ein soli-tweet rettet kein leben

ich bin traurig, ich bin entsetzt, ich bin berührt, ich bin wütend. vielen war sie bekannt, viele dachten, mit ihr in kontakt zu sein. auch ich war entsetzt, was rechte hetze und frauenfeindlicher hass in verbindung mit kommunikation der schwurbelgewalt anrichtet.

dass österreichische geheimdienste wochenlang nichts finden konnten und dann eine hackerin binnen kürzester zeit wichtige spuren im netz indentifizieren kann, war skandalös. die frage, auf welcher seite welche behörden oder zumindest bestimmte akteur*innen stehen, hallte durch das netz.

am 1. juli 2022 twitterte dr. lisa-maria kellermayr entnervt:

Aktueller Stand der Dinge:
Nachdem sich @n3ll41 eingebracht hat haben die Ermittlungen gewaltige Fortschritte gemacht. Aber weder haben wir den Täter noch wird der wenn wir ihn einmal haben so schnell angeklagt oder gar verhaftet. Das wird Wochen und Monate in Anspruch nehmen.
Im Übrigen reden wir hier nicht von einem einzigen Absender sondern von vielen Mails in den letzten 7 Monaten aus verschiedenen Quellen mit unterschiedlicher Intensität der Bedrohung. Es ist nicht nur ein einziger Fall – auch wenn das der blutrünstigste von allen ist.
Wir sind weit weg davon die Ordi einfach ohne Sicherheitsvorkehrungen wieder aufsperren zu können & in der Frage wie ich die Praxis retten kann sind wir keinen einzigen Millimeter weiter gekommen. Es reicht nicht mir zu sagen, ich solle an meinem Sicherheitsgefühl arbeiten, ich soll über meinen Schatten springen, ich solle aufhören mich verantwortlich zu fühlen für die Sicherheit in der Ordination, ich soll dies und ich soll jenes.
Ich habe in den letzten mehr als sieben Monaten alles Menschenmögliche getan, alles ertragen was mir aufgebürdet wurde. Mir zu sagen ich muss jetzt immer noch mehr und noch was tun geht sich nicht aus. Jetzt müssen einmal andere was tun (liebe Politiker*innen aller Fraktionen, damit seid ihr gemeint und nein, eine Anfrage stellen ist zu wenig).

meine bescheidene antwort damals am 1.7.22

wünsche viel nerven und durchhaltevermögen! sie sind nicht allein! #solidarität

wie wenig sind doch solche kurzen worte angesichts des todes der gehetzten frau.

die fratze der rechten hetzer samt ihrer geifernden fangemeinde ist fast sichtbar. eine frau wurde vor unseren social media augen in den tod getrieben. wir müssen lernen achtsamer zu werden und schneller zu handeln.

in gedanken fühle ich mit den angehörigen. und verbleibe verstört.

ein soli-tweet rettet kein leben

foto: screenshot bernhard jenny twitter

Autor: bernhardjenny

kommunikationsgestalter meine unternehmen: jennycolombo.com, conSalis.at blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

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