mörder morden mörder

foto: MDGOVpics

ein mensch ringt mit dem tod. er schnappt nach luft. er bekommt nicht genug. er krampft. die schmerzen sind unerträglich. rund um ihn stehen menschen die unbeteiligt zu sehen.

unbeteiligt? nein im gegenteil. beteiligt. sie sind jene, die diesem menschen den giftcocktail verabreicht haben, an dem der mensch jetzt krepiert. richtig geile vorstellung für alle, die sich durch das quälen ihnen ausgelieferter menschen und durch die macht über andere menschen befriedigung erhoffen.

warum passiert das ganze? weil dieser eine mensch lernen soll. er soll lernen, dass menschen vergewaltigen, ihnen leid zufügen und sie umbringen einfach nicht geht. deshalb wird er jetzt gequält und ermordet. richtig qualvoll.

der staatsanwalt hat gemeint, es gäbe kein recht auf einen schönen tod.

gibt es ein recht auf leben?

die logik der mörder: „ermordet die mörder!“

mörder morden mörder

ps. manchmal passt gendern auch aus inhaltlichen gründen nicht. ich weiss, es gibt auch mörderinnen.
_____
weitere beiträge zu diesem thema

foto: MDGOVpics creative commons

holocaust-überlebende fordern ende des spuks!

es ist eine schande, dass es so weit kommen muss: weil die regierung als eigentümer der hofburg nicht dazu im stande ist, aus eigenen stücken ein auftanzen der rechtsextremen in staatlichen räumen zu verhindern, müssen sich nun sogar holocaust-überlebende in die debatte einbringen. sie fordern ein ende des spuks. in diesem offenen brief:

Offener Brief zum „Akademikerball“ an
die Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsges.m.b.H. und ihre Gesellschafter/innen,
den Bundespräsidenten,
den Bundeskanzler,
den Vizekanzler
und den Wirtschaftsminister

2014-01-09

Sehr geehrte Damen und Herren,
als Überlebende der Nazizeit macht es uns fassungslos, dass die im Eigentum der Republik stehende Hofburg noch immer ihre Tore für Vertreter und Vertreterinnen rechtsextremer Vereine aus Österreich und Europa öffnet. Damit werden auch Vertreter von Vereinen willkommen geheißen, die Holocaustleugnern eine Bühne geboten und die Opfer des Nationalsozialismus immer wieder verhöhnt haben!

Wie kann es sein, dass diesem Spuk nach so vielen Jahren noch immer kein Ende bereitet wurde? Wie lange dürfen Korporierte noch auf der Nase der Demokratie herumtanzen? Wann werden Sie endlich klar sagen: Die Räumlichkeiten unserer Republik stehen für Veranstaltungen und Vernetzungsaktivitäten rechtsextremer Verbände nicht zur Verfügung!

Die Stadt Innsbruck hat vorgemacht, dass eine klare Grenzlinie gesetzt werden kann, ja gesetzt werden muss: Die im Mehrheitseigentum der Stadt stehenden Räume wurden den Korporierten entzogen. „Die Durchführung der Veranstaltung würde der Stadt Innsbruck erheblichen Schaden zufügen und unseren Grundsätzen der offenen Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus widersprechen“, so die klaren Worte der Innsbrucker
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer.

Dieselben klaren Worten und denselben Schritt erwarten wir uns auch von Ihnen, als Verantwortungsträgerinnen und -träger für die Vergabe der Prunksäle der Republik.

Für rechtsextreme Vernetzungstreffen darf es keinen Platz mehr in der Wiener Hofburg
geben.

Ziehen Sie eine klare Grenzlinie – jetzt und für immer.

Hochachtungsvoll

Katharina Sasso
Widerstandskämpferin und Überlebende des KZ Ravensbrück

Marko M. Feingold
Überlebender des KZ Auschwitz

Prof. Rudolf Sarközi
Überlebender des KZ Lackenbach

Dora Schimanko
Flüchtete mit Kindertransport vor Nazis

Anna Hackl
Rettete mit ihrer Familie Häftlinge des KZ Mauthausen

Prof. Rudolf Gelbard
Überlebender des KZ Theresienstadt

Offener Brief_unterschrieben_Detail_.pub

veröffentlicht wurde dieser brief von jetztzeichensetzen.at

schluss mit dem spuk!

wesensfremde fremdenwesen

fremdenwesen foto: bernhard jenny

die amtsbetitelung könnte kafkaesker nicht sein. „bundesamt für fremdenwesen und asyl“. welche inneren bilder erzeugt ein solcher titel.

fremdenwesen? unwesen? fremde wesen? selbst google ist fast ratlos mit diesem begriff. bravo. da haben wir mal wieder was geschafft. und asyl? wieviele denken da an „in schutz nehmen“, „aufnehmen“ und „willkommen heissen“, wieviele denken an „schubhaft“, „weg mit denen“ und „kriminelle“? da haben wir auch wieder mal was geschafft.

