polizei lässt schlepperorganisation entkommen!

foto bernhard jenny cc licence by nc

bereits zum zweiten mal innerhalb weniger tage wurden willkommene (vulgo flüchtlinge) am salzburger hauptbahnhof aus zügen heraus „aufgegriffen“, also von der polizei in das polizeianhaltezentrum gebracht.

letzte nach 96, vor ein paar tagen 84 willkommene (vulgo flüchtlinge), die eigentlich nach münchen reisen wollten, wurden aufgrund der tatsache, dass sie offensichtlich auf der flucht seien, an ihrer weiterreise gehindert.

abgesehen davon, dass solches selbst aus reaktionärer sicht keinen sinn macht, weil es immer noch mehr willkommene (vulgo flüchtlinge) sogar gegen ihren ausdrücklichen willen in unserem land hält, konzentriert sich nach medienberichten nun die polizeiarbeit auf die „fahndung nach schleppern“. (siehe ORF salzburg)

der inzwischen leidlich bekannten spruchpraxis mancher folgend dürfte die fahndung keine fünf minuten dauern. will die polizei die schlepper_innen gar nicht verhaften?

wer willkommene (vulgo flüchtlinge) von einem staat (in diesen fällen ungarn) in einen anderen staat (in diesen fällen deutschland) transportiert und auch dafür noch geld nimmt, müsste in der logik der fremdenfeindlichen rechtsdenker_innen den tatbestand der „schlepperei“ mehr als erfüllen. nichts anderes tun zahlreiche fluchthelfer_innen bei vollem risiko, erwischt zu werden.

bei den zügen aus ungarn ist es offensichtlich ganz anders. hier werden weder die schlepper_innen, deren helfer_innen, lokführer_innen noch die fahrzeuge beschlagnahmt, hier begnügen sich die behörden mit der verhaftung der willkommenen (vulgo flüchtlinge). dabei haben alle gültige nachweise über das den schlepper_innen übergebene geld (vulgo tickets) vorweisen können!

wieder einmal zweierlei mass.

polizei lässt schlepperorganisation entkommen!

ps. fluchthilfe ist eine ehrenvolle aufgabe.

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foto: bernhard jenny cc licence by nc

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

2 Kommentare

  1. Als ich Ihren Artikel las, der mir von einem Freund verlinkt wurde, dachte ich mir: „Was für ein Idiot!“ Mir geht das Thema sehr nahe, da ich jeden Dienst damit zu tun habe.

    Ich habe mich jetzt beruhigt und werde Ihnen, der Sie anscheinend nicht fähig sind objektiv zu recherchieren, oder es einfach nicht wollen, ein paar Hintergründe erklären, sofern mir das erlaubt ist:

    „An ihrer Weiterfahrt gehindert“ – Tja, ohne gültiges Reisedokument, ist es Personen, die keine EU-Bürger sind, nicht gestattet nach belieben durch Europa zu reisen. Früher musste man auch innerhalb Europas VISA beantragen, aus dem einfachen Grund: Kann sich die Person sich im Gastland selbst versorgen, oder muss sie hier schwarz arbeiten (ohne steuren zu zahlen) oder gar kriminell sein, um hier zu überleben.
    Bei EU Bürgern ist dies durch Verträge garantiert. „Freizügigkeit“
    Sie sehen nicht gerade jünglich aus, deswegen muss ich Ihnen hoffentlich den Sinn von VISAs nicht detailliert erklären.

    Würde die Polizei „Wegsehen“ und die Illegal Aufhältigen oder Reisenden ziehen lassen, würden sie sich in jedem einzelnen Fall des Amtsmissbrauches Schuldig machen – Offizialsprinzip – großarteiger Stoff für den nächsten reißerischen Artikel.

    Diejenigen, die aufgrund des eklatanten Personalmangels bei der Polizei und allein schon aufgrund der Menge an Flüchtlingen durchschlüpfen, schaffen mitunter den Weg nach Deutsachland.
    Doch was dann?

    In Deutschland können die Kollegen, aufgrund der Tatsache, dass der Zug aus Östereich kommt nachweisen, dass die aufgegriffene Person in Österreich war. Die Person wird zurückgeschoben. (lt. Dublin Abkommen)
    Das gibt es bei uns zwar auch, doch die Ungarn schei… drauf, von uns was zurück zu nehmen. Die haben JEDEN TAG überr 1.000 Asylanträge. Die können nicht mehr. Dort kracht das System dermaßen, dass man ihnen keinen Vorwurf machen kann.
    Also bleiben die von Ihnen erwähnten Flüchtlinge sowieso uns.
    Abgesehen davon verweigern deutsche Zugbegleiter die Weiterfahrt, solange der Zug nicht geräumt wird.

