keine toleranz für conchita

jetzt sind sie wieder voll. die timelines, die postings, die medienseiten. toleranz. mit conchita. ich bleibe dabei. conchita braucht keine toleranz.

ein mensch tritt so auf, wie sie will und wir sprechen von toleranz?
ein mensch ist hiv-positiv-diagnostiziert. braucht das meine toleranz?

mein nachbar hat ein weisses auto. ich toleriere das? ein freund läuft täglich mindestens 10 km. ich toleriere das? meine tochter ist vegan. ich toleriere das? lydia will keine kinder mehr. ich toleriere das? meine kundin färbt sich die haare neongelb. ich toleriere das? franky trägt grundsätzlich durchlochte kleidung. ich toleriere das?

toleranz. ist dann gefragt, wenn jemand in die nähe meiner persönlichen rechte kommt. wenn ausgelassene polterabendgäste in die u-bahn steigen und ich eigentlich gerade city meditation betreiben wollte. wenn wer sich wünscht, alle sollten jetzt gemeinsam einen kreistanz tanzen, und ich doch mitmache, obwohl ich dazu keine lust habe. wenn der nachbar einen grillanzünder verwendet, den ich bis zu mir her riechen kann und damit mir meinen kaffee versaut.

wer glaubt, bei conchita wurst etwas tolerieren zu müssen, behauptet damit, dass ihr auftritt allein schon den eigenen persönlichen rechten nahe gekommen wäre. und das geht zu weit. das galt bereits 2014 und gilt jetzt 2018 umso mehr.

was allerdings conchita brauchen kann: unterstützung gegen feige erpressungsversuche!

keine toleranz für conchita

 

foto: VIPevent creative commons by sa

in gedenken an unsere freunde, die früh an aids gestorben sind

zum ende des weltaidstages noch ein paar ganz persönliche gedanken. einige freunde von uns sind vor jahren an aids gestorben. in manchen fällen wusste (ausser uns engsten freunden) niemand wirklich davon, gerüchte hat es rundherum gegeben, getuschelt und getäuscht ist worden. damals war aids noch eine tabuisierte krankheit.

es ist die höchstpersönliche entscheidung eines jeden / einer jeden kranken, wieviel er/sie über die krankheit und mit wem sprechen will. das gilt für jede krankheit.

was mich aber im gedenken an unsere freunde beschäftigt, ist die tatsache, dass sie selbst von dieser krankheit praktisch doppelt getroffen waren. einmal durch die damals schlechten lebenserwartungen, und ein zweitesmal deshalb, weil sie sich im gesellschaftlichen tabu gefangen fühlen mussten, gestraft und gebrandmarkt. oft wusste nicht einmal die eigene familie wirklich bescheid, selbst bei der beerdigung nicht. unsere freunde mussten in einer erzeugten einsamkeit sterben, die alles nur noch viel schwerer machte.

gut, dass es heute fortschritte in der medizin gibt, die das schnelle sterben verhindert und vielen das ausbrechen der krankheit erspart.

wichtig ist aber auch, dass die tabus, die tuscheleien und die reserviertheiten aufhören. da hat sich aufgrund zahlreicher initiativen vieles verbessert. wir alle haben es in der hand, ob eine krankheit auch noch zusätzlich in einer defacto bestrafung endet, die niemand verdient.