der wahnsinn ist methode.

holocaust_memorial foto: stellas mom - flickr creative commons http://www.flickr.com/photos/lithuania2008/461672951/sizes/m/in/photostream/

wenn ein hc sich und die seinen anlässlich eines rechtsextremen tanzes auf millionen toten als die „juden von heute“ bezeichnet und demonstrationen mit der rechskristallnacht vergleicht, wenn sein general vilimsky dann das auch noch bekräftigt, so darf nicht mehr gezweifelt werden. es steckt grausame absicht dahinter.

verhöhnung der opfer des nationalsozialismus gepaart mit verharmlosung der naziverbrechen – das sind die inhalte, mit denen stimmung in der volksseele geschürt werden soll. da strache bundeskanzler werden will, wissen wir jetzt, wie er werden will: er geht zynisch grinsend über leichen. über millionen.

ich verstehe nicht, wie zb strache in einer fernsehpressstunde überhaupt noch befragt wird, solange er elitefaschistInnen zum tanz auf den leichenbergen lädt. mit derartigen faschistischen entgleisungen hat strache das recht verwirkt, als demokratischer politiker behandelt zu werden. abgrenzung täte den medien und uns allen gut. aber das scheint nicht selbstverständlich zu sein.

dass die israelitische kultusgemeinde dagegen klage einbringt ist klar und dringend notwendig. wenn sie aber im grossen und ganzen damit allein bleibt, dann war die methode erfolgreich.

dann sind die antifaschistInnen faschistInnen.
dann sind die opfer täter.
dann ist faschismus die zukunft.

grasser, kolm und hörmann?

Bildschirmfoto 2012-01-30 um 12.10.35  (cc bernhard jenny)

wird die leiterin des wiener hayek instituts und gallionsfigur für den neoliberalismus, barbara kolm, wirklich gemeinsam mit dem neopartei-gründer franz hörmann im salzburger kongresshaus den paradigmenwechsel diskutieren?

war es doch mehr als politische naivität, dass die generalsekretärin des instituts aus dem grasser dunstkreis bereitwillig im vorjahr ein interview mit dem „unzensiert“-magazin führte? ein magazin, in dem ultras wie martin graf und andreas mölzer und ähnliche ihr nationalistisches gedankengut verbreiten?

ein blick auf das lineup einer veranstaltung einer „iwok group“ ende märz in salzburg lässt jedenfalls staunen.

einsame erschütterung

holocaust mahnmal barlin foto: jmc photos cc http://www.flickr.com/photos/jmcphotos/1361545671/sizes/l/in/photostream/

ich bin erschüttert, wie einsam sich so ein gedenktag anfühlt. es scheint bald nur mehr ein tag für die angehörigen der opfer und ein paar wenige andere zu sein. aber dass solch ein gedenktag wie heute ein mahnmal für ALLE sein müsste, um ein NIE WIEDER einzumahnen, scheint selbst sonst „wachen“ oft nicht klar.

im gegenteil. mit gezücktem säbel werden schallenden stiefelschrittes die holocausttoten getreten. sie haben keine gräber. also gehen die nazis in die feierlichsten hallen unseres staates, um millionen zu verhöhnen. und die politik? und die gesellschaft? schaut wie gelähmt zu.

unsere bildung und unsere kultur haben versagt.

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dazu artikel von gestern: burschis. nichts ist zufall.

burschis. nichts ist zufall.

demo gegen wkr 2011 - foto: daniel weber cc www.flickr.com/photos/daniel-weber/

wenn die burschis also genau am gedenktag des holocausts tanzen, so ist das kein zufall. es ist die (gar nicht so) subtile art der ultras wieder terrain unter den stiefeln zu erobern. es soll wieder möglich werden. wieder laut völkisches schreien und der braunen nostalgie was heutiges abringen. schön wärs oder so. schlagende wichsen ihre stiefel. mit gezücktem säbel wird playmobilmännchen gespielt. nur leider nicht ganz so harmlos.

aus tabubruch soll gewohnheit werden. burschis sollen wir als angesehene akademiker erkennen. gibt ja manche, die als professoren unglaubliches von sich geben. gaskammern? welche gaskammern.

und noch was hat system. die anderen sind immer das was einem vorgeworfen wird. antisemiten? wir? das seid doch ihr. aus club2-studios wabbert schmissige burschenschafts… (ja was eigentlich? „-denke“ passt irgendwie nicht.)

gut dass viele auf die strasse gehen werden. auch wenn die optik nicht stimmt. die polizei muss nationale burschis schützen, die „feinde“ der staatsmacht sind die demonstrantInnen. dabei sollte es genau umgekehrt sein. ein demokratischer staat sollte uns vor faschos, nazis, neonazis und jeder art von wiederbetätigung schützen.

sollte.

