„flood the zone with shit“ in perfektion.

aus „kann ich ein bundesland aufhetzen?“ wurde nun offensichtlich „wir müssen das land gegeneinander aufhetzen“. warum wohl?

die angeblich so freiwillige auslieferung des unheiligen an die justiz ist ohne grössere aufmerksamkeit über die bühne gegangen, zu dringend waren die themen, wie eine verschleppte pandemie nun nach den untätigkeiten und blockierereien der türkisen notgebremst werden soll.

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tötet das system kurz?

politisch interessierte, beobachter*innen und sogar parteifreund*innen greifen sich auf den kopf, sind bestürzt, verstehen die welt nicht mehr und kippen oft in blankes entsetzen: das was haslauer, stelzer, platter, schallenberg und co. an inadäquatem verhalten an den tag legen, ist rational nicht mehr erklärbar.

selbst wohlwollende kenner*innen können es sich nicht erklären, wie weit von vernunft oder gar intelligenz das verhalten entfernt ist: als ginge es um nichts anderes, als ausgerechnet jene massnahme, die nun für viele expert*innen unausweichlich bleibt, auf teufel komm raus zu verhindern.

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schallenbergs schwarze oder türkise pädagogik

welch menschenbild muss einem zugrundeliegen, wenn er von „zügel straffer ziehen“ spricht, während es um menschen, die in unserem land leben, geht? wie kann einer glauben, es würde motivieren, wenn mit „ungemütlichen“ feiertagen gedroht wird?

es ist zum fremdschämen, wie der platzhalterkanzler dem von politischen gegner*innen oft eingebrachten vorurteil, er wäre ein abgehobener und präpotenter adeliger, punktgenau entspricht. es hätte fast belustigende spannung, irgendwo zwischen nestroy und graf bobby, ginge es nicht um – im wahrsten sinne – todernstes: um den umgang der regierung mit der pandemie.

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fünf fragen über mein entsetzen

„Virologen hätten am liebsten, dass jeder Salzburger und Oberösterreicher im Zimmer eingesperrt wird, weil die dann nix anstellen können, sie werden dann halt an Depression sterben oder verdursten.“ sagt LH haslauer heute in einer pressekonferenz.

ein landeshauptmann verhöhnt expert*innen, weil ihm die konsequenzen aus deren analysen nicht in den kram passen?

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heute ist der falsche zurückgetreten.

nach 15 monaten amtszeit und 14 monaten pandemie ist rudi anschober zurückgetreten. bei seiner abtrittsrede war sehr viel emotion zu spüren, sehr viel betroffenheit.

ein ehrlicher mensch zieht sich zurück.
einer, der auch fehler zugeben konnte.
einer, der schon vor dieser regierung wusste, dass ihm menschen wichtig sind.

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deus ex machina

jede inszenierung braucht einen spannungsbogen. je dramatischer die verwirrung, je unübersichtlicher die lage, je verzweifelter die situation, umso grösser die wirkung der lösung: was dramatiker*innen mit „deus ex machina“ bezeichnen, ist die überraschende wendung durch ein unerwartetes auftauchen einer göttlichen figur, die lösung, erlösung, erleichterung bringt. endlich wieder alles in ordnung.

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die hohe kunst der verwirrung

es gibt viele techniken der kommunikation, die nicht wirklich dem transport von aufrichtigen wahrheiten dienen. eine der königsdisziplinen können wir zum jahresbeginn freihaus beobachten:

der unheilige war ins trudeln geraten, zu schlecht die bilanzen rund um diverse massnahmen, zu heftig die proteste rund um schifahren im lockdown, testchaos und impfplanmangel.

da musste dringend abhilfe her: ziel war es offensichtlich, die opposition schlecht aussehen zu lassen und den koalitionspartner obendrein in den kommunikativen schlamm zu treiben.

also musste eine – für fachleute von haus aus als unsinnig erkannte – massnahme her, die den schön klingenden namen „freitesten“ erhalten sollte. das klingt nach „ihr seid gefangen“ und „ich befreie euch“. der dritte lockdown wurde also mit dem süss klingenden „freitesten“-zuckerl leichter verkraftbar gemacht, schon war wieder ein licht im tunnel von irgendwoher angeknipst, oder so bildeten sich das zumindest einige ein.

lang konnte das ganze nicht dauern. in einem zib2 interview spricht dann der unheilige von 48 stunden, die ein test für kulturveranstaltungen gelten sollte, von einer woche, die ein test für die gastronomie gültigkeit haben könnte. das verwirrspiel ging fröhlich weiter.

die taktik ist klar: wenn sich niemand mehr auskennt, ist derjenige im vorteil, der die verwirrung noch ankurbelt, statt ordnung in die signale zu bringen. es bringt aufmerksamkeit.

nun ist die opposition aus verschiedensten gründen nicht bereit gewesen, dem „freitesten“-gesetz zuzustimmen. das war klar, zumal eben praktisch alle fachmeinungen ein derartiges „freitesten“ für nicht wirklich sinnvoll, manche sogar für gefährlich hielten.

übers wochenende wurde das verwirrungsbild scharf gezeichnet: die opposition ist schuld. rot, pink und eine weitere partei sind schuld, dass ihr nicht frei seid, ihr müsst im lockdown bleiben, weil DIE (fingerzeig) das nicht wollen.

die presse wiederholt vielerorts diesen spin: die opposition ist verursacherin der streichung des freitestplans.

nun ist natürlich endgültige klarheit gefragt, die medien fragen nach. bereitwillig und gutmütig, wie anschober nun einmal bekannt ist, erklärt er: „es wird kein „freitesten“ geben.“ warum zahlreiche grüne nach wie vor der schnapsidee vom „freitesten“ nachlaufen, ist schwer zu erklären.

aus virologischer sicht wäre ein „freitesten“ ohnehin grober unfug gewesen. zumal das auftauchen einer noch ansteckender wirkenden virusmutation beinahe ignoriert wird. (wieder einmal ein sich später rächendes versäumnis???)

die türkisen lassen die sektkorken knallen.
eine „freitesten“-schnapsidee weckt populäre hoffnung in der bevölkerung,
die opposition wird als verhinderer der „freitesten“-schnapsidee hingestellt,
den rückzug von der „freitesten“-schnapsidde erklärt nicht der unheilige selbst, sondern bereitwillig der koalitionspartner.

also sind opposition und grüne an eurer unfreiheit schuld.

sie ist tatsächlich profitabel,
die hohe kunst der verwirrung

bild: screenshot orf by bernhard jenny