peschorn nutzt zwei visitenkarten

contacting, contracting. das kartenspiel der möglichst aussagekräftigen signale in entscheidenden momenten der karriereplanung ist eine eigene kunst. da muss authentisch genau jener eindruck rüberkommen, der der angesprochenen zielgruppe imponieren könnte.

innenminister peschorn ist vorausschauend. als ein mit sicherheit kluger mann hat er in den letzten tagen gleich zwei visitkarten abgegeben. sehr unterschiedlich gestaltete empfehlungen.

visitenkarte eins: ein freundlicher, gesprächsbereiter innenminister trifft sich mit politisch verantwortlichen um eine scheinbare lösung in einer zentralen frage anzubieten: lehrlinge sollen nicht abgeschoben werden. das kommt bei einer bestimmten klientel wunderbar an, das generiert positive schlagzeilen, das bringt einen angenehmen auftrieb unter die flügel eines innenministers.

schliesslich ist es nur allzu verständlich, dass peschorn sich als quasi parteifreier innenminister im falle von türkisgrünen koalitionsverhandlungen mit freundlichen schagzeilen empfehlen will. niemand kann ihm vorwerfen, seine rolle möglichst gut ins türkisgrüne licht zu rücken.

doch diese platzierung birgt natürlich auch eine gefahr: zu sympathisch weich und kompromissbereit darf ein innenminister nicht wirken, da müssen schon härte und disziplin in den vordergrund rücken.

visitenkarte zwei: ein sympathischer lehrling, der sich in einem krankenhaus der diakonissen in schladming grosser beliebtheit erfreut, darf nicht zum potentiellen nutzniesser der „weichen“ regelung für lehrlinge werden. daher wird hossein k. bei einem termin im BFA in schubhaft genommen und eine rasche abschiebung in reale todesgefahr in kauf genommen.

der vorausdenkende peschorn scheint zu wissen, dass dieses wochenende auch ganz anders verlaufen kann: wenn es zu einer frühen ablehnung von koalitionsverhandlungen von türkisgrün kommt, wäre eine türkisblaue regierungslösung zwar sicher nicht so cool zu verkaufen, aber irgendwie halt doch eine lösung in den augen vieler türkisdenkenden.

da kickl schon vorab vom altkanzler abgelehnt wurde und auch kaum andere fpö-kandidatinnen eine angelobung beim bundespräsidenten erwarten könnten, wäre es vermutlich für die restfpö verkraftbarer, einen parteifreien amtsinhaber in kauf zu nehmen, als eine türkise ehemalige staatssekretärin als innenministerin.

somit ist eine potentielle „win-win“ situation für beide denkbaren verläufe in den kommenden tagen gegeben: peschorn, der lösungsverkäufer, wenn auch mit mogelpackungsfaktor, wie ihn diakoniechefin maria katharina moser  treffend erkannt hat, oder peschorn, der hardliner, der eventuell als der „parteifreie kickl“ dessen untaten fortsetzt. da könten halt so und so viele menschen in den tod gehen, aber das geht uns nichts an. die gehören hier nicht her.

ob die taktik beispielhaft für die zukünftige regierung in der einen oder anderen form aufgeht?

dass hossein k. dabei in ein land, in welchem er nicht geboren wurde, aber in lebensgefahr gebracht wird, ist für politische kartenspiele irrelevant, oder doch nicht?

peschorn nutzt zwei visitenkarten

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foto: bernhardjenny cc by

humanismus ist manchmal ganz auf das notwendigste reduziert

eine sehr persönliche anlaufstelle war für ali wajid während seiner zeit in nairobi das strassenkinderprojekt „panairobi„, welches von der salzburgerin susi kerschbaumer gegründet wurde. als sich im zuge der dringend gesuchten möglichen ausreiseziele langsam kenia herauskristallisierte, war susi kerschbaumer sofort zur stelle. sie verständigte das team von panarobi und so war die ankunft von ali wajid in begleitung von alois dürlinger dort keine überraschung.

ali lernte dort im laufe der zeit sehr viele kinder kennen, die ohne die hilfe von panairobi wohl kaum eine chance hätten, einigermassen durchzukommen. das team von panairobi nahm ali ganz selbstverständlich auf und ali fand viele möglichkeiten, sich sinnvoll einzubringen.

