es geht nicht (nur) um arigona!

es ist über den fall der familie zogaj schon sehr viel geschrieben worden. viele verständnisvolle kommentare, aber leider auch zahlreiche hetzargumente der tiefsten unkultur. dass arigona zogaj zum „exempel“ wurde, ist nicht ihr anzulasten, nicht ihrer familie und nicht jenen, die sich für den verbleib der familie in österreich einsetzen.

was mich aber wirklich zutiefst erschüttert, ist die tatsache, wie hier offizielle ämter und behörden kaltblütig über menschen drüberfahren, deren schicksal wohl niemand voll und ganz weiss. aber wenn kinder in der schule erfahren müssen, dass sie „abgeschoben“ werden sollen, wenn eine ohnehin schon zerissene familie von zynischer politik auf den politpranger geschleppt werden kann, damit sie von blauorangebraunen bespuckt und verhöhnt werden kann, dann passiert hier viel mehr, als nur der absolut unakzeptable umgang mit einzelnen menschen. wenn ich mir die seelische verunsicherung kleiner menschen vorstelle, die erfahren müssen, dass ihr „dasein“ und das ihrer geschwister und mutter nicht sein darf, bekomme ich schlafstörungen.

hier werden grenzen auf pfaden überschritten, die von der menschlichkeit in die unmenschlichkeit führen. wen schon nicht das einzelschicksal der armen kinder und ihrer mutter rührt, den sollte wenigstens die kälte erschrecken, mit der hier für politisches kleingeld alle sozialen werte unser gesellschaft verkauft werden.

wenn wir hier noch länger zuschauen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn uns einmal unsere enkel fragen, ob wir es denn nicht gemerkt hätten, was da auf uns zukommt.

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

5 Kommentare

  1. hadwig

    Genau das ist es – auch der Judenhass hat sich über Jahre verbal aufgeschaukelt- bis er in Gewalt geendet hat. Wir sind jetzt innerhalb 15 Jahre bereits an diesem Punkt angelangt: der letztee Schritt zu offener Gewalt ist nur mehr einen Stupser entfernt.

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  2. Elisabeth

    traurig und menschenverachtend finde ich , dass die Kirche die Chance nicht nutzt, klar Stellung zu beziehen. Der Satz von Schönborn „es würde dem Land keinen Schaden zufügen, wenn die Familie bleiben könnte“ ist leider sehr dürftig. Was würde passieren, wenn der Satz so hieße: wir könnten stolz darauf sein, so mutige Menschen in unserem Land aufnehmen zu können und zu dürfen.

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  3. lieber bernhard, ich stimme dir voll und ganz zu. ich habe mir erlaubt, deinen beitrag auf meinen blog zu stellen. zugefügt habe ich ein foto aus meiner serie „salzburg: einwanderinnen“.
    liebe grüße
    rochus
    http://hrogra.twoday.net/

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  4. lieber bernhard,
    dein artikel hat mich sehr bewegt….es ist wirklich unfassbar , wie politiker in unserem lande mit einer ganzen familie umgehen.jeder mensch hat doch ein recht auf zugehörigkeit , auf eine heimat…einfach einen ort , wo man leben kann.für mich ist das selbstverständlich…das ist ein grundrecht.es ist wirklich zum wahnsinnig werden, wie sehr sich der eigentliche fremdenhass wieder einmal in unserem land mehr und mehr breitmacht-
    danke bernhard, dass du uns immer wieder durch deine artikel aufrüttelst!!!
    viele liebe grüße von simone

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  5. René Korotin

    Liebe Simone, lieber Rochus, lieber Bernhard,
    bin gerade auf den Artikel und die Kommentare gestoßen, deshalb – verspätet – auch mein Aufruf: Gerade das Schicksal Arigonas und ihrer Familie muß aufrütteln und zeigt, dass es tatsächlich höchste Zeit für den Widerstand ist, Widerstand gegen die unmenschliche Politik und gegen Fekter als deren Symbol!
    Wir müssen alle positiv Gesinnten ‚bündeln‘, damit wir uns im Notfall rasch verständigen können! Wenn AsylwerberInnen zur Abschiebung nachts aus den Betten geholt werden, müssen wir am schönen Beispiel Röthis lernen und gleichfalls bereit sein, uns in der Nacht verständigen zu lassen und sofort Hilfe und Unterstützung zu leisten!
    In Zeiten, wo ‚Fremdenpolizisten‘ wieder Kinder zur Abschiebung von den Schulen abholen, ist es eine Frage des Gewissens, zur Abstellung solcher Machenschaften beizutragen!
    Großer Dank an Bernhard und liebe Grüße an alle Positiven
    René

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