soviele brillen können wir gar nicht abnehmen, lieber heinz!

und jetzt sollen ehemalige postlerInnen für ordnung im fremdenwesen sorgen? werden wir die begründung hören? „schauen sie, was haben denn postbeamtInnen bisher schon gemacht: briefe und packerl verschickt, weitergeleitet und wenn einmal ein irrläufer unterwegs war, den halt nochmal dort hin geschickt, wo er hingehört. was machen denn die zuständigen im amt für fremdenwesen anderes? genau das!“

und in der schubhaft werden sie, die menschlichen packerl, dann – auf wohligem holzboden und mit freiem blick in das alpine idyll – zwangsangehalten und von einem privaten wachdienst verwaltet. deportation ist ein wirtschaftsfaktor. zumindest in vordernberg.

warum nicht auch noch langzeitarbeitslose als umschulerInnen umschulen. langzeitsarbeitslose machen dann aus postlerInnen fremdenwesenspezialistInnen oder schubhaftknastwärterInnen oder deportationskneblerInnen im flugzeug. das könnten wir dann auch wissenschaftlich begleiten lassen. sorry, wir haben kein wissenschaftsministerium mehr. dann lassen wir es halt wirtschaftswissenschaftlich begleiten. das rechnet sich.

und ehemalige wissenschaftlerInnen könnten auch von den ehemaligen langzeitarbeitslosen umgeschult werden. zu umgeschulten wirtschaftswissenschaftlichen begleitern der umschulungsprozesse.

umschulerInnen aller länder, denkt mal nach.
was passiert da gerade in unserem system?

wesensfremde fremdenwesen

menschenrechte sind nichts für zwischendurch.

grafik bernhard jenny creative commons

der eine ruft zum boykott der putinspiele auf, der andere hält nichts davon. der joachim will ein „politisches zeichen“ setzen, der heinz meint, dass dem „anliegen der menschenrechte“ mit anderen mitteln besser gedient werden kann. beide aber liegen in einem entscheidenden punkt falsch.

zwar will immerhin der eine ein zeichen setzen. die öffentlichkeit, also möglichst viele menschen immer wieder aufmerksam zu machen, wo handlungsbedarf besteht, das wäre wichtig und richtig. aber die aktion wird zur farce, wenn sie isoliert läuft, wenn kein konkretes politisches, gesellschaftliches, wirtschaftliches handeln folgt. was ist ein „zeichen“ eines präsidenten wert, wenn dessen staat mit waffenexporten, also tötungsmaschinen laufend unmengen reibach macht?

der andere will erst gar keine zeichen setzen, er will vermutlich landestypisch „gmaitlich“ mal mit dem wladimir einen heben und im bei gelegenheit – wenn das gegenüber zumindest schon angeheitert sein wird – flüstern, dass das mit den menschenrechten eigentlich irgendwie schon ein bisserl wichtig sein könnte. aber wladimir, du wirst das schon richtig machen, prost. konfliktscheue politik eines noch konfliktscheueren landes mit einer der konfliktscheuesten bevölkerungen? obwohl rein gar nichts zu verlieren wäre. oder doch?

menschenrechte. das sind lästige anhängsel. sozusagen fussnoten der politischen welt. wäre die welt ein verein, würden die menschenrechte unter „allfälliges“ behandelt. wo keine beschlüsse mehr fallen müssen. menschenrechte. die sind immer so ein „a ja, nochwas“ thema, aber nie ernsthaft im mittelpunkt. es sei denn, es geht darum, einen massiven waffengang gegen ein in ungnade gefallenes regime emotional aufzubereiten.

menschenrechte sind für die berühmte wurst, wenn sie nicht wirklich verinnerlicht, zur grundhaltung einer gesellschaft, der politisch agierenden und aller verantwortlich handelnden werden. menschenrechte taugen nicht als drüberstreuer für sonst menschenverachtende systeme.

menschenrechte sind nichts für zwischendurch.

die verhöhnung von ute bock ist untragbar

foto: literaturhaus salzburg: ute bock

es ist das leidlich bekannte strickmuster der rechten: zuerst wird angegriffen, gehetzt und verhöhnt, dann scheinbar zurückgezogen, dementiert und dann wird auf missverständnisse verwiesen. die wirkung ist immer die gleiche: die eigenen reihen klopfen sich gröhlend auf die schenkel vor lachen und wissen genau, wie ernst solche „entgleisungen“ gemeint sind. und sie binden die braune masse in hämischer verbundenheit.

robert lizar, redakteur der fpö-parteizeitung schrieb auf facebook über die nach einem schlaganfall in der intensivstation um ihre gesundheit ringende ute bock: „mein mitleid hält sich in grenzen.“ (siehe berichte kurier und der standard)

ja klar, dann wurde wieder zurückgezogen, abgeschwächt, dementiert usw. das bekannte strickmuster eben.

