gibt es zu ostern noch türkise eier?

„für manche von uns ist es kaum auszuhalten“, sagt ein engagierter gemeindeamtsleiter aus niederösterreich. gemeint ist „das, was in der letzten zeit unter der deckfarbe türkis so abgeht“.

seine frau engagiert sich in einer regionalen organisation, die geflüchteten hilft, lehrplätze sucht, sonstige arbeitsmöglichkeiten organisiert und junge familien aus syrien beim bewältigen des alltags unterstützt.

dass er selbstverständlich mitglied der övp ist, hat er noch nie bereut, aber aus seiner sicht ist mit sebastian kurz ein „dammbruch provoziert worden“, der „unsere christlichen werte zu einem gutteil weggespült hat.“

niemand traue sich offen gegen den bundeskanzler was zu sagen, speziell deshalb, „weil viele sich noch erinnern, wie weit entfernt die chance auf die regierungsspitze schon mal war.“

aber dass die neue regierung mit den „gestrigsten aller gestrigen“ ein bündnis eingeht, das ginge inzwischen eindeutig zu weit: „im pfarrgemeinderat besprechen wir die schrecklichen ankündigungen, die von der neuen regierung fast täglich hereinschneien. wir überlegen, welche chance unsere schützlinge noch haben und sind verzweifelt. und dann draussen sollen wir auf dem dorfplatz so tun, als wäre das alles in unserem sinne? unsere övp kann sich derzeit sicher nicht in den spiegel schauen.“

seiner einschätzung nach brodelt es aber gewaltig im hintergrund. „manche kontakte funktionieren so, dass es die bestimmten nicht mitbekommen. da müssen wir sehr vorsichtig sein.“

und dann kommt eine zeitliche einschätzung: „bis ostern warten viele noch ab, aber dann bricht es vermutlich zusammen. abwarten ist dann vorbei. die karwoche ist die zeit der besinnung und einkehr. ich stelle mir vor, dass dann vielen der kragen platzen könnte und das dann der zeitpunkt wäre, eine kurskorrektur innerhalb der schwarzen heftigst einzufordern. ja, innerhalb der schwarzen. türkis war noch nie unsere farbe und wird es auch nicht bleiben.“

wieviele dann sich aus der deckung wagen könnten, weiss niemand.

am schluss dann kommt doch noch ein pessismismus durch: „andererseits, wie lange reden die in der kirche schon davon, dass die pfarrer heiraten können sollen, und wo sind wir? die sitzen das noch jahrhunderte aus. da hilft selbst der neue papst nichts.“

es könnte spannend werden.
gibt es zu ostern noch türkise eier?

 

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foto: serita.v cc licence by

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