eine menschenrechtsstadt verträgt keinen preuner.

harry preuner by bernhard jenny

friede. freude. eierkuchen. lachende gesichter. neue und alte. aber genau da liegt das problem.

salzburg – so haben wir in diesen tagen erfahren – hat ab ende des monats eine neue stadtregierung. vieles ist beim alten geblieben, manches ist neo, aber alle konnten sie schon in die kameras lächeln. zufrieden. über ein no-na-arbeitsprogramm, von dem wir nicht nur wissen, dass vieles nicht drin steht, sondern auch, dass vieles drin steht, ohne unbedingt konkret folgen haben zu müssen. bisnäs äs juschl.

aber: einer hat zwar unverhältnismässig viel verloren, an stimmen, an vertrauen, an zustimmung. seine hetzkampagne gegen die armen wurde – danke! – nicht belohnt, sondern abgestraft. harald „harry“ preuner hat sich aber niemals von seiner hetze distanziert, hat sich auch nicht für die übergriffe der stadt auf notreisende entschuldigt, sondern diese auch noch gerechtfertigt. und: der rechtsaussen büroleiter bernd huber ist noch immer an seiner einflussreichen stelle. das kleinlaute statement hubers nach der aufkommenden kritik, er würde keine statements mehr in der kriegsnostalgikerzeitung schreiben, obwohl er deren redakteur bleibt, ist längst vergessen.

aber der politische alltag kehrt wieder ein. aus offener kritik oder zumindest zustimmung für kritische positionen wird bei den „mitbewerberInnen“ dann wieder ein „das ist deren angelegenheit“. so nach dem motto: wen sich die schwarzen ins vizebürgermeisteramt wählen und wen sie als büroleiter beschäftigen wäre deren bier. und ob eine amtshaftungsklage oder sonst konsequenzen passieren sollten, schau ma mal.

kann das wirklich sein?

kann es sein, dass wir nun zur tagesordnung zurückkehren, wissend, welche hetze preuner plakatieren liess, welche jagd auf notreisende er öffentlichkeitswirksam veranstaltete, um ganz aussen am rechten rand stimmen zu fischen?

kann es sein, dass wir zur tagesordnung übergehen, wissend, dass ein rechtsaussen büroleiter nun anscheinend für viele weitere jahre sein höchst fragwürdiges gedankengut in seinen politischen anweisungen und statements umsetzen darf?

konkretes beispiel: mehr als 100 menschen leben in der festspielstadt salzburg auf der strasse. eine der reichsten städte der welt, die sich gerne „kulturstadt“ nennt, macht sich so zur „menschenabfallstadt“. politisch für eine lösung der menschenunwürdigen situation zuständig ist das amt für öffentliche ordnung, welches – erraten! – preuner und huber unterstellt ist. welchen politischen willen haben wohl die beiden? werden sie die rechte dieser menschen achten? wieviel dürfen wir nach ihren bisherigen aktionen gegen notreisende oder gegen sexarbeiterInnen erwarten?

wir kennen die antwort. und das muss uns alarmieren. auf die nächsten wahlen zu warten ist keine option. die politische erneuerung muss täglich passieren. sogar in salzburg. das wissen sowohl innerhalb als auch ausserhalb der övp viele.

es wäre sicher zuviel erwartet, würden wir uns den einzug einer „politischen moral“ erwarten. aber nach soviel verspieltem porzellan wäre es zumindest angebracht, „anstand“ einzuführen. anstand würde bedeuten, sich nicht kommentarlos mit jenen an einen tisch zu setzen, die die grundsätzlichsten rechte der menschen verraten haben. nicht freundlich in die kamera lächeln, während dieser auch seine hetzerei vergessen machen will. die liste der preunerschen aktionen ist lang: jagd auf menschen in ihren notquartieren, in wäldern, auf den stadtbergen, unter brücken, ja selbst das gewaltsame verjagen von menschen aus einer abbruchruine in lehen wenige schritte vor einer polizeiwachstube durch einen (geduldeten?) schlägertrupp entsprach frappierend der öffentlich formulierten vorgabe preuners, „ihnen den aufenthalt so unangenehm zu gestalten wie möglich.“

preuner ist jedenfalls kein vizebürgermeister für eine kulturstadt. oder gar für eine menschenrechtsstadt. wenn menschen wie abfall behandelt werden, ist das immer auch die folge einer politischen haltung der verantwortlichen. diese verantwortung trifft ALLE, die in der stadtregierung sitzen. jeder tag den preuner mit huber im amt ist, ist hundert tage zuviel.

