selektion als erlerntes prinzip

IMG_3446satSMALLüber die kürzlich von uns organisierte pecha kucha night salzburg vol1 will ich an dieser stelle nicht im einzelnen berichten, nur soviel, dass es ein aus meiner sicht wirklich sehr schöner, exemplarischer überblick über verschiedenste kreative potentiale in unserer stadt war.

was mich heute hier zu diesem eintrag veranlasst ist ein kleiner nebenschauplatz am rande dieser PKNsalzburg, der mir bis heute zu denken gibt. nach eben 11 unterschiedlichsten präsentationen im ARGEbeisl, die live band fing gerade wieder an, musikalisch die stimmung sehr positiv zu unterstreichen, da kam jemand aus dem publikum auf mich zu und fragte mich mit fast enttäuschtem ton: „wird da bei euch nicht die beste präsentation gewählt, so per abstimmung oder applaus?“

im trubel des abends hab ich die frage einfach mit nein beantwortet, später dann erst, als mir mehrfach ähnliche fragen zu diesem veranstaltungsformat auffielen, wurde ich nachdenklich:

sind wir von diversen starsuch- und grosserbruderschautdirzu-shows schon so weit „erzogen“, dass wir einfach eine simple gleichrangige abfolge von ideen, die sich nun schon gar nicht miteinander vergleichen lassen, nicht ruhig stehen lassen können? müssen wir über alles und jedes den grundgedanken des „besten“ oder des „schlechtesten“ werfen? vertragen wir keine vielfalt mehr, ohne gleich zu hierachisieren, rauszuwählen, weiterkommenzulassen oder zu streichen?

merken wir denn nicht, dass wir damit einem prinzip folgen, welches letztlich auf selektion ausgerichtet ist? auf trennung des einen (vermeintlich besseren) von den anderen (vermeintlich durchschnittlicheren)?

jedenfalls weiss ich seit diesen fragen sehr genau, warum ich eine solche abstimmung zumindest in den von uns veranstalteten pecha kucha nights niemals haben möchte. es wäre für mich einfach nicht passend.

bild: cristina colombo, paisaje movido

Advertisements

Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

Ein Kommentar

  1. Danke Bernhard!
    Du sprichst mir aus der Seele.

    Dank des technologischen Fortschritts der vergangenen Jahrhunderte sollte die natürliche Selektion (vgl. Darwin), als inhuman deklariert, abgeschafft werden.
    Doch das Leistungs- und Wettbewerbsdenken (vgl. Wirtschaftsliberalismus)der Machtträger (vgl. konservative und neoliberale Parteien) hält die Moral der öffentlichen Meinung auf dem Niveau „Gefressen oder gefressen werden“ (Wettbewerb) oder „Wer zuerst kommt malt zuerst“ (Patentwesen)…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: