es könnte ein narrenspiel sein. wenn es das nur wäre!
aber es ist tödlicher ernst.
ein angriffskrieg tobt seit 1 1/2 jahren in einem land, das „uns doch so nah“ sein soll. die einen sind solidarisch mit den überfallenen, die ihr leben und das der ihren retten wollen, die anderen sind so neutral, dass sie stets in täter:innen opfer und in opfern täter:innen sehen.
es könnte ein narrenspiel sein. wenn es das nur wäre!
aber es ist tödlicher ernst.
500 menschen (oder waren es 700?) werden wie unerwünschte katzenbabies in der badewanne europas ertränkt. niemand war es wirklich, wenn dann nur die, oder doch die anderen? oder alle? bei so vielen täter:innen ist es spielend leicht, das mordsverwirrspiel zu spielen. am nächsten tag kommen uns 60 ertrunkene schon wenig vor.
es könnte ein narrenspiel sein, wenn es das nur wäre!
aber es ist tödlicher ernst.
da kommt ein menschenschlächter auf die idee, den „prigoschin zu machen“, seit gestern eine redewendung für den abgang aus dem blutbad richtung auftraggeber und abdrehen in ein vermeintlich sicheres hinterland. doch karli denkt an die falschen hände, in welche die atomwaffen geraten könnten. er vergisst, dass in den augen vieler genau diese atomwaffen schon lange in falschen händen sind. aber wer von diversen wirtschaftlichen verstrickungen zwischen österreich und russland den blick getrübt hat, mag das anders sehen.
es könnte ein narrenspiel sein, wenn es das nur wäre!
aber es ist tödlicher ernst.
der karli knutscht mit der giorgia, ein orientierungsloser bruder der ordensgemeinschaft des unheiligen sebastian, knuddelt die faschistin, weil sie die letzte hoffnung zu sein scheint, doch endlich wieder die „migration“ zu kriminalisieren. im feierlichen stift darf offen geträumt werden, was kleinen kindern möglichst früh abgewöhnt wird: nein, in braune scheisse greifen, an dieser lecken und sie kosten, das gehört sich nicht für den kleinen buben. umso heftiger dann die regression als staatsmann?
es könnte ein narrenspiel sein, wenn es das nur wäre!
aber es ist tödlicher ernst.
diese tage waren eine überdosis der zumutung auf so vielen ebenen. gerade erst musste der anstand eines landeshauptmanns begraben werden, gerade erst durfte der angebliche geheimdienst DSN erste reihe medienaufmerksamkeit von „bedrohung“ und „islamismus“ schwadronieren. schliesslich sollte wieder einmal der bundestrojaner schmackhaft gemacht werden. minderjährige werden wenig später aus dem gefängnis entlassen, weil sich die streng geheime bedrohungslage nicht erhärten liess. das ging in die hose. deshalb mussten dringend neue bilder her:
faschistin mit karli, faschistin mit karoline, quo vadis „staatspolitik“?
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bild: bernhard jenny cc by