnoi

    NIE WIEDER ist unser Ziel, das erreicht werden kann wenn wir weitergehen und immer mehr mit uns gehen, es immer mehr werden auch wenn uns manche aufhalten wollen! WIR gehen WEITER weiter und weiter und eines Tages wird es kein WIEDER mehr geben !!!

    ursula dumnoi
    verein schmetterling

    9.8.2013: gerhard greiner

    Nie wieder der Unmenschlichkeit und dem Hass Macht geben!

    gerhard greiner
    schauspieler, regisseur

    10.8.2013: edgar klein

    1991 in NYC – ich war damals vor Ort für eine wissenschaftlich-historische Videoproduktion verantwortlich – bei einem Interview mit Mimi Grossberg – sie hatte damals den Nachlass von Stefan Zweig im Original in ihrer Wohnung zur Aufarbeitung – sie wurde gefragt von Albert Lichtblau – „Mimi – warum hast du keine Kinder?“ Die Antwort war unter Tränen „Sie hätten sie doch wieder umgebracht“ – nach diesem Satz war ich dann sehr traurig und konnte vieles von dieser Dimension des Unglaublichen nachvollziehen.

    edgar klein

    11.8.2013: joachim bergauer

    Nie wieder, die eigene Wut auf andere richten. Nie wieder daran an der eigenen Ohnmacht und Unzulänglichkeit zerbrechen. Nie wieder nach dem geforderten Ja, ja sagen.

    joachim bergauer
    http://www.bergauer.cc

    12.8.2013: dagmar schindler

    NIE WIEDER, das Erbe unserer Eltern und Großeltern, angenommen haben dieses Erbe nur noch wenige,
    Christian Broda meinte dazu: Rassismus ist der neue Faschismus
    diese „faschistischen“ Auswüchse erleben wir täglich!

    Daher heute mehr den je!! NIE WIEDER… umgelegt auf 2013 muss es heißen, nie wieder menschenrechtsverachtende Asylbescheide, nie wieder Abschiebungen zurück zu den Verfolgern, nie wieder Verharmlosung von Verhetzungen,

    NIE WIEDER die Menschlichkeit vergessen!

    dagmar schindler
    menschenrechtsaktivistin

    13.8.2013: heinz schoibl

    NIE WIEDER bedeutet für mich (Geburtsjahr 1951):

    • die Erinnerung an die Jahre im Schatten des Schweigens
    • den Deckmantel des Nicht-Wissens, der über das Grauen des Nationalsozialismus gebreitet wurde
    • die Camouflage des „wir haben von nichts gewusst“
    • die Kritik an der amerikanischen Besatzungsmacht, weil diese dem Kommunismus zur Herrschaft über große Teile Europas verholfen hat
    • … … …

    NIE WIEDER erinnert mich auch an die ersten Brüche und Risse, die vereinzelt Licht in das Dunkel des NIE DAGEWESENEN brachten, wie etwa

    • das Gerücht, das sich (klammheimlich versteht sich) in der Runde der Mitschüler verbreitete, wonach unser Klassenlehrer in der Hauptschule im Rahmen der Entnazifizierung mit einem Berufsverbot belegt worden war (tatsächlich wurden wir aber nie aufgeklärt, warum es zu diesem Berufsverbot gekommen war und mit welcher Begründung dieses Verbot wieder aufgehoben wurde!)
    • eher zufällige Lektüre von Büchern wie „Ansichten eines Clowns“, „Draußen vor der Tür“ oder „Die Blechtrommel“
    • sowie – last but not least – viele Gespräche mit älteren FreundInnen und teilweise auch mit ZeitzeugInnen, die es mir letztlich ermöglichten, nicht nur hinzuschauen sondern auch aktiv das Gespräch, z.B. mit meinem Vater, einzufordern, dem es bis zu seinem Tod nicht möglich war, offen über seine Zeit im Nazi-Regime zu reden.

    NIE WIEDER bedeutet für mich, unter anderem in Erinnerung an meinen Vater (als Opfer wie Mit-Täter), die ständige Aufforderung, aufzupassen, wach zu sein, den Anfängen zu wehren und – vor allem – nicht zuzulassen, dass (wieder) ungerade für gerade verkauft wird. Für den Beitrag, den Marko Feingold dazu in seinem langen Leben und hoffentlich noch weiterhin leistet, möchte ich mich an dieser Stelle herzlichst bedanken.

    heinz schoibl
    http://helixaustria.com

    14.8.2013: irene brickner

    Die große Unsicherheit beim NIE WIEDER ist die Frage, ob wir erkennen, wann es beginnt, WIEDER zu sein. Ich meine, dass es Grundvoraussetzungen für Faschismus und Fremdenhass gibt, die nach 1945 in den europäischen Gesellschaften unverändert weiterbestanden haben. Das ist sehr gefährlich. Derzeit äußert sich das etwa in dem erschreckend weit, auch in „bürgerlichen“ Kreisen, verbreiteten Hass auf Roma, dem letzten alten Volk des Kontinents.