eine menschenrechtsstadt verträgt keinen preuner.

stumme ratlosigkeit ist keine adäquate reaktion

foto: blue-news.org mixed by bernhard jenny creative commons by-sa/2.0/

da rülpst es wieder hervor, das dritte reich. es ergiesst sich über den tisch, die mikrofone, die telefone und die seiten der medien. digital, analog gedruckt und akustisch. liberal war es und so schön formlos, das dritte reich. es mölzert unaushaltbar.

was passiert? nichts. achselzucken. verstecken. nur nicht stellung beziehen. wiederbetätigung? ja schon. aber er hat es ja relativiert. staatsanwaltschaft? abgemeldet. breite politische reaktion aller parteien? natürlich nicht. die sind mit anderem beschäftigt. beschwichtigung? immer. das „menschenverachtende“ hat er eh nicht gemeint. aber alles andere. gehts noch?

die nazis tanzen uns auf der nase herum. und wir tun nichts. es wird normal. ganz normal. zuerst das eine, dann das andere gut zu finden. „an führer brauch ma wieder,“ schreit einer auf offener strasse und spuckt verächtlich auf den boden. eine „dreckige ausländerhur“ war gerade an ihm vorbeigegangen.

die beschäftigungspolitik des jörg haider hatte noch empörung ausgelöst. mölzers rülpser hingegen dürfen ein paar jahre später ohne grosses aufsehen den öffentlichen raum beschallen. und es stinkt. ganz braun.

stumme ratlosigkeit ist keine adäquate reaktion

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foto: blue-news.org mixed by bernhard jenny creative commons by-sa/2.0/

eine schande diese stichwahl.

wahlwarnung harry preuner by bernhard jenny

eine stimme für harald „harry“ preuner wäre eine stimme für einen politiker, der mit seiner hetze auf notreisende, die er als „bettlerbanden“ beschimpft, dem rassismus und der ausländerfeindlichkeit tür und tor geöffnet hat. nicht als irgendwer, sondern als verantwortlicher vizebürgermeister einer stadt, bei der einem der zusatz „kultur“ schwer von den lippen kommt, angesichts dieser politischen unkultur.

wer menschen, die keinen platz in notschlafstellen bekommen, verfolgt und auch noch ihre schlupflöcher in betonnischen stark befahrener brücken von mitarbeitern des magistrats stürmen lässt, um ihnen das letzte zu nehmen, stiehlt nicht nur persönliches gut, sondern die letzten menschlichen werte. ob es für solches auch eine amtshaftung gibt?

der versuch mit einem zynischen, ausländerfeindlichen wahlkampf und mit verachtenswerten aktionen stimmen zu fangen – eine idee seines rechtsaussen-büroleiters? – darf nicht belohnt werden! deshalb nochmals ausdrücklich diese wahlwarnung: rassismus ist unwählbar. jede stimme am kommenden sonntag für harald „harry“ preuner ist eine zuviel.

eine schande diese stichwahl.

ps. abwahl erspart nicht verantwortung für menschenrechtsverletzung

widerstand will täglich entdeckt werden. aber wo?

foto: bernhard jenny

immer mehr verzweifelte menschen drängen in ihrem überlebenskampf nach europa. sehr viele kommen niemals an. sie finden nicht die freiheit, auch nicht das gelobte land, sondern den tod, das ende.

innerhalb der festung europa werden die auswirkungen des verbrechens namens „krise“ zur gewohnheit. dass spanien oder griechenland „probleme“ haben, die dort menschen um ihre zukunft, ihren lebensstandard und ihre sicherheit berauben, dass massenarbeitslosigkeit zum normalfall wird, darüber regen wir uns längst nicht mehr auf. die dortigen „regierungen“ werden zu willfährigen komplizen der tarnung und schonung der spekulationsgewinne und der privatisierung der verluste. selten ist das wort „wir“ so oft mit fatalem beigeschmack ausgesprochen worden.