dieser unmoralische übergriff auf ute bock darf nicht folgenlos bleiben. die welle der solidarität mit der engagierten frau muss gerade jetzt, wo sie sich selbst nicht wehren kann, derartige angriffe auf das schärfste verurteilen und konsequenzen einfordern. mit den rechten ist eben kein staat zu machen, kein podium zu betreten, kein studio aufzusuchen. mit diesen menschenverachtenden aktionen müssten sich die effen disqualifiziert haben. aber das sehen leider nicht alle so.

alarmierend auch der umstand, dass zb. der online standard das forum auf händisch betriebene freischaltung der postings umstellen musste, weil sich dort so viele rechten quertreiber herumtrieben.

in jedem fall gilt unsere tiefe solidarität mit ute bock und wir wünschen ihr beste und rasche genesung. sie soll sich nicht hetzen und drängen lassen, sondern zeit und ruhe finden, sich zu erholen. es ist vermutlich zeit, dass das team rund um ute bock viel arbeit übernimmt und ute bock selbst entlastet. aber das sind entscheidungen, die sie selbst und ihr umfeld in ruhe zu treffen haben.

das weitere umfeld, die menschen, die ihr engagement so wichtig und herausragend finden, muss sich um den schutz kümmern. um den schutz vor wahnsinnigkeiten wie jener entlarvenden (und inzwischen wieder gelöschten) äusserung des fpö-redakteurs.

die verhöhnung von ute bock ist untragbar.

foto: ute bock nach der präsentation des buches „agenda menschenrechte. notizen zum politischen proceß“ von josef p. mautner im literaturhaus salzburg, von links: günther marchner, bernhard jenny, ute bock, tomas friedmann. (foto: literaturhaus)

armut ist kein verbrechen, herr bürgermeister!

franks_sosmitmenschaktion

offener brief an bürgermeister michael häupl

sehr geehrter herr bürgermeister,

armut darf niemals zu einem verbrechen der betroffenen gemacht werden.
wenn armutsbetroffene betteln, werden sie in zunehmendem masse
in unserer gesellschaft kriminalisiert und stigmatisiert.

zynische klassifizierungen wie „gewerbsmässiges betteln“ oder
„organisierte bettelbanden“ beschleunigen die feindbildwirkung
und sind letztlich gegen die ganze gesellschaft gerichtet.
denn das aussondern, abweisen, deportieren oder brandmarken
von menschen macht uns alle nicht reicher, sondern um vieles ärmer.
wenn wir menschen, die aus verschiendensten gründen „scheitern“,
oft auch von anderen zum „scheitern“ gezwungen wurden, nicht als
ebenso wertvolle menschen erkennen können, enteignen wir uns.

ich will nicht in einer gesellschaft leben, die nur aus „funktionierenden“,
„erfolgreichen“ und „abgesicherten“ besteht.

noch weniger kann ich es hinnehmen, wenn armutsbetroffene menschen
zu kriminellen gemacht werden und für betteln ins gefängnis gehen sollen.

tragen sie bitte umgehend dazu bei, dass solch ein wahnsinn nicht passiert.
frank s. ist ein nun bekannt gewordener betroffener, der beispielhaft
für vermutlich viele steht, denen ähnliches droht.

beenden sie diese schande.

armut ist kein verbrechen, herr bürgermeister!

dies ist ein offenes schreiben im rahmen der protestaktion von sos-mitmensch für frank s.

bitte mitmachen:
http://www.sosmitmensch.at/site/home/article/725.html

politik braucht unser land.

politik - gibts sowas noch? bernhard jenny

mehr menschen mit weitblick.

mehr menschen, die lösungsorientiert arbeiten.

mehr menschen, die mut haben, neues zu gestalten.

mehr menschen, die viele andere teilhaben lassen, anstelle auszuschliessen.

mehr menschen, die verantwortung für unsere gesellschaft, für die gemeinschaft aller empfinden.

mehr menschen, die unsere gesellschaftsordnung hinterfragen und immer wieder frische visionen entwickeln.

mehr menschen, die die energie aufbringen, alten ballast hinter sich zu lassen und sich für gerechtigkeit und freiheit aller einsetzen.

mehr menschen, die demokratie als auftrag zur chancengleichheit für alle verstehen und alle systeme entsprechend neu strukturieren.

mehr menschen, die soziale sicherheit, bildung und wissenschaft, kultur und teilhabe aller umsetzen, verbreiten und sicherstellen wollen.

mehr menschen, für die grundrechte und menschenrechte viel mehr sind, als nur lästige hindernisse auf dem weg der wohlstandsverwaltung weniger.

mehr menschen, die erkennen, dass wir mit kleinsten gemeinsamen nennern niemals weiter kommen, sondern grenzen der alter parteilichkeiten überwinden müssen.

das hiesse dann politik.

und würde diesen namen auch verdienen.

politik braucht unser land.