superwahljahr? es wird sich nichts ändern.

heute italien, morgen kärnten und niederösterreich, übermorgen salzburg, dann deutschland und österreich. also ein superwahljahr! nichts wird so bleiben wie es ist, überall bestehen chancen auf wesentliche veränderungen, alles kann ganz anders werden.

wirklich? oder passt besser: alles könnte ganz anders werden?

wirklich? was kann wirklich anders werden?

superwahljahr bernhard jenny

was hat sich nach den letzten wahlen substanziell verändert? was wurde wirklich entscheidend umgekrempelt? wo wurde ehrlich etwas bahnbrechendes gestaltet?

das farbenspiel ist eine nette unterhaltung für das volk. kurz mal steigen zugriffszahlen und aufmerksamkeiten in den medien. viel geld wird ausgegeben für die show. ihr dürft entscheiden! doch wer das wirklich noch glaubt ist auch schon reingefallen.

wenn die zuseherInnen bei dschungelbrother oder ähnlichen doofprogrammen jemanden rein oder raus wählen, ändert sich deswegen das programm? oder gar der sender? oder bleiben am ende doch die eigentümer der sender die selben?

wir sind längst zuseherInnen beim grössten „holt mich hier rein oder raus“ spiel, das vorgibt, wir könnten wirklich über entscheidendes abstimmen.

in wirklichkeit kostet es den realmächtigen, den weltkonzernen, den investmentnetzwerken und machtzentralen der inzwischen beschutzschirmten banken ein müdes lächeln, wenn heute der und morgen die gerade mal wo das gesicht vor den kameras ins scheinwerferlicht streckt.

selbst die überraschendsten ergebnisse der letzten jahre haben letztlich keine wirkliche veränderung gebracht. (sollte ich eine übersehen haben, bitte melden.) denn viele listen, farben, programme und progrämmchen stehen zur auswahl. doch selbst bei extremen stimmverschiebungen ist an ein echtes umkehren nicht zu denken.

entscheidend ist aber, was nicht zur disposition steht. das system. zugegeben: es ist mir nicht egal, wie weit naziparteien hinauf und hineinkommen in die parlamente. es ist auch nicht egal, welche weltbilder, welche menschenbilder die jeweiligen gremien verfolgen. aber an jenem spiel, in dem die kleinen immer mehr verlieren, die mittleren zu kleinen werden und die grossen immer noch mehr einsacken, an diesem spiel ändert sich rein gar nichts.

wenn wir wirklich veränderung wollen – btw: wer will die wirklich??? –, dann müssen wir uns von diesem system verabschieden. und ein neues entwickeln. eines, das die demokratie lebt und nicht verrät, eines das betroffene entscheiden lässt und nicht scheinabstimmungen veranstaltet. eines, das entscheidet was mit dem geld zu geschehen hat, anstelle sich vom geld steuern zu lassen. eines, das die menschen ernst nimmt, so wie sie sind.

aber das fällt wohl in den bereich der utopie.

superwahljahr? es wird sich nichts ändern.

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

3 Kommentare

  1. Horst

    Absolut. Meine Stimme habens 😉

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  2. marco

    wahlen nach denen sich was geändert hat? in venezuela wurde chavez gewählt, in bolivien evo morales. dort haben sich die lebensumstände, vorallem für die ärmere bevölkerung, deutlich verbessert. ich denke man muss sich auch einfach mal trauen radikaler zu wählen. wenn man ewig nur partein wählt die den kapitalismus befürworten, darf man sich nicht wundern warum wir in so einen system leben.
    obwohl es schon stimmt das es in europa noch mal schwerer ist etwas zu verändern, aber jede kleine veränderung ist zumindest ein kleiner schritt.
    und ich finde es mehr als bedenklich, wenn man sagt es wird sich sowieso nichts ändern. weil es wurde hart und erbittert für das wahlrecht, welches wir jetzt genießen können, gekämpft und das jetzt einfach wegzuhauen „weil ändert sich ja e nix“ ist alles andere als klug.
    Stell dir vor von einen tag auf den anderen würde keine_r mehr ihr_sein wahlrecht nützen, dann wären wir noch viel mehr den großkonzernen ausgeliefert als e schon jetzt. darum find ichs besser man schaut auf lichtblicke und überlegt was man alles verändern kann, als dass man phlegmathisch dasitz und sich ärgert, dass sich nichts ändert.

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  3. Otto Lästermaul

    Hm… welche „Nazi-Parteien“ denn??? Meines Wissen gibts die NSDAP seit ´45 nicht mehr. Und die Parteien, die sich heute als „rechts“ bezeichnen, haben vom Nationalsozialismus eh keine Ahnung – sind faktisch Bla-bla Parteien und sowieso kaum wahrnehmbar…
    Gefährlich sind (in der BRD) allerdings auch die SED-Nachfolger und die Piraten-Wirrköpfe…

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