arigona ist missbrauchsopfer

die aufdeckung institutioneller gewalt, die unglaubliche verbrechen an jungen seelen möglich machte und macht, beschäftigt derzeit die katholische kirche und andere autoritäre systeme. mancherorts entstand ein bewusstsein, der es opfern nach vielen langen jahren des zutiefst verletzten schweigens endlich das reden ermöglichte. es hat den anschein, dass eine welle der aufdeckung ins laufen kommt.

wenn arigona zogajs familie heute in zweiter instanz der aufenthalt in unserem land untersagt wurde, dann trifft sie die volle wucht der institutionellen gewalt. bildlich verkürzt: arigona ist missbrauchsopfer unseres unmenschlichen systems, das über aufenthalt oder abschiebung entscheiden möchte, als handle es sich um dinge, ohne lebensentwurf, ohne nöte, ängste und ohne seele. wir alle sind mitwisserInnen und dürfen nicht zulassen, dass unsere asylpolitik gewalt ausübt.

ob in ämtern, behördern, polizeistuben oder gerichten – gewalt ist niemals richtig.
ein neues bewusstsein muss her.

früherer blogeintrag zum thema arigona zogaj

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Über bernhardjenny

kommunikationsgestalter mein unternehmen: jennycolombo.com blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

13 Kommentare

  1. hrogra

    die UNmenschlichkeit, mit der in leider vielen fällen die hier genannten einrichtungen mit zu NUMMERNdegradierten MENSCHENseelen umgehen, ist ausdruck eines sozialEGOISMUSSES, der entweder der menschlichen natur innewohnt, oder das ergebnis…ich weiss es NICHT. jedenfalls gehtMICHnichtsanDENKEN ist weitverbreitet. weitet sich aus. schleicht durch gassen und strassen. in stuben und ämter. ducken. abhaken. exekutieren. lösungen sind – wenn überhaupt – nur durch eine völlige neuORIENTIERUNG unseres gesellschaftsSYSTEMS möglich. weg vom EGOsum. hin zu sozialGEMEINSCHAFTEN. eltern, schulen, lehrmeisterInnen, universitäten, kunst&kultur sind gefordert. wenig erhoffe ich mir von der politik. sie ist derzeit das ökonomisch gelenkte EGOzentrum ausgrenzender MACHTansprüche.
    apropos kunst: ich beschäftige mich seit einiger zeit mit dem PROSTITUTIONSschicksalen, welches viele MIGRANTINNEN – besonders aus osteuropa – bei uns in sauberAUSTRIA erleiden: EINwanderinnen. ein beispiel findet sich auf meinem blog:
    http://hrogra.wordpress.com/

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  2. xBox

    Sollte man nicht Gerichtsurteile respektieren?

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    • Caritatis

      Nur weil sich des Unrecht in den Urteilen fortsetzt, wird es NICHT richtiger! Wenn Unrecht Recht wird, ist Widerstand Pflicht von uns allen!

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      • xBox

        Ich bleibe dabei: Gerichtsurteile sind zu respektieren, denn sonst ist unser Rechtsstaat (hallo? „Rechts“staat! -schon was aufgefallen) am Ende.

        Was sollte dann noch gelten?

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      • Ich seh eigentlich auch keinen Grund, Gesetze und Urteile, die ich in diesem Ausmaß für falsch halte, zu respektieren…
        Das ist keine höhere Macht, in die wir uns fügen müssen. Das haben Menschen gemacht. Wir sind auch Menschen, also haben wir das Recht auf Veränderung und/oder zivilen Ungehorsam.

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  3. EP.

    jenny hat schon recht! was dieser familie angetan wird ist wirklich behördliche grausamkeit gedeckt durch die schlimmste person, die jemals innenministerin war. schottermizzi ist untragbar!!!!!!!!!!!!

    mich stimmt sehr traurig, wenn ich daran denke, in wie vielen fällen das selbe passiert, die öffentlichkeit aber nichts davon erfährt, weil sie niemals den sprung in die medien geschafft haben!!!!!!!!!

    langsam wird ein denkmal für die „unbekannten abgeschobenen“ fällig!!!!!!!!!!!!!

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  4. hrogra

    denkmal für die UNBEKANNTEN ABGESCHOBENEN. eine sehr gute kreative und nachhaltig sinnvolle idee. bernhard: wäre das nicht etwas für dich&mich&?
    meine ich sehr ernst!
    dazu braucht es natürlich gleichdenkender sponsorInnen.
    ich habe auch noch eine andere, sehr einfach zu realisierende idee. aber extrem aufmerksamkeitsstark!

