reden ist richtig – schweigen ist nichtig

wolfgang radlegger, ehemaliger landeshauptmann-stellvertreter von salzburg, hat eine initiative gegen die kandidatur von barbara rosenkranz für das amt des bundespräsidenten gestartet. da wir – cristina colombo und ich – diese initiative unterstützen, verbreiten wir hier den wortlaut der aktuellen erklärung von wolfgang radlegger mit der bitte, ebenso selbst wieder weiterzuleiten usw.:

„Reden ist Richtig – Schweigen ist Nichtig“

Pyramidenspiele sind ein verbrecherischer Betrug. Aber man kann sich das System zu Nutze machen.
Bitten wir so viele Menschen, wie möglich ist, gegen diesen widerlichen Ungeist aufzutreten und ebenfalls Freunde, Bekannte, Kollegen anzusprechen.

Mailt mir bitte dann die vom aktiven Mittun Überzeugten und ersucht diesen Kreis ebenfalls die von ihnen „angeworbenen“ Bürger zu nennen – und so weiter.
Wir werden dann über die aufgebaute Menschenpyramide berichten.

Wir sollten das Ziel haben, der Welt zu beweisen, dass es in diesem Land nicht nur schweigende Mehrheiten sondern auch sich gegen unerträglichen Ungeist wehrende Bürger gibt.

Die rechtsradikalen Umtriebe in aller Öffentlichkeit bei unserem Nachbarn Ungarn sollten uns Warnung genug sein.
Daher nochmals vielen Dank für die Bereitschaft hier mit zu tun.

Ich glaube, dass wir in unseren Aktivitäten folgende Argumente in den Vordergrund stellen könnten, für jeden weiteren Hinweis bin ich natürlich dankbar.

● Frau Rosenkranz und ihr persönliches wie (un)geistiges Umfeld sind zumindest in unseren Nachbarländern hinlänglich bekannt, wie erste Reaktionen in deutschen Zeitungen beweisen. Jede Stimme für diese Kandidatin schadet dem internationalen Ansehen Österreichs im demokratischen Umfeld.

● Die Forderung von ihr nach Aufhebung jener Teile des Verbotsgesetzes, die ausgerechnet die Leugnung des Holocaust unter Strafe stellen, verletzt den demokratischen Grundkonsens unseres Landes und wird nicht einmal von ihrer eigenen Partei unterstützt.

● Die Leugnung des Holocaust als Recht auf freie Meinungsäußerung zu verharmlosen ist eine unfassbare Form dem Strafgesetz zu entkommen und ein bewusst gewählter Code an die rechtsradikale Klientel.

● Eine Kandidatin, die sich um das Grauen der Gaskammern mit der Ausrede herumdrückt, dass sie sagt, was sie in ihrer Schulzeit von 1962- 1974 gelernt hat, sei ihr Geschichtsverständnis, lügt entweder oder hat in den letzten 36 Jahren nichts gelesen und noch weniger dazu gelernt. Beides disqualifiziert sie als Bewerberin für das höchste Amt im Staate. Ich selbst erinnere mich nämlich sehr genau daran, dass 1963 (ich war damals 16 Jahre alt) die Oberstufenklassen meines Gymnasiums einen Film zu sehen bekamen. In diesem waren die Gräuel des Holocaust, die Leichenberge in den KZs, die zu Skeletten abgemagerten noch lebenden Insassen in furchtbaren Bildern, die man nie mehr wieder aus dem Gedächtnis bringt, festgehalten.

● Eine Kandidatin, welche für die eindeutig rechtsradikalen Umtriebe ihres Mannes und dessen Umfeldes (nur zB. NDP, Burger, Honsik, Scrinzi) keinerlei wirklich klärenden Worte findet, muss sich gefallen lassen, dass hinter dem Schweigen
zumindest keine Ablehnung steht.

● Sogar Kardinal Schönborn, dessen vorsichtige und noble Form zu formulieren allgemein bekannt ist, hat zu Frau Rosenkranz eindeutige Worte gefunden: „Diese Frau ist für mich nicht wählbar“.

● Es gibt kein einziges Argument für auch nur eine Stimme, die Frau Rosenkranz erhalten sollte, außer natürlich aus den einschlägigen Kreisen.

Eine Bitte habe ich noch: wenn wir diese Aktion über Salzburg hinaus ausdehnen wollen, und ich glaube, dass dies unser Ziel sein sollte, dann brauchen wir dafür leider auch Geld.

Es geht nicht um die großen Summen, jeder Beitrag ist willkommen. Sprecht daher auch bitte Menschen, die keine aktive Rolle übernehmen wollen darauf an, dass sie über das Konto bei der BACA Nr. 501 16 055 043, BLZ 12000, lautend auf „Reden ist Richtig – Schweigen ist Nichtig“ uns dabei helfen können.