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stellvertretend für das team sei hier austine waziru erwähnt. seine eigene lebensgeschichte ist geprägt von der chance, die er als kleiner junge bereits begriff: „nur mit bildung bekomme ich die chance, mein leben zu gestalten“, sagt austine, „das war mir bereits mit zehn oder elf jahren klar“. während eines unvergesslichen rundgangs durch das innenleben des mathare slums, in welchem sich das zentrum panairobi befindet. bis zu 600.000 menschen leben unter katastrophalen bedingungen auf einer gerade mal 0,4 quadratkilometer kleinen fläche in den siedlungen des mathare elendsviertels.

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austine war selbst einmal ein solches strassenkind, das unter prekärsten umständen aufgewachsen ist. das projekt panairobi war es, das ihn zu dem werden liess, was er heute ist: ein unglaublich feinfühliger, umsichtiger mensch, der mit jung und alt, mit den menschen im slum wie mit den menschen im geschäftigen kongresszentrum von nairobi achtsam und offen umgeht. ein sozialarbeiter, der durch seine eigene lebenserfahrung um so vieles näher den menschen in mathare ist, als dies anderen gelänge.

welchen respekt er sich dadurch bei den menschen, die mit ihm täglich zu tun haben, erworben hat, wird beim rundgang durch das mathare slum erlebbar. wie ein „bürgermeister der herzen“, den alle kennen, dem alle ihre sorgen erzählen und den alle wirklich schätzen, geht er gerne mit uns, auch, um uns die augen zu öffnen, dass das leben in den slums ganz unabhängig von den materiellen bedingungen immer auch mit würde und zuwendung zu tun haben muss.

als wir eine gruppe von minderjährigen müttern im panairobi-haus besuchen, die dort eine ausbildung zur friseurin, schneiderin oder kosmetikberaterin erhalten, während ihre kinder in der hauseigenen kita betreut werden, wird die stärke von austine beeindruckend erlebbar: mit geduld wartet er ab, bis sich tatsächlich ein gespräch auf augenhöhe ergibt, bis das gefälle zwischen besuchenden und besuchten verflacht und alle beteiligten sich trauen, neugierige fragen zu stellen. es wird spürbar, dass hier wertschätzung kein leeres schlagwort ist.

cristinacolombo_nairobi_panairobi_IMG_9878.jpg

wenn wir von bildung sprechen, müssen wir unsere vorstellungen von schulen ablegen. hier sind hunderte kinder in einer klasse, hier geht es um ganz grundlegendes wissen und keine hochgesteckten karriereplanungen.

es geht darum, möglichst vielen kindern das tor zu lebenschancen mit allen anstrengungen offen zu halten, damit sie den anschluss an eine welt finden, von der sie mit sicherheit hauptsächlich ignoriert werden.

es sind menschen wie austine, die der hoffnung eine chance geben, konkret zu werden.
sicher nicht für alle, aber für möglichst viele.

humanismus ist manchmal ganz auf das notwendigste reduziert.

cristinacolombo_nairobi_panairobi_IMG_9933.jpg

fotos: cristina colombo cc licence by nc sa

ps. ein aktueller aufruf für salzburg:
Panairobi hat am 7.12.19 ab 14 Uhr seinen legendären, traditionellen „Glühweinstand“. Wo? Auch heuer wieder im warmen, gemütlichen Jetlag (Herrengasse 28A, Salzburg). Wie jedes Jahr kommen 100% der Einnahmen panairobi und somit ehemaligen Strassenkindern in Nairobi zu Gute.

 

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„wenn du hilfe brauchst, dann melde dich“

ali wajid hat wenige tage nach seiner ankunft in kenia eine nachricht eines jungen österreichers erhalten, der in nairobi lebt. hannes eckmayr hatte die geschichte von ali in den medien verfolgt und erfahren, dass ali nun seit 1.februar in nairobi war.

sehr rasch wurde dann ein treffen der beiden vereinbart und es erwies sich als eine sehr warmherzige, solidarische beziehung. hannes eckmayr konnte mehrfach seine kenntnisse über die abläufe in kenia beisteuern, ali wajid hat durch seine unterstützung die wege gefunden, verschiedene erledigungen bei den behörden und visaverlängerungen erfolgreich zu beantragen.

