grüne schieben 13jährigen nochmals ab

es ist unerträglich, dem 13jährigen husein zuzusehen, wie er – zwar schwer belastet, aber derzeit der einzige gesunde in der familie – die abschiebung von salzburg nach aserbaidschan schildert.

„die haben uns wie tiere behandelt.“

was da vergangene woche passiert ist, ist ein glasklarer bruch der menschenrechte und eine 100% missachtung des kindeswohls. das kann und darf nicht so stehen bleiben.

tagelang haben die bundesgrünen dazu geschwiegen. auf landesebene fand landeshauptmann-stellvertreter heinrich schellhorn von den grünen deutliche worte des protests, ja sogar der övp-sportlandesrat schnöll wollte das, was dem 13jährigen zerstört wurde, nicht einfach so hinnehmen!

aber die bundesgrünen verfielen in schockstarre, die asyl- und kindeswohlaffine bevölkerung bekam kein sterbenswörtchen zur position der grünen zu hören, es gab offensichtlich keine.

besonders treue fans der grünen ergehen sich dann in phantasien, was sicher im „hintergrund“ da alles ausverhandelt wird. allein das ergebnis zeigt aber, dass an diesen projektionen nicht viel stimmen kann.

jetzt da wöginger bereit ist, sich an die WKStA ausliefern zu lassen, gelten neue kommunikationsgrenzen. ewa ernst-dziedzic meldet sich zu wort, allerdings resigniert. in einem interview mit puls24 sagt sie:

„wir haben die kindeswohlkommission eingerichtet und die empfehlungen sprechen für sich. (…) es ist unsere aufgabe als politik nicht nur das kindeswohl, wie in der verfassung verankert, zu achten, sondern auch in den asylverfahren besonderen augenmerk darauf zu legen, und ich hoffe sehr, dass die empfehlungen der kindeswohlkommission auch entsprechend umgesetzt werden, damit wir in zukunft solche fälle nicht mehr bedauern müssen.“

damit wird der 13jährige husein mit seinem brutal zerstörten leben auch vom koalitionspartner in stich gelassen. nach dem tagelangen schweigen nun also ein hinnehmen der erzwungenen wirklichkeit. und ein vertrösten auf eine zukunft für andere. das hilft husein sehr wenig, eigentlich gar nicht.

damit haben nun die grünen endgültig auch in diesem fall klein beigegeben und lassen sich über den längst nicht mehr sauberen tisch ziehen. aus den augen, aus dem sinn, husein ist also ad acta gelegt. er wird aus der wahrnehmung der grünen gestrichen.

„damit wir in zukunft solche fälle nicht mehr bedauern müssen“

statt solidariät mit einem kind, dem das leben mutwillig (zur politischen ablenkung von zu vielen korruptionsberichten?) zerstört wurde, statt menschenrecht und kindeswohl, gibt es ein wegschauen mit verweis auf eine bessere zukunft. politik geht anders.

denn mental passiert dem kind damit wieder und wieder das entreissen des bodens, auf dem es sein leben aufbauen wollte. im übertragenen sinne heisst das:
grüne schieben 13jährigen nochmals ab

bild: screenshot puls24

Autor: bernhardjenny

kommunikationsgestalter meine unternehmen: jennycolombo.com, conSalis.at blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

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