in jenen landstrichen, die für den dreivierteltakt, die schokoladeumhüllte marzipankugel und ein „bisserl“ viel korruption weltbekannt sind, tun ehemals etablierte parteien und gelähmte andere alles um den zulauf zu den nazis nicht nur ungebremst zuzulassen, sondern auch noch zu befördern. hypo alpe-adria als zeitbombe, zu lebzeiten von haider gelegt, verschärft statt entschärft von anderen, könnte uns noch gewaltig braun um die ohren fliegen.

ausserhalb der festung europa blicken wir längst nicht mehr durch. ägypten, libyen waren von aussen oft romantisch verklärte vorboten eines frühlings, der niemals blühen durfte, der ins – zumindest für uns nicht mehr verständliche – chaos führte. denn nur im chaos lassen sich die spannenden geschäfte abwickeln. syrien ist seit inzwischen schon 3 jahren ein ständiges drama des hasses und des mordens, wieder einmal haben wir gelernt zum abendbrot eine geile opferbilanz zu bekommen, inzwischen allerdings nur mehr alle 14 tage. öfter interessiert uns das nicht.

wenn dann die von dort flüchtenden menschen aus diesem gebiet in einem verschlafenen alpendorf untergebracht werden sollen, weil eine menschliche bleibe das mindeste wäre, was wir diesen menschen anbieten müssen, dann fragen sich die medien öffentlich: „wieviele asylwerber verträgt ein dorf?“.

und jetzt: ukraine. die sichtweisen sind so vielfältig wie selten zuvor. das hat wohl auch damit zu tun, dass sie diesmal von anfang an funktionieren soll – die propaganda. vermutlich ist es niemals um die situation der menschen in der ukraine und ihre lebensinteressen gegangen, es geht um die interessen der machtblöcke, die aber ineinander verstrickt und in manchen punkten kaum lösbar verwoben sind. dennoch ist jetzt schon klar, dass die wirklich profitierenden dieser krise sicher nicht in der ukraine wohnen.

auch wenn behauptungen, wir würden im grossen und ganzen in einer friedlichen welt leben ohnehin längst nicht mehr gelten können, so scheint diesmal doch nach langem wieder ein gespenst aufzutauchen, das manche schon den dritten weltkrieg und den zusammenbruch des derzeitigen gefüges fürchten lässt.

da werden urängste losgetreten, unsicherheiten verbreitet und niemand weiss, was davon propaganda oder gar noch untertriebene real gefahr ist. denn jede angst macht uns auch wieder berechenbarer, erwartbarer werden unsere reflexe.

ratlosigkeit macht sich breit. es besteht der verdacht, das wir nicht mehr die zeichen der zeit zu lesen wissen. was vor jahrzehnten politische diskussionsabende und hunderte flugblätter unterschiedlichsten inhaltes war, ist heute eine flut von postings und videos, von schaubildern und vermeintlichen aufdeckungen. quellenanalyse ist zumindest so schwer wie damals, als uns die herkunft der wachsmatrizen-flugblätter niemand sagen konnte. glaubs oder glaubs auch nicht. das galt damals wie es auch heute wieder gilt.

bei all der informationsflut sollten wir uns bewusst machen: selbst wenn „wir“ es selbst sind, die content produzieren, wir haben es nicht wirklich selbst in der hand, wie gut sich unsere postings und gedanken verbreiten. die algorithmen der plattformen von fb bis google, von youtube bis spamfilter entscheiden, was locker rüber kommt und was eher verborgen bleibt. es wäre naiv zu glauben, dass hier nicht gesteuert wird.

dennoch ist austausch wirklich der einzige weg, durch die krise politisch verträgliche wege zu finden. bei allen mechanismen der filterung und steuerung im netz und drumherum, ist die information aus verschiedensten quellen zwar anstrengend, aber bei entsprechendem umgang auch die energie wert.

