wer schützt uns vor josef s.?

mfoto: murmelvieh creative commons na nc bearbeitung bernhard jenny

ein schwerverbrecher, ein krimineller, der so gemeingefährlich ist, dass er mit wega-bewachung in handschellen vor das gericht gebracht werden muss! einer, der eine bedrohung für uns alle ist, weil er ein landfriedensbrecher ist. einer, der – wie es sich für einen gefährlichen terroristen gehört – nicht davor zurückscheut, ein ganzes heer von demonstrationssöldnern aus dem schrumpfrest unseres stolzen reiches herbeizukommandieren und diese hier in der ostmark gegen uns ehrenhafte burschen anzuführen, ja, soeiner ist er. der josef s.

der ist so unglaublich gefährlich, dass praktisch alle geladenen doch glatt jenem wirklich mutigen zivilbeamten widersprachen, weil sie – sicher eingeschüchtert von der antifaschistischen rotmafia – irgendwie sich aus der verantwortung davonstehlen wollten. aber der souveräne richter hat klar erkannt, dass es bei den aussagen des heldenhaften belastungszeugen einzig und allein um eine objektive, vielleicht sogar untertriebene darstellung eines politchaoten geht, der glaubt, er könne machen, was er will! deshalb war den zahlreichen „entlastenden“ aussagen kein augenmerk zu schenken. wir kennen das ja, wenn ein angeklagter nicht identifiziert wird, wenn niemand mehr etwas genaues wissen will, wenn fast alle dem staatsanwalt widersprechen, dann ist sicher eine massive einschüchterung der aussagenden im spiel! aber so kann das gar nicht angehen. ordnung! schliesslich geht es hier um unsere rechtsmark! das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

geschnitten hat er sich da, der josef s. geschnitten. mindestens so tief wie der tiefste schmiss im stolzen antlitz unserer sauberen burschenschafter. allesamt ehrenhafte nationale, die sie hochhalten, die ehre, hoch wie eine burg, in den feierlichsten hallen unserer mark teutscher nation. voller stolz auf die leistungen im dritten. was da immer gejammert und gefaselt wird, nicht zum aushalten. bei allen 88 germanengöttern! wie wenn alles so schlecht gewesen wär. also das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

hinterlistig ist er auch noch, der josef s.! da behauptet er doch glatt, er sei linkshänder! schutzbehauptung! wir wissen ja, dass ein wirklich gutes hochreissen des arms nur mit dem rechten funktioniert! das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

aber es ist dennoch ein fehlurteil. viel zu milde. viel zu unterwürfig. viel zu anbiedernd. als wolle man dem niedrigen mob gefallen. wer schützt jetzt ab heute die alpen- und donaugaue? josef s. wurde durch einen fatalen justizirrtum heute freigelassen (!!!) und kann wieder seine schändlichen antifaschistischen umtriebe organisieren! das stellt eine bedrohung für uns aufrechte dar! wo kommen wir hin, wenn allerortens mistkübel wieder aufgestellt werden, die einmal umgekippt sind?

josef s. ist sicherlich auch ein aktiver tierschützer und schlepper, er bedeutet eine gefahr für unser reich, dem demokratiephantasien irgendwelcher chaoten ohnehin schon schwer zusetzen. es ist bezeichnend für diese art von verbrechern, dass ihnen nur in den seltesten fällen etwas nachzuweisen ist. aber sie können ihre unschuld klarerweise nicht beweisen! da hat ein mutiger richter blendend erkannt. unabhängig, völlig unabhängig. wie die tram. aber viel zu milde! das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

was josef s. nun in den monaten seiner haft gelernt hat, können wir uns denken. er wird sicher noch radikalisierter und noch systemkritischer sein als vorher. ein täglich wachsendes gefahrenpotential auf zwei beinen. und die ostmark ist voller mistkübel!

daher stellt sich seit heute nachmittag die dringende frage:
wer schützt uns vor josef s.?


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frühere artikel zu dieser gefahr

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liebe kinder. seids brav, sonst schmeiss ich euch raus.

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liebe kinder. damit ihr es nur wisst. ihr dürfts nicht garstige sachen sagen. und wenn ihr jemannfrau kennt, der/die/das einen mistkübel umgeworfen hat, dann müsst ihr den/die/das bei euren freundInnen und helferInnen melden. seids brav. sonst schmeiss ich euch raus.

was? platzverbot? ja das ist schnee von gestern. das interessiert jetzt keinen mehr. nein liebe kinder. nocheinmal: ihr dürfts keine garstigen sachen sagen. und wenn ihr jemannfrau kennt, der/die/das was garstiges gesagt hat, oder vorhat, dass er/sie/es was garstiges sagen will, dann müsst ihr den/die/das bei euren freundInnen und helferInnen melden. seids brav. sonst schmeiss ich wirklich raus.

was? journalistInnen durften nicht selbst entscheiden wo sie hingehen? dazu sag ich jetzt nichts. nein liebe kinder. nocheinmal: ihr dürfts keine garstigen sachen sagen. und wenn ihr jemannfrau kennt, der/die/das einen stinkefinger gezeigt hat, oder zuviel schals getragen hat, dann müsst ihr den/die/das bei euren freundInnen und helferInnen melden. seids brav. sonst schmeiss ich echt aber ehrlich raus.

