übernimmt norbert hofer den ehrenschutz für den fackeltanz in salzburg?

auf meinen offenen brief von heute anlässlich der diskriminerung von menschen bei einer veranstaltung der stadt salzburg (fackeltanz) habe ich weder von heinz schaden noch von  festspielpräsidentin rabl-stadler eine antwort erhalten. (>>>updates!)

aber ein beitrag des ORF salzburg berichtet über die ganz normale fremdenfeindlichkeit.
in diesem beitrag bringt es wolfram weber, der leiter der ARGE volkstanz auf den punkt:

… dass verbände und kulturabteilungen der stadt eine solche haltung nicht unterstützen dürfen.

ganz anders alexander wieland. er ist wegen 3 menschen, die in kurdischer tracht mittanzen wollten, offensichtlich überfordert. wenn einmal die bedenken sogar die „gauobleute“ erreichen, dann wird klar, wovor er angst hat: „bedenken, wenn jetzt noch mehr kulturen aufeinandertreffen…“
im orf interview sagt er:

ich habe ja nicht gewusst, sprechen die meine sprache auch, verstehen mich die, sondern es ist auch von seiten der fackeltänzer an mich herangetragen worden und auch zu den gauobleuten, verantwortlichen auch von der stadt salzburg, dass es hier schon unstimmigkeiten gibt, und bedenken, wenn jetzt hier noch mehr kulturen aufeinandertreffen, wie wird das in zukunft.

so geht diskriminierung von menschen aufgrund ihrer herkunft.

und der bürgermeister der menschenrechtsstadt salzburg heinz schaden:

die sind mir nicht weisungsgebunden, und es wäre wahrscheinlich auch nicht klug in diesem fall – ich habs umgangssprachlich formuliert – das denen aufs aug zu drücken. das würde den widerstand eher vergrössern.

so geht rote politik, die mehr einem harald preuner gefallen will, als einem christian kern.

die entwicklungen könnten sich bis zum 22.7. überschlagen:
übernimmt norbert hofer den ehrenschutz für den fackeltanz in salzburg?

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bild: screenshot orf salzburg

update 20160705 10:45

inzwischen sind antworten auf meinen offenen brief an stadtregierung und festspieldirektion eingetroffen:

bürgermeister-stellvertreterin mag. anja hagenauer, spö:
„Ich kenne die Details nicht, weiß aber, dass es in den letzten Jahren kein Problem war, dass Menschen mit Migrationshintergrund mitgetanzt haben.
Wie der Fackeltanz organisiert wird, entzieht sich meiner Kenntnis, auch bis wann feststehen muss wer mittanzt und wer Vorschläge machen kann über neue TeilnehmerInnen.“

stadtrat johann padutsch, bürgerliste:
„Natürlich sehe ich das im Wesentlich so wie Du das formuliert hast. Hellmut Hüttinger hat auch heute im Stadtsenat den Bürgermeister daraufhin angesprochen und eine Rücknahme dieses Ausschlusses gefordert. Obwohl die Stadt offizieller Veranstalter ist, meinte der Bgm dazu, er habe kein Weisungsrecht gegenüber Brauchtumsvereinen, und die Kulturabteilung hätte sich bereits um eine Verständigung zwischen den Vereinen bemüht, leider ohne Erfolg. Er hat auch nicht zu erkennen gegeben, dass er sich nochmals dafür einsetzen werde. So schaut leider die Entwicklung der politische Realität in der Stadt aus!

Wir überlegen was wir noch machen könnten, um die Geschichte umzudrehen, haben aber nicht viel Hoffnung. Die grünen Regierungsmitglieder im Land haben ebenfalls bereits einen Appell an Schaden gerichtet, aber die lässt er gerne links liegen.“

stadträtin dr. barbara unterkofler, neos:
„vielen herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 04. Juli 2016, in dem Sie auf Medienberichte Bezug nehmen, nach denen drei syrische Flüchtlinge nicht am Salzburger Fackeltanz teilnehmen dürfen.

Selbstverständlich stimme ich Ihnen zu, dass es nicht akzeptabel ist, Menschen allein auf Grund ihrer Herkunft von gesellschaftlichen Veranstaltungen auszuschließen. Ob dies in dem von Ihnen spezifisch angesprochen Fall tatsächlich so war, lässt sich für mich jedoch nicht beurteilen. Glaubt man den Aussagen der Beteiligten, so hatte die Absage andere Gründe.

Auf Grund der Medienberichte wurde besagtes Thema auch in der gestrigen Sitzung des Stadtsenates angesprochen: Demnach habe es Kontakt zwischen der Kulturabteilung und den Verantwortlichen des Salzburger Fackeltanzes gegeben. Diese Gespräche seien jedoch ergebnislos geblieben und Bürgermeister Dr. Heinz Schaden als zuständiger Kulturreferent sehe davon ab, eine Weisung zugunsten der syrischen Flüchtlinge zu erteilen.

