zu tode gefurchten ist auch gestorben

die jungen sind draussen. verstossen und weg. andere gewähren ihnen asyl. aber der gau ist passiert. und ja, es ist wirklich ein gau, ein grösster anzunehmender unfall, dieser verstoss der jungen. über den faktor der majestätsbeleidigung und der darauffolgenden strafe habe ich hier schon geschrieben.

heute geht es mir um die starre. die schreckstarre. viele mögen es gar nicht laut sagen, was sie sich denken, andere sind einfach nicht mutig genug. zahlreiche „backstage“ gespräche und mails geben ein fatales bild.

manche sind einfach nur erschüttert und können es einfach nicht glauben. dann gibt es zwar jene, die das ganze irgendwie übertrieben und unnötig finden, wieder andere, die das geschehene auch noch irgendwie schönreden wollen. aber eigentlich kommt niemand zu einem klaren schluss, dass das ausschliessen einer so grossen und im wahrsten sinne zukunftsträchtigen gruppe von green minded people zwingend nötig gewesen wäre. die ultima ratio war nicht gegeben.

versprengt. disparat. ratlos. kopfschütteln. und nirgendwo ein faden der kommunikation. in der grössten krise der grünen seit langem scheint es ein eigenartiges phänomen zu geben: die fehlende kommunikation. weder nach innen, noch nach aussen. sondern nur „backstage“.

vereinzelt versuchen sich manche als sprecher_innen für die sache in den social media. aber sie wirken alleingelassen. das macht das ganze nicht besser.

jeder tag, den die jungen „draussen“ verbringen müssen, ohne dass sie mit ihren stärken und schwächen, den vielen stunden, die sie investiert haben und mit ihren politischen vorstellungen und visionen zumindest wertgeschätzt werden, macht aus jungen politisch denkenden menschen outcasts. wer hätte sich das jemals vorstellen können, dass ein solches signal ausgerechnet von den grünen kommt? eine bewegung, die in latzhosen von nicht wenigen studierenden gegründet wurde. von menschen, die alles andere, als konform gingen, mit dem was die parteien bis dahin zu bieten hatten.

sollen wirklich nun ausgerechnet die grünen ihre jugend vertreiben??? wirklich???

es war ein riesenfehler die jungen zu verstossen. das war der gau. und jetzt die sache aussitzen oder stillschweigend hinnehmen bis schönreden könnte den supergau bringen. die kernschmelze. da wäre dann aber vieles – auch ausserhalb der partei – kaputt.

laut werden. meinung sagen. widersprechen und wege aufzeigen. das wäre jetzt angesagt.
nach dem gau hilft nur ein aufräumen. ein klären. und ein grundsätzliches wertschätzen. als basis für einen neuanfang. ohne dialog mit den jungen haben wir keine zukunft. weder in der partei noch sonst wo.

also schluss mit der angst vor offenen worten.
denn
zu tode gefurchten ist auch gestorben.

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

Ein Kommentar

  1. Glawischnig: „Es ist jetzt Sache der Landesorganisationen zu schauen, wie man mit den Jungen weiter zusammenarbeiten kann.“ – http://derstandard.at/2000055588512/Gruene-Glawischnig-will-weitermachen

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