offener brief an bgm schaden in sachen asyl: gratulation! aber.

rathaus salzburg foto: bernhard jenny

sehr geehrter herr bürgermeister dr. heinz schaden!

gratulation.
es war dringend notwendig, dass sich endlich jemand gegen die unhaltbaren zustände in sachen abschiebungen und asyl zu wort meldet. es stimmt, dass sehr viele argumente, die die hardliner immer wieder ins treffen führen absurd sind, wie

„die einschränkenden Bemerkungen ‚Die sind ja illegal eingereist‘ – ja no na net. Flüchtlinge und Asylwerber sind meist illegal eingereist. Die können sich nicht bei der österreichischen Botschaft in Georgien oder in afrikanischen Staaten anstellen und sagen: Ich hätte jetzt gerne ein Visum. Erstens bekommen sie es nicht und zweitens ist allein das schon auffällig und gefährlich und wird ihnen zur Last gelegt.“ (*)

und ich kenne selbst auch solche bürgermeister und ich bin froh, dass es sie gibt, wie jene, die sie anführen, die

„sehr viele Bürgermeister auch kleinerer Gemeinden, von denen man auch angesichts der Parteizugehörigkeit nicht automatisch erwartet, dass sie sich stark machen. Wenn die sagen: Die Familie ist gut integriert und wir wollen, dass die hierbleiben, dann ist das für mich ein Signal.“(*)

es ist auch grundehrlich, dass sie die rolle der eignen partei nicht verstecken:

„Lassen wir es dabei bewenden, dass auch die Sozialdemokratie in den letzten Jahren eher der Verschärfung das Wort gesprochen hat.“(*)

aber.
ich glaube fest, dass das system an und für sich falsch ist. die tatsache, dass sich jemand anmasst, darüber zu entscheiden, wer wo wie zu leben hat und wer nicht, die tatsache, dass zwischen richtigen und falschen unterschieden wird, das ist das eigentliche problem.

wenn wir an diejenigen bügermeisterInnen denken, die sie anführen, mag das gut ausgehen, wenn sie mehr entscheidungskompetenz hätten und vielen menschen das bleiben ermöglichen könnten. aber stellen sie sich nur mal vor, ihr rechtsaussenstellvertreter samt dessen rechtsextremen büroleiter dürften bestimmen, wer bleiben darf oder nicht? was wäre dann?

im übrigen ist deren rolle in der stadt salzburg wahrlich bedenklich, denn sie entscheiden sehr wohl über die art und weise, wie „fremde“ menschen von unseren ämtern behandelt werden. (hier dazu meine warnung, die noch immer gültig ist)

das problem ist also nicht dadurch zu lösen, dass die einen oder die anderen entscheiden sollen, wer bleiben darf und wer nicht, sondern nur dadurch, dass wir endlich anerkennen, dass alle menschen gleich sind. und daher alle menschen das recht haben, zu leben, zu arbeiten und zu wohnen wo sie wollen. unsere gesellschaft würde dadurch gewinnen und nicht verlieren.

daher mein dringender appell:
unterscheiden wir endlich nicht mehr zwischen richtigen und falschen menschen.
der faschismus hat uns gezeigt, wohin das führt.
gestehen wir allen menschen zu, das zu sein, was sie unumkehrbar sind: menschen.

___________
* zitate lt. orf salzburg

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

9 Kommentare

  1. alex zechbauer

    jetzt schreib ich auch mal was dazu. mir ist oft die eine wie die andere seite zu indifferent. ich finde: jeder soll bei uns leben können. wenn er aber keinen respekt vor inländern – österreichern hat, hier besser geld verdienen will und für österreicher eigentlich verachtung empfindet – der soll wieder ausreisen (müssen). türken, die nicht akzeptieren wollen, dass wir eine andere kultur haben und österreicher auf der strasse blöd anmachen – bitte wieder in die türkei.
    jedes volk hat seinen stolz und seine würde. wir österreicher haben davon sehr wenig. das ist schlecht. wir ernten dafür oft verachtung von anderen. es ist gut offen zu sein, und seine werte (so hoffentlich vorhanden) zu
    schützen. viele jugendliche wollen das. die wollen davor bewahrt werden, auf der strasse blöd angemacht zu werden oder gewisse gegenden im eigenen land meiden zu müssen. tut man das nicht, wählen sie über kurz oder lang den strache. und schuld daran sind diejenigen, die sich nicht um ihre bedürfnisse gekümmert haben.
    ich habe viel mit menschen aus allen möglichen ländern zu tun. weil ich diese vielfalt geniesse und jeder ein anderes geschenk in der tasche hat. darum bin ich für offenheit und vermischung. und meine meinung hat sich u.a. auch in den gesprächen mit all diesen menschen gebildet. offenheit und selbstachtung. offenheit ohne selbstachtung und selbstbewussein is a schas.
    und dann schaue man einmal in andere länder. balkan, afrika, lateinamerika. wenn du da hinreist musst du
    dich benehmen wie ein gast. dann kommt dir gastfreundschaft entgegen. tust du das nicht, hast du grosse probleme. so ist es normal.