Der deutsche Philosoph Theodor Adorno hat schon vor Jahrzehnten sinngemäß formuliert:
„Dass Auschwitz nicht mehr sei, ist das Allererste an Erziehung“. Leisten wir dazu einen Beitrag!

Ein letzter Gedanke von mir selbst, der entstanden ist als ich die Jersualemer Shoa-Gedenkstätte besuchte, wo für jeden Menschen, der jüdischen Mitbürgern geholfen hatte, den Naziterror zu überleben, ein Baum gepflanzt wurde:
„Ich denke oft an Yad Vashem
an die Allee der Gerechten
so viele Tote
so wenig Bäume“

Helfen wir ein wenig mit, dass sich so etwas niemals mehr wiederholen kann!
Mit herzlichem Dank der Sache zuliebe
Wolfgang Radlegger

Nachsatz: Eines ist mir ganz wichtig: Ich verbürge mich dafür, dass dies alles andere als eine parteipolitische Aktion ist, sondern ihr Ziel soll sein, möglichst viele demokratische Bürger zu aktivem Handeln zu motivieren. Wir werben nicht für einen Kandidaten, sondern wehren uns gegen argen Ungeist.

hinweis: unterstützerInnen mögen sich an folgende emailadresse von wolfgang radlegger wenden:
wehren.ist.wichtig@gmail.com

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

3 Kommentare

  1. reinhard geiger

    zu wolfgang radleggers inserat in den sn vom salzburg hab ich mir so meine gedanken gemacht:

    Wer einmal schon für Adolf war, wählt Adolf auch in diesem Jahr*

    a) Man würd‘ sich wünschen, alle Mitglieder und (Spitzen-)Politiker der SPÖ hätten zu jeder Zeit derart untadelige demokratische Gesinnung demonstriert wie Wolfgang Radlegger, ehemals Salzburger LH-Stellvertreter und derzeit Geschäftsführer der Wüstenrot Verwaltungs- und Dienstleistungs GmbH.

    Ein paar Links gefällig:
    SPÖ-Akademiker warben nach Weltkrieg um Nazis

    Die Rolle des Bundes Sozialistischer Akademiker (BSA) bei der gesellschaftlichen Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten

    *Flüsterpropaganda für den SPÖ-Kandidaten Adolf Schärf bei der Bundespräsidentenwahl 1957.
    Die SPÖ und ihre braunen Wurzeln

    b) Was ist in der heimischen Politik schief gelaufen, dass alle paar Jahre ein paar Kellernazis — (c) H.-H. Scharsach — und deren Gesinnungsverwandte sich um hohe und höchste Ämter in dieser Republik bewerben — und das teils sogar mit Erfolg?

    Ein aktiver Nationalratspräsident , eine verstorbene Kärntner Landtagspräsidentin fallen mir auf die schnelle ein.
    Vom Stadtrat oder Vizebürgermeister einer Landeshauptstadt aufwärts scheint es für dubiose Figuren vom rechtesten Rand des „Verfassungsbogens“ grosso modo in der II. Republik kaum eine Position zu geben, die sie nicht mit Duldung und oft aktiver Unterstützung einer oder beider „Großparteien“ erlangen konnten. Von (Versorgungs-)Posten im Umfeld der Politik mal ganz abgesehen.

    SPÖVP schleimen sich bei jeder Gelegenheit an den rechten Rand und dessen politische Repräsentanten heran .

    Müssen da Inserate wie das von Wolfgang Radler nicht genauso rührend hilflose „Verzweiflungstaten“ bleiben, und letztlich zum Scheitern verurteilt wie die gelegentlichen Lichterketten oder Demos?

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    • … und manche sozialdemokrat_innen haben es heute noch nicht kapiert. der sp-nr auer kandidiert in biberbach bei der gemeinderatswahl. auf seiner liste zwei fpler (?!?). auer meint, er habe keine berührungsängste. „das sind ja rechtschaffene leute und schließlich geht es nicht um eine nationalrats- oder landtagswahl, sondern um eine gemeinderatswahl, und da hat parteipolitik nichts zu tun. die zwei fpöler würden sein vertrauen und das seiner listenmitglieder genießen“, berichtete dazu die tiroler krone am 3. märz 2010.

      oder: http://imzoom.info/article.php/20100225153024690. Aber laut antwortschreiben des sp-bezirkschefs mimm war er ja nur bei der gestapo in der verwaltung. und zahlreiche handgeschriebene briefe beweisen die soziale ader oberfeldners

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