eine solidargesellschaft? (#corona #14)

nicht oft genug kann den menschen mit systemerhaltenden berufen oder ehrenamtlichen tätigkeiten gedankt werden. ihnen allen wäre zu wünschen, dass die bedeutung dessen, was sie tun, nicht am vierten oder fünften tag nach der krise vergessen wird.

diesmal sollen aber jene in den fokus gebracht werden, die nun schon seit geraumer zeit zum überwinden der krise und zum gelingen der eindämmung beitragen. das sind viele, viel mehr als jene, die im netz sichtbar und hörbar sind. sie alle aber verdienen gewürdigt zu werden:

diejenigen, die allein zuhause sein müssen und viel einsamkeit ertragen, diejenigen, die mit ihrem kind oder kindern nun schon ordentlich lange ausharren, diejenigen, die zu zweit, zu dritt, zu viert oder mehr manchmal in nun plötzlich viel enger erlebten räumen dennoch nicht durchdrehen, diejenigen, die langsam zweifeln, ob das alles wirklich „real life“ ist, diejenigen, die manchmal schlapp machen und glauben, nicht mehr zu können, diejenigen, die sich an abstandsregeln und sonstige empfehlungen halten, auch wenn es manchmal nicht leicht ist, diejenigen, die trotz schwierigkeiten nicht verzweifeln und auf bessere zeiten setzen, diejenigen, die mit psychischen problemen umgehen müssen und sich jetzt besonders gefordert sehen, diejenigen, die aufgrund von behinderungen in diesen tagen nochmals zusätzliches zu bewältigen haben, diejenigen, die krank sind und eigentlich noch viel mehr umsorgung bräuchten, als das derzeit möglich ist, diejenigen, die ihre nabelschau überwinden und mit freund*innen telefonieren, diejenigen, die sich nicht scheu machen lassen, weder von panikmeldungen noch durch verharmloser*innen.

da sind die kinder, die in diesen wochen vieles aushalten müssen, was so nicht vorgesehen war, und jene, denen noch nicht alles wirklich erklärt werden kann, jene, die spüren, dass irgendwas seltsam ist und sich vielleicht nur wundern, kinder, die gerne auch die grosseltern wieder „in echt“ besuchen wollen und langsam anfangen, zu digital skeptics zu werden, kinder, die die lust am entdecken nicht verlieren und sich trotz aller schwierigkeiten am leben erfreuen.

und die grosseltern, die durchhalten, jene, die erst seit wenigen wochen wissen, dass sie als „alt“ eingestuft werden und jene, die das gefühl nicht los werden, ständig nur als „risikogruppe“ gesehen zu werden. jene, die die enkel vermissen und jene, denen der alltag abhanden gekommen ist, jene, die sich sorgen um die zukunft machen und dabei nicht nur die eigene meinen.

es sind viele, die diese krise aushalten müssen, es sind viele, die durch ihr verhalten das funktionieren der massnahmen erarbeiten.

nicht die politiker*innen, nicht die krisenstäbe – ohne deren leistungen schmälern zu wollen – und nicht die „relevanten dienste“ allein sind es, die an der bekämpfung der pandemie arbeiten. es sind viele, sehr viele, die entscheidendes leisten.

eine solidargesellschaft?

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foto: bernhard jenny cc by

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