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dazu passender artikel vom 27.1.2012: einsame erschütterung

hpö: parteigründung mit antisemitismus und verherrlichung des deutschen reiches

screenshot kreditie.at (bildschirmfoto: bernhard jenny)

„Die US-Regierung weiß ebenso wie ihre geistig-jüdischen Führer, dass nur das neue Europa die Welt zu regieren berufen ist. Sie hatten berechtigt die nackte Angst im Nacken gespürt, als das neue Wirtschaftssystem des Deutschen Reiches ab 1933 die Arbeitslosigkeit mit fast zinslosem Geld ohne Golddeckung beseitigte und damit ein überragendes Beispiel für alle freiheitsliebenden Völker in Europa erschuf, das nur mit dem zweiten Weltkrieg wieder zum Verschwinden gebracht werden konnte.“

dieses zitat stammt von der österreichischen website der „HuMan-Weg Bewegung“ (dies war ursprünglich der link, der jetzt ins leere läuft kreditie.at, hier aber der beweis per google-gedächtnis: kreditie.at im rückblick). nicht die einzige unglaublichkeit auf dieser seite, die von der gründung einer neuen partei, der HPÖ berichtet.

massgeblicher ideologe und inhaber der seite ist der schweizer hans-jürgen klaussner, mitbegründer der partei in österreich ist franz hörmann, coautor des buches „das ende des geldes“, ein bestseller. der zweite autor dieses buches, otmar pregetter, hat sich bereits im dezember 2011 unmissverständlich von hörmann distanziert. (apa-meldung)

dass die antisemitische verherrlichung des deutschen reiches auf einer österreichischen website so stehen bleiben darf, muss verhindert werden.

die berechtigte systemkritik an jenen vorgängen, die politisch verantwortliche zunehmend entmündigen und die soziale struktur unserer gesellschaft aushöhlen, die kritik also an jenem verbrechen, das finanzspekulation gewinnen und menschen verlieren lässt darf nicht von solchen unterwandert werden, die unter dem deckmantel „ideologischer neutralität“ und „schlussstrich“ jenes gedankengut rehabilitieren wollen, das den holocaust möglich machte.

eine parteigründung mit den hier zitierten aussagen in den grundsatztexten muss uns alarmieren.

systemkritik ist wichtig, ja unverzichtbar.
eine rückkehr zu alten ideologien jedoch keine option.
nie wieder.

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malmoebericht

streifzüge distanzierung

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aktualisierung 2012-01-22

wie auch einem kommentator aufgefallen ist, wurde die hier zitierte seite auf kreditie.at unsichtbar geschalten. schon mal ein erster erfolg, wenngleich sich daraus noch nicht eine distanzierung von den von mir entdeckten inhalten zwingend ablesen lässt.

inzwischen haben gestern DIE PRESSE und heute PROFIL klare berichte über die verworrene situation gebracht:

DIE PRESSE – LINK ZUM ARTIKEL von magdalena klemun

PROFIL – LINK ZUM ARTIKEL von edith meinhart

AAA oder alarm, alarm, alarm

brandmelder (foto bernhard jenny)

ultrakurz einfach drei fragen zu den geschehnissen der letzten tage:

A) wer sagt an, was zu geschehen hat und was nicht?

A) wer erfüllt diese ansagen ohne jegliche verantwortung?

A) wer wird zu den verliererInnen gehören, die die folgen bitter zu bezahlen haben?

den alarmknopf dreimal drücken.

täterverherrlichung unter denkmalschutz?

am 1.11. habe ich in diesem blog auf das mich erschreckende relikt aus finsteren zeiten mitten in linz aufmerksam gemacht und mir vorgestellt, dass diese undifferenzierte täter-verherrlichung beseitigt wird. „pioniere wie immer“???

pionierewieimmer detail linz 31.10.2011 (foto: bernhard jenny)

in diesen tagen erreicht mich nun die antwort von mag. dr. walter schuster, direktor des archivs der stadt linz, in der er feststellt, dass das bundesdenkmalamt dieses pionierdenkmal 2009 (!) unter denkmalschutz gestellt hat.

Sehr geehrter Herr Jenny,

Sie haben Herrn Bürgermeister Dr. Franz Dobusch ein E-Mail gesandt, in dem Sie sich für die Entfernung des Pionierdenkmals im Donaupark aussprechen. Herr Bürgermeister hat mich beauftragt, auf Ihre Ausführungen zu antworten.