    irene brickner, journalistin und autorin

    15.8.2013: arno fischbacher

    Seine Stimme in der Öffentlichkeit zu erheben, um seine Meinung kundzutun, gehört zu den wichtigsten Grundrechten des Menschen. Gesagtes will aber auch gehört werden. Ich ermuntere oft dazu, auch leise Stimmen zu hören – auf dass NIE WIEDER das allzulaut Geschriene das Wichtige, Leise übertöne.

    arno fischbacher, stimmcoach, rhetoriktrainer, speaker und autor
    http://www.arno-fischbacher.com/

    16.8.2013: niko alm

    Was nicht hinterfragt werden darf, was als absolute Wahrheit immunisiert wird, was Kritik und Evidenz mit unbeweisbarer Behauptung mundtot machen will, stellt sich gegen das NIE WIEDER. Die Bemühungen diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen werden nie aufhören.

    niko alm, unternehmer
    http://www.alm.at/

    17.8.2013: daniela krammer

    Vergiss nie: der andere ist MENSCH.

    daniela krammer
    http://www.saxophone-affairs.at

    18.8.2013: erika pircher

    Vergiss nie: der andere ist MENSCH.Vom Alltagsverstand zum Widerstand. Es braucht Zivilcourage, um alltäglich hinzuschauen, sich aktiv einzusetzen – für Gerechtigkeit, Gleichheit, Vielfalt und Freiheit. Meine Mittel bestehen im Aufzeigen und Bearbeiten, in der Aktivierung von Ressourcen und dem Entwickeln und Stärken von Widerständigkeit – dies als ein Beitrag für ein NIE WIEDER

    erika pircher, organisations- und unternehmensentwicklerin und coach
    http://www.consalis.at

    19.8.2013: vladimir vertlib

    Die Erinnerung als kundige Wegbegleiterin durchs Leben; das Leben als Metapher für die Möglichkeit des scheinbar Unmöglichen. Das ist es, was Marko Feingold für mich verkörpert.
    NIE WIEDER ist ein hoher Anspruch. Man muss sich aber daran orientieren, dafür kämpfen, um irgendwann zumindest das Wort SELTENER aussprechen zu können…

    vladimir vertlib, schriftsteller
    http://vladimirvertlib.at/

    20.8.2013: elisabeth grammel

    NIE WIEDER nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen: IMMER zuhören, mutig sein, aufstehen, widersprechen und handeln. NIE WIEDER gleichgültig, kritiklos, unbeteiligt am rand stehen: IMMER mitfühlen, kritisch sein, sich einmischen. IMMER daran denken, dass ALLE menschen gleich sind in ihrem bedürfnis nach respekt, akzeptanz, würde und liebe. danke, MARKO FEINGOLD, dass sie da sind, uns lehren und stützen, nicht müde werden, uns ein gutes beispiel zu sein!

    elisabeth grammel
    lehrende an der pädagogischen hochschule salzburg

    21.8.2013: christine czuma

    NIE WIEDER ist jetzt.
    Karl Kraus konnte noch, sarkastisch, schreiben: „Mir fällt zu Hitler nichts ein.“
    Wir, heute jetzt, müssen eine Sprache finden zu solchen, die Andere hassen, zu rassistischen Populisten, zu autoritären Führern.
    Ich vertraue auf gemeinsame Phantasie und das Finden einer Sprache von Hundert und mehr.!

    christine czuma
    http://www.friedensbuero.at/

    22.8.2013: sabina hank

    „Der Weg ist weit und fern die Rast und Müdigkeit hat dich erfasst. Du willst die Augen schliessen. Und dennoch schliess die Augen nicht. Dem Sturme blick ins Angesicht- denn Du sollst alles wissen.“ (Jura Soyfer, „Sturmzeit“)

    „NIE WIEDER“- das uns jeden Tag mahnend im Spiegel begegnen soll- in aller Klarheit, in allem Bewusstsein, in aller Demut um das Wissen unserer Geschichte- und im gleichen Atemzug umgekehrt werden soll in ein: JA zu Verantwortung. JA zu Selbstcourage. JA zu bedingungslos gelebter Toleranz. JA zu Vielfalt. JA zu den bunten, feinen, und auch manchmal leisen Zwischentönen. Ein JA zum Hineinhören ins LEBEN.

    sabina hank, jazzmusikerin, komponistin, synästhesistin
    http://www.sabinahank.com

    23.8.2013: ursula spannberger

    Was ich mir wünsche, von anderen erhoffe und von mir selbst verlange ist offenheit und achtung in der auseinandersetzung, gewaltfreie kommunikation auch im streit, auch im stress, auch in bedrängnis der eigenen gefühle, wünsche und bedürfnisse.