Da die Thematik außerhalb meines Zuständigkeitsbereiches liegt, sind mir nähere Einblicke oder eine Überprüfung der Vorwürfe nicht möglich. Dennoch stimme ich Ihnen im Grundsatz zu und möchte nochmals betonen, dass ich mich selbstverständlich gegen jedwede Diskriminierung ausspreche.“

#brexit ist viel mehr

warum es nicht demokratisch wäre, das eu-referendum zu wiederholen und warum es ein neues politisches betriebssystem braucht

#brexit. die spontanen emotionen sind gleich mal hochgegangen. heftige kraftausdrücke kommen einem nicht nur in den sinn, sondern sprudeln unkontrollierbar heraus. verdammte sch…! was soll denn das? „die“ wollen doch aus der union austreten? wieso denn das? manche reaktionen waren trotzig, manche rachsüchtig, betroffen, beleidigt. wie nach einer unerwarteten scheidung. oder besser, wie wenn man plötzlich entdecken muss, dass der partner, die partnerin schon ausgezogen ist. vorwürfe über vorwürfe. und entsetzen.

und schnell war da auch der versuch der verdrängung. das könne es wohl nicht sein. das referendum müsse wiederholt werden. schließlich gehe es um viel mehr. ehrlich? wäre es demokratisch, wenn jemand (wer auch immer) festlegt, was als „richtiges“ ergebnis oder als „falsches“ zu gelten hat? ja, es ist verdammte sch…! aber vielleicht auch eine chance. das brexit-ergebnis sollte genau gelesen und verstanden werden – gegen allen emotionalen widerstand.

gigantische verärgerung

es gibt eine gigantische verärgerung in weiten teilen der bevölkerung. einen tiefsitzenden frust über das politische unvermögen jener, die eigentlich dafür gewählt werden, politik aktiv und zum wohle aller zu gestalten. spätestens seit der rettung von banken anstelle der rettung von menschen aus ihrer notlage, und der sich täglich ereignenden umverteilung von unten nach oben erfahren zu viele menschen, dass das, was sich politik nennt, in seltenen fällen die menschen meint, viel öfter aber die lobbys und ohnehin mächtigen bedient. soziale sicherheiten und strukturen werden immer dünner, die superreichen immer reicher. der frust, die verletztheit sitzt tief. manche können es nicht einmal genau beschreiben, aber sie fühlen sich permanent als verlierende in einem system, in dem immer andere gewinnen.

dies bringt die menschen dazu, reflexartig gegen alles zu stimmen, was nach dem bisherigen system riecht. egal ob sie hundsdorfer, khol, van der bellen, cameron oder sonst wie heißen, wer einmal im system politisch verantwortlich war oder dieses zumindest nicht komplett umstoßen möchte, wird abgestraft. die alternativen sind ausschließlich deshalb attraktiv, weil sie eines versprechen: das aktuelle system zu stürzen, koste es was es wolle.

solidarität und freiheit

brexit ist also der versuch, auszusteigen. damit ist nicht nur jene eu gemeint, die sich um uhudler-zulassungen mehr zu kümmern scheint, als um soziale gerechtigkeit, es ist ein ganzes system gemeint, das längst als unrechtssystem rundweg abgelehnt wird. es wird nicht genügen, untalentierte systemverwalter gegen sympathische auszutauschen, es wird nicht genügen, den populistischen forderungen der rechten im voraus genüge zu tun, bloß um das system zu erhalten.

es bräuchte einen wirklichen neustart, besser noch, einen betriebssystemwechsel. brexit zwingt jetzt manche, zumindest darüber nachzudenken. aber die reflexe des durchtauchens und verdrängens sind heftig. systemerhalt ist machterhalt. die reichen werden nicht freiwillig den armen ein gerechteres system liefern. brexit könnte letztlich wieder nur gegen die „kleinen“ ausgehen, während jene, die sich alles richten können, wieder reicher werden. brexit ist die ablehnung des aktuellen betriebssystems. dass weit und breit in der politischen landschaft nirgendwo ein neues betriebssystem erkennbar wird, ist traurig. solidarität und freiheit ist anscheinend verlernt. es ist an der zeit, echte, lauffähige betriebssysteme zu entwickeln und zu implementieren. denn der absturz des derzeitigen hat bereits begonnen. brexit ist viel mehr. (bernhard jenny, derstandard.at, 1.7.2016)

offener brief an stadtregierung und festspieldirektion wegen der diskriminierung von menschen wegen ihrer herkunft

laut medienberichten wurden menschen wegen ihrer herkunft von der teilnahme am fackeltanz vom 22.6.2016 ausgeladen. wenn dies stimmt, dann ist das ein rassistisches vorgehen der verantwortlichen eines brauchtumsevents, der ohnehin schon länger im verdacht steht, nationalistisches gedankengut zumindest in der nähe zu dulden.

ich frage hiermit bürgermeister, mitglieder der stadtregierung und die leitung der festspiele, ob es für die verantwortlichen salzburgs und der salzburger festspiele vertretbar ist, dass ein event, der menschen wegen ihrer herkunft ausschliesst, die eröffnung der festspiele einleitet. der schauplatz der bücherverbrennung – der residenzplatz – verpflichtet zu doppelter achtsamkeit im sinne einer menschenwürdigen kultur!

