junger afghane sitzt in schubhaft – lebensgefahr durch unverschuldetes fristversäumnis?

hamed ahmadi wurde heute morgen in niedernsill abgeholt und wird nun in die schubhaft gebracht. für das fristversäumnis, das dem jungen gut integrierten menschen zum lebensgefährlichen verhängnis werden könnte, kann der betroffene nichts. während der zuständige richter über das zu spät eingebrachte rechtsmittel noch nicht entschieden hat, will die fremdenbehörde die abschiebung nun einfach durchsetzen.

eine reihe von unterstützer*innen will sich gegen die abschiebung wehren.

sie ersuchen dringend, die abschiebung von hamed ahmadi zu stoppen, damit der anhängige antrag auf wiedereinsetzung vom vwgh entschieden werden und hamed ahmadis fall in der zweiten instanz behandelt werden kann:

Rechtsberatung hat Rechtsmittel zu spät eingebracht, und Versehen eingestanden

Hamed AHMADI hat im März 2016 in erster Instanz einen negativen Bescheid erhalten. Das Rechtsmittel dagegen wurde von der zugewiesene Rechtsberatung zu spät eingebracht.

Das war leider vorerst niemandem bekannt. Erst ein Jahr später kam die Information, dass es in diesem Fall zu einer Fristversäumnis gekommen ist. Daraufhin hat die Rechtsberatung sofort einen Antrag auf Wiedereinsetzung gestellt und selbst betont, dass die Fristversäumnis aufgrund von Arbeitsüberlastung seitens der Einrichtung selbst passiert ist. Der Richter am VwGH hat darüber bis dato nicht entschieden. Daher wurde Hamed AHMADI heute morgen, Donnerstag, 7. September 2017, aus seinem Wohnort abgeholt.

Hamed AHMADI ist gut integriert, spricht Deutsch, arbeitet als Saisonier

Hamed AHMADI ist von einer Gruppe ehrenamtlicher UnterstützerInnen seit seiner Ankunft in Niedernsill begleitet worden und bestens integriert. Auch laut Angaben des Bürgermeisters ist er mittlerweile ein gut integrierter Mann in Niedernsill und beherrscht Deutsch auf Niveau B1 (mit Zertifikat). Er war einer der wenigen Menschen, die in der laufenden Sommersaison in einem Gastgewerbebetrieb (Gasthof Kröll in Niedernsill) als Saisonier beschäftigt worden war.

Wir bitten eindringlich, dass Hamed AHMADI die Chance bekommt, dass sein Antrag auf Wiedereinsetzung entschieden wird, und er aufgrund seiner gelungenen Integration in Niedernsill bleiben darf.
Der Verfahrensfehler wurde von seiner Beratungsstelle zugegeben und soll nicht zu derartig schwerwiegenden Folgen für ihn führen.

Bitte setzen Sie sich für ihn ein und stoppen Sie die Abschiebung. Sie haben all unsere Unterstützung.

Innenministerium: ministerbuero@bmi.gv.at
Bundespräsident: buergerservice@hofburg.at
BFA Salzburg: BFA-RD-S-Einlaufstelle@bmi.gv.at

und auf fb berichten die unterstützer*innen weiter:

Hamed lebt bereits seit März 2015 in Niedernsill im Pinzgau, wo er sich hervorragend integriert hat. Er hat Deutsch gelernt (B1-Zertifikat) und von Anfang an gearbeitet – gemeinnützige Arbeit in der Gemeinde bzw. hat er als gelernter Schneider versucht, sich nützlich zu machen. Heuer im Sommer ist es gelungen, für ihn eine der wenigen Saisonnierskontingentbewilligungen zu bekommen und er konnte als Abwäscher im Niedersiller Gasthof Kröll arbeiten. Durch eine Fristversäumnis seines Rechtsberaters wurde er um die Möglichkeit gebracht, dem Richter seine Situation und gute Integration in Österreich darzulegen.

In Niedernsill im Pinzgau gibt es eine Integrationsgruppe, die sich dazu entschlossen haben, etwas für die Asylwerber im Ort zu tun. Ehrenamtliches Deutschtraining, persönliche Kontakte, Organisation von Begegnungscafes und dann Hilfe bei allen möglichen Problemen – bis zur Arbeits- und Wohnungssuche. Gemeinsam mit dem persönlichen Engagement der Asylwerber ist vieles gelungen, was scheinbar unmöglich war.

All diese Bemühungen sind scheinbar überflüssig und werden mit dieser drohenden Abschiebung zunichte gemacht.

Ein Mensch wird ohne Rücksicht auf seine erfolgreichen Bemühungen der Integration in unserem Land eingepackt und verschickt.

Diese Ungerechtigkeit können und wollen wir nicht einfach geschehen lassen! Lasst uns gemeinsam auf die drohende Abschiebung von Hamed aufmerksam machen und zeigen, dass wir damit nicht einverstanden sind! #herzstatthetze #wirstehenzusammen

wahlkampf ist. das begünstigt die scharfmacher*innen. da sollen exempel statuiert werden. schliesslich muss die xenophob-veranlagte zielgruppe bei der stange gehalten werden. kurz und strachig.

dass es um lebensbedrohliche situationen geht, ist da einfach in kauf zu nehmen…

junger afghane sitzt in schubhaft – lebensgefahr durch unverschuldetes fristversäumnis?

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

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