der kardinal verstösst die ärmsten kinder (#corona #04)

es ist unfassbar. eigentlich. es verschlägt einem den atem. kardinal schönborn hat heute in der ORF pressestunde die ärmsten der menschen in not, die kinder, verstossen.

simone stribl – orf beschreibt die position der regierung und dass diese nicht ganz einheitlich war und zitiert dann nochmals die position: „(…) >wir holen keine kinder von griechenland nach österreich.< sollte man diese position überdenken?“

darauf schönborn überdeutlich: „nein, das ist im moment auch undenkbar.“

(pressestunde 22.03.2020, sec 23:30 ff)

das ist eine katastrophe. denn sein wort hat – ob es uns gefällt oder nicht – für viele schäfchen grosse bedeutung. das weiss er natürlich auch. er verstösst damit die kinder endgültig, denn wenn er gesagt hätte, er hofft, dass die regierung da noch umdenkt, wäre vieles möglich gewesen.

mit angeschlagener stimme nach zwei schweren krankheiten hätte alles gepasst, etwas altersweisheit durchkommen zu lassen. aber nein, so wie er auch im zusammenhang mit der „häuslichen gewalt“ mehr auf das „verzeihen“ verweist, als auf die strukturelle gewalt in unserer gesellschaft einzugehen, so schliesst er – wohl endgültig – die türkispurpurnen tore unseres landes, nimmt quasi dem – heiligen zum lebzeiten – sebastian diese schwere last ab.

das sollten wir nicht vergessen. denn es bedeutet wohl für viele kinder den tod.
der kardinal verstösst die ärmsten kinder

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bild: screenshot orf pressestunde

5 Kommentare

  1. Danke lieber Bernhard, dass Du immer wieder mit dieser Klarheit diese jnfassbaren Menschenrechtsbrüche zur Sprache bringst! Ich bin fassungslos. Werde dem Kardinal schreiben.
    In Verbundenheit, Doro

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  2. Sehr geehrter Herr Jenny!

    Bezüglich Interview mit Kardinal Schönborn möchte ich mich kurz und bündig nur soweit äußern, dass meine langjährige Meinung über die (zumindenst österreichische Version) katholische Kirche bestätigt wurde.

    Ehre den wenigen anders denkenden, die sich aber jetzt sicher nicht öffentlich äußern werden.

    Und so jemand vertritt die Kirche, anstatt zu helfen, verhindert er die sowieso d.Z. niedrig gewordene Hilfsbereitschaft…

    An seiner Stelle würde ich mich ehrenvoll auf Krankheiten berufen und zurücktreten. Niemand würde ihm einen Vorwurf machen, nicht einmal der Papst.

    Mit lieben Grüßen,

    Agnes Wagenhofer

    Strobachgasse 2/22

    1050 Wien

    Tel/Fax: 0043/15867682

    Mobil: 0043/6642520327

    E­-mail: a.wagenhofer@aon.at

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