wahabu ist frei – ein toller erfolg der buntheit.

simone pergamann, georg klebel und ein glückstrahlender wahabu musha

das überraschend schnelle einlenken der behörden, die heutige freilassung wahabus aus der schubhaft, die nun im nachhinein angeblich gar keine war (auch egal), ist ein riesenerfolg für alle, die sich den abschiebewahnsinn nicht mehr länger gefallen lassen wollen.

gestern haben sich vor der polizeidirektion menschen aus allen richtungen und ecken und enden, mitten und wenigermitten unserer gesellschaft zusammengefunden und nicht lange nach einer partei oder sonstigen politischen ausrichtung gefragt, sondern sich klar für ein ziel eingesetzt: schluss mit dem abschiebewahnsinn.

die geschichte von wahabu steht beispielhaft für viele. jede abschiebekarriere ist bei genauerer betrachtung absurd. es gibt keinen fall, wo abschiebung als menschlich richtig anzusehen ist.

die stärke der gestrigen bewegung muss der anfang für ein gemeinsames deutliches auftreten auch in zukunft sein. menschen, die nicht wollen, dass andere menschen kriminalisiert werden, nur weil sie von wo anders kommen, stehen auf und gehen vor die behörden und die politik.

dabei sind wir weder bittstellerInnen noch lassen wir uns auf einzelfälle und sonderregelungen reduzieren. uns ist jeder weg recht, der dem abschiebewahnsinn ein ende setzt. wir fordern, dass nicht mehr in unser aller namen menschen des landes verwiesen werden, die bei uns mit recht sicherheit und schutz suchen. diesen sollen sie auch finden.

wahabu – so ist der derzeitige verhandlungsstand zwischen der familie klebel und den behörden – soll ein künstlervisum bekommen, damit er sein ihm bereits mit stipendium zugesagtes studium am SEAD (salzburg experimental academy of dance) absolvieren kann.

ob er der form halber deshalb wirklich nach ghana ausreisen muss, wie sich das derzeit noch die behörden vorstellen, muss abgewartet werden. so mancher bürokratische fels muss da noch aus dem weg geräumt werden.

wesentlich ist: es gibt behörden, die nach einem bunten aufstand ein einsehen haben. wir müssen dafür sorgen, dass es nicht bei einzelfällen bleibt. denn das müssen wir uns bewusst machen: während wir feiern, dass wahabu freigelassen wurde, werden andere – von denen wir nicht erfahren – still und unauffällig abgeschoben. oft auch in den tod. wir dürfen uns daher nicht mit einzelerfolgen zufrieden geben, sondern müssen weiter lautstark fordern:

schluss mit dem abschiebewahnsinn.
bleiberecht für alle.

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bericht salzburger nachrichten

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

3 Kommentare

  1. Tom

    🙂 !!!

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  2. Ich war heute vor der Polizeidirektion da und es war so schön zu sehn wie sehr sich alle freuen dass er wieder frei ist! 🙂 Da hat man gemerkt dass es auch noch Zusammenhalt heutzutage gibt 🙂

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  3. geronimo

    ch glaube wir stehen an einem wichtigen punkt für die protestbewegung in salzburg. wiedereinmal wird versucht durch gezielte provokation aus dem blaulicht mileu (welch zufall, dass die behelmten schon hinter dem tor standen als es aufging) und der darauffolgenden momente eine geschlossene bewegung zu spalten.

    wir alle sollten lernen, mit verschiedenen aktionsformen umzugehen und uns plural zu ergänzen. sich nicht provozieren zu lassen, aber auch nicht immer nur daneben zu stehen, ist ein schmaler und persönlicher grad. und nur wenn wir bunt bleiben, bleiben wir unkontrollierbar.

    in meinen augen war es wichtig, sich auch beim tor hinzustellen, allein deswegen, weil wir so auch für die unteren fenster sichtbar wurden. ob es wirklich sinnvoll gewesen wäre, reinzugehen trau ich mich nicht zu beurteilen…

    für ganz wichtig halte ich es allerdings stärke und geschlossenheit zu zeigen. wenn gestern etwas sichtbar wurde, dann dass aus allen spektren jenseits von braun leute gegen diese abschiebung aufstehen und ihr persönlich möglichstes tun. ich glaube, dass war es was eindruck hinterlassen hat. ich hoffe sehr viele dieser gesichter bei zukünftigen aktionen wieder zu sehen.

    WIR SIND VIELE UND WIR WERDEN MEHR.

    GEKOMMEN UM ZU BLEIBEN.

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