unglaublich abgründig.

nein, es ist längst nicht mehr die frage, ab wann jemand gerechtfertigterweise abgeschoben werden soll, oder ab wann nicht. es geht um viel mehr.

da geht ein land unter, es ist das schlimmste zu befürchten, frauen sind wohl die bedrohtesten, aber es gibt dennoch menschen, die aus politischem kalkül weiter abschieben wollen.

angesichts der tatsache, dass dies höchstwahrscheinlich ohnehin nicht möglich sein wird, sollte dennoch nicht übersehen werden, was da gerade passiert:

man wolle nicht das „geschäftsmodell der schlepper fördern“ sagt einer, der sein eigenes politisches geschäftsmodell mit der ausserlandeschaffung von in österreich geborenen kindern verbindet.

menschen aus der lebensgefahr zu evakuieren wäre ein ansatz, humanitäre hilfe und unbürokratische aufnahme ein menschenrechtlicher schritt.

wer angesichts der lage dennoch nur von abschiebung redet und helfende als schlepper framet, hat den boden der menschenrechte verlassen. die stehen zwar in der verfassung, aber wen kümmerts?

wer trotz der faktischen unmöglichkeit die nackte unmenschlichkeit wieder und wieder perpetuiert, mag vielleicht die feuchten träume von xenophoben erfolgreich bedienen, ist aber sicher nicht mehr für offizielle verantwortung qualifiziert. im gegenteil: es ist entlarvend, wenn gegen jeglichen verstand eine grausame forderung aufrechterhalten wird, obwohl damit nur angst und schrecken, abscheu und betroffenheit auf der einen seite und niedrigste beweggründe auf seite einer minderheit erreicht werden.

albanien hat seine bereitschaft bekundet, menschen aus afghanistan aufzunehmen.

es ist blanker zynismus als eines der reichsten länder der welt angesichts von mord, vergewaltigung und krieg weiter von abschiebung zu reden, das ist unglaublich abgründig.

Bild: BKA CC BY 2.0 remixed by bernhard jenny CC BY 2.0

Autor: bernhardjenny

kommunikationsgestalter meine unternehmen: jennycolombo.com, conSalis.at blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

3 Kommentare zu „unglaublich abgründig.“

  1. Dass sie es nicht einmal geschafft haben, die „Ortskräfte“ rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, ist ein unglaubliches Versagen! Vor allem, weil immer deutlicher wird, dass sie es nie vorhatten.

    Habe auch dazu gebloggt, wenn du magst:

    Das Afghanistan-Desaster: Mega-Blamage des Westens – und doch ein Funke Hoffnung?
    https://www.claudia-klinger.de/digidiary/2021/08/16/afghanistan-desaster-blamage-des-westens/

    Mit Debatte!

    Gefällt mir

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