erheben wir unsere stimmen immer lauter!

es ist einfach nur schrecklich. dass junge mädchen (15 und 18jährig) samt ihrer familie abgeschoben werden, obwohl sie sich bestens integriert sind und ausbildungen in krankenpflege bzw. gastronomie absolvieren, nur damit dem angeblichen buchstaben des gesetzes entsprochen wird, ist unerträglich.

die psychischen verletzungen, die diesen jungen menschen von amts wegen zugefügt werden, sind als ergebnis struktureller staatsgewalt wohl nur sehr schwer, wenn überhaupt, wieder gut zu machen. unser staat wird struktureller täter.

es ist unerträglich, dass menschen in ämtern, behörden und ministerien sich an ihren schreibtischen bedingungslos einem xenophoben menschenbild unterwerfen, das selbst bei den parteigänger*innen der fpö keine mehrheitliche unterstützung mehr findet! (siehe pk letzten donnerstag von rudi anschober)

die leiterin der kinder- und jugendanwaltschaft salzburg, andrea holz-dahrenstaedt, schreibt auf fb:

„Rose (18 Jahre) und Ranya (15 Jahre), zwei bestens integrierte Mädchen lebten seit drei Jahren mit ihren Eltern und den jüngeren Geschwistern in Österreich, verbrachten hier prägende Jahre ihrer Entwicklung, sprechen perfekt Deutsch. Die gesamte Familie ist westlich orientiert, der knapp 2-jährige Bruder in Österreich geboren. Rose absolvierte bereits ein Jahr die Ausbildung zur Krankenpflegerin, Ranya hatte in einem der Top-Hotels in Salzburg eine Lehrstelle in Aussicht, d.h. sie ging als beste Bewerberin im Auswahlverfahren hervor. Doch weder wird Ranya eine Lehre in der Hotellerie machen können noch Rose Krankenpflegerin werden, denn beide Berufe sind im Irak für Frauen ungeeignet. In Österreich hingegen herrscht eklatanter Fachkräftemangel, sowohl in der Pflege als auch im Tourismus!“

und weiter:

„Ganz abgesehen von mir, die ich beide Mädchen seit einigen Wochen kennenlernen und begleiten durfte, von ihnen menschlich beschenkt wurde, mit ihnen gekämpft und gebangt, aber auch gelacht und geweint habe, und es in meiner Seele weh tut, dass sie gehen müssen, haben alle verloren:

o Rose und Ranya haben dadurch ihr Recht auf ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben als Frauen in Sicherheit und Frieden, ihren Glauben an Gerechtigkeit, ihre Hoffnung auf eine positive Zukunftsperspektive, ihr Recht auf Ausbildung, begraben und verloren.

o Der ganze Ort, das gesamte soziale Umfeld, stand hinter der Familie und kämpfte für ihren Verbleib in Österreich. Ihre zahlreichen österreichischen Freunde und Freundinnen haben ihre besten Freunde verloren.

o Und Österreich, hat „fehlinvestiert“, einen statthaften Betrag für eine Familie ausgegeben, die sich mehr oder weniger von Beginn an selbst erhalten hätte können, unsere Gesellschaft hat damit zukünftige SystemerhalterInnen und wertvolle Mitmenschen verloren.“

es sind viele, sehr viele menschen, die die aktuellen entwicklungen und menschenrechtsmissachtungen nicht mehr hinnehmen wollen. lt. sora.unfrage sind bereits 4 von 5 österreicher*innen für den verbleib von lehrlingen im land!

es macht daher einmal mehr sinn, alle politisch verantwortlichen, alle gesellschaftlich mitgestaltenden institutionen und alle menschen guten willens anzuschreiben, solidarität mit unterstützer*innen und protest gegen menschenverachtung laut, kräftig und immer wieder kund zu tun. wir alle bewegen uns in verschiedensten netzwerken und umfeldern. erzählen wir weiter, was zu sagen ist!

ob sie rose und ranya oder ali wajid heissen, bestintegrierte jungen menschen haben sich einen verbleib in unserm land verdient. jetzt.

mit der deportation der bestintegrierten mädchen ist eine rote linie übertreten.
wir dürfen uns das nicht einfach gefallen lassen.
es braucht einen breiten zusammenschluss der menschen guten willens.
und das sind viele.
erheben wir unsere stimmen immer lauter!

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