weg mit den bettlergesindel!

es ist unglaublich: dieses bettlergesindel wird lt. pressemeldungen „immer aggressiver und frecher“. „bestens organisierte“ banden aus dem ehemaligen ostblock werden aber jetzt von der polizei „auf eigene faust“ (orf 27.4.) um 5 uhr früh in ihren illegalen zeltlagern „kontrolliert“.

besonders empören muss, dass die bandenmitglieder nicht nur menschen auf offener strasse ansprechen, sondern sich doch wirklich genau dorthin stellen, wo die menschen ihr hart verdientes geld hintragen: vor geschäfte, banken und supermärkte.

vereinzelt konnte sogar beobachtet werden, dass sich diese „kinder, behinderte und frauen“ anschliessend von dem erbettelten geld etwas genau in jenen geschäften, vor denen sie gerade noch bettelnd gestanden sind, etwas zu essen und trinken kaufen!

aber die spitze der zumutung ist wohl, dass besonders dreiste bettler vor nichts mehr respekt haben: der katholische pfarrer von salzburg lehen, ewald hartmann, musste lt. einem bericht in der kronenzeitung (11.4.) alarm schlagen: „neulich klopfte sogar einer beim pfarramt an!“

wenn diese banden glauben, dass sie sich sogar an unsere kirche wenden dürfen, dann muss endlich was geschehen!

schon toll, wenn wir da mutige stadtpolizeikommandanten haben, die den mumm haben, hart durchzugreifen: in der kronenzeitung war zu lesen, dass er höchstpersönlich „bereits einen bettler am kapuzinerberg festgenommen“ hätte.

diese bettlerInnen organisieren sich in familien, um so die mafiöse organisation zu tarnen. aber wir fallen da nicht rein!

eine grossaktion gegen das „bettlerunwesen“ wird fällig, oder?

der gute freund herman

foto: letja verstijnenletzten freitag war herman zu besuch. auch wenn das salzburger kongresshaus voll ist, gelingt es dem alten freund aus holland, das gefühl zu vermitteln, es wäre ein persönlicher besuch.

er hat es dabei natürlich auch sehr leicht, schliesslich kann er zitate aus den vergangenen jahrzehnten dazu einsetzen, um uns gekonnt an die gefühle, die wir damals hatten, an diesem abend zu erinnern.

aber er bleibt nicht in nostalgischer rückschau stecken, im gegenteil. selbstironisch seines eigenen alters bewusst, dann wieder verträumt in bunte bilder, wie sie nur einem van veen so einfallen, zwischendurch tiefster ernst. alles hat platz bei herman.

die musikalisch im besten sinne ausgereifte darbietung des veenschen kosmos begeistert und bewegt. es ist wohl die sehnsucht vieler, so sehr sich selbst treu zu sein, ohne das schreckliche auszublenden, ohne die dramen des lebens auszulassen, aber auch mit genussvollem einbinden des originellen humors und frechen witzes.

der abend ist nicht zuletzt deshalb ein voller genuss, da die mitwirkenden künstlerInnen mit vollem einsatz weit mehr sind, als begleitmusikerInnen: edith leerkes, die mit ihrer musikalischen gestaltungskraft weitere dimensionen eröffnet, jannemien cnossen und dorit oitzinger, die mit ihrer frischen bühnenpräsenz den auftrag zu haben scheinen, herman mal im positivsten sinne durchaus auch mal alt aussehen zu lassen und nicht zuletzt erik van der wurff, der immer schon die klingenden wege von herman auf tasten zeichnete und wohl für so viele vertrautheiten in den klängen verantwortlich ist. insgesamt beschenkt das ensemble das publikum mit einer perfektion, die selten geworden ist.

und wenn herman dann voller stolz auch noch ein werk seiner tochter anne vorträgt, dann kann er sich darauf verlassen, dass das publikum sich noch erinnert, an damals, als seine kleine tochter schon die welt „noch ein bisschen schöner färben“ durfte.