    Zu den Schleppern:

    Es gibt Ihrer mittlerweile eine solch gewaltige Menge, die Industrie dahinter hat in Ländern wie der Türkei und Serbien Ausmaße angenommen, die man sich gar nicht vorstellen kann.
    Strafrahmen in Österreich bis zu zwei Jahre,…

    Zu den Zugschleppern:

    Es gibt sie so gut wie nicht, denn kein Schlepper ist so dämlich (hin und wieder doch) dass er mit dem Zug mitfährt. Der Schlepper steigt spätestens in Hegyeshalom aus, ist für uns nicht greifbar und begeht nach ungarischem Recht keine Straftat. Das macht er bis zu dreimal am Tag, geht sich gut aus.

    „ps. fluchthilfe ist eine ehrenvolle aufgabe.“ – da könnte ich kotzen! Sie behaupten also, dass jemand, der Flüchtlingen, die sich in Europa nicht auskennen, für’s Zugticketkaufen und für die Info, in welchen Zug sie einsteigen müssen, pro Kopf über € 500,- kassiert, ein ehrenvoller Mensch ist?

    Ich moralischer Kompas ist dermaßen im Ar…, ich wäre erschüttert wenn Sie den Weg zum Bad finden!

    Das mit der ehrenvollen Aufgabe galt vllt. zu Zeiten der DDR!

    Die heutigen Schlepper sind skrupellose Menschenhändler, die mit dem Elend der Leute Geld verdienen. Ein Schlepper lacht jeden Heroingroßhändler aus, wenn man das Risiko erwischt und verurteilt zu werden der Gewinnmarge gegenüberstellt.
    Dabei ist der Fahrer nur das letzte Rädchen in dieser großen Organisierten Menschen-Schleppmaschine. Die Organisatoren sitzen in Ungarn, Serbien und der Türkei!

    Ich hab letztens mit Kollegen 22 (!) Personen aus einem Minivan mit 2x2m Ladefläche, ohne Lüftung, ohne Klima ohne Fenster rausgeholt!
    Drinnen waren 7 Männer und der Rest vier Frauen und sonst nur Kinder! Sie waren schwerstens überhitzt und dehydriert, aber Sie hätten wohl dem Schlepper, diesem Samariter, noch gratuliert!

    Dieser Schlepper gehörte zu der dummen Sorte, er wollte unbedingt auf einem der frequentiertesten Schlepper-Ausstieg-Plätze eine Rauchen.
    Kollegen von Ihm, auch alles Ehrenvolle Samariter – lt. Ihrer Definition – lassen täglich im Halbstundentakt ihre „Fracht“ auf der Simmeringer Haide aussteigen, OBEN AUF DER AUTOBAHN! Die wissen ganz genau, dass wir zu beschäftigt sind, dafür zu sorgen, dass dort niemand überfahren wird, als dass sich jemand um den Schlepper kümmern könnte. Nur dank den Kollegen von der Autobahnpolizei, den Bezirkskräften und der Bereitschaftseinheit konnten bis jetzt Unfälle verhindert werden.

    Was passiert, wenn dort wer überfahren wird? Les ich dann in Ihrem Blog, dass die Polizei schuld ist?

    Anstatt die Polizei, welche für diese Aufgabe weder gerüstet (Erstversorung vor Ort mit Wasser, Snacks – nein wir bekommen kein Geld dafür) noch in ausreichender Anzahl vorhanden ist, sollte Sie gegen diejenigen mobil machen, die seit 5 Jahren wissen, dass in Syrien Krieg herrscht und jetzt „völlig überrascht“ sind, dass Flüchtlinge kommen.

    Wie wäre es mit Flüchtlingsvisa? Sodass Flüchtlinge legal in Europa einreisen könnten? Mit Regulierungen natürlich, kein Staat kann von heute auf morgen die Hunderttausenden aufnehmen, die gerade nach Europa unterwegs sind.

    Nein, für Sie ist es einfacher uber die böse Polizei zu schimpfen und Fehlinformationen zu verbreiten.

