kollektive regression ist höchst populär

thementage auf 3sat sind häufig spannende, weil vertiefende einblicke in bestimmte themenbereiche. mit dem gestrigen schwerpunkt „ihre majestäten“ über diverse königinnen, könige, prinzen und prinzessinnen schaffte 3sat den ultimativen overkill in sachen royals und co.

in welcher welt leben wir eigentlich? ist die aufklärung wirklich spurlos an uns vorübergegangen? brauchen wir wirklich zur inszenierung irgendwelcher archetypischer phantasien die aufrechterhaltung krankhafter strukturen?

benötigen wir wandelnde märchenbücher samt menschen, die sich ernsthaft „majestäten“ nennen, sich vermutlich wirklich für besser als das volk halten (oder aber auch von anderen dafür gehalten werden) und sich dabei hochneurotisch verhalten?

ist es nicht minder neurotisch, diesen menschen auf schritt und tritt zu folgen und ständig projektionsflächen für unsere inneren mangelerscheinungen aus ihnen zu machen? sollte es uns nicht egal sein, ob die yellow press ausstirbt, weil es keine royals mehr gibt?

es geht nicht darum, ob mir die akteurInnen nun sympathisch oder unsympathisch sind, sondern schlicht und einfach darum, dass das konzept von adel und volk, von majestäten und untertanen längst überwunden sein müsste.

solange wir uns von solchen mittelalterlichen mustern nicht trennen, leben wir in regression. ein zeichen dafür, dass wir die realität nicht verkraften. war die aufklärung doch nicht zumutbar?

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

3 Kommentare

  1. Ich finde das eine etwas widersprüchliche Argumentation. Genau die Yellow Press zeigt doch, dass zwischen Adligen und Nicht-Adligen (z.B. Celebrities wie Paris Hilton) überhaupt kein Unterschied gemacht wird. Oder klingt das so, als ob sich hier die „Journalisten“ als Untertanen sehen?

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  2. Schön, dass Du dies auch so siehst. Mich nervt v.a. in Österreich das Getue um die Habsburger-Gesetze so gewaltig: Wenn der Adel auf sein Erbe verzichtet, die ganzen Ländereien und Immobilien zurückgibt, dann kann man darüber reden, aber so ist noch immer keine Spur von Egalité in Österreich vorhanden. Daher ist das Verbot des passiven Wahlrechts auch alles anderes als „ungerecht“.

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  3. hrogra

    Wir sind Kaiser

    Robert Palfrader
    Um sich seinem Volk zeitgemäß zu präsentieren, hat seine Majestät seine eigene ORF-TV-Show ins Leben gerufen. Hier möchte Robert Heinrich I. gemeinsam mit seinem Obersthofmeister alias Rudi Roubinek zeigen, wie wichtig ihm die Anliegen des Volkes sind, und so empfängt er bei den TV-Audienzen sowohl „den kleinen Mann“ als auch Prominente aller Disziplinen.
    Pro Audienz werden Gäste vorgelassen, um dem Kaiser ihre Anliegen darzubringen oder von seiner Majestät zu verschiedenen Themen befragt, gelobt, aber auch getadelt zu werden.

    Vorerst letzten TV-Audienz
    Am 18. März 2010 verabschiedet sich der „Kaiser“ mit dem Besten vom Besten in die wohlverdiente Sommerfrische.

    Seit 2007 on air
    Am 3. Mai 2007 hielt seine Majestät Robert Heinrich I. alias Robert Palfrader erstmals in der donnerstäglichen Satire- und Comedyleiste Hof und brachte den touristenattraktiven Glanz einer unrepräsentativen Monarchie in der Satire-Talk-Show „Wir sind Kaiser“ zurück auf die Bildschirme.

    „Wir sind Kaiser“ ist eine Produktion von Gebhardt Productions im Auftrag des ORF nach einer Idee von Wilfried Reichel und Ully Aris. Für die Drehbücher zeichnen Rudi Roubinek, Robert Palfrader und Gerald Fleischhacker verantwortlich.

    Quelle: ORF

    Nun, irgendwie scheinen nicht unerhebliche Teile der Bevölkerung in der Evolution stecken geblieben zu sein.
    Oder hat es womöglich gar keine Evolution gegeben?
    ENLIGHTMENT endete ja auch mit einem neuen Führer, Kaiser: Napoleon.
    Und ist nicht Strachzis Erfolg ein Erfolg der Erfüllung von FührerSEHNSÜCHTEN?

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