wirkliche freundInnen hermans wissen, dass ein solcher abend immer drei teile hat: „vor der pause“, „nach der pause“ und „nach dem finale“: die zugaben sind keine lästigen zugeständnisse, sondern ganz das, was immer passiert, wenn gute freundInnen sich verabschieden: schon richtung tür unterwegs fallen ihnen noch ganz wichtige dinge ein, die sie unbedingt auch noch erzählen müssen.

und dann noch am ende die ultimative zusage an sein publikum: „solange diese kehle nicht eingegraben wird, wird das immer mein geräusch sein!“ eben ein richtiger freund.

positives signal in salzburg: facebook-generation geht auf die strasse

mit der gestrigen demo gegen kellernazis, rosenkranz, strache und schnell ist zahlreichen politisch bewussten jungen menschen ein starkes, positives signal gegen rechtsextremismus und rassismus gelungen. eine angenehm grosse schar hauptsächlich junger menschen (ich wurde schelmisch darauf angesprochen, ob ich nicht eine 50plus gruppe gründen wolle) zog vom mirabellplatz zum residenzplatz, um von dort aus der wesentlich kleineren rechten gruppe, die aus dem mozartplatz kurfristig einen braunen keller machen wollten, lauthals protest zuzurufen.

mich hat die positive stimmung, die unter den demonstrantInnen herrschte, sehr beeindruckt. offensichtlich war es sehr gut, dass sich verschiedenste organisationen und initiativen zu dieser gemeinsamen, bunten aktion verständigt haben. die fröhliche vielfalt ist das beste gegenmittel gegen braune, misanthrope flecken.

passend ausgewählte musik über ein eigens mitgeführtes mobiles soundsystem in einem radanhänger hat dazu beigetragen, dass hunderte demonstrantInnen gut gelaunt durch die salzburger innenstadt zogen.

jedenfalls war dies seit langem die ermunternste demo in salzburg. auf dem heimweg habe ich beschlossen, nicht zu sehr über die (fast) fehlenden generationen 35plus zu lamentieren, sondern mich über die zahlreichen jungen menschen zu freuen, die sich gegen rechten hass, rassimus und fremdenfeindlichkeit wehren.

mehr über die veranstaltung bzw. ein überblick über organisatorInnen und medienechos unter:

http://wutimbauch.wordpress.com/

widerstand im fekterland

da nicht alle leserInnen meines blogs automatisch von der initiative WIDERSTAND im FEKTERLAND erfahren haben müssen, möchte ich hier auf jenen blog http://widerstand-im-fekterland.at hinweisen. seit ca. einer woche gibt es diese seite, auch auf facebook und twitter ist die intiative vertreten.

widerstand gegen die unmenschliche asylpolitik darf nicht kriminalisiert werden!

kunst im öffentlichen raum verzichtbar?

unlängst hat mich das magazin „salzburg inside“ um meine meinung zum thema „kunst im öffentlichen raum“ gefragt. damals war meine stellungnahme:

was war das für eine aufregung im mai 2006: alle diskussionen über sinn und berechtigung von kunst im öffentlichen raum – ja sogar moderner kunst überhaupt – schien sich an der frage zu entscheiden, ob ein hubschrauber kopfüber auf dem residenzplatz liegen darf. nach entsprechendem medienecho war dann der hubschrauber der kontracom doch so etwas wie eine kleine sensation im heiligen öffentlichen raum der salzburger innenstadt.

bei kunst im öffentlichen raum wird deutlich, dass kunst für uns leider viel zu oft ein fremdkörper, eine an – womöglich noch von ferne herbeigeholte – künstlerInnen delegierte übung der interaktion ist. spannender wäre für
mich kunst, die unverzichtbarer teil unseres alltags wird, die mitten aus unser aller treiben und tun entspringt. so
würde kunst zu unserer eigenen sprache, mit der wir uns mitteilen und die kreativität wachsen lassen.