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    • öhhmmm.. kannst du mir mal definieren was „österreichische kultur“ ist? die gibt es nämlich nicht. die menschen, welche nen österreichischen pass haben, haben genau das gemein: den pass. sonst genau gar nix. keine gemeinsamen ökonomischen interessen, keinen gemeinsamen musik oder essensgeschmack. also bitte schluss mit diesem volkskultur schmarrn.

      ich kann dir aber sagen WER zb gemeinsame ökonomische interessen hat: die menschen die den lohn brauchen um überleben zu können. die menschen, welche durch das vom staat durchgesetzten privateigentum leiden.

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    • sorry alex, aber wohin soll so ein „stolz“ führen? worauf willst du den stolz sein? aus meiner sicht ist nationalstolz würdelos. also entweder stolz oder würde.

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  2. oliser

    nein, niemand hat das recht andere zu verschicken!

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    • Malermeister Schiele

      Ich hab da ein paar Obdachlose – zT. mit „Migrationshintergrund“, also doppelt „diskriminiert“ – an der Hand und würde die gerne bei Ihnen unterbringen, das ist ja bestimmt kein Problem, Sie teilen sicher gerne Wohnung/Kühlschrank/Auto/was an irdischen Gütern halt so vorhanden ist bei Ihnen.

      Ich bitte um Ihre Adresse, ich setzt die Burschen dann in den Zug, spätestens Ende nächster Woche dürfen Sie Ihr großes Herz dann mal in der Tat beweisen. Wieviele Herren darf ich schicken?

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      • na eh malermeister. und wenn ich hunger kritisiere, muss ich alle hungernden bei mir aufnehmen? und wenn ich krieg blöd finde, muss ich mich vor kanonen stellen usw usf. ist ja ne tolle strategie, denn wenn ich alles das tue, dann kann ich die gesellschaftlichen verhältnisse, welche der URSPRUNG dieser dinge ist, nicht weiter kritisieren oder verändern.

        kurz zusammengefasst was du sagst: du willst ausländer raushauen. du glaubst es gibt ein kollektiv „volk“. du traust es dir nur nicht zu sagen

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      • Malermeister Schiele

        Tun S‘ Ihnen da net Abenteuerliches zusammenreimen um von der Tatsache abzulenken, daß Sie lieber reden als konkret zu helfen. DAS hängen Sie lieber „den anderen“ um. Raffiniert! 🙂

        Für EINEN Bedürftigen hätten Sie sicher Platz. Bloggen kann jeder – helfen Sie doch!

        Danke!

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      • Nochmal zum mitschreiben an den Malermeister: Ich setze mich für eine Gesellschaft ein, in der Menschen nicht verrecken nur weil sie kein Geld haben. Das wäre mal ein Anfang wenn es in der Wirtschaft um die Deckung der Bedürfnisse der Menschen geht und nicht um den Profit. Und wenn das mal halbwegs so funktioniert, dann muss ich auch keine hungernden/obdachlosen/ usw usf aufnehmen.

        Aber mir ist schon klar was SIE sagen wollen: Wer verreckt ist selber schuld und hat zu wenig Leistung gezeigt.

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  3. heute habe ich antwort aus dem büro von bürgermeister dr.schaden bekommen, die ich hiermit zitiere:

    „Der Bürgermeister bedankt sich für Ihre anerkennenden Worte zu den von ihm gegenüber den Medien getätigten Aussagen zum Thema Bleiberecht.

    Der Vorschlag des Bürgermeisters für mehr Entscheidungsfreiheit für Bürgermeister in Bleiberechtsfragen beruht auf vielen persönlichen Gesprächen mit AmtskollegInnen (fernab jeglicher Parteizugehörigkeit) und würde nach Meinung derer den Vollzug der bestehenden Regelungen verbessern. Die dazu seitens der Medien zitierten Aussagen des Bürgermeisters sollen vor allem zur Diskussion anregen und neue Wege aufzeigen.

    Zu Ihren grundlegenden Gedanken zum Thema „alle Menschen sind gleich“ kann Ihnen der Bürgermeister nur beipflichten, gibt aber zu bedenken, dass jede Gesellschaft gewissen Regeln und Gesetzen unterliegt und diese auch das Zusammenleben der verschiedensten Menschen regelt. Aber ich darf Ihnen versichern, dass der Bürgermeister bei diesem Thema auch weiterhin bemüht ist Verbesserungen sowohl im Kleinen als auch im Großen herbeizuführen um ein menschliches Zusammenleben der verschiedensten Generationen, Kulturen ohne dass die Herkunft eine Rolle spielt zu ermöglichen.“

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