hannes eckmayr ist damit ein gutes beispiel für jene mitmenschlichkeit, auf die wir letztlich alle angewiesen sind, aber wenn jemand völlig überraschend auf einem ihm fremden kontinent, in einem fremden land und in einer fremden grossstadt landet, dann sind derartige freundschaftlichen hilfestellungen unglaublich wichtig.

hannes eckmayr ist mitglied des teams von ilara health, einem mutlidisziplinären startup-unternehmen, das kostengünstige diagnoselösungen (medizin. geräte, software, support) und patientenmanagement-programme für ärzt*innen in der medizinischen versorgung von 500 millionen menschen in afrika anbietet.

es war ein kurzer satz, der in diesem fall sehr viel bedeutete:
„wenn du hilfe brauchst, dann melde dich“

 

 

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gelebte barmherzigkeit

die geschichte von ali wajid und die siebenmonatige zeit des kirchenasyls soll hier nicht nochmal in allen einzelheiten erzählt werden.

was aber unbedingt entsprechend gewürdigt werden muss, das ist die klarheit und offenheit, mit der erzabt korbinian birnbacher bereit war, ali wajid ein quartier im kloster anzubieten, nicht wissend, wie sich das entwickeln würde.

und es war die sehr authentisch gelebte solidarität mit einem menschen in not, die die brüder im kloster leitete. mit feingefühl nahmen die brüder wahr, wann ali gesprächsbedarf hatte, wann er eher einfach nur ruhe brauchte oder ihm die decke auf den kopf zu fallen drohte, und dringend etwas unternommen werden musste.

die brüder boten ali in dieser zeit rückzug und geborgenheit, aber auch unterstützung und begleitung. dieser geist wurde auch von den mitarbeitern im haus mitgetragen, an der pforte war immer auch zeit für einen kaffee oder ein gespräch.

der pförtner erwies sich auch als gewissenhaft, als er mit entschlossenheit jeden versuch, ins kloster einzudringen, unerschrocken zurückwies.

diese sieben monate sind für alle beteiligten unvergesslich und haben auch alle beteiligten einiges lernen lassen. die erfahrungen daraus können basis für viel positives in der zukunft werden.

niemand konnte damals im juli 2018 wissen, wie die sache in summe einmal ausgehen wird. das positive ende nach 505 tagen ausnahmezustand konnte niemand ahnen. das war auch nicht die frage, die sich stellte. es ging schlicht um geübte christliche praxis, einem bedrohten menschen schutz anzubieten.

gelebte barmherzigkeit.

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es war nicht umsonst. es ist nie umsonst.

wenn menschen dir in einem schwierigen moment fraglos beistehen, dann ist das etwas sehr wertvolles. hier seien nun zwei menschen vorgestellt, die im laufe einer der schwierigsten phasen für ali wajid seiner 505 tage ausnahmezustand einfach da waren.

rolf sauer ist ein engverbundener freund aus jugendzeiten, familientherapeut in linz, war bereits im dezember 2018 gemeinsam mit ali wajid in die pakistanische botschaft in wien gegangen, wo der reisepass zu beantragen war.

im jänner dann, nachdem der unminister ali wajid trotz gegenteiliger bescheidlage in schubhaft nach wien verbringen liess, war unser stress sehr gross. denn wir hatten ein ultimatum von fünf tagen bekommen, innerhalb dessen wir ein sicheres drittland finden sollten, um eine abschiebung nach pakistan zu verhindern.

wir waren also rund um die uhr mit telefonaten und recherchen, mit emails und visaanfragen beschäftigt, wodurch es rein logistisch für uns unmöglich war, sowohl nach wien zu fahren, um ali im schubgefängnis zu besuchen und zeitgleich weiter nach einer ausreisemöglichkeit zu suchen.

also erklärte sich rolf bereit, ali zu besuchen. rolf hat vieles im leben gesehen, aber die art und weise, wie im schubhaftgefängnis mit menschen, die sich absolut nichts zu schulden kommen liessen, umgegangen wird, hat ihn nachhaltig beeindruckt. „das hatte ich mir nicht gedacht, dass es sowas in unserem land gibt“, sagte mir rolf nach seinem besuch am telefon mit enger kehle.