aus aktuellem anlass – der geplanten aktion der „salzburg foundation“ einen überdimensionalen taktstock auf dem ursulinenplatz zu errichten – gebe ich zusätzlich zu bedenken:

ob es wirklich vertretbar ist, in zeiten der krise – die von manchen ganz grossen mit supergewinnen auf dem rücken der „kleinen“ ausgetragen wird, die sich allerorts kürzungen und streichungen gefallen lassen müssen – mit kunstprojekten signale zu setzen, die sich nun einmal nur das grosskapital leisten kann, bleibt in der verantwortung der betreiberInnen des projektes. auch wenn keine öffentliche förderung dafür in anspruch genommen wird, frage ich mich, ob das protzen mit einer teuren errektion in einer ganz speziellen art schamlos ist.

kunst im öffentlichen raum ist niemals verzichtbar.
elitäre einmischung von aussen immer.

verhaftungen nach anti-fekter demo

es fällt schwer, einen artikel aus der betroffenheit heraus zu formulieren, wenn es die eigenen söhne sind, die von donnerstag bis samstag im gefängnis sitzen mussten, weil sie gegen die menschenverachtende asylpolitik der aktuellen innenministerin fekter aufgetreten sind.

im zuge der kundgebung letzten donnerstag vor dem vortragssaal, in dem fekter ihre unsensiblen massnahmen propagierte, kam es zu den festnahmen, obwohl die demonstrantInnen völlig friedlich waren.

welche unglaublichen vorgänge dann die nächsten zwei tage ins laufen kamen, wird noch gesondert thema sein müssen. denn es ging offensichtlich darum, aus den beiden verhaftungen ein exempel werden zu lassen.

aber die verhaftungen und deren folgen dürfen uns nicht vom eigentlichen thema ablenken:
es geht um eine politik, die flüchtlinge als kriminelle darstellt, menschen in not als gefahr für unseren wohlstand verleumdet und aus der geschürten angst politischen machtgewinn erzielen will. dagegen ist aufzutreten. davon lassen wir uns nicht abbringen.

je populärer es wird, ausländerInnen, andersgläubige und migrantInnen kalter, politisch motivierter diffamierung auszusetzen, desto mehr ist es unsere pflicht aktiv dagegen aufzustehen.

ORF
http://salzburg.orf.at/stories/416294/
SALZBURGER NACHRICHTEN
http://is.gd/6jYSy
KRONE
http://www.krone.at/krone/S155/object_id__180593/hxcms/
RADIOFABRIK
http://is.gd/6kqJV

salzburger jugendzentrum mark ist am ende

das schicksal des salzburger jugendzentrums mark ist besiegelt. nach jahrelangem hin und her, wenigen echten plänen und zahlreichen pseudolösungen, wird nun kommenden freitag eine schar den letzten einmal von der stadt zugesagten, dann doch nur als „notbüro“ nutzbaren standort in nonntal freiwillig verlassen und sich auf den weg in das vorhersehbare ende begeben. mehr oder weniger offen geben spö und övp zu, dass eine gesicherte zukunft des ältesten jugendzentrums der stadt kein anliegen mehr ist. anscheinend gelingt es der salzburger politik nun doch noch, die verantwortlichen des mark ins leere laufen zu lassen.

das schicksal des salzburger jugendzentrums mark demoralisiert. für aussenstehende ist es nur schwer verständlich, warum einerseits der mut zu vehementen, lauten, nachdrücklichen und andauernden forderungen zu schwinden scheint und andererseits die politisch verantwortlichen sich ungestraft an ihre eigenen erfolgsmeldungen noch vom mai diesen jahres nicht mehr zu erinnern brauchen. wo lang genug an den rand gedrängt wird, scheint gewöhnung an diese zumuntung einzutreten.