wenn in unserer stadt einerseits internationale gäste auf und vor der bühne hohe umsätze mit entsprechendem mehrwert generieren dürfen und andererseits menschen wegen ihrer herkunft an einem traditionellen abend nicht teilnehmen dürfen, dann ist das aus meiner sicht ein grober verstoss gegen jegliche kultur im umgang mit menschen. es würde nämlich bedeuten, dass menschen auseinandersortiert werden, in solche, die nützlich und brauchbar sind, und andere, die dem ansinnen der verantwortlichen zumindest verzichtbar, wenn nicht sogar im weg sind.

sehr geehrte verantwortliche dieser stadt, sehr geehrte leitung der festspiele, stellen sie unmissverständlich klar, dass niemand aus unserem gesellschaftsleben ausgeschlossen werden darf!

bernhard jenny

 

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vereinbarung zum weltflüchtlingstag

allemenschen

alle menschen dürfen in diesereinen welt
leben. wo immer sie wollen.

alle menschen, die in die flucht
getrieben werden, finden
aufnahme.

vereinbarung zum weltflüchtlingstag

bild: bernhard jenny cc licence by

rechtsextreme drohen offen mit mord

die mordrohungen von strache-fans gegen bundeskanzler christian kern sind nicht nur unglaublich, sie entlarven die rechtsextremen nazis als solche!

in solidarität mit christian kern, der mit einer „9mm“ und „schnellen kugel“ bedroht wurde, in solidarität mit allen, die gegen den ultranationalistischen wahnsinn aufstehen und sich den mund nicht verbieten lassen erkläre ich:

ja, durch die umtriebe der rechtsextremen – von hofer über strache bis zu den identitären – und durch die unglaublichen einwürfe der nazis gegen die präsidentschaftswahl ist österreich zu einer bananenrepublik geworden.

österreich hat immer mehr braune flecken!

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es kann so nicht weitergehen.

rechtsextreme drohen offen mit mord!

ps. mit entschuldigung bei allen ländern, in denen bananen angebaut werden. diese länder können nichts für die umtriebe der nazis in unserem land

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bild: bernhard jenny cc licence by

kein gefühl, herr sobotka?

kein gefühl, herr sobotka?

bundesausrutschminister wolfgang sobotka beweist wirklich täglich seine unfähigkeit.

manche mögen es mir als kleinlichkeit auslegen. aber wenn der bundesausrutschminster gesprächsrunden über die reform der briefwahl einberuft, bevor das einspruchsverfahren der nationalismusextremen vor dem verfassungsgerichtshof abgeschlossen ist, so ist das zumindest kein zeugnis für politisches gespür.

solange der vfgh über den einspruch nicht entschieden hat, steht jedes offizielle gespräch über briefwahl in einem – absichtlich angesteuerten oder unabsichtlich in kauf genommenen –spannungsfeld. selbst einflussnahme oder zumindest stimmungsmache sind nicht auszuschliessen. wer die justiz in ruhe arbeiten lassen will, agiert mit sicherheit anders.

„irgendwas wird schon falsch gewesen sein.“ diesen eindruck scheint sobotka dick unterstreichen zu wollen. der aktionismus von sobotka bescheinigt ihm alles andere als inhaltliche sachlichkeit.

das abwarten eines spruches des vfgh zu den ungeheuerlichen vorwürfen der ultranationalen wäre durchaus angebracht.

kein gefühl, herr sobotka?

ps. einmal mehr muss die konsequenz lauten: sobotka muss zurücktreten!

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foto: Michael Kranewitter, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0 – adapted by bernhard jenny cc licence by sa

adolf hitler war kein josef fritzl, herr sobotka!

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bundesausrutschminister wolfgang sobotka beweist täglich seine unfähigkeit oder das bewusste schüren im rechten sumpf. in einem interview für den orf über seine pläne, das geburtshaus hitlers schleifen zu lassen, begründet dieser sein ansinnen mit dem nebensatz „..so wie beim fritzl-haus auch.“

solche verbindungen sind allerdings sicher nicht zufällig. wer adolf hitler mit josef fritzl vergleicht, verharmlost die shoa als werk eines straftäters. so ungewöhnlich und aufwühlend die taten des fritzl waren, der seine tochter 24 jahre lang in einer unterirdischen wohnung gefangen hielt und sie laufend missbrauchte, so wenig ist die assoziation hitler/fritzl vertretbar.

niemand wird versuchen fritzls untaten zu verharmlosen.

adolf hitler, der verursacher  der shoa, der systematischen, rassistisch motivierten ermordung von über 6 millionen menschen durch das faschistische regime kann und darf nicht auf eine ebene mit einem (noch so schweren) straftäter gestellt werden.

wer den holocaust, völkermord und das unrecht des nationalsozialismus auf eine ebene mit einer kriminellen straftat zieht, muss entweder politisch debil oder hinterfotzig rechtsextrem sein. beides ist eines amtes in der regierung nicht würdig.

einmal mehr muss die konsequenz lauten: sobotka muss zurücktreten!

adolf hitler war kein josef fritzl, herr sobotka!

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