    Jetzt werde ich Sie mM nach zutiefst beleidigen:

    Das mit der Fehlinformation macht der Strache auch – bsp. „Was bekommen Asylwerber an Geld?“ – die Zahlen waren total falsch, aber er hat eine breite Masse an Menschen – wissentlich (denn so blöd ist der nicht) fehlinformiert und die aufgeklärten Medien und Blogger haben Monate gebraucht, um diesen Schaden wieder halbwegs zu kitten. Immer noch ist dies aber in den Köpfen bestimmter Bevölkerungsgruppen als „fakt“ eingebrannt.

    Sie machen mit solchen Posts nichts anderes und können mal mit dem HC auf ein Bier gehen, wegen Seelenverwandschaft und so,… *beleidigungzuende*

    Täglich sind die Funkmittel in Wien ausgebucht. Ich warte nur darauf, dass mal jemand Wichtiges bei der Polizei einen Notruf absetzt und als Antwort bekommt: „Ziehen Sie eine Nummer“ oder „Tut uns leid, es kommt niemand, wir sind ausgebucht, es sind alle mit dem Einfangen von Illegalen beschäftigt.“ – in Deutschland bereits geschehen, bei uns offiziell noch nicht.

    Vor einem Jahr war der Aufgriff von 10 Personen noch ein „Großaufgriff“, heute sind pro Fremdenpolizeidienststelle 50 pro Tag und innerhalb Wiens mehrere hundert Alltag.

    Tun Sie sich selbst und den Lesern einen Gefallen und recherchieren sie ordentlich, fragen Sie Leute, die eine Ahnung haben, die mit der Materie jeden Tag zu tun haben. Hinterfragen Sie.

    Schade, dass ich mit meinen 28 Jahren Ihnen erklären muss, wie man keinen Artikel auf „Österreich“ oder „Bild“ Niveau zusammenpappt.

    Gruß, und mit der Hoffnung auf objektive Artikel in der Zukunft,

    S.K.

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  2. Nachtrag zu Ihrem Statement: „ps. fluchthilfe ist eine ehrenvolle aufgabe.“ – Ihre ehrenvollen Samariter haben sich in den letzten Wochen in ihrem besten Licht gezeigt.

    Zuerst sind sie davon weggekommen einfach ihre menschliche Fracht auf der Autobahn rauszuwerfen und sind dazu übergegangen bewusst Unfälle zu bauen. Sie haben nähmlich herausgefunden, dass die Polizei sich zuerst um Verletzte kümmert, bevor Ressourcen abgestellt werden, um die Schlepper zu verfolgen.
    So kam es mehrere Male zum Durchbrechen von Straßensperren (man stelle sich vor, was mit unangeschnallten, zusammengepferchten Personen im Laderaum dabei passiert), bewusstes gegen Leitplanken Fahren mit dem Transporter usw.
    Die Polizei ist, entgegen dem Weltbild von Personen wie Alexandra Sekanina, darauf bedacht, Verletzte am Leben zu halten, völlig egal, welcher Gewerkschaft oder politischen Einstellung sie (die Polizisten) angehören.
    Ich dachte schon, dass der Zusammenstoß zweier LKW mit Flüchtlingen und ca 40 Verletzten, mehrere davon schwer, mit anschließender Flucht der Schlepper in einem weiteren Fahrzeug der traurige Höhepunkt dieses Monats sei.

    Doch dann wurde der LKW mit 71 Leichen gefunden…

    Wahrlich, diese Schlepper sind wirklich ehrenvoll!

    Aber Schuld ist natürlich die Polizei, nicht etwa eine Politik, die nur ihrer nächsten Wiederwahl entgegenfibert, oder einem völligen Schweigen der Medien zu Themen wie TTIP und zu Themen, die so komplex sind, dass ich mir in keinster Weise anmaße, auch nur oberflächlich zu durchschauen, was die Mächtigen in der Welt vorhaben.

    Ein kurzes Video z.B. erklärt die Strategie der USA, Europa zu destabilisieren. https://www.facebook.com/Anonymous.Kollektiv/videos/870491866330608/?pnref=story
    Wer meint, das betreffe uns nicht, sollte sich fragen, ob die Flüchtlingsströme und die damit einhergehenden politischen Spannungen innerhalb Europas den USA womöglich zuträglich sind,…

    Aber Hauptsache die Leute aufhetzen, gegen die Polizei und dann die Kinder erziehen mit Schwachsinnssätzen wie: „Wenn du nicht brav bist, dann kommt die Polizei dich holen!“

    Der Artikel des Standard, über den Einsatz am Westbahnhof, der von einem Fahrgast und seiner Tochter wahrgenommen wurde, war ein Meisterstück ahnungsloser, subjektiver Meinungsbildung ohne jegliches Hintergrundwissen.

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