zwei tage später war es dann eine weithin als engagiert bekannte „aktivistin“, doro blancke, die ich bis dahin nur übers netz gekannt hatte. sie hatte die geschichte von ali wajid die langen monate über genau verfolgt und wusste über den ernst der lage bescheid. auch für sie war es selbstverständlich, uns in dieser bedrängnis zur seite zu stehen und somit bot sie sich an, ali zu besuchen. ein erster versuch scheiterte, weil kein offizieller besuchstag für den anfangsbuchstaben des familiennamens war und auch keine abgabe von briefen oder sonstigen gegenständen genehmigt war.

aber tags darauf konnte doro ali besuchen, wie einen schwerverbrecher nur hinter einer glasscheibe sehen und über eine sprechanlage verbunden. für ali war es wohl eine der schwersten momente, denn niemand konnte ihm garantieren, dass es gut ausgehen werde. nur so viel: doro konnte ihm berichten, dass wir alles in unserer macht stehende in bewegung setzen würden, um eine abschiebung unbedingt zu verhindern. „ich glaub ich hab ihn etwas aufrichten können, er war am anfang einfach nur zerstört, er tut mir unendlich leid, was der durchmachen muss,“ berichtete mir doro.

wieder zwei tage später konnten doro und ich ali wajid auf dem flughafen schwechat umarmen: die „freiwillige ausreise“ nach kenia war im letzten moment die einizige option, die von zig angedachten möglichkeiten übergeblieben war. gemeinsam mit alois dürlinger, dem flüchtlingspfarrer aus salzburg, konnte ali österreich als freier mann verlassen. am 31.1.2019 hat ali aufgehört ein asylwerber zu sein.

unterschiedlicher könnte die gemeinsame vorgeschichte mit den beiden hier vorgestellten menschen nicht sein: rolf sauer, der langjährige familiäre freund und doro blancke, die ich erst am 31.1. persönlich kennenlernen durfte, sie beide spielten in der zeit der schubhaft in wien für ali eine sehr wichtige und psychisch stabiliserende rolle.

gemeinsam gegen unrecht aufstehen bedeutet manchmal auch ganz grundsätzliche handlungen, wie einem menschen in seiner not beizustehen, ihn aufzurichten, ihm zuversicht zu geben.

es war nicht umsonst. es ist nie umsonst.

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feiertag?

einen nationalfeiertag habe ich noch nie gefeiert. die phonetische nähe allein schon des namens zu all den ungeistern, die die menschheit an keinem ort dieser einen welt weitergebracht haben, war mir immer schon unheimlich.

und wenn ich sehe, wer aller wo und wie, bei welcher gelegenheit vorschnell fahnenstoffe rausholt und demonstrativ zur ideologischen, romantisch trachtlerischen oder heftig militärischen differenzierung zwischen einem „wir“ und „denen da“ ermuntert, dann wird aus der phonetischen nähe eine ideologische.

daher ganz klar:
feiertag? nein!

allerdings, es gibt durchaus berechtigte gründe zu feiern. wenn ich an die wirklich zahlreichen menschen denke, die besonders in den letzten jahren aus unserem land einen ort der aufnahme, der gastfreundschaft, der offenheit und der wachsenden gemeinschaften werden liessen, dann ist das allemal ein grund zu feiern. zumal diese menschen vielleicht noch nie so oft und so zahlreich diffamiert, angepatzt und beschimpft wurden, wie in den letzten jahren.

hilfsbereitschaft, offene häuser und solidarische begegnungen wurden zu feindbildern in einer gesellschaft, die sich der ausgrenzung, der abschottung, dem kleinen, sehr kleinen weltbild verschrieben hat. hass und hetze haben unser land wieder fest in der hand, weil es wieder sein darf. nicht nur zugelassen, sondern sogar angefeuert.

die vielen menschen, die sich davon nicht beirren lassen, die nach wie vor sich für ein offenes, humanistisches und von einander lernendes land engagieren, sind es wert, gefeiert zu werden.

daher ganz klar:
feiertag? ja!

solidarität und gerechtigkeit. müssten gerade in einem der reichsten länder der welt selbstverständlich sein. oder ist es am ende der reichtum, der uns genau dieser selbverständlichkeit beraubt?

feiertag?