Das Denkmal wurde 1936 vom Kameradschaftsbund der Pioniere und Sappeure nahe dem Brückenkopf der damaligen Eisenbrücke errichtet, nachdem die Planungen hierfür schon einige Jahre zuvor begonnen hatten. Wohl auf Grund der wirtschaftlichen Situation kam es nicht früher zu einem Bau, obwohl schon zuvor der Linzer Gemeinderat mehrfach eine finanzielle Unterstützung gewährt hatte. Das Denkmal erinnerte zum Zeitpunkt der Aufstellung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges der Linzer Pioniere. Im Zuge der Baumaßnahmen für die Nibelungenbrücke kam es während der NS-Diktatur zur Abtragung und Einlagerung des Denkmales. In der Zweiten Republik bestanden ab den 1950er Jahren Bestrebungen, das Denkmal wieder aufzustellen. Diese wurden erst 1963 umgesetzt, wobei als neuer Standort der Donaupark nahe dem Brucknerhaus gewählt wurde. Die Gedenktafel wurde um die Jahreszahl „1939-1945“ erweitert, um auch der gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Das Bundesdenkmal stellte das Pionierdenkmal 2009 unter Denkmalschutz.

Das Denkmal ist Ausdruck einer Zeit, in der dem Gefallenengedenken breiter Raum eingeräumt wurde. Insofern ist es auch ein „Denk-Mal“ einer Zeit, von der wir uns heute bewusst distanzieren. Die Stadt Linz hat sich mehrfach öffentlich gegen jede Form der gewaltsamen Auseinandersetzung ausgesprochen. 1986 hat sie sich zur „Friedensstadt“ deklariert – dieses Bekenntnis hat der Gemeinderat seither mehrmals erneuert und aktualisiert. Ein eigenes Linzer Friedensbüro führt jährlich eine Vielzahl von Aktivitäten im Sinne einer Friedensarbeit und -pädagogik durch.

In der Amtszeit von Bürgermeister Dobusch wurden mehrere Initiativen gesetzt, die gegen die Verherrlichung des Krieges und für die Bedeutung des Friedens verstanden werden können. Neben mehreren Mahnmalen an die Herrschaft des Nationalsozialismus und für die NS-Opfer möchte ich besonders auf die Errichtung eines Denkmals der Zweiten Republik beim Neuen Rathaus sowie die Benennung eines „Friedensplatzes“ samt „Menschenrechtsbrunnen“ im Stadtzentrum hinweisen.

Zu Ihrer Information möchte ich Sie noch auf aktuelle, ein Denkmal betreffende Diskussionen in Linz hinweisen:

Bürgermeister Dobusch hatte im heurigen Jahr dem Archiv der Stadt Linz den Auftrag erteilt, festzustellen, wie viele der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Turner, deren Namen sich auf der Gedenktafel beim Jahn-Denkmal im Linzer Volksgarten befinden, als Nationalsozialisten zu identifizieren sind. Das Jahn-Denkmal selbst wurde am 1.10.1905 enthüllt. In der Folge wurde es mehrfach umgestaltet. So wurde die ursprünglich vorhandene Inschrift „Dem Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden“ wohl unmittelbar nach dem Ende der NS-Herrschaft entfernt. Offenbar anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des „Turnvereins Jahn 1862“ wurde 1962 am Jahn-Denkmal eine Gedenktafel positioniert, auf denen die gefallenen Turner des Ersten und Zweiten Weltkriegs aufgelistet wurden. Insgesamt befinden sich 55 Namen von Gefallenen des Zweiten Weltkriegs auf der Gedenktafel. 39 Personen konnten sicher bzw. wahrscheinlich sicher identifiziert werden. Von diesen 39 Turnern waren 29 Mitglieder der NSDAP, SS oder SA gewesen, das sind 74,4%. Viele von ihnen gehörten bereits vor dem „Anschluss“ 1938 der nationalsozialistischen Partei an. Zum Vergleich sei der Durchschnittswert an NSDAP-Mitgliedern in der erwachsenen Gesamtbevölkerung angeführt, der nur etwas über zehn Prozent betragen hat. Auf Basis dieser Untersuchung hat Herr Bürgermeister Dobusch die Entfernung der betreffenden Gedenktafel gefordert.

Ich denke, dass sich die Stadt Linz wie kaum eine andere Stadt in Österreich sehr bewusst und kritisch mit ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt hat und auch weiterhin auseinandersetzt.

Freundliche Grüße

Walter Schuster

meiner meinung nach kann das noch nicht alles sein. oder?