ehiro code ist frei. das ist nicht genug.

es ist ein riesen erfolg für viele. mit recht. innerhalb kürzester zeit haben sich menschen in ganz österreich vernetzt, infos ausgetauscht und aktivitäten gestartet und weitere geplant. ursula omoregie hat mir am montag vormittag die erste info geschickt, dann habe ich meinen blogeintrag dazu veröffentlicht und viele andere haben das dann in windeseile verbreitet. das ist so etwas wie widerstand 2.0.

ehirocode foto:daniel hrncirs

und es hat geholfen. viele einzelpersonen, aber auch organisierte aus parteien und vereinen haben den erfolg für ihr rasches handeln bereits am dienstag abend bei der demo gegen abschiebungen sehen können: ein strahlender junger mensch, der an seinem geburtstag nun doch noch aus dem gefängnis, welches angeblich keines ist (sic!), entlassen wurde. dass fekter nun schon so weit geht und mit einer „aufforderung den aufenthaltsort an dieser adresse“ eine“zwangsanhaltung“ und damit haft durchsetzen will, ist ein neuerlicher, leider fast nicht mehr auffallender skandal.

ursula omoregie schrieb mir heute:

Dienstag 16.11.
Ehiro Code darf wieder Wiener Luft in Freiheit atmen, er wurde am Abend um 17:45 aus der Schubhaft entlassen ! Es wurde ihm gesagt: “du kannst gehen „! -und die Tür wurde für ihn geöffnet. Wie es heißt „für die Dauer in der sein Bleiberechtsantrag in Bearbeitung ist.“ Wir müssen warten bis er hoffentlich seinen legalen Aufenthalt in Österreich zugesprochen bekommt. Er wird weiterhin seinen Pflichten nachkommen mit den Behörden kooperieren und kann auch wieder zurück an seinen Arbeitsplatz wie er mir gesagt hat. Das beruhigt ihn weil er das Geld braucht um seine Lernunterlagen bezahlen zu können und für sich selber sorgen kann.
Wir alle haben gemeinsam eine große Hürde übersprungen, weil er freigelassen wurde und nicht morgen in der Nacht nach Nigeria abgeschoben wurde. Wir haben gezeigt, dass es viele Menschen in Österreich gibt die Menschen geblieben sind und keinen Unterschied machen oder jemanden ablehnen, der hierher gekommen ist um zu LEBEN ! Es gibt noch Solidarität und menschliches Verständnis in diesem Land! Auch wenn die Politik noch nicht heute einheitlich diese Aspekte in ihren politischen Entscheidungen und in der Gesetzgebung erkennen lässt. Es ist nicht abzustreiten, dass wir im 21.Jahrhundert leben und so auch die unleugbare Herausforderung annehmen können uns dieser widmen können hinsichtlich des Gewinnes, den wir erlangen durch Zuwanderung. Die Antwort auf Zuwanderung kann nicht heißen: Abschiebung, Ausgrenzung und Kriminalisierung von Flüchtlingen und Immigranten.
Peter Sellers sagt:“ Refuges are welcome!“ und ich sage das auch – Und ich weiß nun nicht nur ich !

Ich danke auch im Namen von Ehiro Code stellvertretend für alle Schmetterlinge
Bernhard Jenny, der als erster meinen Text am Montag früh online und auf seinen Blog gestellt hat! – ebenso Frau Dr. Susanne Scholl und allen die dafür gesorgt haben, dass Code´s Lebenskrise öffentlich bekannt wurde im Internet, facebook und auf Blog´s !
Meinem Rechtsberater Tim Ausserhuber vom Migrantenverein St. Marx: er bemüht sich und hat sich besonders in den letzten zwei Tagen bemüht mich entsprechend der gesetzlichen Vorgaben zu unterstützen und beraten
Alev Korun und ihrer Referentin für ihre Interaktion und Intervention von Montag früh bis Dienstag Abend
Maria Vassilakou für ihre Unterstützung und ihr Versprechen sich weiterhin für meine Legalisierung und hoffentlich auch für Andere einzusetzen und ihrer Teilnahme an der Kundgebung ebenso wie vielen anderen Grünen und allen Menschen die mich nicht vergessen haben
Dem Verein Dialog für die Gespräche mit mir und Kontaktaufnahme als ich in Schubhaft war
Für die mediale Berichterstattung:
die Presse, News.at, der Standard und Kurier
Puls TV, Wien TV und ATV
Dem ORF für die Meldung Im Teletext
Den Radiosendern Ö3, FM4, Ö1 und Radio Orange
Der sozialistischen Linkspartei für die unverzügliche Organisierung und Ankündigung einer Demo
Alle geben mir Hoffnung, dass ich nicht niemand und unwichtig bin und es nicht umsonst war, dass ich seit morgen genau sieben Jahre in Österreich Wien lebe und mich hier zuhause fühle.

ehiro code foto: wolfgang aue

es ist sehr schön. und ich danke auch ursula omoregie für ihr engagement.
leider dürfen wir nicht zu lange froh sein.
denn die grausamkeiten gehen weiter.
die abschiebungen passieren immer noch.
sie lassen sich sogar hinter solchen fällen des scheinbaren einlenkens besser verstecken.

deshalb gilt auch weiter:
wir müssen uns vernetzen und weiter engagieren.
für alle.
kein mensch ist illegal.

link zu ursula omoregie, verein schmetterling

____________
fotos: daniel hrncirs, wolfgang aue

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

3 Kommentare

  1. Rochus Gratzfeld

    da stellt sich der schmalzige präsident der wirtschaftskammer salzburg vor die presse und erklärt den bedarf an einwanderInnen. macht auch gleich klar, wie die verhältnisse sein sollen. haubenkoch: österreicher (nicht österreicherin). und der braucht abwäscherInnen. also einwanderInnen. na super. wenigstens eine klare ansage! wenigstens ein hauch von erkenntnis, dass österreich migrantInnen braucht. aber bestimmt nicht nur zum abwaschen! aber wo ist das wenig schmalzige bekenntnis der kammer zum bleiberecht? warum verjagen wir junge menschen, die hier etwas beitragen können. zur zukunft österreichs. warum steht schmalz hier nicht auf? ich glaube, zu wissen, warum. aber egal. die realität wird auch die wirtschaftskammer nicht verschonen. und bis dahin kämpfen eben engagierte menschen für ein besseres österreich. ohne zwangsmitgliedschaften. aus eigener tasche.

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  2. Minister

    Wata guan?dats unfair

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  3. Pingback: positive entscheidung bedeutet noch keine sicherheit « bernhardjenny´s blog

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