das sofa könnte bald brennen. und wir mit ihm.

heute jährt sich die befreiung des kz mauthausen im jahr 1945. ein ort, an dem die zivilisation nicht einfach scheiterte, sondern bewusst außer kraft gesetzt wurde. mauthausen ist kein fernes symbol – es ist die radikale konsequenz einer entwicklung, die lange zuvor begann: in gedanken, in worten, in der schleichenden entwertung des anderen.

gerade deshalb ist erinnerung kein blick zurück, sondern eine prüfung unserer gegenwart. denn die bedingungen, unter denen intoleranz wächst, sind keine relikte der geschichte. sie entstehen dort, wo komplexität zur zumutung wird und einfache antworten verführerisch erscheinen. wo politische sprache nicht mehr verbindet, sondern trennt. wo das „wir“ enger wird – und das „die anderen“ zur projektionsfläche.

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gedenken ist das fundament der demokratie

der 9. november ist kein tag wie jeder andere. es ist der tag, an dem synagogen brannten, jüdische geschäfte geplündert, menschen verfolgt, gedemütigt und ermordet wurden – der beginn der systematischen vernichtung jüdischen lebens in europa. dort und da tauchen in diesen tagen stimmen auf, die in erschreckender weise, dieses gedenken kritisieren oder negativ framen wollen. wer heute an diesem tag relativiert, ablenkt oder gar hass streut, tritt nicht nur die opfer mit füßen, sondern auch die grundlagen unserer demokratie.

das gedenken an die opfer der shoah ist unverrückbar. und zugleich gilt: auch die furchtbaren geschehnisse des 7. oktober 2023 – der terroristische angriff auf israel, das gezielte töten und entführen unschuldiger – sind aufs schärfste zu verurteilen. nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt solchen terror.

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