gegen den schleichenden putsch von rechts oben!

es gibt in unserem land einen schleichenden putsch von rechts oben, quer durch verschiedene parteien und institutionen. kritik von amnesty international und menschenrechtsorganisationen, von diakonie und caritas prallen an fekter und co. ab, wie sonst nur in diktatorischen systemen. dem dürfen wir nicht tatenlos zusehen, denn sonst manchen wir uns mitschuldig.

für waffenlobbyisten, anlagebetrüger und nicht zufällige krisengewinnler gilt in unserem land immer und überall die unschuldsvermutung. für asylwerberinnen, migrantinnen und deren familien und für protestierende gilt eine kriminalitätsvermutung.

wir setzen dem schleichenden putsch von rechts oben unseren protest und aktivitäten entgegen. die zahl jener, die es nicht mehr dulden wollen, dass bei jedem satz über asylwerberinnen sofort auf sozialbetrug und kriminalität verwiesen wird und hilflose menschen verächtlich gemacht werden, steigt rasch.

zitat aus der aktuellen presseaussendung der initiative WIDERSTAND im FEKTERLAND zum politurteil gegen 2 asylpolitikkritiker in salzburg
http://widerstand-im-fekterland.at

skandalurteil gegen asylpolitik-kritiker

meine söhne wurden heute verurteilt. von einer richterin, die in keiner phase des prozesses auch nur den anschein von unparteilichkeit und parteilosigkeit erwecken wollte.

eigentlich hätten wir sie das urteil gleich am anfang der prozessreihe verlesen lassen können, denn sie wusste schon immer, wie die sache gelaufen sein muss und was sie davon zu halten hat.

weit mehr als die hälfte der wortmeldungen der verteidigung hat die richterin entweder unterbrochen oder die fragen an zeugen einfach nicht zugelassen. ob es beeinflussung von zeugen durch die polizei gegeben hat oder vielleicht doch die verletzung des polizisten (wie der betreffende selbst als möglichkeit einräumte) eben nicht von meinem sohn verursacht wurde, hat sie niemals interessiert. entsprechende beweisanträge wurden von ihr abgewiesen.

dafür dient ihr das einschreiten der polizei als ausreichender hinweis, dass da wohl was gewesen sein muss, denn sonst hätte ja die polizei nicht so gehandelt. soll wohl heissen: wenn wo die polizei massiv zugreift, dann ist damit der tatbestand schon bewiesen.

das urteil ist nun ein vorläufiges ende einer langen geschichte, die mit einer harmlosen demo gegen die unmenschliche politik fekters begann und nun mit einem spruch endet, das ich mir nur dann erklären kann, wenn es „auf bestellung“ zustande gekommen ist.

somit kommt nun zur skandalösen und mitunter tödlichen abschiebepolitik ein handfester justizskandal.

auch wenn uns das urteil schwer schockiert, so dürfen wir uns nicht ablenken lassen: jeder tag, an dem die menschenverachtung und der zynismus von fekter und co. den umgang mit menschen in existenzieller not bestimmen, ist ein tag zuviel!

mehr darüber und links zu den medienberichten unter:
http://widerstand-im-fekterland.at

marko feingold wird morgen 97

morgen feiert hofrat marko m. feingold, präsident der israelitischen kultusgemeinde salzburg, geburtstag. mit seinen 97 jahren ist präsident feingold unermüdlich aktiv, in schulen, vorträgen, pressegesprächen, interviews und diversen veranstaltungen. kein dokumentarfilm oder geschichtsbuch kann so authentisch und lebendig erlebtes berichten und mit genau jenem mass an menschlichkeit verbinden, das aus fakten erfahrungen, aus erzähltem lebendiges werden lässt.

es ist berührend zu sehen, wie aktiv marko feingold für eine welt eintritt, in der alle menschen platz haben. nach all dem, was er erlebt hat und überleben musste, ist ihm eine souveränität geschenkt, die jedes kleinkarierte denken von vornherein relativiert oder zumindest mit einem verschmitzten witz aushebeln lässt. es ist sicher kein zufall, dass viele der feingoldschen anekdoten von regeln und regelwerken erzählen, die aufgrund einer nur allzu menschlichen lebenspraxis mal hie und mal dort entweder garnicht oder eben auf individuelle weise eingehalten werden. das leben ist eben stärker und bunter, ja auch weniger perfekt, als jede noch so ausgeklügelte bestimmung.

hofrat marko feingold ist der erste träger des „kurt-schubert-gedächtnispreises“ für interreligiöse verständigung. anlässlich der verleihung im februar sagte feingold: „ich fühle mich als guter österreicher. ich bin ehrenbürger von salzburg. das hätte sich ein jude vor 100 jahren nicht denken können“, scherzte er. und gab allen zuhörerInnen eines mit auf den weg: „es gibt nichts besseres als die demokratie.“

sein unaufhörlicher einsatz für eine welt, die aus der geschichte lernt, für menschen, die sich bewusst für eine offene gesellschaft einsetzen muss allen politisch bewussten menschen ermunterung und auftrag sein!

in diesem sinne wünschen wir präsident marko feingold möglichst viele menschen in seiner umgebung, die seinen erfahrungen mit offenem herzen begegnen und erkennen, was wirklich wichtig im leben ist.

marko feingold in wikipedia

marko feindgold im gespräch mit cornelius hell (pdf)

homepage der israelitischen kultusgemeinde salzburg

gymnasium für alle? nein! schule für alle? ja!

wissenschaftsministerin karl erregt aufmerksamkeit mit ihrer vision eines „gymnasiums für alle“. mit dem ziel „die beste einheitliche schule für alle – unabhängig von ihrer sozialen herkunft“ spricht karl ein pädagogisches ziel an, das international schon längst normal ist. ein krampfhaftes, möglichst frühes selektieren der kinder ist nur mehr für den deutschsprachigen raum typisch.

nehmen wir an, die vernunft setzt sich durch und es kommt gegen die widerstände aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen reihen zu einem wirklich grundsätzlichen wandel des schulsystems, so dürfen die kinder mit „sonderpädagogischen förderbedarf“ keinesfalls übersehen werden.

„gymnasium für alle“ muss in wirklichkeit „schule für alle“ sein. nur wenn eine solche schule die integration / inklusion wirklich ALLER kinder bedeutet, wird unsere gesellschaft realistisch und ganz abgebildet.

das gegenteil wäre verheerend: je grösser die gruppe der schülerInnen eines „gymnasiums für alle“ wäre, umso fataler wäre es für jene, die nicht einmal zu diesen „allen“ gehören dürften. das wäre schlimmere selektion als derzeit.

nur eine ganze gesellschaft ist eine gerechte.

fekter verdient höchste auszeichnung!

gestern wurde gemeldet, dass innenministerin fekter beim treffen osteuropäischer eu-innenminister in bratislava gemeinsam mit den amtskollegen aus slowenien, slowakei, tschechien und ungarn eine „phalanx gegen die eu-asylpläne“ der eu-kommission gebildet hat.

u.a. lehnen diese ministerInnen die ausweitung der kostenlosen rechtsberatung in allen sprachen der welt auf alle phasen des verfahrens ab, sowie die ausweitung des familienbegriffs auf verwandte.

im klartext: wenn die eu-kommission über eine humanere gesetzgebung in sachen migration und asyl nachdenkt, dann wehrt sich fekter im namen österreichs nicht nur vehement dagegen, sie schmiedet auch allianzen für den erhalt unmenschlicher bestimmungen.

gäbe es einen (quasi nobel-)preis für gefühlskälte, unmenschlichkeit und bewusstes ignorieren selbst tödlicher konsequenzen für zahlreiche notleidende, hilfesuchende menschen, maria fekter hätte ihn verdient.

mit welchem recht agiert unsere innenministerin gegen humanitäre überlegungen der eu-kommission???

dazu ein aktueller hinweis:

susanne scholl, die engagierte autorin, journalistin und langjährige orf-korrespondentin hat in einem berührenden offenen brief an faymann, fekter und spindelegger die menschenwürde thematisiert und eingefordert.

daraus wurde ein petition, die nun online zu unterzeichnen ist.
http://www.petitiononline.com/liaboh/petition.html
BITTE WEITERMAILEN!!!

kollektive regression ist höchst populär

thementage auf 3sat sind häufig spannende, weil vertiefende einblicke in bestimmte themenbereiche. mit dem gestrigen schwerpunkt „ihre majestäten“ über diverse königinnen, könige, prinzen und prinzessinnen schaffte 3sat den ultimativen overkill in sachen royals und co.