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  5. hrogra

    @xBOX
    Deutsche Justiz im Dritten Reich ist ein heikles Thema. In der Diktatur der Nationalsozialisten wurden Menschenrechte ignoriert und konsequent mit Füßen getreten. Kann in einem derartigen Regime, das alle Rechtsstaatsgrundsätze wie etwa Gewaltenteilung ausschaltet, überhaupt von Justiz oder Recht im Allgemeinen gesprochen werden?

    Juristen jener Zeit werden verteufelt, entschuldigt, einige wenige als Widerstandskämpfer gefeiert. Roland Freisler etwa, Präsident des Volksgerichtshofes, ging als die „Bestie mit der roten Robe“ in die Geschichte ein und verhängte in seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit 2500 Todesurteile.

    Ebenso Franz Schlegelberger, Staatssekretär im Reichsjustizministerium, der dem Druck von Hitler und Himmler nicht gewachsen war und seine Skrupel völlig hinter den Anordnungen des Führers zurücksteckte. Er war unter den Angeklagten in den Nürnberger Juristenprozessen der ranghöchste Jurist und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Aus seiner Feder stammte z.B. die Polenstrafrechtsverordnung. Diese sah die Todesstrafe für Polen beim Abreißen von Plakaten vor.

    Dagegen gilt der Amtsrichter Lothar Kreyssig als Widerstandskämpfer. Kreyssig war einer der wenigen deutschen Richter, die es ablehnten, in die NSDAP einzutreten. Dies begründetet er mit seiner richterlichen Unabhängigkeit. Kreyssig war der einzige Richter, der die Euthanasie öffentlich anprangerte. Dies gipfelte in der Strafanzeige gegen SS Reichsleiter Bouhler wegen der Aktion T4 (Ziel war die Ermordung tausender Behinderter). Diese Anzeige brachte ihm die sofortige Versetzung in den Ruhestand, aber ein Verfahren blieb Kreyssig zu seinem Glück erspart.

    Quelle:
    http://www.123recht.net/article.asp?a=16764&ccheck=1

    Was können WIR daraus LERNEN?

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  6. René Korotin

    Lieber Bernhard,
    herzlichen Dank für Dein Engagement!

    Vielleicht können wir im Zusammenhang mit der beginnenden ‚Welle der Aufdeckung des Mißbrauchs von Autoritätsverhätnissen‘ auch anläßlich des braunschwarzblauen Mißbrauchs der ‚Asylpolitik‘ und ihrer Opfer sowie der konsequenten Unterwanderung der Genfer Konvention eine bessere Bewußtseinsbildung erreichen?!

    Ich denke, es ist höchste Zeit! Wenn wir auch weiter für Arigona eintreten (-ohne sie selbst vereinnahmen zu dürfen) und nach der anfangs so positiven öffentlichen Meinung durch die Trendumkehr verunsichert sind, gilt es, durchzuhalten und alle positiv Gesinnten zu informieren und zu mobilisieren!

    Obwohl aktuell die Zuständigkeit der Innenministerien EU-weit quasi institutionalisiert ist, sollten wir – meines Erachtens – vorerst alle jene bündeln, die für eine Änderung der Ressort-Zuständigkeit eintreten! Erst wenn die Entscheidungsbefugnis an sozial orientierte Persönlichkeiten übertragen wird, kann man einigermaßen davon ausgehen, dass Asylpolitik keine Gewalt mehr ausübt.

    Damit Schreibtischtäter sich nicht mehr ihrer immerwährenden Anonymität sicher sein können, würde ich auch gerne eine Dokumentation (incl. Namensnennung der ‚Sach’bearbeiter, sic.!) aufbauen, um die wirklichen Folgen und Schicksale hinter den ablehnenden Bescheiden zu zeigen, welche vor allem einem innenministriellen (Ablehnungs-)Auftrag zu entsprechen haben und so oft sowohl der Genfer Konvention als auch der Menschenrechtskonvention Hohn sprechen!

    @hrogra: Danke für den Hinweis auf http://www.123recht.net!

    @xBox: ‚Respekt‘ vor politisch beauftragten Gerichtsurteilen (welches Urteil war die Belohnung für die aktuelle Justizministerin?) scheint mir einer der Schritte zur Relativierung! Kritik ist dann nicht nur ein Recht, sondern wird zur Pflicht! Ich würde die Aussage von Caritatis sogar erweitern: Wenn sich das Unrecht sogar schon in Urteilen manifestiert, ist die die Manipulation des Justiz-Systems evident!
    Auch die Asyl-Bescheide entstammen einem Auftrags-System und sind keineswegs unabhängig!

    Liebe Grüße
    René

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