in gedenken an unsere freunde, die früh an aids gestorben sind

zum ende des weltaidstages noch ein paar ganz persönliche gedanken. einige freunde von uns sind vor jahren an aids gestorben. in manchen fällen wusste (ausser uns engsten freunden) niemand wirklich davon, gerüchte hat es rundherum gegeben, getuschelt und getäuscht ist worden. damals war aids noch eine tabuisierte krankheit.

es ist die höchstpersönliche entscheidung eines jeden / einer jeden kranken, wieviel er/sie über die krankheit und mit wem sprechen will. das gilt für jede krankheit.

was mich aber im gedenken an unsere freunde beschäftigt, ist die tatsache, dass sie selbst von dieser krankheit praktisch doppelt getroffen waren. einmal durch die damals schlechten lebenserwartungen, und ein zweitesmal deshalb, weil sie sich im gesellschaftlichen tabu gefangen fühlen mussten, gestraft und gebrandmarkt. oft wusste nicht einmal die eigene familie wirklich bescheid, selbst bei der beerdigung nicht. unsere freunde mussten in einer erzeugten einsamkeit sterben, die alles nur noch viel schwerer machte.

gut, dass es heute fortschritte in der medizin gibt, die das schnelle sterben verhindert und vielen das ausbrechen der krankheit erspart.

wichtig ist aber auch, dass die tabus, die tuscheleien und die reserviertheiten aufhören. da hat sich aufgrund zahlreicher initiativen vieles verbessert. wir alle haben es in der hand, ob eine krankheit auch noch zusätzlich in einer defacto bestrafung endet, die niemand verdient.

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

4 Kommentare

  1. simone klebel-pergmann

    lieber bernhard,
    danke dir sehr für diesen berührenden text!!
    viele liebe grüße von simone

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  2. ich bedanke mich auch. 🙂

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  3. sonjaschiff

    Hallo Bernhard,
    auch ich war und bin in meinem Bekannten- und Freundeskreis mit AIDS konfrontiert und kann deine Zeilen sehr gut nachvollziehen. Ich hab eine Freundin, die ein sogenannter Longtime-Surviver ist. Sie hat wohl zu den ersten infizierten Menschen gehört, ist bald seit 20 Jahren HIV-positiv und die Krankheit ist ncht ausgebrochen, obwohl sie sich jeder moderner Medizin entsagt. Bei ihr hat die Infizierung zu einer totalen Lebensänderung geführt. Sie hat sich von allen Drogen befreit (sie raucht nicht mal mehr!) und hat ihr Leben komplett neu definiert. Und ich war als Hauskrankenschwster mit Aids konfrontiert, war in Salzburg lange Zeit die einzige Hauskrankenschwester, die AIDS-Patienten angenommen hat – die anderen KollegInnen hatten wahnsinnige Angst und viele Vorurteile. Es war die Zeit wo Unkenntnis und Vorurteil noch raumgreifend war. Ich bin immer noch stolz drauf, daß ich einigen dieser KlientInnen ermöglichen konnte so lange wie möglich zu Hause zu leben. Und ich hab oft die von dir beschriebene Einsamkeit erlebt. Viele konnte ich bis zum Schluss begleitet. An sie denke ich oft, vor allem am WeltAids-Tag.

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  4. Poti Wusta

    Herzlichen Dank, nun endlich habe ich das Problem ganz gerafft 🙂

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