urlaubstipp: wer will fluchthelfer.in werden?

Screenshot_fluchthelferin

oder wer ist es sogar schon? eine neue internetplattform unter www.fluchthelfer.in ermutigt menschen, die ihren urlaub mit einer humanitären handlung verbinden wollen. im ersten video der seite wird bereits klar gestellt, dass das, was die protagonist_innen des films tun, „nicht ganz legal“ sei, aber sie schildern deutlich, warum sie es tun.

„ich finde es einfach unfair, dass ich mich hier frei bewegen darf, und er nicht. wer hat denn das recht das zu entscheiden?“ fragt die deutsche urlaubsfahrerin, „er“ ist ein willkommener (vulgo flüchtling), den ein urlauberpaar nach österreich (und vielleicht weiter nach deutschland) bringt. er ist durch die sahara und über das mittelmeer nach europa gelangt und sucht nun einfach einen sicheren platz.

der beifahrer meint: „manchmal muss man sich einfach aufraffen, wir haben ja auch verantwortung! wenn es darum geht irgendwelche waren und geld durch die ganze welt zu schippern, dann klappt das mit der reisefreiheit meist recht gut. aber wenn menschen fliehen, ganz egal aus welchem grund, dann werden mauern hochgezogen.“

die seite informiert über geschichte der fluchthilfe, gibt tipps und tricks über routen, fahrzeug und verhalten im falle von behördlichen zugriffen und macht nicht zuletzt darauf aufmerksam, dass es ratsam ist, mit anonymen mailadressen und mit verschlüsselung zu kommunizieren.

es ist zeit, dass die zivilgesellschaft aus ihrer nachdenklichkeit über die missstände zu konkretem, befreiendem handeln findet. die diffamierung von fluchthelfer_innen als schlepperbanden muss ein ende haben. wenn unrecht zu recht wird, ist widerstand pflicht.

diese initiative könnte einen impuls dazu geben.deshalb empfiehlt es sich, diese seite zu teilen und zu teilen und zu teilen…

urlaubstipp: wer will fluchthelfer.in werden?

www.fluchthelfer.in

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bild: screenshot fluchthelfer.in-video

dieser artikel ist am 4.8.2015 auf fischundfleisch.com erschienen und ist auch dort aufrufbar.
nach diesem artikel wurde massiv auf verschiedensten wegen und in diversen plattformen gefordert, diesen artikel umgehend zurückzunehmen oder angedroht, diesen zur anzeige zu bringen usw. selbst die redaktion der plattform fischundfleisch.com wurde von einem poster aufgefordert, diesen artikel von der seite zu nehmen. was nichts anderes heisst, als dass solche aktionen den nerv treffen. gut so.

update 5.8. um 13:00

die redaktion von fischundfleisch.com ist nun doch eingeknickt. sie wird meinen ‪#‎fluchthilfe‬ artikel auf deren plattform offline schalten. wie soll ein artikel über ein projekt, über welches u.a. der spiegel, die tagesschau und viele andere ebenso berichtet haben, plötzlich zu heiss sein? wo sind wir in unserem land mit der ‪#‎zivilcourage‬ und der ‪#‎meinungsfreiheit‬?

gut dass ich meinen eigenen blog habe, in dem ich nicht von ängstlichen redaktionen zurückgeschalten werde!!!

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

12 Kommentare

  1. sonjaschiff

    Lieber Bernhard, ich bewundere Deinen Mut und muss gestehen, ich bin viel zu feig Fluchthelferin zu sein. Obwohl meine Großmutter auf ihrer Flucht im zweiten Weltkrieg nur überlebt hat, weil ein ungarischer Fluchthelfer ihr das Leben rettete. Ich bin viel zu feig, obwohl ich gerne mutig wäre.

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  2. Mein Mann und ich haben das 2013 – 2014 gemacht, 15 Menschen aus Griechenland und Bulgarien herausgebracht, 2x wurden wir von der Border Police verhaftet, es war trotzdem die schönste Zeit in meinem Leben. Wir haben weit über 20 Flüchtlinge in unserem Haus aufgenommen, Deutsch im Erstaufnahmelager unterrichtet und vieles mehr …..
    weil wir das auch in Zukunft alles nicht alleine schaffen können, haben wir eine kleine private Organisation gegründet……….. https://www.facebook.com/pages/Integration-Help/520394461331923

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  3. Hat dies auf ProErde rebloggt und kommentierte:
    Teilen, teilen, teilen, je mehr mitmachen, desto besser.

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  4. Florian Huber

    Sehr geehrter Herr Jenny!
    Ab gesehen davon, dass das Helfen einer Illegalen Einreise nicht nur verwerflich ist und, dass wir wenn es solche Leute gibt, die dies tun, das Flüchtlingsproblem nie in den Griff bekommen werden, ist auch die Aufforderung hierzu nach § 281 des StGB strafbar. Ich täte an Ihrer Stelle weder offen über dies schreiben, noch Menschen dazu auffordern. Außerdem ist es einfach falsch, sich gegen Gesetzte zu stellen. Leider ist in diesem „demokratische Land Österreich“ öfter so, dass sich Menschen gegen die besyte Erungenschaft des 19 Jhd. stellen: nämliech gegen die Gesetzte. Außerdem wird es in diesem Land zu einem richtigen Flüchlingsproblem kommen. Fragen sie doch einmal Frau die mit ihren Kindern durch den Lehner Park gehen, ob sie irgendwelche Probleme gehabt haben! Sie werden ihnen mit Sicherheit sagen, dass sie entweder angeböbelt wurden, oder sich durch den Park gar nicht mehr drauen.
    Übrigens in 20 Jahren werden wir dann die Minderheit sein und es wird wieder Christenverfolgungen etc. geben.
    Ach ja, falls sie glauben, dass sie nicht betroffen sein werden, muss ich Ihnen sagen, dass meistens ihre „Wohltäter“ als erster aufgehängt am Baum hängen.!
    Mfg.
    Florian Huber

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    • Außerdem ist es einfach falsch, sich gegen Gesetzte zu stellen.

