die hohe kunst der verwirrung

es gibt viele techniken der kommunikation, die nicht wirklich dem transport von aufrichtigen wahrheiten dienen. eine der königsdisziplinen können wir zum jahresbeginn freihaus beobachten:

der unheilige war ins trudeln geraten, zu schlecht die bilanzen rund um diverse massnahmen, zu heftig die proteste rund um schifahren im lockdown, testchaos und impfplanmangel.

da musste dringend abhilfe her: ziel war es offensichtlich, die opposition schlecht aussehen zu lassen und den koalitionspartner obendrein in den kommunikativen schlamm zu treiben.

also musste eine – für fachleute von haus aus als unsinnig erkannte – massnahme her, die den schön klingenden namen „freitesten“ erhalten sollte. das klingt nach „ihr seid gefangen“ und „ich befreie euch“. der dritte lockdown wurde also mit dem süss klingenden „freitesten“-zuckerl leichter verkraftbar gemacht, schon war wieder ein licht im tunnel von irgendwoher angeknipst, oder so bildeten sich das zumindest einige ein.

lang konnte das ganze nicht dauern. in einem zib2 interview spricht dann der unheilige von 48 stunden, die ein test für kulturveranstaltungen gelten sollte, von einer woche, die ein test für die gastronomie gültigkeit haben könnte. das verwirrspiel ging fröhlich weiter.

die taktik ist klar: wenn sich niemand mehr auskennt, ist derjenige im vorteil, der die verwirrung noch ankurbelt, statt ordnung in die signale zu bringen. es bringt aufmerksamkeit.

nun ist die opposition aus verschiedensten gründen nicht bereit gewesen, dem „freitesten“-gesetz zuzustimmen. das war klar, zumal eben praktisch alle fachmeinungen ein derartiges „freitesten“ für nicht wirklich sinnvoll, manche sogar für gefährlich hielten.

übers wochenende wurde das verwirrungsbild scharf gezeichnet: die opposition ist schuld. rot, pink und eine weitere partei sind schuld, dass ihr nicht frei seid, ihr müsst im lockdown bleiben, weil DIE (fingerzeig) das nicht wollen.

die presse wiederholt vielerorts diesen spin: die opposition ist verursacherin der streichung des freitestplans.

nun ist natürlich endgültige klarheit gefragt, die medien fragen nach. bereitwillig und gutmütig, wie anschober nun einmal bekannt ist, erklärt er: „es wird kein „freitesten“ geben.“ warum zahlreiche grüne nach wie vor der schnapsidee vom „freitesten“ nachlaufen, ist schwer zu erklären.

aus virologischer sicht wäre ein „freitesten“ ohnehin grober unfug gewesen. zumal das auftauchen einer noch ansteckender wirkenden virusmutation beinahe ignoriert wird. (wieder einmal ein sich später rächendes versäumnis???)

die türkisen lassen die sektkorken knallen.
eine „freitesten“-schnapsidee weckt populäre hoffnung in der bevölkerung,
die opposition wird als verhinderer der „freitesten“-schnapsidee hingestellt,
den rückzug von der „freitesten“-schnapsidde erklärt nicht der unheilige selbst, sondern bereitwillig der koalitionspartner.

also sind opposition und grüne an eurer unfreiheit schuld.

sie ist tatsächlich profitabel,
die hohe kunst der verwirrung

bild: screenshot orf by bernhard jenny

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