die 60. pechakucha-night in der argekultur steht vor der tür – und dieser mix aus spannenden themen verspricht, besonders fesselnd zu werden!
Autor: bernhardjenny
bodo hell, wir vermissen dich!
es war so schön:
zu wissen, dass es da mit dir einen gibt, der sich im hintergrund, oder irgendwo oben in den bergen und tälern nicht nur um weidende tiere kümmert, sondern um unser kulturgut sprache.
es war so schön:
zu wissen, dass es da mit dir einen gibt, der sich in seinem kreativen sprudeln nicht aufhalten lässt, der konventionen lustvoll überwindet und grenzen ignoriert, wo sie überflüssig waren.
es war so schön:
zu wissen, dass es da mit dir einen gibt, der in wenigen momenten der begegnung verbindliche menschlichkeit verbreiten konnte, faszinierend klar und vieles ordnend.
es ist schrecklich:
jetzt wissen wir nicht mehr, wo und wie es dich gibt.
wer ordnet jetzt menschlich?
wer geht über konventionen hinaus?
wer kümmert sich um die sprache?
bodo hell, wir vermissen dich!
das bild aus 2015 in der ARGEkultur: bodo hell mitte, links: mzamo nondlwana, pilmaiquén jenny, maxRIEDER; rechts: günther marchner, bernhard jenny, wojciech czaja; foto: erika pircher
verfassungsschutz und polizei ausgelagert?
nach den (bereits gestern hier thematisierten) undercover-recherchen von RTL, einem deutschen privatsender, wurde von den behörden mitgeteilt, dass es nun ermittlungen in der angelegenheit gebe.
heisst das,
dass ohne die undercover-tätigkeit von journalist:innen des RTL die unglaublichen positionen aus dem identitären umfeld zumindest offiziell nicht bekannt geworden wären und damit niemand erfahren hätte, dass dort der holocaust als „geil“ beschrieben wurde und ein „srebrenica 2.0“ – also völkermord – gefordert wird?
kann da noch wer zögern?
ja, es ist nicht nur berechtigt, sondern unabdingbar, laut, sehr laut aufzuschreien, wenn die rechtsextremen identidioten unverhohlen den holocaust „geil“ finden (sic!) und zum völkermord an muslim:innen nach dem vorbild von srebrenica (sic!) aufrufen.
es ist wieder einmal eine sogenannte rote linie überschritten, und viele haben die fpö nun aufgefordert, sich nun endlich von den identitären und deren positionen zu distanzieren.
Weiterlesen „kann da noch wer zögern?“kein volkskanzler! kein familienvater!
wer sich ernsthaft als „volkskanzler“ bezeichnet und als „familienvater“ der bevölkerung verstanden werden will, könnte tiefgreifende psychologische und möglicherweise pathologische züge offenbaren. insbesondere vor dem historischen hintergrund, dass adolf hitler sich einst als „volkskanzler“ bezeichnete, ist eine solche selbstinszenierung nicht nur politisch gefährlich, sondern könnte auch psychologisch besorgniserregend sein.
weist eine solche selbstwahrnehmung auf ein erhebliches maß an größenwahn hin?
Weiterlesen „kein volkskanzler! kein familienvater!“die sukzessive streichung von menschenrechten ist nicht hinzunehmen
der jüngste schritt bulgariens, LGBTQ-inhalte an schulen zu verbieten, ist ein alarmierendes beispiel für die zunehmende bedrohung der menschenrechte in europa. während der Europäische Rat für Menschenrechte (ERMR) seine „tiefe besorgnis“ über diese entwicklungen geäußert hat, bleibt die frage, ob diese besorgnis allein ausreicht, um die rechte von LGBTQ-personen in den betroffenen ländern zu schützen. die antwort lautet klar: nein. die bekundung von besorgnis ist zwar ein notwendiger erster schritt, doch sie bleibt wirkungslos, wenn sie nicht von konkreten maßnahmen begleitet wird. um den fortschreitenden angriffen auf die rechte von LGBTQ-personen entgegenzuwirken, muss der ERMR aktivere und wirksamere strategien verfolgen.
die grenzen bloßer besorgnis
besorgnis zu äußern ist ein zeichen dafür, dass die internationale gemeinschaft entwicklungen aufmerksam verfolgt und sie für problematisch hält.
Weiterlesen „die sukzessive streichung von menschenrechten ist nicht hinzunehmen“leitkultur menschenrechte statt leidkultur der övp
die kürzlich von integrationsministerin susanne raab vorgestellten pläne zur einführung einer „österreichischen leitkultur“ werfen zahlreiche fragen auf und stoßen auf erhebliche kritik. die vorstellung, dass es eine einheitliche kulturelle norm geben sollte, an die sich alle anpassen müssen, ist nicht nur problematisch, sondern widerspricht auch den grundsätzen einer pluralistischen gesellschaft. der fokus auf zuwander:innen als zielgruppe dieser kulturmaßnahmen, wie in der pressekonferenz betont, verkennt die tatsache, dass kulturelle vielfalt eine stärke und keine bedrohung darstellt.
Weiterlesen „leitkultur menschenrechte statt leidkultur der övp“