wir sind die grösste schwachstelle.

NSA_Teufelsberg foto by abandoned_be creative commons by-nc-nd

lächerlich. das hin und her. das gerede über nsa und spionage, über angelas mobiltelefon und obamas abgeblichen begehrlichkeiten. lächerlich. weil verlogen. was sollen „no spy“-abkommen und uno-resolutionen bringen? welcher staat, welche regierung wird sich an ein solches abkommen halten, wenn es mal wirklich um die berühmte wurst gehen sollte? ruft dann vorher ein amerikanischer präsident an und fragt um erlaubnis, jetzt doch die regierungstelefone abhören zu dürfen?

was technisch möglich ist, wird gemacht. das ist der job der geheimdienste. würden geheimdienste sich an gesetze halten, müssten sie keine geheimdienste sein. das wissen wir nicht erst seit dscheims bond und seinem gerührten.

mit der digitalisierung der welt werden die distanzen immer kürzer, die hindernisse zum schutz vor spionage immer geringer. ein lächerliches schmierentheater soll uns jetzt den eindruck vermitteln, es wäre noch (fast) alles unter kontrolle.

doch diese kontrolle ist eine illusion. ein trugbild. vermutlich wissen die angeblichen machthaberInnen selbst längst nicht mehr, was den offiziellen und den illegalen diensten möglich ist, was sie daraus machen und wie sehr ihnen das geschehen längst aus den händen genommen wurde.

den angeblichen machthaberInnen ist daher der geheimnisverrat durch snowden, manning, assange und andere mehr ein dorn im auge, als der wahnsinn selbst. denn der wahnsinn selbst ist so unkontrollierbar wie die schmelzenden brennstäbe in fukushima. die angeblichen machthaberInnen stehen dumm da, sie haben keine ahnung mehr, was sich abspielt. und wer gar nicht abgehört wurde, muss sich gedanken machen, ob er/sie überhaupt noch was zu sagen hat.

gesetzliche regelung digitaler spionage ist vermutlich so chancenlos wie jene des waffenhandels. beschränkungen der digitalen überwachung so aussichtsreich wie ein schussverbot für waffen. verbote und beschränkungen steigern den preis – der waffensysteme und der informationen.

ohne grossen verschwörungstheorien nachzueifern dürfte es dennoch naheliegend sein, dass wohl keine regierung dieser welt wirklich die (spionage)fäden in der hand hat. die spionagenerds und hackersöldnerInnen gehen wohl längst eigene wege. und sie haben mit sicherheit immer wieder gute auftragslage. es kann für viele von hohem interesse sein, unser verhalten zu berechnen, unsere pläne im vorhinein zu wissen und uns die inhalte finden zu lassen, die uns scheinbar bequem sind. wir sind längst in den vollautomatischen futtertrog der massentierhaltung eingespannt, der uns das reinstopft, was uns zu willigen, steuerbaren konsumwesen macht, die selbst dann nicht munter werden, wenn auch wahlen keine wirkliche veränderung bringen. mmpf.

ist es daher sinnlos, sich gegen vorratsdatenspeicherung und spionage zu wehren?
natürlich nicht. im gegenteil.
aber wir müssen unsere naivität ablegen.
uns muss bewusst sein, dass wir bereits im moment des verfassens von konzepten und gedanken beobachtet und kontrolliert werden können. dass unsere freiheit eine relative ist und dass wir uns niemals 100% sicher sein können, manipulationsdummies zu sein.

wir sind die grösste schwachstelle.

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foto: abandoned.be creative commons by nc nd

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

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