kulturloser umgang mit kultur

waldklang
aus dem stand hat ein junges team im jahr 2008 unter dem titel waldklang ein neues winterfestival im waldbad anif mit grossem erfolg organisiert: 11.000 besucherInnen und über 60 künstlerInnen aus verschiedensten genres.

es war ein wohltuend frisches signal in einer jahreszeit, die sonst nur allzu laut von konsumgeiler kaufhausmusik und gieriger kauflust geprägt ist.

nun hat ein einzelner beamter der landesumweltanwaltschaft dieses engagierte projekt einfach abgewürgt. seine stellungnahme war der grund dafür, dass sich die veranstalter nicht mehr in der lage sahen, rechtzeitig und verantwortlich das festival zu planen und zu realisieren. gesprächsangebote wurden ausgeschlagen.

einem einzelnen ist hier ein fehler unterlaufen oder er hat von hier aus nicht nachvollziehbare gründe für seinen einspruch gehabt.

dass solch ein vorgehen aber ein neues, junges projekt einfach zum scheitern bringt und damit all die vorarbeiten und mühen zahlreicher menschen zynisch frustriert, dem kann nicht einfach so zugesehen werden.

hier müssen wohl viele verantwortliche in politik und ämtern sich den vorwurf gefallen lassen, dass sie ohne sinn für junge kultur entweder weggesehen oder bewusst geschwiegen haben.

ein vorgang, der eine von zahlreichen besucherInnen freudig aufgenommene kulturinitiative so kläglich zum scheitern bringt, kann nur als kulturlos bezeichnet werden.

die homepage des projekts:
http://waldklang.at/

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Über bernhardjenny

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4 Kommentare

  1. astrid rössler

    ein vorwurf an „viele verantwortliche in politik und ämtern“ ist in diesem fall nicht angebracht. tatsächlich war von den involvierten behörden alles okay, es wurde ja auch genehmigt.
    es hat aber die umweltanwaltschaft gegen diesen bescheid berufen. das steht ihr als verfahrenspartei grundsätzlich auch zu, ein projekt in einem schutzgebiet aus fachlichen gründen abzulehnen.
    was im konkreten fall halt so schief gelaufen ist, dass die umweltanwaltschaft letztes jahr zugestimmt hat und diesmal nicht. für die waldklang-leute war das nicht vorhersehbar und so ist jetzt die zeit zu kurz, um das berufungsverfahren abzuwarten.
    aus meiner sicht – auch bei strengem naturschutzmaßstab – wäre das festival schon vertretbar gewesen, noch dazu waren alle zur kooperation und rücksicht auf naturschutzbelange bereit. insofern ist es echt ein jammer, dass die sache so abgestürzt ist.
    hat jemand bei der berufungsbehörde nachgefragt, ob die bis ende november einen bescheid hinkriegen, sind ja immerhin noch 5 wochen? nicht zu früh aufgeben.

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  2. hallo astrid, danke für deine rückmeldung!

    „das steht ihr als verfahrenspartei grundsätzlich auch zu, ein projekt in einem schutzgebiet aus fachlichen gründen abzulehnen.“

    das mag schon sein, aber genau da meine ich, ist der punkt: der umweltanwalt arbeitet nicht in einem luftleeren raum schwebend, sondern bei aller zuständigkeit in einem kontext, in dem sich zahlreiche menschen befinden, die deutlich ihre meinung hätten sagen können, was sie davon halten, wenn ein solches projekt abgewürgt wird.

    „… sind ja immerhin noch 5 wochen? nicht zu früh aufgeben.“

    es sieht nach viel zeit aus, aber verträge mit künstlerInnen, all die buchungen für den support etc. können nur mit entsprechender vorlaufzeit realisiert werden. ich halte es für sehr verantwortlich, dass sich die veranstalter durch den umweltanwalt nicht in ein riskantes experiment jagen lassen – auf kosten vieler anderer womöglich.

    und da kommt wieder der punkt: „zu früh aufgegeben“ haben diejenigen, die dem umweltanwalt bei seinem tun tatenlos zugesehen haben.

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  3. das kulturpolitische KLIMA salzburgs ist für initiativen jenseits vom MAINSTREAM wenig günstig. aus dem waldKLANG wurde somit eine DISSONANZ, die in den ohren der „bewahrer salzburger kultur“ vielleicht sogar harmonisch klingen mag. wir jedenfalls lassen uns nicht abschrecken und gehen mit unserer galerie weiter auf unserem WEG auf unsere WANDERschaft. und auch – nein, besonders – PECHA KUCHA vol2 beweist, dass es genügend menschen in salzburg gibt, die gerne solche WANDERschaften mitmachen! lieber bernhard, dir und deinem team herzlichen dank und anerkennung für euer engagement auf eurer WANDERschaft.
    liebe grüße!
    rochus
    http://wandergalerie.twoday.net

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    • lieber rochus! danke für deine anerkennung – ich gebe dir völlig recht, nicht abschrecken lassen ist der weg. natürlich geht das bei projekten, die ein überschaubares „risiko“ bedeuten leichter, als dort, wo viele dranhängen, wie es eben bei waldklang war.

      das bild von der WANDERschaft gefällt mir!

      ps. sorry, dass ich dir erst jetzt antworte, das „system“ hatte deinen eintrag unter „spam“ eingeordnet – da schaue ich nur selten nach…

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