was? „hass“ habt ihr gesagt? pfui. das darf manfrau nicht sagen. nein, auch wenn es nazis sind. die müssen wir auch lieb haben. die wollen doch eh nur ein bisserl spielen mit ihren säbeln. die haben ja sonst keinen einfluss. den hab schon ich. ich hab viiiiieeeeel mehr einfluss. das könnt ihr euch merken, liebe kinder.

was? schluss jetzt. ich sag jetzt nichts mehr. hauptsache alles ist grün und brav. pürstl hin, strache her. wir sind zu allen lieb. und jetzt singen wir gemeinsam: „grün, grün, grün sind alle meine lämmer.“

liebe kinder. seids brav, sonst schmeiss ich euch raus.

bild: creative commons licence by 2.0 acidpix

repressionstraining erfolgreich abgeschlossen

foto gerhard loub http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

gut ist es gelaufen. von anfang an ist die taktik aufgegangen. provozieren wie es im buch steht. vermummungsverbote und platzverweise, grossdemo durch unmögliche vorgaben zur absage reizen und dann volle kanne. wasserwerfer, kampfmontur und dort und da meldungen streuen, die nur einen einzigen zweck haben: heiss machen.

es geht längst nicht um einen bumsti oder die korporierten. es geht auch nicht um hofburg oder konflikte zwischen rechts und links.

es geht um manöver. die mann- und frauschaft im korpsgeist zu stärken, feindbilder herbeizubestätigen und vorhersehbare ausschreitungen zum übungsanlass zu nehmen. schliesslich steht in unseren breiten noch einiges ins haus.

bald wird es nicht gegen einen scharzen block oder angebliche chaoten gehen. bald wird es gegen arme, ausgegrenzte, armutsmigrantInnen oder solche menschen gehen, die wir uns nicht mehr leisten wollen, die als kostenfaktor oder belastung identifiziert und abgestempelt werden.

wen immer die boulevardpresse dann als die ursache aller probleme ausmachen wird, gegen die werden „wir“ dann mit aller härte vorgehen müssen. nicht nur an den aussengrenzen, sondern auch mitten in unseren städten. in der innenstadt.

das will geübt werden. dafür sind manöver unter möglichst realistischen bedingungen ideal.
und wir gewöhnen uns bei dieser gelegenheit daran, dass es schon mal hart zu gehen kann.

repression will gelernt sein.

repressionstraining erfolgreich abgeschlossen.

foto gerhard loub http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

holocaust-überlebende fordern ende des spuks!

es ist eine schande, dass es so weit kommen muss: weil die regierung als eigentümer der hofburg nicht dazu im stande ist, aus eigenen stücken ein auftanzen der rechtsextremen in staatlichen räumen zu verhindern, müssen sich nun sogar holocaust-überlebende in die debatte einbringen. sie fordern ein ende des spuks. in diesem offenen brief:

Offener Brief zum „Akademikerball“ an
die Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsges.m.b.H. und ihre Gesellschafter/innen,
den Bundespräsidenten,
den Bundeskanzler,
den Vizekanzler
und den Wirtschaftsminister

2014-01-09

Sehr geehrte Damen und Herren,
als Überlebende der Nazizeit macht es uns fassungslos, dass die im Eigentum der Republik stehende Hofburg noch immer ihre Tore für Vertreter und Vertreterinnen rechtsextremer Vereine aus Österreich und Europa öffnet. Damit werden auch Vertreter von Vereinen willkommen geheißen, die Holocaustleugnern eine Bühne geboten und die Opfer des Nationalsozialismus immer wieder verhöhnt haben!

Wie kann es sein, dass diesem Spuk nach so vielen Jahren noch immer kein Ende bereitet wurde? Wie lange dürfen Korporierte noch auf der Nase der Demokratie herumtanzen? Wann werden Sie endlich klar sagen: Die Räumlichkeiten unserer Republik stehen für Veranstaltungen und Vernetzungsaktivitäten rechtsextremer Verbände nicht zur Verfügung!

Die Stadt Innsbruck hat vorgemacht, dass eine klare Grenzlinie gesetzt werden kann, ja gesetzt werden muss: Die im Mehrheitseigentum der Stadt stehenden Räume wurden den Korporierten entzogen. „Die Durchführung der Veranstaltung würde der Stadt Innsbruck erheblichen Schaden zufügen und unseren Grundsätzen der offenen Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus widersprechen“, so die klaren Worte der Innsbrucker
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer.

Dieselben klaren Worten und denselben Schritt erwarten wir uns auch von Ihnen, als Verantwortungsträgerinnen und -träger für die Vergabe der Prunksäle der Republik.

Für rechtsextreme Vernetzungstreffen darf es keinen Platz mehr in der Wiener Hofburg
geben.

Ziehen Sie eine klare Grenzlinie – jetzt und für immer.

Hochachtungsvoll

Katharina Sasso
Widerstandskämpferin und Überlebende des KZ Ravensbrück

Marko M. Feingold
Überlebender des KZ Auschwitz

Prof. Rudolf Sarközi
Überlebender des KZ Lackenbach

Dora Schimanko
Flüchtete mit Kindertransport vor Nazis

Anna Hackl
Rettete mit ihrer Familie Häftlinge des KZ Mauthausen

Prof. Rudolf Gelbard
Überlebender des KZ Theresienstadt

Offener Brief_unterschrieben_Detail_.pub

veröffentlicht wurde dieser brief von jetztzeichensetzen.at

schluss mit dem spuk!