kollektive regression ist höchst populär

thementage auf 3sat sind häufig spannende, weil vertiefende einblicke in bestimmte themenbereiche. mit dem gestrigen schwerpunkt „ihre majestäten“ über diverse königinnen, könige, prinzen und prinzessinnen schaffte 3sat den ultimativen overkill in sachen royals und co.

in welcher welt leben wir eigentlich? ist die aufklärung wirklich spurlos an uns vorübergegangen? brauchen wir wirklich zur inszenierung irgendwelcher archetypischer phantasien die aufrechterhaltung krankhafter strukturen?

benötigen wir wandelnde märchenbücher samt menschen, die sich ernsthaft „majestäten“ nennen, sich vermutlich wirklich für besser als das volk halten (oder aber auch von anderen dafür gehalten werden) und sich dabei hochneurotisch verhalten?

ist es nicht minder neurotisch, diesen menschen auf schritt und tritt zu folgen und ständig projektionsflächen für unsere inneren mangelerscheinungen aus ihnen zu machen? sollte es uns nicht egal sein, ob die yellow press ausstirbt, weil es keine royals mehr gibt?

es geht nicht darum, ob mir die akteurInnen nun sympathisch oder unsympathisch sind, sondern schlicht und einfach darum, dass das konzept von adel und volk, von majestäten und untertanen längst überwunden sein müsste.

solange wir uns von solchen mittelalterlichen mustern nicht trennen, leben wir in regression. ein zeichen dafür, dass wir die realität nicht verkraften. war die aufklärung doch nicht zumutbar?