ARD: ist das beihilfe zum rechtsextremismus?

was sich am vergangenen wochenende als ARD-sommerinterview scheinbar ganz der demokratischen tradition zu widmen schien, war in wirklichkeit wohl eher ein skandal. denn der sprecherin der als eindeutig rechtsextrem eingestuften AFD a.w. eine bühne zu bieten, um ihre nachweislich falschen behauptungen und hetze zu verbreiten, ist ein echtes nogo!

gut so, dass omas gegen rechts und andere poltisch verantwortlich denkende diesem schauspiel akustisch ein heftiges und lautes zeichen entgegensetzten. wohl die effektivste intervention war der für künstlerische interventionen eingerichtete spezialbus des ZPS (Zentrum für politische schönheit), von wo aus ein durchdringender „scheiss afd“-chorgesang ertönte. dies hätte aber alles zum abbruch des sommerinterviews führen müssen, hätte die verantwortlichen des ARD zum denken bringen sollen.

denn dennoch auf sendung zu bleiben war nicht nur absurd, es war vermutlich kontraproduktiv. die sprecherin a.w. der AFD begann körpersprachlich fast schon die situation zu geniessen, musste sie doch auf diese weise nicht auf jede frage wirklich antworten und konnte sich als „opfer“ in szene setzen. das ergebnis war ein an absurdität und peinlichkeit kaum zu überbietendes schauspiel.

insgesamt also ein echtes schlamassel, eingebrockt von der ARD redaktion. politische blindheit? naivität? quotengier? hilflosigkeit?

wenn rechtsextremismus kein grund dafür sein kann, dessen vertreter:innen keine öffentliche bühne mehr zu geben, dann wird genau die permanente verschiebung des diskurses nach ultrarechts gefördert, statt eingedämmt.

das ist zumindest unverantwortlich vom
ARD: ist das beihilfe zum rechtsextremismus?

bild: screenshot ARD, bearbeitet b.j.

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Autor: bernhardjenny

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4 Kommentare zu „ARD: ist das beihilfe zum rechtsextremismus?“

  1. Wer Rechtsextremen Sendezeit gibt, betreibt Diskurs-Sabotage

    Es war kein Interview. Es war ein Offenbarungseid.
    Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk einer rechtsextremen Demagogin eine Bühne bietet, um Lügen, Hetze und Opferinszenierungen in Millionenhaushalte zu senden, dann ist das keine journalistische Neutralität – es ist ein Verrat an der Demokratie.

    Die AfD ist keine normale Partei. Sie ist vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. Ihre Wortführer:innen verbreiten rassistische Narrative, fantasieren von „Remigration“ und zersetzen das Vertrauen in demokratische Institutionen. Wer solche Leute in ein Format wie das ARD-Sommerinterview einlädt, macht sich zum Handlanger einer Ideologie, die Menschenrechte mit Füßen tritt.

    Es reicht nicht, „kritisch nachzufragen“, während im Hintergrund die Scheinwerfer glühen und die Kameras das Bild einer vermeintlich harmlosen Politikerin einfangen. Die Bühne selbst ist das Problem. Denn sie erlaubt es der Sprecherin, sich zum Opfer stilisieren zu lassen, jede echte Antwort zu umgehen – und sich dabei noch sichtlich wohlzufühlen. Das ist Propaganda durch Inszenierung.

    Dass mutige Gruppen wie Omas gegen Rechts oder das Zentrum für politische Schönheit diesen Auftritt lautstark störten, war kein Skandal – es war Zivilcourage. Es war ein Rettungsversuch. Gegen die Normalisierung des Unerträglichen. Gegen das feige Wegducken einer Redaktion, die offenbar nicht mehr weiß, wofür der öffentlich-rechtliche Rundfunk da ist.

    Der Rundfunkauftrag ist nicht: „Gib allen ein Mikrofon.“ Der Auftrag ist: „Schütze die Demokratie.“ Wer das verwechselt, spielt mit dem Feuer. Und wer meint, das sei „ausgewogene Berichterstattung“, hat entweder den Kompass verloren – oder verkauft Reichweite gegen Verantwortung.

    Humanismus bedeutet: Haltung zeigen, wenn es zählt. Wer rechtsextremen Ideologien eine Bühne bietet, beschädigt das Fundament einer freien, offenen und menschenwürdigen Gesellschaft. Nicht jede Meinung verdient Gehör. Und nicht jede Stimme ist eine Stimme der Demokratie.

    Das Interview hätte abgebrochen werden müssen. Punkt.
    Was die ARD stattdessen geliefert hat, war nicht kritischer Journalismus – sondern ein Lehrstück darin, wie man den Feind der Freiheit salonfähig macht.

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  2. gut so, dass omas gegen rechts und andere poltisch verantwortlich denkende diesem schauspiel akustisch ein heftiges und lautes zeichen entgegensetzten. wohl die effektivste intervention war der für künstlerische interventionen eingerichtete spezialbus des ZPS (Zentrum für politische schönheit), von wo aus ein durchdringender „scheiss afd“-chorgesang ertönte. dies hätte aber alles zum abbruch des sommerinterviews führen müssen, hätte die verantwortlichen des ARD zum denken bringen sollen.

    Wie bezeichnend, dass Sie hier die Methoden der NSDAP gutheissen:

    Lautsprecherwagen (seltener vor 1933, häufiger nach der Machtübernahme)
    Schon vor 1933 experimentierten NSDAP und SA gelegentlich mit Lautsprecherwagen – entweder zur eigenen Propaganda oder zur gezielten Beschallung (z. B. beim Stören von Gegenkundgebungen). Richtig systematisch wurde das aber erst nach 1933.

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    1. inwiefern „bezeichnend“?

      nicht alles, was hinkt ist auch ein vergleich!

      natürlich ist es geradezu pflicht, dort zu stören, wo die feinde der demokratie bühne bekommen!

      wenn aber feinde der demokratie die stimmen der demokratie stören, geht das wirklich nicht und ist nicht zu tolerieren.

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