nur: was passiert mit unserer schönen vernetzung, wenn ein „machtinteresse“ oder ein realer energiemangel von heute auf morgen bzw. von einer stunde zur anderen das netz abschaltet? eine horrorvision? schon. und die folgen eines längeren ausfalls speziell in unserer web-affinen welt kaum auszumalen. wir sollten also auf die netzunabhängige vernetzung nicht vergessen. sie könnte plötzlich sehr wichtig werden.

immer dann, wenn ein thema unsere aufmerksamkeit bindet, stellt sich die frage, wem unter umständen welche ablenkung ganz recht sein kann. talkshows und diskussionsrunden sind niemals zufall.

mag sein, dass diese ausführungen hier fatal pessimistisch oder zumindest beängstigt klingen. letztlich gehen sie dennoch auf einen restfunken hoffnung zurück, dass es uns mit „schwarmintelligenz“ gelingt, uns den machenschaften der immer wieder davonkommenden krisenmanagerInnen nicht so ungeschützt zu überlassen. und aus einer schier unüberblickbaren zahl denkbarer und undenkbarer wege werden wir uns immer wieder für den einen oder anderen entscheiden müssen.

widerstand will täglich entdeckt werden. aber wo?

the crime must go on

foto BenJTsunami creative commons

strasser ist verurteilt. das beruhigt manche. die justiz funktioniert. dass gerade an einem solchen tag die fortsetzung des hypoverbrechens öffentlich gemacht wird, ist wirklich reiner zufall. sicher. ganz sicher. nur purer zufall.

dass solche prozesse uns alle beruhigen sollen, dürfte selbst den naivsten inzwischen klar geworden sein. dass wir für diese show viel mehr als tausende pay-tvs auf einmal zahlen, ist schon weniger menschen klar.

hoeness geht in den bau. das beruhigt manche. die justiz funktioniert. dass sogar die bundeskanzlerin merkel persönlich dem verurteilten respekt bekundet, ist wieder ein reiner zufall. sicher. ganz sicher. nur purer zufall.

vermutlich geht hoeness „freiwillig“ nicht in die revision, wer weiss, was da noch alles an das tageslicht gekommen wäre. lieber in den bau für eine fast unglaubliche summe für einen „einzeltäter“, bevor hinz und kunz auch noch auffliegen. das ist dann schon einen schulterklopfer von mutti wert.

strasser, hoeness, birnbauer, martinz. bauernopfer heisst das im schach. das aufgeben von spielfiguren um in ruhe weiterziehen zu können.

das durchschauen nicht alle, aber immer mehr menschen. doch vom durchschauen zum aufschreien, von aufschreien zum handeln ist es weit. es geht uns noch immer zu gut um wirklich uns zur wehr zu setzen.

dass diejenigen, die von den verbrechen profitieren, die uns ganz offen und politisch erlaubt ausrauben, ihr spiel weitermachen, braucht uns nicht zu wundern, solange wir brav mitspielen. widerstand wäre angesagt, aber wir haben ihn irgendwo verlegt. unauffindbar.

the crime must go on

abwahl erspart nicht verantwortung für menschenrechtsverletzung

screenshot sn by bernhard jenny

nicht mehr 16000 sondern nur mehr 10000 menschen haben in der stadt salzburg die övp gewählt. die hetzkampagne gegen die „bettlerbanden“ hat also politisches kleingeld gekostet und keines eingebracht. das bestätigt jenes bild, das sich in den letzten wochen abgezeichnet hat: während der heftigen diskussionen rund um harald preuner und seinem rechtsaussen-büroleiter bernd huber (auch wegen der artikel hier in diesem blog) meldeten sich zunehmend auch solche menschen, die aus tiefster überzeugung schon immer ihre volkspartei unterstützen, aber in ihrer christlich-sozialen haltung nicht mehr mit einer solchen hetze mitkönnen. diese menschen melden sich immer mit der dringenden bitte, nur ja nicht namentlich genannt zu werden, aber geben zu verstehen, dass sie weder mit rassismus noch ausländerhass etwas zu tun haben wollen.