    ursula spannberger
    architektin – mediatorin

    24.8.2013: norbert k hund

    Ich möchte auch eine Geschichte erzählen: Als ich 1966 in Salzburg in den Kindergarten kam, zeichnete ich unter dem Einfluss der vielen neuen Eindrücke ein Bild. In der Mitte befand sich ein Fleischwolf, in dessen Trichter wir Kinder von oben hinein geschlürft wurden. Unten kamen auf drei Förderbändern Dosen mit Fleisch, Flaschen mit Blut und Pakete mit Knochen heraus, welche sogleich auf Lastwagen verladen und anschließend ausgeliefert wurden. Zuhause erklärte ich meiner Mutter voller Stolz diese Zeichnung und sagte: „Das ist die Menschenvernichtungsmaschine.“ Sie nahm das Bild wortlos an sich und räumte es in einen Kasten, und auch auf spätere Nachfragen hin hat sie nie mehr etwas darüber gesagt. Ein schreckliches Schweigen!

    Wenn wir heute darüber nachdenken, wie wir die nächsten Generationen erziehen können, wie wir sie insbesonders gegen Gewalt und Grausamkeit schutzimpfen wollen, dann müssen wir uns ein Beispiel an Menschen wie Marko Feingold nehmen. Denn nur wer den Mut hat, auch von seinen abgründigsten Gefühlen wie Angst oder Schmerz freimütig zu erzählen, der vermag in jungen Menschen ihr ohnehin schon vorhandenes Mitgefühl anzuregen – und zu bestärken! Und gerade ein solches Einfühlungsvermögen – ohne Abspaltung der „negativen“ Emotionen – wird es dringend brauchen, wenn wir in Zukunft nicht neuen menschenverachtenden Ideologien auf den Leim gehen sollen. Also, nie wieder Schweigen – auch über das Schreckliche!

    norbert k hund
    jugend-kultur-radio
    http://blog.radiofabrik.at/artarium/

    25.8.2013: ferdinand morawetz

    Wenn ich so an meine Familie denke, habe ich alles was Österreich ausmacht in mir!
    Leider auch Menschen, die alles vergessen wollten und trotzdem nicht verzeihen konnten !
    Andere wieder, die gestorben sind, nur weil Sie nicht die richtige Religion hatten.
    Soldaten, die für Ihr Vaterland gestorben sind und dafür geehrt wurden, obwohl Sie gar nicht kämpfen wollten !

    Leider werden die Menschen nicht klüger und wenn ich mir heute Ägypten – Kairo, so anschaue oder Syrien, dann hat man nichts aus der Vergangenheit daraus gelernt!

    Trotzdem Danke an Herrn Feingold, wenn nur alle Menschen verzeihen könnten, so wie dieser Mann! Der den Mut hatte, in dieser Stadt weiter zu leben.

    Wenn ich die Messingsteine sehe und die Namen lese auf den Gehsteigen, dann leide ich jedesmal. Denn, war dieser Mensch ein Freund oder Freundin von meinem Großvater oder ……..!

    ferdinand morawetz

    26.8.2013: christa hassfurther

    NIE WIEDER soll es vorkommen verschleiernde Worte wie “handeln im humanitätsfreien Raum” für den erbarmungslosen Prozess der Abschiebung zu verwenden. Die Sprache ist der Verräter unseres Handelns. Schreiendem Unrecht einen neutral klingenden Namen zu geben, ist der erste Schritt in die Taktik des Wegschauens und Tabuisierens

    christa hassfurther
    http://www.bodiendsole.at

    27.8.2013: david röthler

    Trotz alltäglicher Betriebsamkeit innehalten, nachdenken, das Mögliche versuchen zu tun. Die eigene Meinung öffentlich vertreten – auch mit Unterstützung der Online-Medien. Wissen und Erfahrung weitergehen. Von anderen lernen. Zusammenhänge erkennen. Vergangenheit erforschen um die Gegenwart besser zu verstehen.

    david röthler
    http://david.roethler.at

    28.8.2013: anneliese rohrer

    NIE hätte ich gedacht, dass im vereinten Europa Antisemitismus, Rassismus und Verharmlosung WIEDER so offen und so unverschämt gelebt werden kann wie jetzt in manchen EU-Mitgliedstaaten. Das NIE WIEDER bekommt bei all den Appellen an Wachsamkeit und Hellhörigkeit einen hohlen Klang, wenn Antisemiten marschieren, Rassisten angreifen und Verharmloser andere lächerlich machen können – ohne jede gesellschaftliche Ächtung oder ohne politische Konsequenzen. Wenn die EU-Institutionen und die Mehrheitsbevölkerung in den einzelnen EU-Staaten sich nicht bald ihrer Verantwortung bewusst werden, kann eines Tages der Ruf WIEDER ungehört verhallen. NIE hätte ich gedacht, dass so bald der Satz „Wehret den Anfängen“ WIEDER so aktuell sein wird.