das schicksal des salzburger jugendzentrums mark hat symbolkraft. seit jahren war eine diskussion über jugendkultur in salzburg ohne erwähnung des jugendzentrums „mark“ undenkbar. die vergebliche platzsuche für das „mark“ steht für den platz, den junge kultur in salzburg hat. wo immer ein neuer standort auch nur angedacht worden war, gab es stets mehr oder weniger spontane bürgerInnenproteste, die angesichts des fehlenden klaren politischen willens immer die existenzberechtigung des „mark“ in frage stellen konnten. ratlose politikerInnen werden viel zu spät erkennen müssen, dass jugendlichen keinen raum einzuräumen langfristig wirklich tragische folgen für unsere gesellschaft haben wird. solange jugendliche ihren platz einfordern, bestehen chancen. wenn sie ihre forderungen nicht mehr stellen und aufhören ihren platz in unserer mitte haben zu wollen, ist es bereits zu spät.

das schicksal des salzburger jugendzentrums mark ist unverständnis. der vorschlag einer övp-gemeinderätin in den letzten tagen, das „mark“ in die „ARGEkultur“ hineinzuzwängen, zeigt einmal mehr, wie wenig verständnis salzburger (jugend)kultur aushalten muss. irgendwie eine fatale idee: konsequent weitergedacht könnten wir bald in salzburg einen einzigen standort haben, wo wir alle kulturinitiativen und projekte hineinverschieben, für die sonst kein platz gefunden wird. am ende gar das festspielhaus? reinhard kriechbaum, chefredakteur von drehpunktkultur.at hat sich dazu sehr deutlich geäussert. (link zum artikel)

das schicksal des salzburger jugendzentrums mark ist zynismus. über jahre durfte das team den ausnahmezustand, den nichtstandort und ein veranstaltungsverbot verwalten. „notbüros“ zuerst in der ARGEkultur und dann im ehemaligen „musikum“ in nonntal sind das resultat einer befremdlichen hinhaltetaktik: einem jugendzentrum einerseits ein bezahltes team zuzugestehen, andererseits aber die möglichkeit für veranstaltungen bzw. platz für jugendliche vorzuenthalten, könnte eine teure form des aushungerns sein, die sich nun bewährt.

das schicksal des salzburger jugendzentrums mark war salzburger geschichte. entstanden in den 60er jahren, war das „mark“ vorerst ein zentrum für die arbeiterjugend, welches in den 70er, 80er und 90erjahren einen wesentlichen bezugspunkt zuerst am franz-josefs-kai und dann in der neutorstrasse für zahlreiche jugendliche in salzburg bedeutet hat. im übrigen ist der seinerzeitige umzug des jugendzentrums vom franz-josefs-kai in die neutorstrasse der beweis, dass bei entsprechender vorbereitung, kluger kommunikation mit allen beteiligten und offenem dialog mit den anrainerInnen ein solches zentrum auch mitten in der bewohnten stadt platz haben kann! auch die fünf jahre an dem dann später (2002) neu-erkämpften standort aigen nach kurzer orientierungsphase im stadtwerkehaus in folge des rauswurfes aus der trägerschaft der katholischen kirche waren von bunter kreativität geprägt.

das schicksal des salzburger jugendzentrums mark ist eine botschaft. junge menschen in salzburg, die in salzburg freiraum für treffen, vernetzung und infrastruktur für kulturelle aktivitäten suchen, müssen nun erfahren, dass es fatal ist, über jahre den vertröstungen der politisch verantwortlichen zu vertrauen. nach jahren der verantwortungslosen verschwendung (wer denkt noch an die olympiabewerbungen?) sind nun zeiten der scheinbar unausweichlichen einsparungen angebrochen, in denen junge menschen zu den ersten gehören, die als „kostenfaktor“ gekürzt werden sollen. die lange geschichte der dennoch jahrelang geduldig und brav geführten gespräche zwischen „mark“ und stadt salzburg kommt nun zu einem traurigen schluss:

es endet mit einem (von manchen sogar noch freiwillig angetretenen) gang ins nichts.