„ich gebe nicht auf. das kann ich einfach nicht.“

die 505 tage ausnahmezustand für ali wajid hatten sehr viele hochs und tiefs, sehr intensive emotionen und unglaublich viele erfahrungen. die zusammenarbeit mit doraja eberle hat eine qualität, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. doraja eberle braucht man nicht vorzustellen, sie ist mit ihrem engagement für die friedensarbeit weithin bekannt. (bauern helfen bauern)

spontane bereitschaft zu helfen, das ist das eine. dafür gibt es immer verschiedene formen und wege, aber doraja hat da einen siebten sinn. damals ende jänner, als ali wajid im schubhaftgefängnis in wien war und wir nur noch wenige tage hatten, nach einem sicheren ausreiseziel zu suchen, versuchten wir mit möglichst vielen menschen in kontakt zu treten und sie um unterstützung bei der suche nach möglichkeiten zu bitten.

doraja eberle ging ans telefon, sie war keine sekunde überrascht, dass wir uns an sie wenden würden. es war wie wenn sie schon längst darauf gewartet hätte. niemand musste ihr erklären, wie der stand der dinge war, sie wusste es. sie hatte alles genau mitverfolgt. und sie hatte auch schon über diese oder jene möglichkeit nachgedacht.

trotz der tatsache, dass sie gar nicht zuhause war und auch noch eigentlich im krankenstand gewesen wäre, setzte doraja alle hebel in bewegung. auch wenn kenia damals nicht die erste option für die ausreise war, so war es schliesslich dann die einzige, die verblieb. für doraja war die unterstützung von ali in dieser schwierigsten phase selbstverständlich.

das sollte aber nur ein kleiner vorspann für jenes geschehen sein, das die letzten wochen vor der erfolgreichen ausstellung des visums für ali prägte.

da mussten zahlreiche, gefühlte hunderte gespräche geführt werden, da mussten ansprechpartner*innen überhaupt erst gefunden und identifiziert werden und es galt, immer klar und möglichst verbindlich die faktenlage zu klären.

das war alles andere als einfach. und dennoch. ganz in entsprechung zu der von ali wajid selbst immer wieder in den 17 monaten geäusserten haltung, stets den aufrechten weg zu gehen und niemals irgendwie diffus zu werden, war es wohl die eindeutige und aufrichtige, je geradezu entwaffnend ehrliche sprache von doraja, die dem jeweiligen gegenüber nahelegte, die angelegenheit doch bitte wirklich genau zu bewerten.

niemals konfrontativ, aber umso unermüdlicher und geduldiger, mit der bereitschaft ganz bald in der früh oder auch ganz spät in der nacht, oder tagsüber zu zeiten, wo eigentlich keine zeit gewesen wäre, führte doraja eberle als bekannt seriöse genau jene gespräche, die dann letztlich zum wunderbaren erfolg führten. das ging tage und wochen so, es war irgendwann zeitlich gar nicht mehr zu fassen, sondern das geschehen (und dessen gegenteil) erfasste uns alle.

mehr als einmal gab es momente, wo wir glaubten, es wäre vorbei. genau in diesen momenten kam dann ein anruf von doraja mit dem direkten satz: „weisst du, ich gebe nicht auf. das kann ich einfach nicht.“

am ende, wenn alles geschafft ist, können wir uns alle schon nicht mehr an alle einzelnen details und aspekte erinnern. am ende, wenn alles geschafft ist und damit die gewissheit raum greifen darf, dass es wieder einmal gelungen ist, einem menschen zu einem ihm tatsächlich zustehenden recht zu verhelfen, fallen die vielen belastenden und blutdrucktreibenden momente, die zweifel und ängste und die gefühlten ewigkeiten unter druck und stress von einem ab und verringern sich in ihrer bedeutung stündlich.

es ist geschafft, ali wajid hat sein visum im letzten moment nun doch bekommen und doraja eberle hat einen sehr grossen anteil daran. sie hat den glauben nicht verloren, dass das richtige sich durchsetzen lässt.

genau das ist die qualität von doraja eberle:
„ich gebe nicht auf. das kann ich einfach nicht.“

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foto: © ali wajid

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