in gedenken an unsere freunde, die früh an aids gestorben sind

zum ende des weltaidstages noch ein paar ganz persönliche gedanken. einige freunde von uns sind vor jahren an aids gestorben. in manchen fällen wusste (ausser uns engsten freunden) niemand wirklich davon, gerüchte hat es rundherum gegeben, getuschelt und getäuscht ist worden. damals war aids noch eine tabuisierte krankheit.

es ist die höchstpersönliche entscheidung eines jeden / einer jeden kranken, wieviel er/sie über die krankheit und mit wem sprechen will. das gilt für jede krankheit.

was mich aber im gedenken an unsere freunde beschäftigt, ist die tatsache, dass sie selbst von dieser krankheit praktisch doppelt getroffen waren. einmal durch die damals schlechten lebenserwartungen, und ein zweitesmal deshalb, weil sie sich im gesellschaftlichen tabu gefangen fühlen mussten, gestraft und gebrandmarkt. oft wusste nicht einmal die eigene familie wirklich bescheid, selbst bei der beerdigung nicht. unsere freunde mussten in einer erzeugten einsamkeit sterben, die alles nur noch viel schwerer machte.

gut, dass es heute fortschritte in der medizin gibt, die das schnelle sterben verhindert und vielen das ausbrechen der krankheit erspart.

wichtig ist aber auch, dass die tabus, die tuscheleien und die reserviertheiten aufhören. da hat sich aufgrund zahlreicher initiativen vieles verbessert. wir alle haben es in der hand, ob eine krankheit auch noch zusätzlich in einer defacto bestrafung endet, die niemand verdient.