beruhigend?
ja, weil ein drittel der vp wählerInnen preuner ihre gefolgschaft versagt haben.
nein, weil ein beleidigter preuner nur einen „jetzt erst rechts“ wahlkampf in der stichwahl um den bürgermeister-sessel fahren wird. wie das aussehen kann, wird durch einen vorfall kurz vor der wahl deutlich:

harald preuner ist für jenes rollkommando verantwortlich (die salzburger nachrichten berichteten gestern), das offensichtlich „wahlkampfwirksam“ noch unmittlenbar vor der wahl die letzten habseligkeiten (also auch matratzen, decken, musikinstrumente etc) von obdachlosen notreisenden – die unter einer stark befahrenen strassenbrücke ihr notquartier zum schlafen hatten – als „müll und abfall“ beseitigte. der experte heinz schoibl sieht darin eindeutig die verletzung des artikel 3 der menschenrechte, welcher entwürdigung und folter verbietet. der tatbestand ist seiner ansicht nach erfüllt, weil

a) Salzburg den temporären Notreisenden und ZuwanderInnen die Mindestanforderungen an Basisversorgung vorenthält
b) diesen auch bei nächtlichen Temperaturen um 0-Grad Schutz vor körperlichen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen verweigert
c) den marginalen Besitz dieser Menschen vernichtet, ohne vorab mit ihnen gesprochen und sie über eine beabsichtigte Räumung des Geländes zu informieren.

wir stehen also vor einer seltsamen stichwahl: heinz schaden, der amtierende bürgermeister muss gegen seinen ehemaligen vizebürgermeister antreten, der nicht zum erstenmal für eine menschenverachtende vorgangsweise gegen notreisende verantwortlich ist.

preuner setzt seine hoffnungen auf eine „bürgerliche mehrheit“ in der stichwahl. diese wird ihm hoffentlich versagt bleiben. denn es gilt weiter: rassismus ist unwählbar.

doch selbst wenn die stichwahl preuner endgültig abstraft, bleibt die verantwortung für die eklatante menschenrechtsverletzung im vorfeld. hier gilt:

abwahl erspart nicht verantwortung für menschenrechtsverletzung

weitere artikel zu harald „harry“ preuner

stimmensplitting?

stimmzettel mit stimmensplitting grafik bernhard jenny

wahlen stehen wieder einmal an. eine der wichtigsten instrumente der demokratie. leider oft auch in verruf geraten. nicht nur nach dem motto „wenn wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten“, sondern auch wegen dem immer wieder auftauchenden dilemma des „taktischen wählens“. über kurz oder lang wird allerdings auch der prozess der wahlen eine erneuerung, eine modernisierung erfahren müssen. ideen dazu sollten immer wieder diskutiert werden.

wie wäre es mit einem stimmensplitting?

2 kreuze auf dem stimmzettel bedeuten, dass jede der gewählten parteien/listen jeweils 0,5 stimmen, mit 3 kreuzen 0,33 angerechnet bekommt.

ob hier eine grenze sinnvoll ist, oder theoretisch auch bei 10 listen jeweils eine 0,1 stimme angerechnet wird, sei dahingestellt. jedenfalls wäre es heute kein problem mehr, die stimmenanteile verlässlich zu zählen und zu berechnen.

viele der wahlwerbenden parteien werden jetzt im erstreflex sagen, dass das nicht gut ist, weil sie unter diesen umständen eine halbe stimme oder zwei drittelstimmen verlieren. aber im zweiten wäre daran zu denken, wieviele halbe stimmen und drittelstimmen von „stammwählerInnen“ anderer parteien dann auch wiederum zuwandern könnten! (das berühmte halbvolle/halbleere glas)

auch beim stimmensplitting hätte jedeR wählerIn immer nur eine stimme. diese könnte aber nach bedarf verteilt werden.

in zeiten, in denen sich demokratische partizipation gegen die verwechslung mit einem „gefällt mir“ oder „like“ wehren muss, ist es jedenfalls angebracht über deutlichere abbildungen des wählerInnenwillens nachzudenken.

dafür gäbe es viele möglichkeiten. nicht um die instrumente der demokratie auszuhöhlen, sondern um sie zeitgemäss zu stärken.

wie wäre es mit
stimmensplitting?