in welcher welt leben wir eigentlich? ist die aufklärung wirklich spurlos an uns vorübergegangen? brauchen wir wirklich zur inszenierung irgendwelcher archetypischer phantasien die aufrechterhaltung krankhafter strukturen?

benötigen wir wandelnde märchenbücher samt menschen, die sich ernsthaft „majestäten“ nennen, sich vermutlich wirklich für besser als das volk halten (oder aber auch von anderen dafür gehalten werden) und sich dabei hochneurotisch verhalten?

ist es nicht minder neurotisch, diesen menschen auf schritt und tritt zu folgen und ständig projektionsflächen für unsere inneren mangelerscheinungen aus ihnen zu machen? sollte es uns nicht egal sein, ob die yellow press ausstirbt, weil es keine royals mehr gibt?

es geht nicht darum, ob mir die akteurInnen nun sympathisch oder unsympathisch sind, sondern schlicht und einfach darum, dass das konzept von adel und volk, von majestäten und untertanen längst überwunden sein müsste.

solange wir uns von solchen mittelalterlichen mustern nicht trennen, leben wir in regression. ein zeichen dafür, dass wir die realität nicht verkraften. war die aufklärung doch nicht zumutbar?

frischer wind in der salzburger altstadt mit leichten turbulenzen

salzburg hat wahrlich schon sehr viele symphonien erlebt und gehört. einer so langen und oft auch eingefahrenen tradition frisches und lebendiges nachzusetzen, ganz dem heutigen und aktuellen verpflichtet, ist schon eine herausforderung.

50 tänzerInnen des SEAD (salzburg experimental academy of dance) ist dies gestern in beeindruckender weise gelungen: die „street symphony für dance orchestra“ war ein starkes erlebnis.

die tänzerInnen setzten auf ihrem weg von der academy in schallmoos hinein mitten in die innenstadt kreative impulse, die mitwanderndes publikum und zufällige passanten sehr oft ein lächeln ins gesicht zauberte. kreativität kann dynamik und frische zwischen altehrwürdige mauern bringen, kann räume erweitern, plätze entstehen lassen.

holzstäbe, getränkedosen, pfeifen und klangstäbe, oder aber auch der eigene körper, die stimme, die musik – diese „street symphony“ (choreografie: zsuzsa rózsavölgyi, musik: bánk sáry) setzt auf bunte vielfalt und kreative spannung im öffentlichen raum.

die schar der neugierigen beobachterInnen wurde von station zu station grösser und die aufmerksamkeit war dadurch immer rascher zu gewinnen. das geht freilich nicht immer reibungslos. da fahren schon mal die fiaker oder taxis gnadenlos in die tanzende menge, die tänzerInnen lassen sich aber nicht beirren.

und das publikum solidarisiert sich umso mehr mit dem geschehen: da bilden sich dann immer dichtere kreise um die performenden künstlerInnen oder eine frau stellt sich entschlossen dem nächsten fiaker klar und deutlich in den weg.
es werden eben immer spannungen spürbar, wenn kulturelles, kreatives geschehen in unseren fest gemauerten alltag, in unseren öffentlichen raum eingreift. „warum müssen die das ausgerechnet jetzt machen, wo ich einkaufen gehen will, die sollen das am sonntag machen“, ärgert sich eine passantin über die irritation des konsums. doch während sich wenige gestört fühlen, ist es eine deutliche, stetig wachsende mehrheit, die diesem sympathischen treiben gerne raum zugesteht oder es genussvoll beobachtet.

dass sich insgesamt die gute stimmung durchsetzt, ist das ergebnis der konsequenten arbeit der tänzerInnen. sie scheinen das performen auf unseren plätzen wie das atmen zu brauchen, sie zeigen uns, wie lebendig altstadt verstanden werden könnte.

ein starkes signal anlässlich des „internationalen welttages des tanzes“ mit viel symbolkraft: es wäre wünschenwert, unseren alten gemäuern – sowohl denen in der altstadt, als auch denen in unseren köpfen – öfter mal die leichtigkeit kreativer bewegung zuzumuten. irritation inklusive.