      Finden Sie? Finde ich nicht. Zwei Beispiele:

      Das „zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ erlassene Gesetz verbot die Eheschließung sowie den außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nichtjuden. Es sollte der sogenannten „Reinhaltung des deutschen Blutes“ dienen, einem zentralen Bestandteil der nationalsozialistischen Rassenideologie. Verstöße gegen das Gesetz wurden als „Rassenschande“ bezeichnet und mit Gefängnis und Zuchthaus bedroht.
      (…)
      Im Reichsbürgergesetz wurde festgelegt, dass nur „Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes“ Reichsbürger sein konnten (vgl. Reichsdeutsche). Den assimilierten „jüdischen Mischlingen“ wurden das Wahlrecht und eine „vorläufige Reichsbürgerschaft“ zugestanden.

      Das Reichsbürgergesetz hatte unmittelbar zur Folge, dass kein Jude mehr ein öffentliches Amt innehaben durfte. Auch die jüdischen Beamten, die bislang durch das so genannte Frontkämpferprivileg im Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 1933 von der Entlassung verschont geblieben waren, mussten zum 31. Dezember 1935 den Dienst quittieren. Außerdem verloren Juden das politische Wahlrecht. Durch weitere Verordnungen zum Reichsbürgergesetz wurde 1938 jüdischen Ärzten und Rechtsanwälten die Zulassung entzogen (…)

      Fänden Sie es auch sinnvoll, sich an diese Gesetze zu halten? Hätten Sie damals ihre jüdische Freundin verstoßen, nur weil es das Gesetz plötzlich so vorschreibt? Ich nicht. Und ich werde auch heute keinen Respekt vor menschenverachtenden Gesetzen haben. Menschen, die diese Gesetze missachten sind nicht kriminell sondern kriminalisiert. Die eigentlichen Kriminellen sind die Schreibtischtäter, die diese Gesetze verfassen und verabschieden.

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  5. Florian Huber

    Nein, hätte ich selbstverständlich nicht. Aber die Lehre Sokrates sich an die Gesetzte in einem DEMOKRATISCHEN STAAT bis in den Tod zu halten, finde ich auch in diesem Fall anstrebens Wert.
    PS: Falls sie meinen Artikel mit der NS Vergangenheit unseres Landes in Verbundenheit gesehen haben, möchte ich mich hierfür entschuldigen, so war es mit Sicherheit nicht gemeint. Aber die Gesetze sind nun mal für den Schutz der Bürger dar.

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    • sorry, aber ich glaube kaum, dass du in salzburg lebst. denn sonst würdest du über den lehener park nicht einen solchen unsinn schreiben. ich selbst bin fast täglich im bzw. durch den lehener park unterwegs und freue mich jedesmal über die sichtbare vielfalt. es gehört zu den typischen verzerrungen, die manche kreise immer wieder machen, dass über dinge als fakten geschrieben wird, die so sicher nicht stimmen. das ist der anfang jeder hetze.

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  6. Gerald Kraschitz

    Die ganze Geschichte ist hinfällig da Herr Jenny die Diskussionstelnehmer hier an der Nase herumführt. Auf auf Platform Fisch und Fleisch behauptet er jetzt es ginge nicht um Schlepperei sondern aum ein Medienkunstprojekt das man dort zunsuriert habe.

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  7. Gerald Kraschitz

    Die ganze Geschichte ist hinfällig, da Herr Jenny die Diskussionsteilnehmer hier an der Nase herumführt. Auf der Platform Fisch und Fleisch behauptet er, jetzt es ginge nicht um Schlepperei sondern um ein Medienkunstprojekt das man dort zensuriert habe.

    …..jetzt ohne Tippfehler

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    • ganz ohne tippfehler ist es jetzt auch nicht, aber das ist egal. „er“, der „herr jenny“ behauptet nach wie vor, dass es sich bei diesem projekt eines künstler_innen-collectivs um eine bemerkenswerte initiative handelt und absolut kein grund gegeben wäre, den bericht über diese initiative zu zensurieren. „er“, der „herr jenny“ führt niemanden an der nase herum, sondern will sich einfach dafür einsetzen, dass alle menschen unabhängig von herkunft, hautfarbe, religion, sexuelle orientierung oder armut/reichtum gleiche daseinsberechtigung haben. das ist schwer zu verkraften für manche, aber der einzige weg, wenn diese eine menschheit auf diesem einen planeten weiterkommen möchte. ob ein und dieselbe handlung als kriminell oder mit dem verdienstkreuz auszuzeichnen aufgefasst wird, darüber entscheiden – wie martin klingst in der zeit wunderbar schreibt – die politischen opportunitäten! schlepper_innen braucht das land!

      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/fluechtlinge-schleuser-fluchthelfer

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  8. Austria: Artist’s blog post removed for incitement

    https://mappingmediafreedom.org/reports/view/1128

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  9. Pingback: wann wird illegal pflicht? | bernhard jenny bloggt

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