    anneliese rohrer
    journalistin

    29.8.2013: julya rabinowich

    NIE WIEDER muss auch tatsächlich NIE WIEDER sein, und nicht EVENTUELL NIMMER oder VIELLEICHT EINMAL oder AB UND ZU

    julya rabinowich
    http://www.julya-rabinowich.com/

    30.8.2013: manuela und michel widmer

    NIE WIEDER? – NIE WIEDER! Vielleicht können wir glaubhaft und nachhaltig zu einem gesellschaftlichen Klima beitragen, das im Umgang miteinander geprägt wird von dem Rat des englischen Philosophen und Friedensnobelpreisträger Bertrand Russell, der zu bedenken gibt:

    „Von Liebe bewegt und von Wissen geleitet ist gutes Leben“.

    manuela widmer
    musik- und tanzpädagogin, erziehungswissenschaftlerin, autorin

    michel widmer
    sozialpädagoge, musiker, schauspieler, clown und clowndoktor

    31.8.2013: emilie koller

    Ein NIE WIEDER setzt voraus, dass wir den Täter / die Täterin in uns immer wieder aufspüren und uns auf die Konfrontation einlassen. Erst wenn wir erkennen, dass wir alle auch das WIEDER in uns stecken haben, können wir langsam das NIE WIEDER erringen. Es ist harte Arbeit mit uns selbst.

    emilie koller

    1.9.2013: hildegund amanshauser

    NIE WIEDER heißt für mich für die Freiheit der Kunst einzustehen, für ein gutes Bildungssystem, für Barrierefreiheit und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Marko Feingold zeigt mir, dass es möglich ist.

    hildegund amanshauser
    kunsthistorikerin, direktorin der internationalen sommerakademie für bildende kunst salzburg

    2.9.2013: salome eckinger

    Kann es Krieg und Vernichtung zur Sicherung des Friedens geben? Erscheint absurd. Kann es Kriegstote wert sein, um dem Morden ein Ende zu setzen? Heute?

    Aber andererseits: wir wurden von Naziterror befreit. Viele Bomben waren nötig um das Wahnsinnsregime in die Knie zu zwingen. Wie wäre es ausgegangen, wenn niemand bombardiert, niemand einmarschiert wäre, wissend, dass das viele Menschenleben kosten wird?

    Ich wünschte mir ein NIE WIEDER. Aber ich fürchte, es bleibt ein frommer Wunsch.

    salome eckinger
    genealogieforscherin

    3.9.2013: cristina colombo

    das NIE WIEDER ist nur durch eine erziehung zu demokratie zu sichern.

    meine aufgabe als lehrerin, junge menschen zu demokratInnen zu erziehen, wird jedoch verhöhnt, wenn ich selbst in einem schulsystem arbeite, das weder lehrerInnen noch schülerInnen demokratie erfahren lässt. solange das so bleibt, ist auch das NIE WIEDER nicht gesichert.

    das leben und engagement von marko m. feingold ermuntert mich täglich – trotz aller widrigkeiten – die friedensarbeit nicht aufzugeben.

    cristina colombo
    sonderpädagogin, creativeARTdirector

    4.9.2013: bernhard jenny

    als wir die aktion 100xniewieder für marko m. feingold starteten, war uns noch nicht bewusst, dass die hundert tage nach dem 100sten geburtstag exakt zu rosh hashana enden. wir nehmen es als glückliche fügung und als wunderschönes symbol:

    marko m. feingolds engagement ist niemals nur zurückgewandt, nur in die vergangenheit blickend, sondern immer einer besseren zukunft gewidmet, einer zukunft, die im bewusstsein über das schreckliche der vergangenheit mut machen soll, ein leben in frieden, demokratie und respektvoller annahme aller menschen zu gestalten.

    dank gilt allen, die hier mitgewirkt und ihre persönlichen gedanken veröffentlicht haben. es war die letzten 100 tage faszinierend, immer wieder neue menschen für dieses projekt zu gewinnen, ihre überlegungen kennenzulernen und die wachsende vielfalt zu beobachten. wir werden eine gelegenheit finden, die vielen verschiedenen wünsche in gesammelter form an marko m. feingold zu überreichen. dazu melden wir uns dann nochmals bei allen, die hier mitgewirkt haben und den leserInnen der aktion.

    mit diesem 100sten eintrag endet vorerst diese aktion, mit der wir nochmals von ganzem herzen marko m. feingold danken und alles gute wünschen.

    shana tova!

    bernhard jenny


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    mehr über marko m. feingold